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Hey,
ich muss mir mal alles von der Seele schreiben, vielleicht hat ja irgendwer einen Rat.
Ich habe mittlerweile seit über einem Jahrzehnt, wenn ich so drüber nachdenke, sind es fast zwei Jahrzehnte, große Probleme mit Ängsten, Zwängen und Depressionen. Habe viele Therapien hinter mir, sowohl stationär als ambulant. Manche Probleme gingen, neue kamen hinzu. Habe das Gefühl sobald ich ein Problem "besiegt" habe, kommt kurz darauf ein neues. Ich habe einfach keine Kraft mehr. Aktuell bin ich auch in Therapie.

Die letzten Jahre ging alles noch mehr den Bach hinunter. Ich habe mich von meinem Partner getrennt und bin seit dem komplett alleine. Ab und an besuche ich meine Eltern (ehrlich gesagt aber auch nur um nicht komplett den Verstand zu verlieren, die Beziehung zu meinen Eltern ist auch mehr als problematisch). Ansonsten habe ich wirklich niemanden mit dem ich reden kann (Therapeut mal ausgenommen) und dabei bin ich eigentlich eine Person die sehr viel und gerne redet. Ich ziehe mich allgemein immer mehr zurück, auch bei der Arbeit rede ich mit niemandem, außer Hallo und Tschüss. Ich habe an nichts Spaß. Ich hab immer das Gefühl nichts geht. Wenn ich irgendetwas ändern möchte, gibt es immer einen Grund warum das nicht geht. Habe das Gefühl ich werde manipuliert, von dem Leben, von mir selber?

Ich habe das Gefühl ich stehe wie auf so einem Seil zwischen normalem Leben und dem totalen Abgrund. Ich probiere dieses normale Leben zu führen, meine Wohnung ist sauber und ordentlich, ich probiere den Schein zu wahren, probiere mich gesund zu ernähren, mich um mich zu kümmern und nach außen hin alles einigermaßen im Griff zu haben. Aber das Seil auf dem ich stehe ist absolut dünn und kurz vor dem Reißen. Ich denke ab und an an Selbstmord. Könnte es aber nie tun. Habe zu viel Angst vor dem Tod. Ich habe das Gefühl es ist aussichtslos. Es wird sich nichts ändern, und ich bin wahrscheinlich selber schuld.

Mein ganzer Tag besteht daraus, dass ich mich selbst kontrolliere. Immer die Kontrolle über alles haben. Ich habe Angst vor Keimen, habe die letzten zwei Monate probiert mir das Desinfizieren abzugewöhnen, weil ich dachte, wenn ich das schaffe, dann schaffe ich auch noch mehr. Es war ein Kampf, aber mittlerweile habe ich es geschafft. Geht es mir besser? Nein, null. Trotzdem wasche ich mir noch ständig meine Hände, trotzdem könnte ich mein Essen nie mit meinen Händen anfassen. Und das ist ein Problem von vielen. Ich habe das Gefühl ich stehe vor einem Berg und schaffe es manchmal ein kleines Stück rauf, aber dann wird der Berg auf einmal noch größer und ich komme trotz Fortschritten dem Ziel "normales, zufriedenes Leben" nicht näher.
Ich war in gewisser Weise ein wenig Tablettenabhängig, mehr psychisch, als körperlich. Auch das probiere ich derzeit zu bekämpfen, habe seit einem Monat nichts mehr genommen, aber was bringt es? Außer dass ich das einzige Hochgefühl was ich noch hatte, nun auch nicht mehr habe.

Ich quäle mich Tag für Tag durch den Tag, warte darauf, dass ich schlafen kann, ein paar Stunden nichts mehr merke, damit ich mich danach wieder durch den nächsten Tag quälen kann.
Habe das Gefühl ich hab mich selbst verloren, weiß nicht mehr wer ich bin.
In eine Klinik möchte ich zu der jetzigen Zeit natürlich auch ungern.
Habe das Gefühl ich habe meine ganzen letzten Jahre verschwendet.

Trigger

Ich hab mich seit Jahren nicht mehr selbstverletzt, aber ich muss echt sagen ich habe so ein Bedürfnis danach, ich kann wirklich gar nicht mehr.


Achso und Antidepressiva habe ich auch schon diverse genommen über Jahre, hat nie was gebracht.
Sorry für den langen Text, der an Selbstmitleid wahrscheinlich nicht zu übertreffen ist.

