1

Hallo zusammen,

ich muss mich heute nochmals an euch wenden, weil ich langsam echt verzweifel. Die Panikattacken habe ich so gut wie garnicht mehr, aber dafür eine Art Derealisation und ich weiß nicht warum.. Das komische ist, es tritt in Momenten auf wo ich überhaupt nicht verstehen kann.. Heute ist ein gutes Beispiel, ich bin in meiner Mittagspause eine Runde spazieren gegangen und danach fing es an, wie Wolken im Kopf, Gefühlskalt bzw. überhaupt kein empfinden. Konnte mich kaum auf die Arbeit konzentrieren.. auch jetzt, stunden später habe ich noch ein komisches unwirkliches Gefühl..Ich könnte gerade keine Entscheidungen treffen, auch freue ich mich über nichts. Mir ist aufgefallen dass ich es immer verstärkt dann habe, wenn ich spazieren gehe.. Letztens am Abend auch, da bin ich mit meinem Freund eine Runde gegangen und danach hatte ich so ein elendiges Gefühl. Eine Art Schwankschwindel und ich weiß nicht warum.
Kennt das jemand? Man sagt ja immer - lenk dich ab, treibe Sport etc.. aber wenn es davon dann kommt? Obwohl es mit Sport nichts zu tun haben kann, denn nach dem Fitness habe ich es auch nicht. Und dann in den Momenten denke ich, nie wieder mein Leben zurückzubekommen.. könnte grundlos einfach heulen und verstehe es einfach nicht. Verstehe nicht warum ich unzufrieden bin, wo ich doch im Leben das akutell habe was ich immer wollte.
Am Freitag fliege ich mit meinem Freund nach Paris - freuen kann ich mich nicht. Ich möchte mich aber wieder freuen können und weiß nicht wie.

Naja, es wäre schön wenn mir jemand erzählen könnte ob es ihm ähnlich geht. Was es sein könnte etc.?
Vom Arzt durchgecheckt bin ich worden, auch vom Neurologen - also nix körperliches. Können es evtl die Hormone sein?

Danke Euch!

10.01.2018 18:54 • 17.01.2018 #1


3 Antworten ↓


Diese Derealisation tritt ja oft bei einer Angsterkrankung auf. Ich selber hatte/habe es sehr lange gehabt. Dass mit dem "nicht fühlen" hatte ich bishe nicht in der Form. Das hört sich wie nen Symptom bei einer Depression an.Auch dein Schwankgefühl tritt bei Ängsten auf. Hast du schon mal eine Therapie gemacht? Mache bitte nicht den Fehler und gehe nicht raus dann kann ich aus eigener Erfahrung sagen dass das Gefühl der Unwirklichkeit stärker werden. Du musst dich dieser Situation stellen. Ich weiß leichter gesagt als getan

11.01.2018 07:49 • x 1 #2


Ja, ich war in Therapie über ein Jahr. Aber ich bin "austherapiert" laut meinem Therpeuten. Er meinte den Rest muss jetzt das Gehirn im "normalen Verfahren" akzeptieren und heilen.
Natürlich habe ich mich in dem Moment gefreut als er es gesagt hat.. ich muss sagen im Vergleich zu vorher ist es wirklich viel besser geworden.
Aber momentan ist es wieder enorm, nicht nur die Derealisation auch dieses niedergeschlagen sein und das ohne Grund. Ich stehe in der früh auf und bin unzufrieden obwohl es nichts gibt das mich unzufrieden machen könnte.. klingt finde ich auch nach Depression.. aber das es so arg ist. Was kann ich denn tun das es besser wird? Hat jemand Tipps?

11.01.2018 10:18 • #3


Hallo luna

Für mich stimmt die Aussage "austherapiert" von deinem Therapeuten nicht. Es ärgert mich sogar. Möglicherweise warst Du zu diesem Zeitpunkt in einer stabilen Verfassung und er dachte Du hättest jetzt genügend Ressourcen um in instabilen Phasen alleine klar zukommen. Oder aber er war nicht kompetet genug. Aber austherapiert?! Vielleicht war es auch nicht die richtige Therapie Form für dich, da gibt es ja unterschiedliche Methoden. Ich bin keine Fachperson deshalb möchte ich mich zurückhaltend formulieren. Deine momentane Beschreibung hört sich für mich nach einer Depression an. Ich würde dir dringend raten, dass Du dich nochmals an eine Fachperson wendest.

Vielleicht hast Du aktuell alles im Leben was Du immer wolltest, aber vielleicht gibt es doch Dinge die jetzt nicht mehr dem entsprechen oder einfach nicht mehr passend sind z.B Job, Freund, Wohnort etc. Der Mensch ist gut drin im sich etwas vormachen. Ich möchte dir hiermit nichts unterstellen, möglicherweise stimmt wirklich alles für dich aber ich denke es lohnt sich wirklich jeden Bereich mal gründlich zu evaluieren. Das kannst Du für dich alleine tun oder in einer Therapie oder beides. Falls dir plötzlich etwas auffällt z.B deine Arbeit macht dich nicht zufrieden, dann solltest Du auch keine kurzschluss Reaktion tätigen ->also kündigen. Sondern dir dann Zeit lassen um zu spüren was es genau ist und ob sich in der bestehenden Situation auch Lösungen anbieten.

Das Derealisationsgefühl und alles andere kenne ich leider sehr gut. Auch bei mir tritt das meistens scheinbar "einfach" so auf z.B wenn ich am Morgen das Haus verlasse und die Vögel zwitschern oder ich in der Küche den Abwasch mache usw. Es ist ein absolut unangenehmes Gefühl. Leider kann ich dir hier keine Lösung bieten aber was ich für mich heraus gefunden habe ist, dass ich meine Gedanken weg leiten muss z.B ich denke; meine Umwelt fühlt und hört sich komisch an (die Vögel) und ich werde bestimmt verrückt oder irgendetwas stimmt nicht mit mir alles erscheint mir surreal, dann versuche ich über anderes belangloses nachzudenken oder suche eine schöne Erinnerung. Einfach den Fokus auf was anderes legen. Einfacher gesagt als getan, ich weiss. Mir hat eine kognitive Verhaltenstherapie sehr geholfen mit meiner Angsterkrankung klar zu kommen. Meistens:)

17.01.2018 20:59 • #4





Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser