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Hallo!
Ich bin m/18 und in den letzten 12-14 Monaten ist mir so relativ alles egal geworden. Ich zeige zumeist keine Emotionen, und gehe durchs Leben als wäre es mir egal wenn ich in der nächsten Minute vom Auto überfahren werden würde.
Ich leide unter einer passiven Angststörung die immer unwillkürlich zum Vorschein tritt obwohl es keinen Grund gibt. Auch bin ich jemand der sich alle Sachen immer selbst vermiest, sich alle möglichen schlimmen Dinge vorstellt die vor einem eigentlich schönen Ereignis wie Urlaub passieren könnten, sodass ich diesen nicht antreten könnte etc. (v.a Hypochondrie)

Zu allen Überfluss leide ich auch an ADHS was es noch schwieriger für mich macht, meine Emotionen zu regulieren oder mich zu konzentrieren. Ich hatte bis vor Kurzen eine schlimme Online-Lotto/Rubbellos Manie (glücklicherweise habe ich vor ein paar Wochen überall einen Selbstausschluss beantragt), habe Unmengen an Geld für Glücksspiele ausgegeben. Das Schlimmste daran: Es ist nie mein selbst erarbeitetes Geld gewesen, sondern immer das Taschengeld meiner Eltern. Mehr oder weniger hatte ich das Glück in einer wohlhabenden Familie großzuwerden, somit bekomme ich mehr Taschengeld als andere mit 18. (180Euro im Monat, quasi komplett für mich da ich noch bei meiner Mutter wohne und nächstes Jahr Abi mache)
Auch sonst haue ich das Geld nur für Fast-Food raus, oder gehe unnötig teure Marken Lebensmittel einkaufen. Ich weiß, das klingt alles sehr abgehoben und ich fühle mich auch immer schlecht dabei.

Apropos Abi: Ich habe Zweifel dieses zu bestehen wenn ich nächstes Jahr immer noch so drauf bin wie dieses. Die 11. habe ich mit sehr wenig Aufwand geschafft und hauptsächlich haben mich mündliche Noten gerettet. Ich kann mich zuhause fast nie aufraffen etwas für die Schule zu machen, nur 2-3 Tage vor dem Test.

Sozial ist es bei mir auch schlimm: Ich habe wenn überhaupt nur "Freunde" in der Klasse, die aber alle komplett verschiedene Interessen in ihrer Freizeit haben. Zum Beispiel sich den ganzen Tag zukiffen, was nicht mein Fall ist da ich vor knapp 2 Jahren beim ersten Canna. Konsum eine derartige Panikattacke mit Derealisation bekam. Meine "Freunde" (die mir bei dieser schlimmen Erfahrung nicht mal beistanden und nur lachten) haben es trotzdem immer wieder mal versucht mich zum *beep* zu bringen. Aber ne.
Alk. trinke ich auch überhaupt nicht gerne, geschweige denn in Clubs gehen, ein weiterer Grund warum ich mit meinen 18 Jahren offensichtlich eine "Spaßbremse" bin und niemand was mit mir zu tun haben will.
Es dreht sich bei allen nur noch um Komasaufen und *beep*. Deswegen sitze ich zu 99,9% zuhause und spiele ungerne Computer oder schaue ungerne Serien.
Ach ja, Essen bestelle ich mir mindestens alle 2 Tage.

Ich hab einfach keine Ahnung mehr, ich hab so viele Probleme und verschwende meine gesamte Jugend.
Mein Traum ist es eigentlich nach dem Abi alleine auf Weltreise zu gehen, aber ich habe Angst vor der Einsamkeit und habe Angst vor meinem Zustand in einem Jahr. Bis jetzt ist das mein einziger Lichtblick.

Sorry für diesen langen Text, weiß selber nicht was für eine Art von Hilfe ich jetzt erwarte
Danke trotzdem

06.08.2019 00:27 • 07.08.2019 #1


17 Antworten ↓


Steffie_38
Hey ho
Du scheinst auch Wach zu Sein um diese hergottsuhrzeit
Naja Was soll man machen

Was du beschreibst kenne ich nur zu gut
Man weiß auch Genau was der Auslöser Dafür ist und der Grund weswegen Man handelt wie man handelt und denkt wie man denkt.
Ich Wohne seit Jahren in einer Wohngruppe und Habe mehrmals schon die Schule gewechselt.Probleme damit gehabt Freundschaften zu halten und in Cliquen zu bleiben,wenn ich nicht eh immer eher der Aussenseiter war.
Was du beschreibst,so geht es mir genauso.
Ich Habe zwar einen freund und bin glücklich mit ihm.Hätte ich ihn nicht würde ich in einer Endlosschleife meiner Gedanken im Zimmer sitzen,zugedröhnt oder in Depressionen verfallen.
Nun ja,Was trotzdem ab und an noch vorkommt,da ich außer ihm niemanden habe.und damit meine ich niemanden dem man sich anvertrauen kann,den man nur einen freund nennen kann.Durch ihn habe ich mich von meinen damaligen "freunden" abgeschottet .die mir auch nicht gut taten.aber,ich weiß nicht wie das zustande kam,heute Bin ich wenn er arbeiten ist Allein zuhause.und abends bin ich sauer wenn er paar Freunde auf ein B. oder so da hat obwohl wir die Serie weiter gucken wollten.eigentlich sinnlos.naja Ich spüre schon diesen Schmerz innerlich wenn Ich dasitze und mir selbst ausgesetzt bin.den eigenen Gedanken und niemand,dem man sich anvertrauen kann.klar habe ich meinen freund aber er hatte in dem Sinne immer ein gutes leben,nie mit sowas zu kämpfen gehabt.ich glaube er versteht mich einfach nicht zu 100%.Ich wünsche mir Sehnlichst dass ein Mädchen angeflogen kommt am liebsten,die verrückt ist und dieselbe Musik hört wie ich.für jeden sch. zu haben ist und meine tränen auffängt.
Mit Kerlen verstehe ich mich zwar besser,aber jedes weib braucht ein weib an ihrer Seite.
Man hat all diese wünsche,aber man tut nie was dagegen.weil man Angst hat vor der Veränderung.man hat angst,was dagegen zutun,angst zu scheitern.obwohl man nicht mal weiß ob man scheitert.
Ich komme in ein paar Wochen in eine neue klasse (Berufsschule) und in einer neuen Stadt. ...habe schon Alpträume gehabt weil ich angst habe vor neuen Gesichtern.obwohl dort jemand sein kann der mein leben verändern kann,oder wenigstens jemand,den ich mal einladen könnte.
Sorry fürs volllabern aber verstehe dich einfach so...

06.08.2019 02:12 • #2


Steffie_38
Und Hey,du bist nicht allein damit.
Fast Food ist gut Und Essen bestellen ist auch Kein Verbrechen.

Menschen sind doof,aber es gibt ein paar die Dich verstehen können.
Du hast Die Schule gerafft,und dein abi steht vor der Tür.Besser geht s doch nicht.
Überleg mal:Alle die dich auslachen werden in ein paar Jahren zuhause sitzen und hartzen wärend du auf Weltreise bist und verschiedene Kulturen siehst.
Es ist schwierig Motivation zu finden selbst in Sachen die man toll findet weil man selbst dann auch angst hat es zu vermasseln.
Ich wünsche dir dass du Es schaffst )

Und Wenn du dich So mit Lebensmitteln beschäftigst,Versuch doch mal in deiner Freizeit dich mit kochen zu beschäftigen.kein Witz.vielleicht liegt es dir ja.Und du kannst daraus ein hobby und später einen Beruf machen.Hol dir gut Rezepte und Koch deiner mama Was.das gut essen bekommen die aus deiner klasse dann nicht muhahaja )) glaub mir es macht Spaß und Man kann sich auf was konzentrieren.
Und wenn es dir liegt dann mach dein hobby zum Beruf und dann kannst du dich richtig hocharbeiten.

Hoffe ich konnte dich bisschen inspirieren ))

06.08.2019 02:23 • #3


survivor3
Ich bin echt beruehrt von eurem Kummer...
Was ist denn passiert,dass du/ihr so wenig neugierig u abenteuerlustig seid?
Es gibt doch 1000 Moeglichkeiten Gleichgesinnte kennen zu lernen.

06.08.2019 02:35 • #4


Zitat von survivor3:
Es gibt doch 1000 Moeglichkeiten Gleichgesinnte kennen zu lernen.


Und keiner dieser 1000 Möglichkeiten funktioniert richtig. Weil die meisten nur über ihre Einsamkeit herumjammern, aber rein gar nichts dagegen tun wollen.

06.08.2019 02:41 • #5


Steffie_38
Ich habe für mein alter schon viel zu viel gesehen und Durchgemacht.angefangen von meiner Geschichte bis ins Heim.Klinik.Psyche Am Ende.Dro..Alles nicht aus Spaß.
Nun Ja,ich lebe heute eher nach dem motto,mir keine sorgen mehr zu machen wegen irgendwas.also es ist eher alles egal.
Hauptsache ich bin bald endlich 18 und ich kann in ruhe und frieden leben ohne auf andere angewiesen zu sein die einen enttäuschen.endlich.

06.08.2019 02:43 • #6


survivor3
Zitat von Stormborn:
Und keiner dieser 1000 Möglichkeiten funktioniert richtig. Weil die meisten nur über ihre Einsamkeit herumjammern, aber rein gar nichts dagegen tun wollen.
Also ich weis nicht ,was "die meisten" machen.
Wichtig ist,dass man selbst etwas tut,um aus der Isolation rauszukommen.Es gibt so viele verschiedene Angebote,auch Hilfsangebote.
Wenn man selbst noch nicht genau weiss ,was man selbst will,koennte man seine Zeit auch anderen widmen.
zB: Im Tierheim aushelfen,in der Tafel mitarbeiten,Hausaufgabenhilfe etc
Damit tut man etwas sinnvolles und lernt andere Menschen kennen u hat weniger Zeit zum gruebeln und langweilen.

06.08.2019 02:47 • #7


survivor3
Zitat von Steffie_38:
Ich habe für mein alter schon viel zu viel gesehen und Durchgemacht.angefangen von meiner Geschichte bis ins Heim.Klinik.Psyche Am Ende.Dro..Alles nicht aus Spaß.Nun Ja,ich lebe heute eher nach dem motto,mir keine sorgen mehr zu machen wegen irgendwas.also es ist eher alles egal.Hauptsache ich bin bald endlich 18 und ich kann in ruhe und frieden leben ohne auf andere angewiesen zu sein die einen enttäuschen.endlich.
Es ist schoen,dass du eine Ueberlebenskuenstlerin bist.
Ich habe diese Faehigkeit auch (siehe mein nickname)
Ich wollte aber nicht nur ueberleben,sondern auch Gutes und Schoenes erleben.
Das war eine grosse Motivation sich nicht durch die Wiedrigkeiten des Lebens aufzugeben.

Du hast einern lieben Freund,faengst bald eine Ausbildung an .
Also schonmal eine gute Basis fuer Erfolg.
Wenn dir die Ausbildung dann auch Spass macht legst du den Grundstein fuer deine Berufstaetigkeit und Unabhaengigkeit.

06.08.2019 02:53 • #8


Danke euch für die Antworten, besonders dir für die lieben Worte Steffi!
Ja ich versuche so gut es geht Motivation für irgendwas zu finden, und manchmal klappt es auch.
Ich habe auch schon oft versucht einen Therapieplatz zu bekommen, leider alles bis auf 7 Monate hin ausgebucht...

06.08.2019 03:04 • #9


survivor3
Zitat von Meat:
Danke euch für die Antworten, besonders dir für die lieben Worte Steffi!Ja ich versuche so gut es geht Motivation für irgendwas zu finden, und manchmal klappt es auch. Ich habe auch schon oft versucht einen Therapieplatz zu bekommen, leider alles bis auf 7 Monate hin ausgebucht...
Du hast ja noch etwas Zeit bis zum Abi,also kannst noch lernen und ranklotzen...
Ja,jeder muss eine Motivation ,einen Grund haben,um in die Puschen zu kommen.
Unabhaengigkeit ist nicht schlecht....

06.08.2019 03:08 • #10


Zitat von survivor3:
Also ich weis nicht ,was "die meisten" machen.Wichtig ist,dass man selbst etwas tut,um aus der Isolation rauszukommen.Es gibt so viele verschiedene Angebote,auch Hilfsangebote.Wenn man selbst noch nicht genau weiss ,was man selbst will,koennte man seine Zeit auch anderen widmen.zB: Im Tierheim aushelfen,in der Tafel mitarbeiten,Hausaufgabenhilfe etcDamit tut man etwas sinnvolles und lernt andere Menschen kennen u hat weniger Zeit zum gruebeln und langweilen.


Wird schwierig mit einer Angststörung. Da helfen keine 0815-Ratschläge. Man muss sich was individuelles überlegen, was für einen machbar ist.

06.08.2019 03:09 • x 1 #11


survivor3
Zitat von Stormborn:
Wird schwierig mit einer Angststörung. Da helfen keine 0815-Ratschläge. Man muss sich was individuelles überlegen, was für einen machbar ist.
Dein Begriff der 0815 Ratschlaege finde ich daneben...
Hier ist ein Forum zum Austausch und keine Arztpraxis.
Jeder hat andere Ansaetze und Wege und ob es einem hilft kannst du nur fuer dich beeurteilen nicht fuer andere.

06.08.2019 03:14 • #12


Angor
Zitat von Stormborn:
Wird schwierig mit einer Angststörung. Da helfen keine 0815-Ratschläge. Man muss sich was individuelles überlegen, was für einen machbar ist.


Gegen eine Angststörung kann man eine Therapie anstreben, ausßerdem ist es vielleicht eine Überlegung wert, sich vorübergehend ein Medi verschreiben zu lassen, um aus diesem "Loch" rauszukommen.

Bei ADS/ADHS kann man auch ein Medi nehmen, um sich besser auf den Unterricht zu konzentrieren.Ich verstehe manchmal nicht, warum das von vielen so verteufelt wird, ohne Ritalin hätte mein Sohn überhaupt keinen Abschluss in der Regellschule gehabt obwohl er als hochbegabt galt, aber sein ADS stand ihn im Weg.

Wenn man so in dieser "Schleife" ist, kann man für sich selber nicht überlegen, was für einen richtig ist, da braucht man Hilfe von aussen.

Mein Rat: Den Psychiater aufsuchen und ein Medi verschreiben lassen, und auf die Warteliste einer Therapie setzen lassen.
Man könnte es auch mit einer Tagesklinik versuchen.

Oft fehlt bei ADHS/ADS Kranken Struktur im Leben, oder auch eventuell der Ausstausch mit Gleichgesinnten. Wichtig ist, dass man sich nicht aus allem zurückzieht, dann ist es schwer, ohne Hilfe da wieder rauszukommen.

Man kann immer leicht reden, wenn es einen selber nicht betrifft, oder ein Nahestehender daran leidet.
Leider ist mein Sohn so oft auf Unverständnis gestossen für sein Verhalten durch sein ADS, seine Angststörung mit einer Sozialphobie, sowas prägt leider.

Da versinkt man schnell in Depressionen, deshalb mein Ratschlag, fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

06.08.2019 03:42 • x 2 #13


Zitat von survivor3:
Dein Begriff der 0815 Ratschlaege finde ich daneben...Hier ist ein Forum zum Austausch und keine Arztpraxis.Jeder hat andere Ansaetze und Wege und ob es einem hilft kannst du nur fuer dich beeurteilen nicht fuer andere.


Dann anders formuliert: Die "gängigen" Ratschläge zu diesem Thema wirken nicht bei jedem. Was man aber allgemein immer erwähnen kann/sollte dass es viele Möglichkeiten gibt man aber selbst herausfinden muss was einem am leichtesten fallen würde. Und manchmal ist es eben keine Ehrenamtliche Arbeit wo die Ängste am deutlichsten zum Vorschein kommen...

@Angor
Mit keinem Wort hab ich mich negativ über Therapien oder Medikation geäußert, deshalb verstehe ich den an mich gerichteten Beitrag nicht....

06.08.2019 04:17 • #14


Angor
Das sollte nicht gegen Dich sein, habe quasi Deinen Beitrag als "Aufhänger" zum Einklinken ins Thema genommen.

06.08.2019 04:38 • x 2 #15


Steffie_38
Ja ,Therapieplätze sind unfassbar Schwierig zu bekommen.wichtig ist Da bei dass du dir nicht vor Augen führst "Ich bin krank ich bin in Therapie" sondern "Ich bin in Therapie weil das mein 1.Schritt zum Erfolg ist!"

Wenn du noch was auf dem Herzen hast,kannst du gerne Dich mal Wieder bei mir melden!
Alles Liebe!

07.08.2019 01:09 • #16


Odd_Thomas
Nein, Therapieplätze sind viel zu leicht zu kriegen und deshalb ist die Wartezeit so lang.
7 Monate sind ganz normal.
Aber vielleicht geht es beim Psychiater schneller, wenn du das über deinen Hausarzt angehst.
Dann kannst du dir schon mal ein Medikament verschreiben lassen, das dir evtl hilft und dir ein wenig Antrieb verleiht.

07.08.2019 09:40 • x 1 #17


Zitat von Odd_Thomas:
Nein, Therapieplätze sind viel zu leicht zu kriegen und deshalb ist die Wartezeit so lang.7 Monate sind ganz normal. Aber vielleicht geht es beim Psychiater schneller, wenn du das über deinen Hausarzt angehst. Dann kannst du dir schon mal ein Medikament verschreiben lassen, das dir evtl hilft und dir ein wenig Antrieb verleiht.


Gute Idee. Erstmal übern Hausarzt zum Psychiater, medis eventuell. Ja Therapieplätze sind zu wenig , eindeutig. Kommt daher das Leute mit ihren "Problemchen" daher kommen und meinen sie brauchen einen Psychologen . Ich weiß wovon ich rede, kenne ich aus näherem Umfeld ^^

07.08.2019 10:04 • x 1 #18




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser