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N

Nicky78
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Hallo,

ich habe mich nach langem hin und her entschlossen, in eine Klinik stationär zu gehen und hatte jetzt das Vorgespräch.

Es gibt nur Doppelzimmer, keine Möglichkeit ein Einzelzimmer zu kaufen.
Ich weiß nicht ob ich das kann ich schlafe sogar zu Hause alleine und brauche ganz viel Privatsphäre. Mit einer fremden Person nachts im selben Zimmer schlafen? Ich kann es mir noch nicht einmal vorstellen.

Tagesklinik reicht momentan nicht, ich bin völlig fertig und muss zu Hause raus.

Würdet Ihr es versuchen stationär? Ich brauche dringend Hilfe.

Ich kenne auch viele Geschichten, wo es gut ging aber auch von problemenz, die erst durch das Doppelzimmer entstanden sind (toxische Mitpatienten etc).

Brauche bitte Euren Input.

Danke !

17.07.2025 #1


47 Antworten ↓
Darkshadow

Darkshadow
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Ich würde mir auch eine neue Einweisung holen.
Du brauchst ja nicht nur die Zusage der Klinik, dass du aufgenommen wirst, bei vielen Kliniken brauchst du ja auch noch die Genehmigung der Krankenkasse, und die suchen ja gerne mal nach Gründen, um erstmal abzulehnen.
In den letzten Jahren hat sich ja so einiges getan und man braucht nicht mehr für jede Klinik eine vorherige Zusage der Krankenkasse, es gibt immer mehr individuelle Verträge zwischen Kliniken und Krankenkassen, aber oft ist es halt noch nötig.

Ich hätte mich so wie du entschieden. Ich bin auch nicht der Typ für Doppelzimmer.
Und ich kann von meinen Erfahrungen auch ganz viel von dem bestätigen, was hier schon gesagt wurde: Ein Doppelzimmer kann funktionieren oder sehr schiefgehen, das ist Glückssache, es gibt Kliniken, die bei schwereren Erkrankungen Einzelzimmer geben, und es gibt Kliniken, die das Doppelzimmer zum Prinzip erheben und nichtmal bei Konflikten einen Wechsel erlauben, weil man daraus lernen soll. Ich kenne Patienten, die super mit ihren Zimmerpartnern klarkamen, und ich kenne Patienten, denen der ganze Aufenthalt durch das Doppelzimmer verdorben wurde. Mir persönlich ist das Risiko zu groß, da ich auch eine sehr ausgeprägte soziale Angsterkrankung habe.
Ich glaube, dass man da ganz ehrlich mit sich sein sollte. Für viele Patienten ist ein Doppelzimmer überhaupt kein Problem, aber wenn man nicht der Typ dafür ist, würde ich auch eher nach einer Klinik suchen, wo man dann vielleicht länger warten muss, aber dann seinen Rückzugsraum im Einzelzimmer hat, was für das Gelingen der Therapie sehr wichtig sein kann.

Oftmals sind die Wartezeiten ja sehr heftig, und wenn die Therapie dann am Mitbewohner scheitert, kann das sehr ärgerlich sein. Wenn ich eh eine lange Wartezeit habe, warte ich persönlich dann lieber noch etwas länger auf das Einzelzimmer, wenn sich dadurch meine Chancen erhöhen, dass der Aufenthalt dann gut läuft ( ich habe aber auch große Probleme mit Menschen allgemein).

Was die Zusatzversicherung angeht, habe ich auch von Mitpatienten gehört, dass das inzwischen nicht mehr so leicht ist wir noch vor ein paar Jahren, gerade dann, wenn man schonmal eine dokumentierte psychische Diagnose bekommen hat.
Seitdem die Nachfrage nach stationären Plätzen so durch die Decke gegangen ist, sind die Versicherungen sehr viel vorsichtiger geworden, denn so ein stationärer Aufenthalt kostet ja unglaublich viel Geld. Die Kliniken berechnen im privaten Bereich schwindelerregende Summen. Ein durchschnittlicher Aufenthalt kostet gerne mal so viel wie ein neuer Mitteklassewagen. Und die private Krankenkasse möchte ja Profit machen.
Aber natürlich kann es trotzdem sein, dass es noch finanzierbare Zusatzversicherungen gibt, die auch bei bestehender Vorerkrankungen kein Vermögen kosten und gute Leistungen bieten. Ich würde den Vertrag vor Abschluss von einem Anwalt checken lassen, um keine bösen Überraschungen im Kleingedruckten zu übersehen.

16.05.2025 04:35 • x 6 #43


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Klinikaufenthalt, nur Doppelzimmer

x 3


Hopeso

Hopeso
Mitglied

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Mitglied seit:
@Nicky78 Hallo. Ich kann Deine Bedenken voll und ganz verstehen. Genau diese Tatsache, dass es nur Doppelzimmer (hier zT sogar 3-fach Betten) gibt hat mich laaaange davon abgehalten stationär zu gehen. Ich bin extrem geräuschempfindlich, werde von jedem Mucks wach (schlafe zu Hause auch nur alleine und mit Ohrenstöpsel) und brauche meinen Rückzugsort wo man einfach mal die Tür schließen kann und eine Zeit für sich ist. Der Rest ist für mich die reinste Reizüberflutung.
Ich habe mir dann letztendlich eine Klinik gesucht wo man sich ein Einzelzimmer selbst zahlen konnte. Bei allen anderen Kliniken hier in der Umgebung ist das nicht möglich. Für mich war es meine eigene Grundvoraussetzung mich stationär zu begeben. Vor Ort haben die ein oder anderen aber auch ihre DZ getauscht, weil es mit dem Zimmernachbarn nicht so gut harmonierte. Andere haben fast alles nur noch zusammen mit ihrem Zimmernachbarn gemacht und sich angefreundet.
Wenn ich all meine Bedenken und Sorgen, die Dich zZt auch beschäftigen, zur Seite stelle und nur die Vernunft sprechen lasse würde ich sagen : Versuch es. Du hast für Dich die Erkenntnis,dass eine TK nicht reichen würde. Und solltest Du in der Klinik sein und feststellen es geht gar nicht kannst Du immer noch um einen Wechsel bitten und vor allem solltest Du Dir jederzeit klarmachen, Du bist ein freier Mensch, Du kannst jederzeit wieder gehen.
So würde ich es auch immer wieder angehen: Ich versuche es und wenn es wirklich überhaupt nicht klappen sollte, kann ich mich frei entscheiden und den Aufenthalt beenden. Aber, Du hast es versucht!
Alles Gute für Dich.

15.05.2025 14:53 • x 4 #5


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Hotin
Hallo Nicky,

Zitat von Nicky78:
Ich brauche dringend Hilfe.


Zitat von Nicky78:
Würdet Ihr es versuchen stationär?


natürlich würde ich es sofort versuchen. Es ist eine große Chance für Dich.

Deine Bedenken finde ich wenig hilfreich für Dich selbst. Deshalb springe über Deinen
eigenen Schatten.

x 3 #2


Luce1
@Nicky78 Versuch es.

Sonst sitzt du zuHause und denkst, “….. hätte ich nur ….”
Du schaffst das

x 2 #3


D
Zitat von Nicky78:
Ich kenne auch viele Geschichten, wo es gut ging aber auch von problemenz, die erst durch das Doppelzimmer entstanden sind (toxische Mitpatienten etc).

Es wird natürlich eine Herausforderung für Dich darstellen, mit jemand fremdem ein Zimmer zu teilen. Vielleicht wäre aber die größte dabei, sich mal vorab von Bezeichnungen wie „toxisch“ zu distanzieren. Natürlich gibt es Störfaktoren wie beispielsweise Schnarchen oder eventuell auch andere Dinge, die einem an einem anderen Menschen nicht so sehr behagen. Doch deswegen ist der Mensch ja nicht gleich toxisch. Vom schlimmsten Auszugehen ist sicher gut antrainiert und durchaus nachvollziehbar, dennoch wäre vielleicht eine gewisse Offenheit und Zuversicht zunächst mal hilfreicher um sich auf eine Klinik einzulassen.
Du wirst sowieso erst vor Ort feststellen können, ob es passt oder nicht. Den Kliniken liegt schon etwas daran, dass es bei Zimmernachbarn harmonisch zugeht. Wenns garnicht geht wäre auch ein Wechsel des Zimmers gegebenenfalls möglich, aber das muss man natürlich besprechen, beziehungsweise an passender Stelle ansprechen.

x 4 #4


Hopeso
@Nicky78 Hallo. Ich kann Deine Bedenken voll und ganz verstehen. Genau diese Tatsache, dass es nur Doppelzimmer (hier zT sogar 3-fach Betten) gibt hat mich laaaange davon abgehalten stationär zu gehen. Ich bin extrem geräuschempfindlich, werde von jedem Mucks wach (schlafe zu Hause auch nur alleine und mit Ohrenstöpsel) und brauche meinen Rückzugsort wo man einfach mal die Tür schließen kann und eine Zeit für sich ist. Der Rest ist für mich die reinste Reizüberflutung.
Ich habe mir dann letztendlich eine Klinik gesucht wo man sich ein Einzelzimmer selbst zahlen konnte. Bei allen anderen Kliniken hier in der Umgebung ist das nicht möglich. Für mich war es meine eigene Grundvoraussetzung mich stationär zu begeben. Vor Ort haben die ein oder anderen aber auch ihre DZ getauscht, weil es mit dem Zimmernachbarn nicht so gut harmonierte. Andere haben fast alles nur noch zusammen mit ihrem Zimmernachbarn gemacht und sich angefreundet.
Wenn ich all meine Bedenken und Sorgen, die Dich zZt auch beschäftigen, zur Seite stelle und nur die Vernunft sprechen lasse würde ich sagen : Versuch es. Du hast für Dich die Erkenntnis,dass eine TK nicht reichen würde. Und solltest Du in der Klinik sein und feststellen es geht gar nicht kannst Du immer noch um einen Wechsel bitten und vor allem solltest Du Dir jederzeit klarmachen, Du bist ein freier Mensch, Du kannst jederzeit wieder gehen.
So würde ich es auch immer wieder angehen: Ich versuche es und wenn es wirklich überhaupt nicht klappen sollte, kann ich mich frei entscheiden und den Aufenthalt beenden. Aber, Du hast es versucht!
Alles Gute für Dich.

x 4 #5


N
@Hopeso danke. Die Einzelzimmer kosten 200 Euro am Tag, das kann ich nicht sechs Wochen lang bezahlen. Genau diese Dramatik mit den Zimmernachbarn habe ich von meinem früheren Aufenthalt als das Zimmer noch 50 Euro gekostet hat, miterlebt. Die konnten teilweise nicht an ihre eigenen Probleme gehen sondern waren nur noch mit dem Drama beschäftigt.

#6


Hopeso
@Nicky78 Hier hat es 130Euro gekostet und ich hatte alles auf eine Karte gesetzt. Leider hat mir der Klinikaufenthalt nicht viel gebracht und noch einmal hätte ich das Geld nicht, da ich mittlerweile EM-Rente beziehe. Also wäre auch mein Weg ein DZ "versuchen". Du kannst Glück haben und eine richtig liebe, ruhige Person erwischen aber ja, es kann auch mal nicht passen. Ich verstehe Deine Ängste (Sorgen) zu 100% aber wenn Du es nicht ausprobierst wirst Du nie erfahren was gewesen wäre, wenn... Und denk immer dran: Du kannst auch wieder gehen, niemand hält Dich "gefangen"

x 2 #7


Kruemel_68
@Nicky78 Auf jeden Fall versuchen - Du kannst doch nur gewinnen. Abbrechen kannst Du immer noch wenn es gar nicht geht.

x 2 #8


Windy
Such dir doch in der Klinik oder der Nähe davon ein einsames Plätzchen für dich, wo du dich immer zurück ziehen kannst, wenn du allein sein willst. Du brauchst ja nicht immer nur aufm Zimmer zu sein, wenn du gerade keine Anwendung hast.

x 2 #9


Abendschein
Zitat von Nicky78:
Hallo, ich habe mich nach langem hin und her entschlossen, in eine Klinik stationär zu gehen und hatte jetzt das Vorgespräch. Es gibt nur ...

Nein, ich würde es nicht machen. Wenn ich mir vorstelle das derjenige schnarcht oder sich übergeben muss, was alles passieren kann, da hätte ich schon innerlichen Stress.

Es kann gut gehen, muss aber nicht. Ich finde es ist eine Zumutung mit Fremden in einem Zimmer zu sein.

x 3 #10


Hopeso
@Abendschein Und welche Alternative siehst Du, wenn jemand "klinikreif" ist und eine Tagesklinik nicht mehr ausreicht?

x 3 #11


Abendschein
Zitat von Hopeso:
@Abendschein Und welche Alternative siehst Du, wenn jemand "klinikreif" ist und eine Tagesklinik nicht mehr ausreicht?

Ich habe meine Meinung geschrieben, zu dem Doppelzimmer. Es gibt doch bestimmt noch andere Kliniken, wo es Einzelzimmer gibt. Letztendlich entscheidet @Nicky78 😉

#12


boomerine
Es kann ja passen, warum sollte es nicht gut gehen ? Kommt natürlich auch drauf an, welche Klinik ?
In der Psychiatrie gibt es keine Einzelzimmer.
Ich war schon mehrfach in Kliniken
( Reha ) da gab es keine Doppelzimmer.
Im Krankenhaus ist Standard Doppelzimmer.
In der Psychosomatik kommt es auf die Grad des Gesundheitszustandes an.
Schau es dir dochmal an, dann kannst du immer noch entscheiden was du machst.
Es kann so gar gut tun, wenn man nicht alleine ist.

Ich hab mit den Doppelzimmern immer eine gute Erfahrung gemacht.
War auch skeptisch.

x 1 #13


Noxiiii
War 3x in der Klinik und werde bald 4. Mal gehen. Jedes Mal Doppelzimmer. Klar ist es nicht sehr angenehm mit Fremden im Zimmer schlafen zu müssen, aber ich hatte bisher immer Zimmerkollegen mit denen ich recht gut zurecht gekommen bin. Bin da aber auch relativ einfach gestrickt und keiner der oft aneckt.

Da wirst du wohl oder übel über deinen Schatten springen müssen, wenn du dich für die Klinik entscheidest. Eine Klinik mit Einzelzimmer für jedermann ist mir nicht bekannt.

x 2 #14


Hopeso
@Abendschein Klar entscheidet letztendlich jeder für sich selbst und das sollte auch Deine persönliche Meinung nicht "angreifen", nur kenne ich tatsächlich keine Alternativen, wenn nichts mehr geht und man nicht gerade privatversichert ist oder 7000Euro "über" hat. Hab mich auch schon nach Kliniken mit EZ informiert. Psychiatrien gar nicht, Psychosomatik vielleicht 2-3 in Deutschland verstreut. Bei vielen gehören die Mehrbettzimmer ja angeblich zum Konzept damit die psychisch Kranken sich gegenseitig unterstützen können und sich nicht zurückziehen. Ja, mag für den ein oder anderen passen. Ich gehöre auch eher zu der Kategorie "Mir ist eh schon alles zu viel,da brauche ich wenigstens nachts meine Ruhe und tagsüber die Möglichkeit mal die Türe zu schließen und kurz für mich zu sein"

x 1 #15


Sonnenzauber
Es gibt auch eine private Zusatz Versicherung von der DKV kostet zwischen 30-50Euro im Monat ohne Wartezeit da kannst du dir sogar ne Privat Klinik raus suchen mit Einzelzimmer. In welche gehst du denn?

#16


Hopeso
@Sonnenzauber Sorry,aber die Versicherung möchte ich sehen. Dann darfst Du nachweislich die letzten x Jahre nicht wegen dieser Erkrankung in Behandlung gewesen sein. Es gibt überall Fallstricke..... glaub mal wie viele psychisch Erkrankte sonst "noch eben" diese Versicherung abschließen würden.

x 1 #17

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Sonnenzauber
@Hopeso schau auf der Webseite der DKV hab auch den Vertrag und die AGBs gelesen. In diesem Fall gibt es keine Fallstricke. Falls du Interesse hast für dich persönlich dann schreib mir gerne.

#18


Hopeso
@Sonnenzauber Danke,gut gemeint von Dir aber ich kenne die Verträge und hatte sogar einen Anwalt drüberschauen lassen. Fallstrick.... Aber ist jetzt auch egal, da es ja hier um die TE geht.

#19


D
Reha, Zusatzversicherung, psychosomatische Akut Klinik mit Einzelzimmer für gesetzlich Versicherte, dass gibts alles. Aber Reha muss beantragt und bewilligt sein. Zusatzversicherung zu bekommen, wenn schon eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde, wird entweder nicht billig oder direkt ausgeschlossen und meist hat man auch erstmal ne Wartezeit, wenn es kein Unfall ist. Und auf einen Platz in einer Klinik mit Einzelzimmer musste ich fast 6 Monate warten und das war damals schon kurz.

Also inwieweit diese Vorschläge bei einer akuten Krise überhaupt in Betracht kommen können, darüber ließe sich sicher diskutieren, nur wenn es schnell gehen soll, dann bleibt oft nur die Klinik die den örtlichen Versorgungsauftrag hat und wenn die nur Doppelzimmer hat, dann bleibt nur, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.

Und wenn Vorstellungskraft in Richtung Schnarchen und Übergeben eines Zimmernachbarn geht, könnte man sich auch das Gegenteil vorstellen. Der Phantasie sind ja keine Grenzen gesetzt.

x 2 #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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