09.04.2021 21:05 • 15.06.2021 x 3 #1


20 Antworten ↓


portugal


Also, ich habe auch seit ueber 20 Jahren Depressionen, die entweder voll reinhauen oder alles ist gut.

ABER: ADs setze ich nicht mehr ab, meine Aerztin hat gebeten, die weiterhin in der niedrigsten Dosierung zu nehmen. Ich hab es vor 3 Jahren versucht ohne aber da rutschte ich wieder ab.

Ich denke, Du hast noch an Deiner Trennung zu knabbern.

Versuch es mal so zu sehen: alles was Dir Dein Ex nicht gegeben hat, das kannst Du in einer neuen Liebe finden, und so ist es auch. Spreche aus Erfahrung.

09.04.2021 21:14 • x 1 #2



Depression und Ängste bringen mich ans Ende meiner Kräfte

x 3


Danke für deine Antwort @portugal. Allerdings habe ich mich von meinem Ex getrennt und hänge nicht mehr an ihm, das Problem ist nur eben, dass ich seit dem überhaupt gar keine Kontakte mehr habe, sonst hätte ich ihn wahrscheinlich gar nicht erwähnt.

09.04.2021 21:17 • x 1 #3


cube_melon
Hallo Vivix,

20 Jahre mehr oder weniger Symtome zu haben und das Gefühl das sich das immer wieder neue Feinbilder sucht, kann einen an seine Grenzen bringen.

Das Leben manipuliert einen nicht. Es geht einfach seinen Weg. Das Unterbewusstsein, damit meine ich auch innere Anteile, können einen unterbewusst in eine Richung im Leben lenken. Einen manipulieren, eine Rolle aufsetzen, sich selbst prophezeien. Die eigenen ´bewussten Entscheidungen basieren nun halt einmal auf der Erfahrung vergangener Zeit. Und wenn das ein Bedürfnis unbefriedigt ist, ein Mangel war oder Überforderung, Trauma, Introjekt, dann kann das Unterbewusstsein gerne mal mehr Regie haben als uns bewusst oder lieb ist.

Menschen mit Angstsymptomen aller Art neigen dazu verstärkt eine Struktur zu benötigen, bzw. ein Stück weit durchstrukturiertes und angepasstes Leben ist erforderlich um im Gleichgewicht zu bleiben und somit auch Lebensqualität zu haben.

SVV kann verschiedene Gründe haben. Einer davon ist einen inneren Stresspegel abzubauen, ein anderer überhaupt etwas spüren zu können/aus dem abgeschalteten Zustand zu kommen.

Das alles kann schon eine Herausforderung sein. Das alleine zu gehen ist schwerer, als wenn man jemanden hat der einen in die Realität und Gleichgewicht bringt, wenn man es selbst gerade nicht hinbekommt.

09.04.2021 21:26 • x 6 #4


Ranibo
Ich weiß nicht was ich dir da groß schreiben soll, außer "Halte durch" und "Ich wünsche dir nur das beste".

Es ist ein schwerer, steiniger und anstrengender Weg sich aus diesem Teufelskreis und Sumpf zu befreien. Jeden Tag aufs neue diese Kraft aufzuwenden um den nächsten Schritt Richtung Gipfel zu machen. Aber auch wenn du oftmals das Gefühl hast, das dir die Kraft ausgeht um den nächsten Schritt zu gehen, denke daran das dich trotzdem jeder dieser Schritte stärker macht.

Du hast es geschafft nicht mehr andauernd deine Hände zu desinfizieren. Ein Schritt Richtung Gipfel, ein Erfolg auf deinem Weg, ein Beweis deiner Willensstärke..
Auch wenn du das Gefühl hast, deinem Ziel nicht näher gekommen zu sein, so ist es dennoch ein Nachweis das du vorran kommst, dass du etwas bewirkst. Gehe den nächsten Schritt, mach weiter, bleib dran. Ein Problem nach dem anderen. Immer weiter.

Ich wünsche dir wirklich das beste. Gib nicht auf. Bleib am Ball, Nimm weiterhin professionelle Hilfe in anspruch.

Liebe Grüße

09.04.2021 21:28 • x 5 #5


Danke für die weiteren Antworten.
Manchmal denke ich mir, bezogen auf das Beispiel mit dem Seil und dem Abgrund, es wäre am besten in den Abgrund zu stürzen, da sich dann vielleicht etwas ändern würde, wenn ich so richtig am Boden wäre. Da ich es aber immer schaffe mit einem Fuß weiterhin in diesem normalen Leben zu stehen, ändert sich nichts und jeder Tag bleibt gleich. Ich sitze in meiner Wohnung, gehe zur Arbeit und leide. Wenn ich abstürzen würde, wäre das nicht mehr möglich, vielleicht würde ich dann in die Psychiatrie kommen, vielleicht würde es irgendwas ändern.
Ich denke dabei immer an eine Situation vor Jahren, als ich meinen Führerschein gemacht habe. Ich habe mich ewig nicht getraut alleine zu fahren, immer nur mit meinem Vater. Dann hatten wir irgendwann einen großen Streit, so dass es danach nicht mehr möglich war mit ihm zu fahren, kam also nicht drum herum mich alleine ins Auto zu setzen und zu fahren. Seit dem ist das Autofahren die einzige Tätigkeit die mir ein wenig Spaß bringt. Wäre es nicht zu diesem Streit gekommen, hätte ich mich vielleicht nie getraut alleine zu fahren, wer weiß. Und so fühlt sich die Situation gerade auch an. Vielleicht müsste ich erst so richtig abstürzen, damit sich grundlegend was ändert.
Andererseits hab ich auch keine große Hoffnung mehr. Ich habe geschrieben, dass ich seit fast zwei Jahrzehnten an den psychischen Problemen leide. Das Traurige daran ist, dass ich gerade mal Mitte 20 bin. Ich kenne es nicht ohne. Mein Tag bestand schon als 8 jähriges Mädchen zum Teil aus Zwängen und Ängsten.
Oft trauere ich der Kindheit nach, bevor das alles anfing. Seitdem war ich nie wieder unbeschwert.

Das mit der Struktur stimmt, die ist bei mir auch sehr wichtig, probiere den Tag immer zu planen, habe ich keinen Plan für den Tag (Wochenende, Urlaub) gehts mir stimmungsmäßig noch schlechter.

10.04.2021 07:54 • x 1 #6


moo
Hallo Vivix,

kannst Du Dich noch erinnern, welche Umstände Deine psychischen Probleme erstmals ausgelöst haben? Wurde das in den Therapien behandelt?

Ich finde gerade Dein Bild mit der Drahtseilsituation und die Erwägungen bzgl. der Notwendigkeit des "Absturzes" nachvollziehbar.
Was könntest Du Dir "real" als Folge eines Psychatrieaufenthaltes vorstellen?

Bei uns Suchtpatienten (etwas ähnlich wie bei Zwängen) muss es irgendwann "Klick" machen, wenn eine echte Veränderung vollzogen werden soll. So m. E. auch bei Zwängen: Das Klick erscheint oft erst am "individuellen Tiefpunkt", aber (!) nicht immer.
Ich glaube, irgendwo hast Du eine Ahnung, wo genau "Dein" Haken ist. Wenn Du magst, können wir alle hier gemeinsam versuchen, ihn zu finden und zu benennen.

10.04.2021 09:39 • x 1 #7


Ranibo
Wenn du komplett abstürtzen würdest, würde sich bestimmt was ändern. Es ist nur die Frage ob du damit glücklicher werden würdest. Ein persöhnlicher Tiefpunkt kann oft einen Schalter in deinem Kopf umlegen. Ob dieser Schalter aber zu einer positiven Entwicklung führt, kann dir hier wohl keiner beantworten.

Das Beispiel mit deinem Vater ist für mich aber kein Absturz oder ähnliches sondern ein Beispiel für den Spruch "Es gibt nichts zu fürchten außer der Furcht selbst."
Viele Ängste sind unbegründet und das Problem ist mehr in unseren Köpfen. Oft fehlt uns der Antrieb uns diesen Ängsten zu stellen um sie zu überwinden und brauchen einen externen Impuls um dies zu tun. Wie bei dir, deinem Vater und dem Auto fahren.
Diese Kraft und Antrieb aufzubringen nicht auf diesen externen Impuls zu warten, sondern aktiv den Schritt zu gehen ist das schwierigste an der Sache.
Aber so wie du es schreibst, konntest du diese Kraft ja bereits aufwenden und etwas ändern. Nur ist der Prozess lang und steinig. Aber bleib dran.

10.04.2021 09:57 • x 2 #8


Zitat von moo:
Hallo Vivix, kannst Du Dich noch erinnern, welche Umstände Deine psychischen Probleme erstmals ausgelöst haben? Wurde das in den Therapien ...


Vielen Dank für deine liebe Antwort!
Die Ursache für meine Probleme wurde nie gefunden, es wurde irgendwann einfach gesagt, dass es wahrscheinlich an den Genen liegt. Manche sehen meine Eltern als Auslöser, aber einen richtigen Grund gab es nie. Ich selbst kann mich natürlich auch nicht wirklich an meine frühe Kindheit erinnern, aber in meiner Erinnerung war mein Verhältnis zu meinen Eltern bis zu meiner Jugend eigentlich ganz gut.
Ich hatte damals starke Ängste vorm Alleinesein (ist aber glaube ich eine recht gängige Angst bei Kindern), das haben meine Eltern damals nicht verstanden.
Ich hatte Angst alleine im Haus zu sein, meine Mutter war manchmal abends arbeiten und mein Vater war dann im Nebenhaus - nur wenige Meter entfernt, aber eben nicht in dem Haus, in dem ich schlief, das machte mir schreckliche Angst und ich flehte und bettelte stundenlang damit mein Vater nicht aus dem Haus ging, er ging trotzdem jedes Mal.
Einmal konnte ich nachts nicht schlafen und ging zu meinen Eltern, da schlug mein Vater mich (in meiner Erinnerung zumindest, er hat es immer abgestritten).
Ansonsten kann ich mich an nichts erinnern, was meine Eltern oder irgendwer anders in meiner Kindheit getan haben, was mir hätte schaden können.

Ein Psychiatrieaufenthalt würde ich erstmal als Flucht aus der momentanen Situation sehen. Des Weiteren weiß ich eben, dass ich dort nicht alleine wäre. Die Einsamkeit ist derzeit eine extreme fast nicht auszuhaltende Belastung für mich. Ob so ein Aufenthalt allerdings was Grundlegendes ändern würde... Wahrscheinlich auch nicht.

Bezüglich dem mit der Sucht. Weiß nicht ob das jetzt auch ein Trigger sein kann, was ich schreibe, deswegen Triggerwarnung. Ich hab ja auch gewisse Suchttendenzen, nehme seit 10 Jahren Tavor, unregelmäßig, mal mehr mal weniger. Gibt aber seit langem keinen Tag mehr, an dem ich nicht dran denke und nicht irgendwie das Bedürfnis hab. Das letzte Mal, als ich ein paar Tage was nahm, habe ich komplett die Kontrolle verloren, hab Tage nicht geschlafen und mir meine Haare mitten in der Nacht mit einer Nagelschere abgeschnitten. Realisiert hab ich das erst später. Da hab ich gemerkt, dass das so nicht weitergeht. Hab die restlichen Tabletten entsorgt (leider nicht das erste mal) und hoffe, dass ich es diesmal schaffe. Habe nur seitdem keine Strategie mehr mich runterzubringen, daher wahrscheinlich auch wieder die Gedanken ans Selbstverletzen, obwohl ich das eigentlich schon vor diversen Jahren aufgegeben habe.
Triggerende.

Ich glaube ein großes Problem ist auch, dass ich mich trotz der schwierigen Beziehung, noch nicht von meinen Eltern abgelöst habe. Ich weiß nur nicht, wie ich das schaffen soll, wenn ich nichts und niemand anderen habe.

10.04.2021 11:38 • x 1 #9


@Ranibo
Ja du hast schon recht, manchmal denke ich nur, egal was für eine Veränderung, fast jede wäre besser, als diese momentane Situation. Und manchmal denke ich, es wäre vielleicht gar nicht schlecht die Kontrolle mal total zu verlieren oder abzugeben, da ein großes Problem ja glaube ich die Kontrolle bei mir ist. Meine Ängste und Zwänge drehen sich viel um Kontrolle, schon mein Leben lang. Im Endeffekt haben ja auch Angst vor schweren Erkrankungen (eine meiner schlimmsten Ängsten) etwas mit Angst vor Kontrollverlust zutun, da man bei solchen Krankheiten, ja irgendwie die Kontrolle über seinen Körper verliert.
Es ist alles so komplex, weiß einfach nicht wo ich anfangen soll und vor allem wüsste ich eben auch, dass mein Leben nicht mal gut wäre ohne diese psychischen Probleme, da meine soziale Isolation auch ein riesiges Problem ist, die nicht nur etwas mit meinen Ängsten oder Zwängen zutun hat.

10.04.2021 11:45 • #10


Cloudsinthesky
Ich kann leider nicht alles lesen, mir fehlt die Konzentration.
Aber ich lebe genauso. Seit 20 Jahren Angst und Depression immer neue Feinde zu bekämpfen.
An irgendetwas arbeite ich mich ab und vermutlich ist es eine traumatische Erfahrung, die man Aber auf den ersten Blick nicht als solche erkennt.
Ich erlaube mir nicht, dass es mir gut geht.

Du beschreibst einen Abgrund, für mich ist es ein schwarzee Strudel,der mich in sich hinein ziehen Will, wenn ich loslasse.

Aktuell habe ich, wieder, Therapie begonnen bei einer trauma Therapeutin um mir endlich ins Leben zu helfen.

Hast du das mal in Betracht gezogen?

Liebe Grüße und bleib dran

10.04.2021 12:00 • x 1 #11


Vielleicht solltest du in erster Linie deine Ängste bekämpfen. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich monatelang gedacht, jetzt stürze ich in den Abgrund und anschließend habe ich gemerkt, dass es halt einfach nur die Angst davor war und eigentlich gar nichts passiert ist. Es war natürlich vorher das ein oder andere passiert und in Zusammenhang mit Substanzen oder Tabletten kann der Verstand auch mal aussetzen.
Meine Tipps wären: Versuche etwas zu finden, dass dich wirklich von Herzen erfüllt. Bei mir sind das Pferde.
Wenn man dann nicht aufgibt, wird der Traum dann auch langsam wahr. Außerdem würde ich dir empfehlen, etwas für dein angegriffenes Nervensystem zu tun. Meiner Meinung nach benötigt man meistens die Tabletten gar nicht, die einem die Ärzte empfehlen. Meine aktuelle Therapie besteht im Hören von Frequenz-Musik. Meine absolute Nr. 1 ist :

10.04.2021 12:24 • x 2 #12


moo
Ich sehe Dich ehrlich gesagt in einer Psychatrie fehl am Platz.

Was fehlt ist Perspektive, Überblick aufs Ganze, Orientierung an der Vergangenheit um die Zukunft zu gestalten. Ich empfinde Dich als durchaus handlungsfähig und ausreichend selbstfürsorglich.

Bezüglich Deiner Ängste vor dem Alleinsein in der Kindheit: Es spielt keine große Rolle, woher diese Angst kommt sondern es geht um das Angstobjekt - dem Alleinsein.

Zwänge, Süchte, Grübeleien sollten seit Jahrzehnten diesen gefühlten Mangel kompensieren, ausgleichen, z.T. später auch verdecken, vertuschen.
Je älter Du wirst, umso weiter entfernen sich Dein Kinderangst-Ich und Dein Erwachsenen-Ich voneinander. Die interne Kommunikation klappt nicht mehr. Die gewohnten Kompensationshandlungen greifen nicht mehr. Ein Bild hierfür: Die Mutter kommt nicht mehr an ihr Kind "heran".

Die Folge: Sowohl Kind als auch Mutter fühlen Isolation, eine der vier Grundängste des Menschen.

10.04.2021 13:55 • x 2 #13


Zitat von Cloudsinthesky:
Ich kann leider nicht alles lesen, mir fehlt die Konzentration. Aber ich lebe genauso. Seit 20 Jahren Angst und Depression immer neue Feinde zu ...


Das mit dem "ich erlaube es mir nicht, dass es mir gut geht" trifft so zu 100 Prozent zu! Immer wenn kurz auch nur ein Gedanke aufkommt wie "jetzt in diesem Moment geht es ja gerade, gerade hab ich mal kein Problem", denkt sich mein Kopf/Körper so geht das aber nicht und direkt ist wieder irgendein Problem da.
Kennst du dein Trauma denn oder bist du noch am "suchen"? Ich dachte halt immer eine Traumatherapie ist nur sinnvoll, wenn man auch wirklich ein Trauma hat bzw. das Trauma kennt und dann eben in der Traumatherapie daran arbeiten kann.
In meinen tiefenpsychologischen Therapien wurde öfter mal "nachgeforscht", aber man kam nie auf irgendwas.

10.04.2021 19:03 • #14


Zitat von IsaLei:
Vielleicht solltest du in erster Linie deine Ängste bekämpfen. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich monatelang gedacht, jetzt stürze ich in ...


Vielen Dank, ich werde mir das später mal anhören!
Früher war es unter anderem mein Sport der mich erfüllt hat, den ich leider vor ein paar Jahren aufgrund von körperlichen gesundheitlichen Problemen aufgeben musste. Seit dem hab ich nichts mehr gefunden, was mir wirklich Spaß macht. Meine Freizeit verbringe ich hauptsächlich mit Serien schauen und sinnlos Geld ausgeben. Das einzige was ich mir vorstellen könnte was mich sonst erfüllt wären soziale Kontakte. Andererseits bin ich auch nicht fähig Freundschaften zu führen. Würde aber gerne mal wieder wen kennenlernen, mit dem eine Beziehung möglich wäre.
Also das ist wirklich etwas was mir fehlt.
Hobbys oder so, weiß nicht, war nie der Typ für Gruppen, bin nicht musikalisch oder anderweitig begabt, hab da auch keinen Spaß dran, genauso wenig an Tieren. Klingt wahrscheinlich schrecklich, aber bin echt Interessenlos irgendwie.

10.04.2021 19:12 • x 1 #15


Sauregurke
Hallo liebe Vivix habe gerade deine Texte gelesen und merke die große Verzweiflung die hatte ich auch keine Arbeit bleibe sozialen Kontakte meine Familie war da aber das ist nicht das gleiche wie Freunde und wenn der Therapeut der einzige ist mit dem man reden kann ist das nicht gut , hast du Mal an eine Psy Kur gedacht ( wenn es irgendjemand schon vorgeschlagen hat ,sorry) mich hat das etwas aus dem Loch herausgeholt und mir Möglichkeiten gezeigt.

10.04.2021 19:28 • x 2 #16


Du hast auch ein Hobby oder eine Leidenschaft in dir schlummern, die du noch entdecken wirst!
Als Beispiel: Ich habe immer gedacht, malen und zeichnen ist etwas, das mir gar nicht liegt und später ist es zu
einer richtigen Leidenschaft geworden. Dass mich mal Pferde so interessieren würde, hätte ich echt nie gedacht und auch in Sachen Musik war ich quasi Legasthenikerin, bis ich dann halt ohne Noten angefangen habe zu komponieren und schöne Lieder gemacht habe. Außerdem glaube ich, dass jeder seine Talente, Hobbies und Fähigkeiten früher oder später entdecken wird. Mit der Liebe klappt es ja dann meistens auch, wenn man am wenigsten damit rechnet

10.04.2021 19:44 • x 2 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Vivix:
Manchmal denke ich mir, bezogen auf das Beispiel mit dem Seil und dem Abgrund, es wäre am besten in den Abgrund zu stürzen, da sich dann vielleicht etwas ändern würde, wenn ich so richtig am Boden wäre. Da ich es aber immer schaffe mit einem Fuß weiterhin in diesem normalen Leben zu stehen, ändert sich nichts und jeder Tag bleibt gleich. Ich sitze in meiner Wohnung, gehe zur Arbeit und leide. Wenn ich abstürzen würde, wäre das nicht mehr möglich, vielleicht würde ich dann in die Psychiatrie kommen, vielleicht würde es irgendwas ändern


Hi, ich kenne diesen Gedanken sehr gut. Als ich zuletzt einen ziemlichen Zusammenbruch gehabt hatte, habe ich erst dann gemerkt: jetzt muss ich wirklich etwas ändern - obwohl es mir schon 1,5 Jahre vorher sehr schlecht ging aber eben nicht so schlecht, dass ich nicht noch irgendwie durch den Alltag gekommen wäre, sodass mir der Grund fehlte, wirklich etwas zu verändern.
Aber heute weiß ich, dass ich jeden Tag die Wahl habe, alles beim alten zu belassen oder aktiv etwas versuche besser zu machen. Zum Beispiel wenn ich gegen meinen inneren Schweinehund ankämpfe und Sport mache. Dafür braucht es nicht wieder den Zusammenbruch. Denn am Ende ist es immer wieder eine Entscheidung, sich aus dieser "Opferhaltung" in eine aktive Rolle im eigenen Leben zu holen. Und die Entscheidung braucht nicht immer vorher so einen harten Aufprall zum Aufwecken, die kann man auch sanfter treffen.

10.04.2021 20:10 • x 2 #18


Ranibo
Zitat von Vivix:
Hobbys oder so, weiß nicht, war nie der Typ für Gruppen, bin nicht musikalisch oder anderweitig begabt, hab da auch keinen Spaß dran, genauso wenig an Tieren. Klingt wahrscheinlich schrecklich, aber bin echt Interessenlos irgendwie.


Jeder hat ein Talent. Wichtig ist es halt, Dinge zu probieren, auch auf die Gefahr hin, dass es dann doch nichts für dich ist. Selbst wenn es dich auf den ersten Blick nicht zu interessieren scheint, einfach probieren. Wer weiß schon was sich daraus ergibt? Ich kenne einige Geschichten aus meinem eigenen Umfeld und Leben, wo Leute Interessen und Ähnliches gefunden haben, von denen sie immer dachten das wäre nichts für sie (Wie ein Kollege der auszog um Biologie zu studieren und jetzt als Software-Entwickler unglaublich viel Spaß hat).

Selbst wenn du dich für absolut untalentiert hälst, ist das völlig egal, denn am Ende geht es nur darum ob es dir Spaß macht und gefällt.
Und wenn du erstmal etwas gefunden hast, was dich wirklich interessiert, was die Spaß macht, dann ist es ganz einfach sich damit mit anderen aus zu tauschen. Selbst wenn du eigentlich niemand für große Gruppen bist, sich über eigene Leidenschaften auszutauschen ist mit das beste daran ein Hobby zu betreiben.

Wichtig ist es halt nur, offen dafür zu sein und auch mal das Risiko einzugehen an etwas zu scheitern. Aber in dem Punkt verweise ich einfach auf meine Signatur.

Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur nochmal anschließen: Du hast es jeden Tag in deiner eigenen Hand dein Leben zu verbessern. Es geht nicht von Heute auf Morgen. Es ist ein harter Weg und du magst das Ziel Heute noch nicht vor Augen haben. Aber jeder Tag an dem du an deinem Leben arbeitest, bringt dich näher an dein Ziel.

Ich weiß, dass hört sich so einfach an, dass hast du bestimmt schon hunderte Male gehört und bestimmst fehlt dir auch irgendwo der Glaube an diese Worte. Aber sie sind wahr. Es liegt an dir, dich immer wieder daran sie zu verinnerlichen. Und auch wenn du glaubst, dir würde die Kraft dazu fehlen, lass dir gesagt sein, dass du Stärker bist als du glaubst.

10.04.2021 21:25 • x 1 #19


Danke für die weiteren Antworten.
Sonntag ist für mich meistens der beschissenste Tag der Woche. Heute ist keine wirkliche Ausnahme.
Ich hätte die Möglichkeit teilstationär in eine Klinik zu gehen. Ich bin so unsicher, da mich das aufgrund des sch*iß Coronavirus auch wieder vor Probleme stellt. Erstens habe ich Angst mich zu infizieren und zweitens habe ich Angst vor den Tests, die dort laufend durchgeführt werden. Dort werden immer noch die normalen Tests gemacht, wie ganz am Anfang, also in dem Rachen und in der Nase. Ich habe solch einen Test schon mal machen müssen vor längerer Zeit und hatte extreme Schmerzen danach oben in der Nase, hatte echt Angst, dass die mir das zu tief reingesteckt haben und da jetzt etwas kaputt gegangen ist, mit dem Gehirn oder mit den Augen oder so. Seitdem möchte ich diese Tests nicht mehr machen. Insbesondere nicht laufend (1-2 mal die Woche). Sind aber Pflicht in der Klinik. Das ist mein Problem. Sonst würde ich wahrscheinlich sofort hin, stehe derzeit auf der Warteliste weit oben. Ich sag ja probiere ich ein Problem anzugehen, stellt sich mir ein anderes in den Weg, damit ich es nicht schaffe.

@Ranibo deine Signatur fiel mir schon vorher positiv auf. Find ich sehr gut

11.04.2021 13:44 • #20



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser