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Paule_

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Hallo,
hat jemand vielleicht mit etwas Ähnlichem zu tun? Ich weiß nicht wohin damit und was tun ...:-/
An einem Tag ohne Sport bin ich völlig neben der Spur, v.a. vormittags und nachmittags. Müde und im Kopf benebelt (Derealisation?)
Es lichtet sich erst immer beim Sport und generell abends. Das würde vielleicht auf eine Depression hindeuten vom Tagesverlauf vermute ich?
Es ist aber so, dass ich in diesem Zustand auch bin, wenn ich angenehme Dinge mache oder verabredet bin oder zb. sehr entspanntes Yoga mache und immer alles aufklart wenn ich mich körperlich richtig anstrenge.
Also den Antrieb, Sport zu machen oder Dinge anzugehen habe ich schon, es ist aber sehr anstrengend, dass nichts mehr ohne geht.
Ich habe einige Zeit sehr viel Ausdauersport gemacht, dabei ging es mir richtig gut. Nach einer Zeit fing es dann an, dass ich ohne bewegen nicht mehr "da" war im Kopf, habe daraufhin langsam das Pensum reduziert und es ist leider immer noch so.

Hat jemand vielleicht einen Rat oder mal Medikamente genommen in so einer Situation? Ich habe wenn ich in mich reinhorche das Gefühl, dass die Belastung erst dadurch entstanden ist und bin sicher nicht guter Laune deswegen; es fühlt sich nur irgendwie sehr körperlich an.

danke für jeden Rat!

10.09.2017 19:11 • 18.10.2017 #1


24 Antworten ↓


patriot

patriot

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Ich leide unter àngsten besonders morgens nach dem aufstehen. Ich gehe Regelmässig ins Fitness, danach ist es viel erträglicher! Auch gegen Abends bin ich besser drauf als morgens.

Sport lässt viele Endophine im Kopf ausschütten die wirken natürlich sehr gut gegen depressive Verstimmungen.
Aber wenn du darunter leidest würde ich doch mal einen Psychiater aufsuchen. Schliesslich kann man ja nicht 24 h / Tag
Sport machen.

12.09.2017 00:23 • #2


petrus57

petrus57

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Ich brauche auch meinen täglichen Auslauf. Der bringt mich immer ein bisschen runter.

Mir geht es Abends auch immer besser. Der Tag ist meist eine Qual. Ist wohl depressionsbedingt.

12.09.2017 06:05 • x 1 #3


Lina111

Lina111

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Hey also Müdigkeit und im Kopf benebelt ist nicht gleich Derealisation... ich kenne Derealisation und ich kenne Müdigkeit und benebelt im Kopf. Derealisation ist noch mal eine Nummer härter. Kann einfach sein ,dass du komplett erschöpft bist, bin ich trotz ausreichendem Schlaf momentan auch wieder.. ich habe Depression aber es kann auch eine andere Krankheit sein es kann auch einfach das Erschöpfungssyndrom sein es kann ja aber auch was körperliches sein ,dass Dir irgendein Stoff fehlt.. ja und wie Petrus sagt bei Sport werden ja Glückshormone freigesetzt ,das ist dann meist kein Wunder ,dass du dann wacher bist aber dass du eigentlich erschöpft bist zeigt er dass es dir ohne Sport nicht gut geht.. zu einer Depression gehört schon mehr wie nur Müdigkeit und erschöpft sein und zu Derealisation ja da kommt dir wirklich alles wie ein Traum vor und da würde dir auch keinen Sport helfen ich hatte das zwei Jahre am Stück und das ist echt eine Nummer härter wie das wenn man müde ist und benebelt ist.

Liebe Grüße

12.09.2017 07:18 • #4


petrus57

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Zitat von Lina111:
ich hatte das zwei Jahre am Stück und das ist echt eine Nummer härter wie das wenn man müde ist und benebelt ist.


Ich hatte das auch etliche Monate. Ist wirklich nicht schön. Scheint wohl von zu vielem Stress zu kommen.

12.09.2017 07:24 • #5


Paule_


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Danke für eure Antworten. Was nur komisch isst: in ruhigen Zeiten ohne Druck, mit gutem Schlaf usw. wird es immer schlimmer. Das, was andere Leute als erholsam empfinden, also zb. einfach mal ein ganzer Tag gemütlich zuhause und ohne Sport macht mich den ganzen Tag wie völlig weggetreten. Auch wenn das ein Tag mit lieben Menschen ist. Erschöpft werde ich erst durch Ausruhen! ich bin nicht irgendwie zittrig-nervös oder hyperaktiv, eher das Gegenteil. Alles fährt sofort runter bei Ruhe. und schlafe ganz gut.
Ja, bestimmt spielt da Angst eine Rolle, dass das so bleibt und eine gewisse Erwartung.

Aber es muss doch irgendetwas geben, was die ganzen Transmitter und die Endorphine ausbalanciert wie beim Sport ohne ständig in Bewegung zu sein? :-/ Medikamente habe ich zeitweise versucht und nicht vertragen, wurde noch müde und extrem in Watte gepackt, stand völlig neben mir...

Petrus, du schreibst du hattest das, gehts dir dahingehend besser, dass du wieder klar denken kannst?

12.09.2017 07:43 • #6


petrus57

petrus57

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Zitat von Paule_:
Petrus, du schreibst du hattest das, gehts dir dahingehend besser, dass du wieder klar denken kannst?


Das mit der Derealisation hat sich gebessert. Aber klar denken kann ich nur manchmal. Meist nur wenn ich nicht im Stressmodus bin. Ich schaffe es ja noch nicht mal mich länger als ein paar Minuten mit jemanden zu unterhalten.

12.09.2017 07:58 • #7


Lina111

Lina111

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Zitat von petrus57:

Ich hatte das auch etliche Monate. Ist wirklich nicht schön. Scheint wohl von zu vielem Stress zu kommen.



Ja genau ,mein Therapeut meinte ,mein Körper zwingt mich jetzt quasi runterzufahren.
ich soll das als was gutes Sehen als eine Art Schutzmechanismus sagt er mir damals..
Und ja es ist wirklich nicht schön sich nur wie in einem Traum vorzukommen kommen ich habe so oft deswegen geweint.. als mich dann aber mein Therapeut aufklärte konnte ich es besser akzeptieren und somit wurde es immer weniger und irgendwann verschwand es.. hat mir sogar ein Buch mitgegeben : Derealisation was ist das.

12.09.2017 08:45 • #8


Lina111

Lina111

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Zitat von Paule_:
Danke für eure Antworten. Was nur komisch isst: in ruhigen Zeiten ohne Druck, mit gutem Schlaf usw. wird es immer schlimmer. Das, was andere Leute als erholsam empfinden, also zb. einfach mal ein ganzer Tag gemütlich zuhause und ohne Sport macht mich den ganzen Tag wie völlig weggetreten. Auch wenn das ein Tag mit lieben Menschen ist. Erschöpft werde ich erst durch Ausruhen! ich bin nicht irgendwie zittrig-nervös oder hyperaktiv, eher das Gegenteil. Alles fährt sofort runter bei Ruhe. und schlafe ganz gut.
Ja, bestimmt spielt da Angst eine Rolle, dass das so bleibt und eine gewisse Erwartung.

Aber es muss doch irgendetwas geben, was die ganzen Transmitter und die Endorphine ausbalanciert wie beim Sport ohne ständig in Bewegung zu sein? :-/ Medikamente habe ich zeitweise versucht und nicht vertragen, wurde noch müde und extrem in Watte gepackt, stand völlig neben mir...

Petrus, du schreibst du hattest das, gehts dir dahingehend besser, dass du wieder klar denken kannst?



Ja dein Körper ist am Ende... und wenn du dann mal zu lässt dich etwas zu entspannen gibt deinen Körper die eine doppelte Entspannung.. das Gefühl ist eklig ich weiß aber es ist auch nicht wunderlich dass du das extrem hast wenn du dich entspannst oder nicht so körperlich und geistig gefordert bist..
Das ist eine doofe Situation und das geht auch nicht einfach weg weder durch Pillen weder durch noch irgendetwas.. Akzeptanz ist da ganz wichtig und ich weiß dass das Gefühl eklig ist.

Liebe Grüße

12.09.2017 08:48 • #9


Paule_


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Akzeptiert hab ich es in gewisser Weise, habe zb das Sportpensum schon weit runtergefahren und bestimmte Stressoren ausgeschaltet. Ich hatte gehofft, dass es sich dann irgendwie wieder eingependelt. Außerdem hilft extreme Kälte+Hitze. Allerdings schwierig in den Alltag einzubauen.
Hm, das macht ja nicht gerade Mut...
Hat euch dann letztlich die Therapie dabei am meisten geholfen?

12.09.2017 09:58 • #10


petrus57

petrus57

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Ich denke Therapien helfen genauso gut/schlecht wie Medikamente.

