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Diana1988
Hey ihr Lieben,
mir geht es mal wieder nicht gut. Bin vorhin zusammengebrochen weil ich diese enorme innere Anspannung und die damit verbundenen Ängste und Zwangsgedanken nicht mehr ertrage und diesbezüglich wieder Suizidgedanken hatte. Mein lieber Partner hat mich getröstet, in den Arm genommen und ich kuschelte mich an ihn ran nachdem ich ne Tavor zur Beruhigung genommen hatte.
Gut geht es mir trotz alledem noch immer nicht weil ich weiss dass diese Anspannung die oft mit Ängsten, Zwangsgedanken & Suizidgedanken einhergeht, immer wieder kommt und ich einfach keine Kraft mehr habe dies ständig durchstehen zu müssen. Ich wünsche mir ein Leben ohne ständig hohe Anspannung und all dem was damit zusammenhängt. Aber langsam glaube ich dass das nicht möglich sein wird und ich ewig darunter zu leiden habe. Ich halte das kaum noch aus und ich bin gerade am Ende meiner Kräfte weil alles nur noch aussichtslos scheint. Was ist das auch für ein Leben in dem Mann täglich unter Ängsten, Zwangsgedanken und/oder Suizidgedanken leidet!?
Ich befinde mich in einer Psychotherapie nur kann mir gerade nichts schnell genug gehen wenn es um Veränderung geht und ehrlich gesagt glaub ich auch nicht dran dass mein Leben überhaupt mal lebenswert sein kann.
Ich bin einfach nur noch kraftlos :'(

25.10.2019 19:34 • 26.10.2019 #1


5 Antworten ↓


Keyo
Halte durch! Es lohnt sich! Ich kann wieder lachen und Spaß am Leben haben! Es hat sich alles geändert! Zum positiven!
Ich hatte damals auch absolut keine Kraft mehr, ich hatte auch schlimme Gedanken... ich war tief im "roten Bereich"...
Eine ganz schlimme Zeit! Ich habe gerade richtig feuchte Augen nachdem ich deinen Text gelesen habe denn ich weiss wie du dich fühlst!
ABER DAS GEHT WEG!
Mein Leben ist wieder lebenswert! Und das wird deines auch wenn du durchhälst!

Damals hatte meine Mutter mich in der Psychiatrie besucht. Sie sagte: "Ich kenne eine Freundin die war auch in der Psychiatrie und heute geht es ihr wieder super... Sie macht jetzt sogar Kreuzfahrten..."
Ich dachte in dem Moment nur: "ICH NICHT! MEIN LEBEN IST NUR EINE QUAL! ICH WILL NICHT MEHR UND ICH KANN NICHT MEHR!

Und Heute bin ich am hadern mit welchem Kumpel ich auf der AIDA in den Urlaub fahre... Hendrik oder Shawn...
HALTE DURCH! ES LOHNT SICH!

25.10.2019 23:57 • x 4 #2


Lillibeth
Oh ja.... das ist schlimm. Aber das Gute ist: es wird wieder besser. DU kannst es ändern . Und wenn Du in der Therapie zurecht kommst schaffst Du es auch. Wenn nicht, wechsel vielleicht den Therapeuten oder gehe in eine Tagesklinik. Eine Reha kann auch helfen. Und der Austausch mit anderen betroffenen ist auch hilfreich. Es gibt so viele von uns. Du bist nicht alleine ! Hast Du alle Blutuntersuchungen, Schilddrüse, Hormone etc durch ?

26.10.2019 06:32 • x 2 #3


Bernie1970
Hallo Diana,

ich kenne diese Phasen sehr gut und man meint, es ist nicht mehr zum Aushalten.

Aber irgendwie war da immer eine innere Stimme, die sagte: Ich werde es nicht zulassen, dass ich mich selber fertigmache!

Irgendwann kommt, wie beim Kipppunkt einer Schaukel, der Augenblick, wo Du endlich "bei Dir" ankommst, wo Du merkst, dass Du (!) weder kämpfen noch leiden musst, sondern alles (!) in Ordnung ist, wie es ist.

Stell Dir Deinen Weg wie eine lange, oft unübersichtliche, teils beängstigende Bergwanderung vor. Die allerlängste Strecke strauchelst Du durchs Unterholz, durchs Dickicht, durch düstere Wälder. Irgendwann wird es ein klein wenig heller, die Sonne kommt manchmal durch den Nebel, die Vegetation wird spärlicher, der Weg sichtbarer, klarer, aber auch steiler, anstrengender. Du achtest auf Deine Schritte, variierst das Tempo, trinkst mehr Wasser, schaust zurück, ob der Weg noch der Richtige ist, musst vielleicht mal wieder eine lange Strecke retour um eine verpasste Abzweigung zu finden usw.

Irgendwann klärt sich alles auf: Der Nebel, der Weg, die Unsicherheit, die Angst - Du bist darüber hinaus und hast freie Sicht rundherum!

Du atmest tief durch und verstehst, dass jeder (!) getane Schritt notwendig und richtig war.

Gib niemals auf - darum geht es!

26.10.2019 07:13 • x 2 #4


Diana1988
Hallo ihr Lieben
Ich bin gerührt wegen dem was ihr mir geschrieben habt. Ihr habt euch soviel Mühe gemacht und mich hoffnungsvoller auf meine Zukunft blicken lassen.

Dennoch stelle ich mir noch immer Fragen. Zum Beispiel ob es auch machbar ist seine enorme Anspannung wegzubekommen wenn man an Borderline leidet und nicht "nur" an Ängsten und Zwangsgedanken. Und ob man etwas das solange besteht auch relativ "schnell" (das schreibe ich weil ich einfach schon zulange daran zu knabbern habe und keine Kraft mehr habe, es deswegen kaum erwarten kann zu LEBEN) wegbekommen kann?!

Versteht mich nicht falsch. Ich meine es ist schon furchtbar mit einer Angststörung, mit Panikattacken, chronischen Suizidgedanken(ich nannte es früher chronische Hoffnungslosigkeit) zu leben. Doch denke ich immer dass Borderline vom Krankheitsbild gravierender ist da es soviele Symptome mit sich bringt. Ich hoffe einfach dass ich auch das in den Griff bekomme und nicht erst warten muss bis ich 40 und aufwärts sein muss damit ich ein leichteres Leben führen kann(denn ich hab gelesen und auch gehört dass es symptomatisch erst leichter wird in fortgeschrittenem Alter).


Ich danke euch ganz herzlich für eure lieben Antworten. Vielen lieben Dank an euch und alles liebe

26.10.2019 09:06 • x 1 #5


Bernie1970
Hi Diana, Du bist lt. Deinem letzten Thema im April aus der Klinik entlassen worden, oder?

Magst Du mal etwas genauer erzählen, was Du seitdem neben der Psychotherapie unternommen hast und welche Medis Du aktuell in welcher Dosierung verwendest?

26.10.2019 10:04 • #6




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser