1

Hallo leute,

Leide seit paar Monaten an Derealisation. Angefangen hat es mit einer panikattacke. Daraufhin kamen Angstzustände und derealisation! Leidet oder hat jmd unter euch auch an derealisation gelitten? Wenn ja, wie lange hat es gedauert und was habt ihr dagegen getan? Bitte keine kommentare wie ich leide schon seit jahren daran denn das macht mir dann seeeehr angst und nimmt meine ganze hoffnung..

30.06.2018 11:19 • 01.07.2018 #1


14 Antworten ↓


Ich kenne derealisationszustände
Ist Sie denn begleitet von einer Depression oder nur begleitet von der Angst?
Ich kann dir da nur Mut machen, wenn der Auslöser für die Derealisation behandelt wird oder sich bessert.
Dann bessert sich die Derealisation =)

30.06.2018 20:37 • #2


Deprression habe ich nur, wenn es mir schleht geht. Also wenn die derealisation so stark ist an manchen tagen. Oder wenn ich zu müde bin.. mehr Angstzustände.

Eins kann ich sagen. Habe gestern nacht 50mg 5htp tablette zu mir genommen. Und heute gings mir so gut, wie seit monaten nicht mehr! Werde gleich vorm schlafen gehen noch eine nehmen..

30.06.2018 21:03 • #3


Bist du denn in Therapie? Ich kenn diese 50mg 5 http Tabletten nicht was ist das?
Das ist doch super wenn die Tabletten helfen! Es gibt auch pflanzliche Mittel gegen Angst: Baldrian Lassea.
Also ich denke wenn sich deine Angst bessert sollte sich die Derealisation auch bessern. Machst du denn Therapie?
Oder mit was für Ängste hast du denn zu tun? Natürlich nur wenn du das erzählen möchtest =)

30.06.2018 21:14 • #4


Ja, ich mache zurzeit eine psychotherapie. Meine ängste sind verschieden. Eigtl so ziemlich viel. Am meisten krankheitsangst.. mein panikattacke hat Ende april angefangen. Es war eine woche mit sehr wenig schlaf.. eine nacht kam einfach eine panikattacke von nichts. Wurde ins krankenhaus eingeliefert und musste 1 woche dort bleiben. Gefunden wurde nichts.. ausser borrelien igm positiv was aber im bestätigungstest( blot) wieder negativ war.. seitdem bin ich bei einer psychaterin in behandlung.. habe abgelehnt, Antidepressiva zu nehmen. Stattdesen habe ich gestern mit 5-htp tabletten angefangen. 5-htp ist eine aminosäure. Eine vorstufe von serotonin. Es ist ein körperbekanntes stoff. Im körper wird l-tryptophan zu 5-htp umgewandelt und 5-htp zu serotonin. Erkundige dich mal. Obwohl ich eine seeehr niedrige dosis gestern zu mir genommen habe.. geschlafen habe ich wie ein baby und war topfit und fröhlich heute. Nahezu keine derealisation.. natürlich möchte ich jetzt keine werbung machen. Bei manchen tut sich auch nichts..

30.06.2018 21:46 • #5


Joa solang es hilft ist doch super =) Welche Therapieform ist das denn wenn ich fragen darf?
Aber um zu deiner Anfangsfrage zurück zu kommen kann dich da nur beruhigen,
die Derealisationsgefühle gehen zurück bzw verschwinden ganz wenn die Ursache also in deinem Fall die Angst behandelt ist...

30.06.2018 22:40 • #6


Welche formen gibt es denn eigtl? Also in der therapie läuft es so.. ich erzähle am meisten von meiner vergangenheit und von meinen problemen.. gesprächstherapie halt..

30.06.2018 23:52 • #7


Es gibt von den Krankenkassen nur 3 anerkannte Psychotherapieformen:
Psychoanalyse - Die klassische Couch nach S. Freud (3-4x die Woche)
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie - Sowas wie der kleine Bruder der Psychoanalyse (1-2x die Woche)
Verhaltenstherapie - Positives Denken, Umstrukturierung des Verhaltens (1-2 x die Woche)

Hört sich bei dir nach tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie an. Ist eine gute Therapiemethode bei der man seinen Ängsten auf den Grund gehen kann und sie in ihrer Wurzel lösen kann.
Aber dann bist du ja in guten Händen!
Wünsche dir viel Erfolg dabei! Und das sich das mit der Derealisation schnell bessert ich kenne das nur zu gut!
Sind ganz ekelhafte Empfindungen kann man gar nicht beschreiben muss man erlebt haben
Man fühlt sich wie in einer unrealen Welt nur dass man weiß das es real ist - boah mich schüttelts wenn ich nur dran denke
Hatte mal ne ganz starke Phase mit sogar Stimmenverzerrungen, wo ich das gefühl hatte das mir bekannte Stimmen und Gesichter fremd sind.
Ganz ekelhaft aber bei mir ließ das nach 2-3 max. 4 Monaten nach =)
Also nur Mut und nicht verzagen

01.07.2018 00:00 • #8


Viele raten bei panik/angststörung eher zu einem verhaltenstherapie? Das sorgt mich ein bisschen

01.07.2018 10:39 • #9


Ja das ist richtig Verhaltenstherapie wird zur Zeit sehr hochgeschrieben! Weil sie günstiger ist, sie kommt mit weniger Stunden aus!
Bloß meiner Meinung nach kann eine Verhaltenstherapie bei tiefsitzenden Ängsten, diese nicht lösen. Eher kann sie helfen besser
damit umzugehen. Mal angenommen ich habe Angst vor einer bestimmten Sache, deren Auslöser in der Kindheit liegt.
Wie will die Verhaltenstherapie solche Ängste lösen wenn man nie an den Kern der Problematik kommt?
Also wenn ein Fahrzeug von innen rostet kann ich die Oberfläche lackieren ja, aber den Rostauslöser werde ich damit nie lösen!
Klar mit Sicherheit hilft sie manchen Menschen ganz gut, aber so unterschiedlich wie alle Menschen sind so unterschiedlich ist
die Therapieform die einem hilft. Also ich meine wenn die Therapie dich wirklich nicht weiterbringt kann man ja immer noch eine
Verhaltenstherapie machen...

01.07.2018 10:45 • #10


Schlaflose
Zitat von colalime:
Ja das ist richtig Verhaltenstherapie wird zur Zeit sehr hochgeschrieben! Weil sie günstiger ist, sie kommt mit weniger Stunden aus!
Bloß meiner Meinung nach kann eine Verhaltenstherapie bei tiefsitzenden Ängsten, diese nicht lösen.


Eine Verhaltenstherapie ist aber meistens eine Mischung zwischen Gesprächstherapie und Verhaltenstherapie. Es wird sehr wohl versucht, die tieferliegenden Ursachen herauszufinden und gleichzeitig durch Konfrontation die Ängste zu anzugehen.

01.07.2018 11:48 • #11


Hallo Ihr Lieben!

Falls es jemand gelesen haben sollte: Ich stecke gerade in einer tiefen Krise, weil ein paar Schicksalsschläge eingetreten sind.

Ich hatte bzw. habe Agoraphobie mit Panikstörungen. Es ist jetzt ca. 15 Jahre her, wo ich mit einer Verhaltenstherapie begann. Mit der ersten Therapeutin klappte es nicht so recht - der Zugang fehlte. Kurze Zeit später bekam ich bei einer anderen Therapeutin einen Termin und die Arbeit begann. Bei mir war die Agoraphobie wirklich sehr stark ausgeprägt - ich kam anfangs nicht einmal bis zum Briefkasten raus. Warum und wieso das so war?! Das habe ich irgendwann aufgehört zu fragen, sondern habe mich strikt an die Übungen gehalten, zu denen mir die Therapeutin riet. Es war wirklich Schwerstarbeit!

Ich konnte aber nach ca. einem Jahr wieder meine ganz normale Arbeit aufnehmen, bin von A nach B gekommen - Panikattacken waren nicht mehr angsteinflößend, obwohl sie nach wie vor manchmal auftreten. Später habe ich dann meinen Arbeitgeber gewechselt, musste sogar für eine gewisse Zeit im Ausland ein Projekt betreuen und ich bin mir sicher, dass mein damaliger Arbeitgeber nicht im entferntesten davon ausgehen musste, dass ich eigentlich eine Angstpatientin war.

Es wird immer in mir drinnen sein! Aber ich stehe voll und ganz hinter einer Verhaltenstherapie. Mir hat damals kein einziges Medikament geholfen. Erst diese Therapieform brachte mich nach und nach wieder ins "normale" Leben zurück. Was aber nicht heißen soll, dass es für jeden Menschen das Richtige ist. Mir hat es geholfen. Ich denke aber, dass das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut stimmen muss, sonst kann man sich auf das alles nicht einlassen. Und es war echt eine schwere Zeit mit vielen Rückschlägen.

Liebe Grüße
Annie

01.07.2018 14:37 • x 1 #12


Zitat von Schlaflose:
Eine Verhaltenstherapie ist aber meistens eine Mischung zwischen Gesprächstherapie und Verhaltenstherapie. Es wird sehr wohl versucht, die tieferliegenden Ursachen herauszufinden und gleichzeitig durch Konfrontation die Ängste zu anzugehen.

Ja dann ist das auf jeden Fall wirksam, weil ich denke man kann Ängste nur überwinden wenn man sie richtig versteht und dann überwindet. Aber wenn die Verhaltenstherapie da auch eine Ursachenforschung betreibt dann kann das mit Sicherheit sehr hilfreich sein =)
Zitat von Ann-Christina:
Erst diese Therapieform brachte mich nach und nach wieder ins "normale" Leben zurück.

Na das ist ja echt super! Ich denke auch, dass jedem Menschen so unterschiedlich wie man ist die unterschiedlichen Therapieformen einfach unterschiedlich wirken. Der eine kann gar nix mit Verhaltenstherapie anfangen der andere nichts mit tiefenpsychologie! Das gilt es einfach rauszufinden...

Zitat von Ann-Christina:
Ich denke aber, dass das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut stimmen muss, sonst kann man sich auf das alles nicht einlassen.

Das is willkommen richtig... neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass primär die Beziehung zum Therapeuten ausschlagebend ist und nicht die Therapieform. Der Therapeut muss Beziehungsfähig sein und eine gewisse Sympathie, dass nennt man auch Passung muss zwischen Therapeut und Patient gegeben sein...

01.07.2018 18:45 • #13


Hallo Colalime!

Es gibt nicht DIE Therapie, die für jeden richtig ist und für jeden funktioniert. Mein erster Versuch bezüglich Verhaltenstherapie ist kläglich gescheitert. Mir wäre es egal gewesen, ob es ein männlicher oder weiblicher Therapeut ist - aber mit der ersten Therapeutin und mir, da funktionierte es nicht und hat mich eher noch mehr nach unten gezogen. Vor allem, weil die Frau immer wieder betonte "Nein, finden Sie sich damit ab, dass Sie das immer mit sich tragen werden". Fand ich total demotivierend. Mag ja Recht gehabt haben, ist auch so, dass es immer ein Thema geblieben ist, aber das zu Anfang einer Therapie zu sagen - Hat mich runtergezogen.

Dann gabs auch mal ein Vorstellungsgespräch in einer Tagesklinik. Ist für viele Patienten bestimmt ein guter Ansatz. Mir wurde gesagt, dass einige Wege gemeinsam gegangen und erübt werden. Ich ließ mich dorthin fahren - die Fahrt war schon anstrengend ohne Ende - ich mit Panikattacke da rein und mein erster Blick fiel auf die Tür der Ärztin: keine Klinke von innen - wie soll ich da raus kommen! Aus meiner Agoraphobie wurden zig tausend Ängste und es hätte nicht viel gefehlt, dass ich durch ein Fenster getürmt wäre.

Citalopram war damals (glaube ich) noch ziemlich neu. Ich hab das Zeug wie Drops inhaliert, aber vor die Tür bin ich trotzdem nicht gegangen.

Erst die nächste Therapeutin strahlte für mich etwas wie Vertrauen aus. Ich musste nur ein einziges Mal zu ihr gefahren werden, danach war ich schon so weit, dass ich selber zu ihr hinkam. Zwar mit totaler Anstrengung und ich bekam als erstes immer einen Tee von ihr gekocht, damit ich wieder runter kam, aber es klappte und ich freute mich beinahe schon auf die Termine. Und wenn es mal überhaupt nicht ging, dann gabs halt einen Telefontermin. Fand ich gut! Aber Hausaufgaben hatte ich für jeden Tag. Niemals etwas, was man nicht hätte erledigen können, aber jedesmal mit seelischer Anstrengung verbunden. Step by Step! Und ich musste "Beweise" für meine Hausaufgaben beibringen. Zum Beispiel zum Blumenladen in den nächsten Ort fahren, eine Pflanze kaufen und den Beleg vorlegen. Oder Handyfotos - war damals nicht einfach, wenn sich noch jemand an die Handys vor rund 15 Jahren erinnern kann. Hätte man auch bestimmt hinbekommen, dass das jemand anderes erledigt, aber damit hätte ich mich ja nur selbst betrogen. Ich wusste ja, dass ich wieder "frei" sein wollte und nichts anderes.

Ich will ja auch nicht sagen, dass ich es komplett los geworden bin. Panikattacken gibt es heute noch genug. Aber ich habe gelernt, damit etwas entspannter umzugehen und nicht in Schockstarre, Herzrasen bis zum tatsächlichen Umkippen und ähnlichem zu verfallen. Aber auch ich ertappe mich immer wieder, wie ich in eine Vermeidungshaltung falle - vor allem jetzt, wo ich Probleme, wie Mutter im Wachkoma nach Schlaganfall, urplötzlicher Verlust der Arbeit, Existenzängste ohne Ende .... habe. Komisch ist nur, dass die Agoraphobie, die echt heftig war, im Moment überhaupt nicht da ist. Ich gucke mir Pflegeheime an, muss vieles regeln, schreibe Bewerbungen (habe nächsten Dienstag sogar ein Vorstellungsgespräch), versuche ein neues bezahlbares Zuhause für meine Pferde/Hunde/meine 21-Jährige Uraltkatze und mich zu finden und über eine Pflege in unserem "Noch"-Haus, was sogar behindertengerecht ist, denke ich auch nach. Ich bin verzweifelt, habe mir selber über einen ambulanten Dienst Hilfe geholt (weitere Familie gibt es nicht), aber Agoraphobie ist zur Zeit überhaupt kein Thema und die paar wenigen Panikattacken, die ich in den letzten Wochen hatte, die sind eigentlich nicht mal das Wort Panikattacke Wert. Eher so Anflüge von Panik, die sofort wieder weg waren.

Ich habe bestimmt nicht die Weisheit gepachtet! Nur mir hat die Verhaltenstherapie geholfen.

Liebe Grüße
Annie

01.07.2018 20:47 • #14


Zitat von Ann-Christina:
"Nein, finden Sie sich damit ab, dass Sie das immer mit sich tragen werden". Fand ich total demotivierend.

Finde ich auch total unangebracht und demotivierend!
Und es tut mir Leid für dich das du grad so eine harte Zeit durchmachst =(
Zitat von Ann-Christina:
Ich will ja auch nicht sagen, dass ich es komplett los geworden bin. Panikattacken gibt es heute noch genug. Aber ich habe gelernt, damit etwas entspannter umzugehen und nicht in Schockstarre, Herzrasen bis zum tatsächlichen Umkippen und ähnlichem zu verfallen

Aber das beschreibt auch genau das was ich meinte, dass die Verhaltenstherapie einem eher beibringt besser damit umzugehen anstatt die Angst vollständig zu lösen! Weil sie eben nicht an der Wurzel arbeitet, sie zupft das wachsende Unkraut heraus aber nicht die eigtl. Wurzel die Probleme macht.
Und an der Stelle setzt die Tiefenpsychologie an sie sucht die Wurzel um diese dann zu entfernen und dann hat man die Möglichkeit da was neues einzupflanzen!
Aber ist ja trotzdem echt toll wenn du so von einer VT profitiert hast und damit gut zu Recht kommst!
Wünsche dir viel Kraft in dieser harten Zeit...
PS: ist ja echt erstaunlich das du eine 21 järhige Katze hast ist die unsterblich?

01.07.2018 21:06 • #15




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Christina Wiesemann