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brillo77

Hallo,

viele von euch dürften das kennen: Man liegt im Bett, fühlt sich seit Tagen, Wochen, manchmal gar Monaten und Jahren dem Tode geweiht - Verdauung spinnt, Herzschmerzen, Kopf hämmert, Schwäche. Halsschmerzen. - man ist zu nichts fähig.
Nach der Konsultierung von Google ist klar: Das wars. Unheilbare Krankheiten werden den Organismus in Kürze hinwegraffen. S'cheiss Welt.

Dann der Gang zum Arzt. Blutbild super, Organe machen was sie sollen - Patient kerngesund. Wow!

Erst Erleichterung. Dann Ernüchterung. "Okay, ich bin gesund. Prima - und nun? Wohin gehe ich jetzt als gesunder Kranker?"

Ich schreib das jetzt so sarkastisch, aber es ist in der Tat so, daß ich ein ausgeprägtes körperliches Krankheitsgefühl habe, welches sich durchaus in sehr realem Ausmaß. Halsschmerzen. Kopfschmerzen Übelkeit. Brustenge bemerkbar macht. Und ich habe keine Ahnung wohin ich mit diesen Problemen nun gehen soll.

Wie geht ihr mit so einer Situation um? Ist Psychotherapie bzgw. eine (Tages-)Klinik wirklich die ultimative Endlösung? Denn da war ich eigentlich schon... Freue mich über viele Erfahrungsberichte und wäre super auch mal nicht nur das Leid zu hören sondern auch was Hilft...


Gruss aus der Pfalz

29.04.2016 10:46 • 29.04.2016 #1


3 Antworten ↓


Vergissmeinicht

Vergissmeinicht


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Zitat von brillo77:
Wohin gehe ich jetzt als gesunder Kranker?"


Hey brillo,

habe es extra zitiert, weil mir genau der gleichnamige Buchtitel sehr geholfen hat = "Der kranke Gesunde"; kann es Dir dringend umd wärmstens empfehlen.

Auch ich dachte lange den morigen Tag nicht mehr zu erleben; Jahre dachte ich aber nicht daran. Es hieß damals für mich dem Körper vertrauen, den Ärzten, Jobwechsel, arbeiten an meiner Denke, mal Nein sagen usw.

Es gibt für jeden einen Weg daraus, aber von alleine und einfach so funktioniert dies nicht.

29.04.2016 11:38 • x 1 #2


prodomo81

prodomo81


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Hallo Brillo,

mir gehts genau so. Therapie mach ich seit einem guten Jahr....tiefenpsychologisch...es geht mir, denke ich besser. Die Therapie ist meiner Meinung nach nicht wirklich die Endlösung...gibts die überhaupt? Ich gewinn dort zumindest Erkenntnis über das Warum? Warum hab ich Symptome? Warum sind die mal besser und mal schlechter?Warum häng ich nur rum? Warum macht mir das und das Angst?...Aus diesen "Warums" kommt ein Verständnis für mich und mein "Seelchen"...ich achte mehr darauf, fange an sie zu pflegen, auf sie zu hören, Dinge und Situation anders zu nehmen usw. - Am Ende steht Stabilität, Vertrauen in meinen Körper....vielleicht Heilung?!

Aber alles sehr langsam und mit vielen Tiefen verbunden. Therapiewege sind oft steinig....Medikamente können da helfen, können aber auch total nutzlos sein.

Mein Tipp: Gib dir Zeit. Mach deine Therapie und übe dich in Geduld.

29.04.2016 11:45 • x 1 #3


Icefalki

Icefalki


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Hallo Brillo, ich denke mal, dass krank, krank ist. Auch eine Verschiebung der Neurotransmitter im Gehirn macht krank. Und wenn diese Transmitter schuld sind, dann kannst du auch körperlich krank dazu sagen.

Wenn wir uns darauf einigen, dass die Körperchemie das alles verursacht, dann sind wir körperlich krank.

Dafür gibt es dann die Medis. Wohl dem, dem sie helfen.

Was dann zu diskutieren wäre, ist der Umgang mit den eigenen Befindlichkeiten, die wiederum sehr individuell sein können. Dem einen macht. Z.B. Eine Beleidigung nix aus, einem anderen durchtrieben sie den gesamten Tag.

wird auch eine Frage der Prädispostion sein, wer wie und warum erkrankt.

Nützt alles recht wenig, wenn man mit einem Leiden, egal wie das nun heißt, oder mit welchen Beeinträchtigungen, man nun umzugehen hat.

Welchen Weg man dazu einschlagen kann oder will, oder muss, oder sollte, wird auszuprobieren sein.

Ich denke mal, das Wichtigste überhaupt ist, Krankheiten akzeptieren zu lernen. Wegrennen geht nicht, nicht Haben wollen auch nicht.

Den Umgang damit zu lernen, egal jetzt wie, ist die größte Anstrengung.

29.04.2016 13:25 • x 1 #4



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser