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fragile1980
Hi!
Ich habe zur Zeit größere Probleme mit einer schwer definierbare inneren Leere und leichter Depersonalisierung. Man könnte natürlich sagen, dass ich mehr unter Menschen gehen muss, die mir Input geben etc. - aber durch meine Sozialphobie und der Tendenz, gestresst in Gemeinschaften zu sein, sehe ich da auch keine Lösung.

Auch unter guten Freunden und Familie kann ich nicht wirklich entspannen und ich gebe mich eigentlich nie so, wie es mir wirklich geht. Es ist so, als ob ich eine Scheinwelt des Gesunden aufrecht erhalten müsste.

Hmm, find das alles schräg, werd hoffentlich bald aber eh wieder eine Therapie beginnen.

Wollt nur mal wissen ob ihr sowas kennt und evtl. Tipps habt, da etwas raus zu kommen...

(Medi: derzeit Umstellung auf Venlafxin, aktuell bei 75mg, vorher Paroxetin.)

16.06.2016 14:36 • 16.06.2016 #1


13 Antworten ↓


Vergissmeinicht
Hi fragile,

Bei Sozialer Phobie ist es wohl schwerer mit anderen Menschen umzugehen. Ferner suchst Du Hilfe von Außen; den Input kannst Du Dir nur selber geben.

Was würdest Du tun, wenn Du einfach so könntest und nicht be-/gefangen wärst? Ferner leben wir teilweise in einer Scheinwelt wo die Menschen ohne Handy und Co. garnicht mehr leben können.

16.06.2016 14:40 • #2


Ich bin auch in Gemeinschaft gestresst, das war aber nicht immer so. Verändert sich immer alles. Das mit dem verstellen kenne ich zu gut, obwohl ich ansonsten ein zu ehrlicher Mensch bin....deshalb gibt's wohl viele die es mir gar nicht abnehmen, daß ich was habe. Ich zeige quasi nicht was ich fühle - aber wozu auch - breche ich mal wieder zusammen und heul mich aus - sie haben alle ihre eigenen Probleme und wollen die dann bereden....Andererseits steckt man sie mit der "Laune" an...

16.06.2016 14:41 • #3


fragile1980
Lieben Dank für eure schnellen Antworten!

@Vergissmeinicht : Hmmm ja, ich verstehe. Aber selbst Dinge, für die ich früher brannte, wie gute Musik, Filme, Ausstellungen, etc. geben mir längst nicht mehr so viel. Diese Leere überstrahlt einfach die Leidenschaft. Mit diesem Schleier ist es natürlich schwer, nach neuen Dingen zu schauen...

Edit: Ich denke, ich würde mich auf jeden Fall weniger verstellen, ehrlicher zu mir und meinen vertrauten Menschen sein.

16.06.2016 14:48 • #4


Hotin
Hallo fragile1980,

Zitat:
Auch unter guten Freunden und Familie kann ich nicht wirklich entspannen und ich gebe mich eigentlich nie so,
wie es mir wirklich geht. Es ist so, als ob ich eine Scheinwelt des Gesunden aufrecht erhalten müsste.


So wie Du es schreibst, wird es sein.
Warum nennst Du Menschen Deine guten Freunde, wenn Du in ihrer Nähe nicht
so sein willst, wie Du bist?
Oder darfst Du bei Deinen "Freunden" nicht das sagen, was Du denkst und empfindest?
Zitat:
Hmm, find das alles schräg, werd hoffentlich bald aber eh wieder eine Therapie beginnen.


Wenn Du das schräg findest, dann mach es wieder gerade. Vielleicht sagen Deine Freunde ja Du bist krank,
wenn Du ihnen Deine ehrliche Meinung sagst.

Ob Du für mehr Ehrlichkeit wirklich eine Therapie benötigst?

Wünsche Dir ganz viel Mut, ab und zu Deine Scheinwelt zu verlassen.
Es fühlt sich ziemlich gut an, wieder frei zu sein.

Bernhard

16.06.2016 14:56 • #5


Vergissmeinicht
Hi fragile,

warum fängst Du mit der Ehrlichkeit nicht sofort an? Du kannst andere belügen, aber niemals Dich selbst. Der "Schuss" geht nach hinten los. Fang an.

16.06.2016 14:58 • #6


fragile1980
Ich dürfte sicher so sein, wie ich bin, aber ich will ihnen nicht mehr zur Last fallen, als meine Probleme anzureißen. Hat ja jeder Probleme, mit denen er selber klarkommen muss.

16.06.2016 15:03 • #7


Hotin
Hallo fragile 1980

Zitat:
Ich dürfte sicher so sein, wie ich bin, aber ich will ihnen nicht mehr zur Last fallen, als meine Probleme anzureißen.


Deine Aussage kann ich so nicht verstehen. Kannst Du das etwas genauer beschreiben?

Zitat:
Hat ja jeder Probleme, mit denen er selber klarkommen muss.


Das sehe ich auch so. Jedoch, wenn mein Auto kaputt ist frage ich Freunde, wer eine gute
Werkstatt kennt. Wenn ich Probleme mit meinem Arbeitskollegen habe, frage ich Freunde, wie sie das sehen.
Ohne die Meinung anderer rennt man sich schnell fest. Und eine Sackgasse erkennt man leider oft
erst, wenn man am Ende ist. Es sei denn, Du hast Freunde die es ehrlich mit Dir meinen und Dich schon am
Eingang der Sackgasse darauf hinweisen, das es da hinten nicht weiter geht.

Allerdings. Du kannst mit Menschen soviel reden und Meinungen tauschen wie Du willst.
Am Ende musst Du entscheiden, wie Du weiter gehen willst. Niemand anders kannst Du
dafür verantwortlich machen, wenn Du falsch weiter gehst. Doch vielleicht ein oder zwei mal
kann Dich eine sogenannter Freund oder eine Partnerin in eine falsche Richtung schicken.

Dann musst Du aber aufwachen. Sonst hast Du immer im Leben ein Problem.

Gruß

Bernhard

16.06.2016 15:17 • x 1 #8


fragile1980
Zitat von Hotin:
Hallo fragile 1980

Zitat:
Ich dürfte sicher so sein, wie ich bin, aber ich will ihnen nicht mehr zur Last fallen, als meine Probleme anzureißen.


Deine Aussage kann ich so nicht verstehen. Kannst Du das etwas genauer beschreiben?



Ich will ihr Leben mit meinen Sorgen und meiner kranken Selbstsicht nicht schwerer machen, als es ohnehin ist. Weil sie damit nicht belasten, zumal mein bester Freund manisch depressiv ist.

16.06.2016 15:30 • #9


Zitat von fragile1980:
Wollt nur mal wissen ob ihr sowas kennt und evtl. Tipps habt, da etwas raus zu kommen...


was die Scheinwelt angeht kann ich Dir nur raten Dich an Leute zu wenden denen Du vertraust. sich darin zu flüchten ist dauerhaft schädlich. es wird scher sich damit auseinander zu setzen aber sich , und allen anderen, dauerhaft etwas vorzumachen ist deutlich schlimmer als andere in das eigene Gefühlsleben einzuweihen.

16.06.2016 15:38 • x 2 #10


Hotin
Hallo fragile1980,

Zitat:
Ich will ihr Leben mit meinen Sorgen und meiner kranken Selbstsicht nicht schwerer machen, als es ohnehin ist.


Woher weißt Du denn, dass Deine Selbstsicht krank ist?
Vielleicht ist sie das ja gar nicht.

Ein depressiver Freund wird Dir vermutlich da nicht viel helfen können.
Gibt es keine anderen Menschen in Deiner Familie und Deinem Bekanntenkreis, mit denen Du Dich
austauschen kannst?

Viele Grüße

Bernhard

16.06.2016 15:51 • #11


fragile1980
Zitat von Hotin:
Hallo fragile1980,

Zitat:
Ich will ihr Leben mit meinen Sorgen und meiner kranken Selbstsicht nicht schwerer machen, als es ohnehin ist.


Woher weißt Du denn, dass Deine Selbstsicht krank ist?
Vielleicht ist sie das ja gar nicht.

Ein depressiver Freund wird Dir vermutlich da nicht viel helfen können.
Gibt es keine anderen Menschen in Deiner Familie und Deinem Bekanntenkreis, mit denen Du Dich
austauschen kannst?

Viele Grüße

Bernhard


Nunja, ich hab eine recht destruktive Selbstsicht, hab mich früher oft selbst verletzt und neige heute noch dazu, nicht mehr körperlich, aber seelisch. Daher denke ich, dass sie ein Großteil der Menschheit als krank ansieht.

Hab leider nur psychisch kranke Freunde und eine zu sentimentale Familie, als dass ich sie da noch genauer einweihen möchte. Ansonsten habe ich entfernt bekannte, aber denen stehe ich nicht nahe genug, um sie so einzuweihen, finde ich.

16.06.2016 16:35 • #12


Hotin
Hallo fragile1980,

Du beschreibst eine ziemlich schwierige persönliche Situation.
Zitat:
Hab leider nur psychisch kranke Freunde und eine zu sentimentale Familie, als dass ich sie da noch genauer einweihen möchte. Ansonsten habe ich entfernt bekannte, aber denen stehe ich nicht nahe genug, um sie so einzuweihen, finde ich.

Von psychisch Kranken wirst Du selten eine ehrliche Meinung zu Deinem Verhalten bekommen.
Das ist einfach so.
Wenn Du Angst hast, der Familie mehr über Deine Gedanken und Sorgen zu sagen, kannst Du da im Moment auch
nur wenig dran ändern.
Bleiben also noch Deine Bekannten übrig. Du sollst sie nicht einweihen. Ich erzähle auch keinem, wie viele
Leberflecke ich auf Brust und Rücken habe. Das geht keinen was an. Das ist mein persönlicher Bereich.
Das würde Dir nicht helfen. Suche das Gespräch mit ihnen oder mit anderen Menschen, mit denen
Du offen und ehrlich reden kannst.
Das ist der Verkäufer im Geschäft, der Mann an der Bushaltestelle, den Du fast jeden Tag siehst. Das ist der
Bekannte, den Du alle zwei Wochen beim Heimspiel des Fußballvereins triffst. Da könnte ich noch viele weiter aufzählen.

Was könnte Dir ein Psychologe dabei helfen? Du musst Dir selbst helfen.
Wenn ich lese, was Du hier schreibst, hast Du auch genug Kraft dafür.

Zitat:
ich hab eine recht destruktive Selbstsicht und neige heute noch dazu

Dann ändere das. Du schreibst nicht negativ, also kannst Du das ändern. Danach wird es besser.

Dafür wünsche ich Dir viel Erfolg

Gruß

Bernhard

16.06.2016 17:39 • #13


miriam0707
Huhu, also ich wollte sagen das ich dieses Gefühl kenne. Ich fühle mich oft genau so. Ich fühle mich innerlich total leer aber auch unruhig dazu. Ich bin viel mit anderen Menschen zusammen, mit dem einen kann ich über das reden und mit dem anderen über dieses... oft denke ich mir bei ganz normalen Themen was für einen Mist labern die da, dass ist doch komplett unwichtig. Aber genau das ist glaube ich wichtig, weil es lenkt schon ab, wenigstens manchmal. Man muss ja nicht jedem immer erzählen was in einem vor geht und nicht immer darüber reden. Aber trotzdem finde ich es wichtig wenigstens eine Person zu haben mit der man über alles reden kann ...

16.06.2016 18:26 • x 2 #14




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