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woko
Mitglied

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Ich hatte schon als Kind das Gefühl das Ich meinen Eltern nicht genüge.
Meine 3 Geschwister waren gewollt, ich bin nur passiert.
Wollte wer anderes sein als ich selbst, schaffte es aber nicht.
Als 13 jähriger begann meine Alk. an dem Zeitpunkt viel es mir leichter
andere zu kopieren, glaubte ich.
31 Jahre habe ich getrunken bis meine Frau mit Trennungen gedroht hat, wenn ich nicht aufhöre. Seit 2007 bin ich trocken und Suche seit dem mich selbst.
Ich habe Fragen, wer bin ich?
Was bin ich?
Diese Fragen kann ich nicht beantworten und das zieht mich runter.
Meine psychischen Probleme werden nicht besser, wenn ich keine Antworten finde.

18.01.2026 #1


6 Antworten ↓


Abendschein
Zitat von woko:
Meine psychischen Probleme werden nicht besser, wenn ich keine Antworten finde.

Glaubst Du denn wirklich, das andere Dir diese Frage beantworten können?
Du bist 62 Jahre alt. Mach doch was aus Deinem Leben. Auch in dem Alter, oder
grade in dem Alter, stehen Dir alle Möglichkeiten offen. Ich kann Dir Deine Frage nicht
beantworten. Die Antworten liegen in Dir. Es gibt soviel schönes was Du/ihr machen
könnt und in dem Du es machst, wirst Du Deine Antworten finden.

#2


A


Ich suche mich selbst, wer bin ich?

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Schlaflose
Zitat von woko:
Ich habe Fragen, wer bin ich?
Was bin ich?

Ich habe mir diese Fragen nie gestellt, egal wie schlecht es mir psychisch ging. In ganz schlechten Phasen habe ich mir nur die Fragen gestellt, warum ich geboren wurde und warum ich nicht einfach sterbe, um mich aus meiner Situation rauszuholen. Meine Identität steht in meinem Ausweis. Was gibt es daran noch zu fragen?

#3


Cbrastreifen
Zitat von woko:
Was bin ich?
Diese Fragen kann ich nicht beantworten und das zieht mich runter.
Meine psychischen Probleme werden nicht besser, wenn ich keine Antworten finde.

Da gibt es verschiedene Antworten. Einerseits bist Du die Summe all dessen, was Dich ausmacht und mit dem Du identifiziert bist. Du kannst bei Deinem Körper anfangen, Deine Einstellungen, Werte, Gedanken, Gefühle, Vorlieben und Abneigungen, vor allem aber auch Beziehungen dazu nehmen und sagen, dass Du insgesamt all das bist.
Die Mischung all dessen ergibt ein inneres Bild. Keine scharf abgegrenzten Konturen, aber doch, in all dem Wechsel, immer wiederkehrende Elemente. Grob gesehen ist das der Blick des Westens auf das Ich, auf das, wer oder was wir sind.

Die spirituellen Teile des Ostens würden eher den Punkt stark machen, dass Du genau das, was oben beschrieben wurde, nicht bist. Warum nicht? Weil es da ja jemanden oder etwas gibt, der all das was oben beschrieben wurde bezeugen kann: Ja, ich weiß von mir, das x mein Lieblingsessen und y mein bester Freund ist und ich die Einstellung z zur aktuellen Politik habe. Alles was Du beobachten kannst, bist Du nicht, denn Du bist es ja, der es beobachtet.
Man könnte nun sagen, das sei einfach die Fähigkeit zur Reflexion, die auch noch zu mir gehört, wie alles was oben beschrieben wurde, aber eben auch, dass dieser Beobachter das eigentliche Ich ist.

Hm, aber wer oder was ist nun dieser Beobachter? Der spirituelle Osten würde dazu auffordern ihn aktiv zu suchen und sagen, dass Du ihn niemals finden wirst. Das ist aber auch genau das, worum es geht, denn Bewusstsein oder Gewahrsein ist ja dennoch da: Du bist, existierst. Und das ehrlich gesagt auch ständig. Es gibt keinen Moment, den Du erinnern kannst, an dem Du nicht warst. Und man kann sagen, dass Du genau das bist, reines Gewahrsein, Bewusstsein. Und dass Du es künstlich einsperrst, wenn Du es auf einen Körper oder bestimmte Rollen, Zuschreibungen beschränkst. Wenn Du all das abstreifst und einen Sinn dafür hast, dass unsere Gedanken, Gefühle, Einstellungen, Rollen und so weiter sich eher dadurch auszeichnen, dass sie ständig wechseln, statt einen festen Kern (oder auch nur einen Klecks mit unscharfen Konturen) zu bilden, dann bist Du der Einstellung des spirituellen Ostens näher.

Sagst Du, dass Du in all dem Wechsel aber doch immer wiederkehre Elemente erkennbar sind, sich bestimmte Teile Deiner Persönlichkeit nie geändert haben und es wohl auch nicht werden, dann bist Du eher bei der westlichen Einstellung, die wir, da wir hier aufgewachsen sind, natürlich ungleich mehr integriert haben.
(Ist etwas holzschnittartig, da bspw. Kant eine Einstellung vertritt, die sagt, dass alles, was wir als 'echtes, realistisches Außen', also etwa Autos und Bäume wahrnehmen, letztlich nur etwas ist, was in unserem Bewusstsein auftaucht, aus dieser Einstellung ist dann irgendwann der Konstruktivismus entstanden und die offene Frage, inwieweit das was beobachtet eigentlich Teil der Welt ist oder verschieden davon, das erinnert an den spirituellen Osten, ohne ganz damit identisch zu sein.)

Schöne Frage, ich kann verstehen, warum Dich das umtreibt.

#4


Kruemel_68
Zitat von woko:
Ich habe Fragen, wer bin ich?
Was bin ich?

Diese Fragen kannst nur Du selbst beantworten, weil Dich hier niemand persönlich kennt.

In Deinem Profil steht, dass Du verheiratet bist, Kinder hast und Genesungsbegleiter bei der Caritas bist. Darin steckt doch schon mal einiges:

Du bist verheiratet. Also bist Du in der Lage in Gemeinschaft zu leben, Kompromisse einzugehen und für jemanden zu sorgen.

Du hast Kinder. Also bist Du in der Lage zu lieben, Dich zu sorgen und das Wohl anderer über Dein eigenes zu stellen.

Du bist Genesungsbegleiter bei der Caritas, also bist Du ein soziales Wesen, dass anderen hilf.

Ich finde, das sind doch schon mal einige Punkte, die Dich ausmachen. Ich würde Dir empfehlen, ein Tagebuch mit genau diesem Blickwinkel zu schreiben: Wer bin ich, welche Rollen habe ich, was macht mich aus? Und mit Tagebuch meine ich nicht hier digital im Forum, sondern real, ein mit der Hand geschriebenes Tagebuch. Wenn man mit der Hand schreibt, werden Dinge im Gehirn noch einmal ganz anders verarbeitet und verknüpft. Ich führe seit 2019 ein Therapietagebuch (mittlerweile bin ich im 6. Buch angekommen) und finde das unglaublich hilfreich. Am Anfang sind die Einträge steif und hölzern, weil es ungewohnt ist. Aber das wurde schnell besser und ich schrieb und schrieb und schrieb. Man kommt besser zu Einsichten, wenn man "schriftlich" über etwas nachdenkt als wenn man nur die Gedanken in einem Endloskreis im Kopf wälzt.

x 2 #5


Kruemel_68
Zitat von woko:
Ich hatte schon als Kind das Gefühl das Ich meinen Eltern nicht genüge.
Meine 3 Geschwister waren gewollt, ich bin nur passiert.

Du bist ein Mensch, der lebt und atmet und der - ungeachtet der Umstände, wie er auf diese Welt kam - das gleiche Recht hat, in dieser Welt zu sein, zu leben und zu atmen wie alle anderen Menschen. Auch das kannst Du noch ergänzen zu dem, wer oder was Du bist: ein Mensch wie alle anderen.

x 2 #6


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Dreh die Frage um, warum bist du so unzufrieden mit dir selbst?
Was könntest du tun, um diese Unzufriedenheit abzubauen und in ein Gleichgewicht zu kommen, dass dir ein erfülltes Leben ermöglicht?

Die Lösung liegt in dir und nur da kannst du sie finden und was dran ändern.

Ich bin auch so ein "Verkehrsunfall" und wenn schon passiert, dann wenigsten ein Mädchen und würde Viola heißen. Ja und man hat das schon mal gemerkt und erst viel später sich mal drüber ausgesprochen und gut ist.

Ist das ein Grund oder Ursache oder nur eine Ausrede, für dieses Unglücklichsein?

Bedeutet aber nicht, dass ich deswegen und trotz psychischer Probleme meinen Lebensweg nicht gefunden hätte und in Folge diese innere Zufriedenheit und damit auch die Lösung der psychischen Probleme erreichen konnte.

#7






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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