12.09.2017 10:03 • #11


Paule_


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Hat vielleicht noch jemand Tipps? Die "Skills", die manchmal beschrieben werden helfen gar nicht. ich würde gerne so einen Effekt wie den komplett klaren Kopf nach anstrengendem Sport oder Sauna+Eisbad zb nachahmen. Habt ihr das auch oder kennt dafür eine Option?
Körperlich fühle ich mich gesund und leistungsfähig, das ist wirklich "nur" (seufz) die totale Matschbirne und ein Leben wie unter der Käseglocke gefangen

13.09.2017 07:44 • #12


petrus57

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Zitat von Paule_:
Körperlich fühle ich mich gesund und leistungsfähig, das ist wirklich "nur" (seufz) die totale Matschbirne und ein Leben wie unter der Käseglocke gefangen


Kannst es ja mal mit Magnesium probieren. Soll manchem hier im Forum geholfen haben. Mir nicht.

13.09.2017 07:47 • #13


Paule_


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Leider nicht...

14.09.2017 07:33 • #14


Valerie

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Lieber Paule, mir klingt das nach einer PTBS, also posttraumatischen Belastungsstörung. Gibt es (frühe) Traumata bei dir? Bei sowas ist man immer irgendwie überaktiviert, das ganze System überlastet. Und man spürt das besonders stark, wenn man in Ruhe ist. Da ware auf jeden Fall Therapie angesagt, denke ich. Ich würde dir auch zu Familienaufstellungen raten. Da kann man ganz gut sehen, was für persönliche oder familiäre Traumata bei dir wirken. Schonmal von der Methode gehört? Falls nein, googel das mal, z. B. http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de/fa ... ufstellung oder https://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung. So oder so, mach dich auf den Weg! Ich wünsche dir viel Mut und Kraft, Valerie

14.09.2017 11:07 • #15


Paule_


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Das werde ich mir mal angucken, danke Valerie. Nein, ein traumatisches Ereignis gab es nicht. Ich habe nur schon immer dazu geneigt zu viel nachzudenken, eher grundlos. Zu einem Psychiater oder in eine Therapie kann ich gerade aus beruflichen/versicherungstechnischen Gründen nicht.
Was du erklärst, klingt plausibel. Ich habe nur eher das Gefühl, dass es andersheum ist: das System ist unteraktiv, ich muss es quasi mit dem Sport zwingen hochzufahren. Unwirklichkeitsgefühle, depressiv sein und weniger unter Leute gehen (außer wenn ich die Matschbirne vorher mit Sport vertrieben habe) hängt damit eng zusammen, keine Ahnung was Ursache und Wirkung ist :-/

14.09.2017 13:08 • #16


Lina111

Lina111

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Hey ,da gibt es leider nicht wirklich einen Tipp.
Dein Körper hat die Schnauze voll und deshalb macht er das jetzt und er macht es so lange wie er darauf Lust hat.
Da wird dir keine Therapie helfen, da werden dir keine Medikamente helfen.
Nicht für das Symptom wird es dir helfen.
Eine Therapie kann dir helfen, die Hintergründe zu erfahren und wie du am besten jetzt damit umgehst und was du anders machen kannst ,damit das, wenn das ausgeheilt ist ,nicht mehr vorkommt.
Du bist aber gerade nur damit beschäftigt ,dass du das unbedingt los haben willst, das ist aber der falsche Weg.Dein Körper will dir damit was sagen.Ich weiß, dass das Symptom total unangenehm ist, ich kenne es ja ,aber so wird das nichts. Das ist psychisch bedingt ,dafür gibt's nicht einfach mal eine Tablette ,die können nur ein bisschen unterstützen, aber heilen kannst nur du dich selbst.
Musste das Symptom zwei Jahre lang aushalten.. Ich war mitten in der Ausbildung und ich war gerade mal 18. Ich hätte mir da auch was schöneres vorstellen können ,aber erst als ich angefangen habe, es wirklich auch von Herzen zu akzeptieren (und nicht zu sagen ich habe es jetzt akzeptiert also gehe jetzt weg ),dann ging es auch langsam wieder weg.
Ich habe angefangen mein Leben zu ändern.. Zwar habe ich damals noch nicht alles begriffen ,was ich jetzt begriffen habe, denn sonst hätte ich nicht schon wieder eine Depression, aber von Herzen musst du diese Akzeptanz haben und nicht, weil du willst, dass es aufhört. Ich hoffe du verstehst was ich dir damit sagen will, ich weiß ,dass das Symptom ätzend ist, aber wenn du es nicht anfängst zu akzeptieren, geht es auch nicht weg.

Weißt du was ich bei dir rauslese ist ,dass du wohl ein Leistungsmensch bist..
Zu was zwingt dich das Symptom? Zur Ruhe!
War bei mir damals genauso.
Und jetzt solltest du dich vielleicht mal an fragen warum du denn so bist wie du bist.
Das habe ich damals in meiner Therapie alles erarbeitet und gemacht.
Da fängst du es mal an dich selbst richtig kennenzulernen und dann macht auf einmal alles Sinn.

Liebe Grüße

14.09.2017 16:51 • x 1 #17


Paule_


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Hm ja, da hast du etwas getroffen... ich weiß noch nicht genau wie ich nun damit umgehe und was das für mich bedeutet als Konsequenz.
Von Herzen akzeptieren nicht mehr richtig anwesend zu sein und dass so viel an mir vorbeizieht, das ist paradox. Das Alles zwingt mich zur Ruhe und die nehme ich mir mittlerweile auch. Wenn ich allerdings viel Zeit in Ruhe zuhause sitze, wird es eher alles schlimmer weil ich eigentlich so gerne wie "früher" Dinge unbeschwert mit meinen Freunden unternehmen würde oder auch ruhige Aktionen mit klarem Kopf mit ihnen (statt mich zum Sport verabreden). Oh je...

Heißt das, du nimmst wieder alles wahr, fühlst Emotionen, die auf´s und ab´s? Ich hoffe dir geht es bald wieder besser!

Liebe Grüße

14.09.2017 20:05 • x 1 #18


Lina111

Lina111

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Ja und ich kann das auch verstehen. ...
Das habe ich mir auch immer gewünscht ohne dieses Gefühl normal leben .. aber es kam wieder. Und es wird bei dir auch wieder kommen! Du musst viel Geduld haben und es wirklich akzeptieren. Ich war zwei Jahre lang beschwerdefrei komplett ohne Depression und Panikattacken ohne Derealisation.. Naja Dezember kam auf einmal wieder eine schwere Depression.. aber ich glaube das war einfach wieder weil ich wieder in alte Muster verfallen bin Leistung Leistung Leistung alles muss perfekt sein war irgendwann komplett unzufrieden mit mir und mit meinem Leben in meiner Beziehung hat es gekracht der Hochzeitsstress drei verwandte sind gestorben auch wenn es meine Oma und meine andere Opa und meine andere Uroma war trotzdem war das natürlich für mich auch nicht einfach.. ja und dann hat es Wieder ein Knall gegeben.. und diese Depression diesmal ist anders ich fühle ganz extrem.. fühle ganz extrem diese Traurigkeit das ist echt heftig es ist so als wenn mein Partner gestorben oder sonst wer der mir ganz ganz viel bedeutet dabei ist er in Wirklichkeit gar nichts passiert..

ich bin aber wieder auf dem Weg der Besserung ganz langsam die sextreme Gefühle gehen langsam weg ich kann auch wieder schlafen und schaffe es am Tag auch ab und an mal zu lachen fenn Freude konnte ich hier überhaupt nicht mehr empfinden..
Aber mein Verhalten zu ändern und um mein Leben ein bisschen zu ändern meine Muster zu erkennen die mich da immer wieder hin führen und so weiter und so fort dafür hat mir halt echt die Therapie geholfen wo ich auch immer noch mache..
Ich kann dir versprechen dass der Zustand in dem du dich gerade befindest wieder weggehen wird nur du musst wirklich Geduld haben.
Und an dir Arbeiten.

Liebe Grüße

16.09.2017 07:12 • #19


Paule_


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Hallo, ich habe noch ein bisschen gelesen und gesucht. Bei einigen scheint wohl Fluoxetin oder andere SSRI geholfen zu haben.
Fluoxetin soll antriebssteigernd sein. Mich hat das total weg gebombt oder noch dumpfer gemacht. Das verstehe ich nicht? Vergeht das irgendwann? Habe es jedenfalls schnell abgesetzt weil ich auch kein großer Freund von solchen Medikamenten bin. Ich denke aber, ein klarer Kopf ist die Voraussetzung um alles zu verarbeiten und angehen zu können. Jetzt abends zb. ist der kopf wieder völlig klar und ich bin ich selbst und erledige so meine Sachen. Ich hab gar nichts, was mich so sehr beschäftigt und vor dem diese Scheibe mich abschottet. Das würde ich sonst ja merken gerade.
Tagsüber bin ich dann immer wieder völlig matschig, das ist doch ätzend...

Also überlege ich, ob mir ein medikament helfen kann um tagsüber klar zu denken und dann alles auf die Reihe zu kriegen und damit gefühle da sind, mit denen ich mich dann beschäftigen kann. versteht ihr? habt ihr einen Tipp?

Kann es sein, dass das Symptom wie du es nennst, Lina, bei Traumata anders ist als bei einem permanten Unwirklichkeitsgefühl aus welchem grund auch immer?

21.09.2017 20:08 • #20




Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser

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