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Hallo zusammen,

ich neu hier und seit heute in diesem Forum und hoffe sehr, Hilfe zur Selbsthilfe und Leidensgenossen zu finden. Aber eigentlich weiß ich auch gar nicht so genau wo ich anfangen soll zu berichten. Ich lege einfach mal los und schreibe drauf los.
Ich leide seit ca. 12 Jahren an einer Panikstörung. Habe bereits 3 Klinikaufenthalte (Depressionen, Panikstörung) hinter mich gebracht und trotzdem schränken die PA´s mein Leben sehr ein. Ich muß dazu sagen, dass ich auch über Jahre hinweg immer kleine Helferchen dabei hab. Anfangs waren es Korodin Tropfen weil ich immer davon ausging es sei Kreislauf. Dann hab ich mal von einer Ärztin Tavor bekommen, die habe ich aber selten genommen weil ich Angst vor der Abhängigkeit hatte, dann waren es Rescue Tropfen. Seit einiger Zeit trage ich eine kleine Apotheke mit mir herum. Immer dabei sind Korodintropfen, Rescue Tropfen und aufgrund von Asthma noch 2 Sprays, Durchfalltabletten und Kopfschmerztabletten. Dazu habe ich immer eine kleine Flasche Wasser dabei. Ich leide seit ca. 1,5 Jahren unter Dauerkopfschmerzen und ständigen Blockaden der Wirbelsäule. Ich renne seit dem von Arzt zu Arzt um die Ursachen zu finden, doch leider bis heute vergebens. Ich bin seit einiger Zeit wöchentlich beim Chiropraktiker um wieder gerade gerückt zu werden, doch wenn er Freitag die Blockaden gelöst hat, sind sie Samstag wieder da. Dazu kommt das ich Allergiker bin und auch dahingehend ne Menge Therapien bereist durch habe - nur um Linderung oder Besserung zu erreichen. Was ich für Gelder schon für all diesen Krams ausgegeben habe ist unglaublich. Diesen Gedanken schiebe ich dann auch immer ganz weit weg. Mittlerweile glaube ich, dass ich mich schon zu einem kleinen Hypochonder entwickelt habe. Egal was ich auch wahrnehme, ich assoziiere direkt eine Krankheit, dann kommt die Angst und der Teufelskreis ist wieder perfekt.
Auslöser für mein heutiges Suchen eines Forums war gestern. Ich traf mich mit ehemaligen Arbeitskollegen und war voller Vorfreude. Wir saßen in einem Restaurant in dem es zu meinem Leid sehr warm und stickig war. Ich fing an zu schwitzen und mir wurde schwindelig. Ich hatte versucht mich abzulenken mit quatschen und viel trinken (also Wasser und Cola light), doch ich bin immer wieder in diesen unangenehmen Zustand zurück gekommen, bis ich dann zu den Korodintropfen griff. Puh, dann fing es erst richtig an. Ich bekam Augenflimmer, Herzrasen, ich hab gezittert und konnte keinem Gespräch mehr folgen, bis ich irgendwann dann die Flucht ergriff und gesagt habe das es mir nicht gut gehe und ich nach Hause fahren möchte. Es war niemand böse oder so, aber mein schlechtes Gewissen plagte mich so sehr, das es mich die ganze Zeit beschäftigte, ich zu Hause in die Kissen geweint habe und mich selber bemitleidet hab weil es mir ständig schlecht geht und ich keinen Tag habe an dem ich mich gut fühle.
Ich hoffe, Euch so einen kleinen Einblick in mein Leben gegeben zu haben. Ist alles etwas durcheinander, aber wie ich eingangs schon sagte, ich wußte ja gar nicht wie und wo ich anfangen sollte.
Vielleicht geht es jemandem genauso oder ähnlich und hat Tipps für mich wie ich weiter machen soll. Ich bin echt am Ende meiner Nerven und Kräfte.
Liebe Grüße
Schnatti

14.07.2011 10:19 • 22.07.2011 #1


10 Antworten ↓


Hallo Schnatti,

ich kann das Alles seeehr gut nachempfinden !! Lebe auch schon viele Jahre mit der Angst.
Aufenthalte in der Tagesklinik und Psychotherapie haben es nicht wirklich besser gemacht, was mich fast verzweifeln lässt.
Angefangen hat es mit den "klassischen" Panikattacken, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindel usw. bis ich kaum noch alleine die Wohnung verlassen konnte. Vor einigen Jahren dann, hat sich meine Angst gewandelt und nun befürchte ich ständig, an einer tödlichen Krankheit (Krebs) zu leiden oder einen Herzinfarkt zu bekommen !!
Etliche Untersuchungen waren ohne Befund aber die vielen Symptome sind einfach furchtbar !
Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass mein ganzer Körper völlig verkrampft, verspannt ist.
Es zieht und piekt überall, manchmal wie Nadelstiche, es knackt im Nacken, zieht und piekt natürlich auch in der Brust (Herz) im Rücken, Bauch....Zittern und totale Unruhe.
Kennst Du diese Symptome ?

Liebe Grüße
Panikmo

16.07.2011 09:12 • #2



Am Ende meiner Kräfte und hilflos

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Guten Morgen Panikmo,

schön das du mir schreibst! Ich habe auch so viele Therapien durch und weiß eig. auch wie man gegen die Angst ankämpfen muß. Vielleicht muß es einfach nur mal wieder aufgefrischt und aus den Tiefen der Schubladen wieder hervor geholt werden. Doch ich bin so therapiefaul geworden. Ich will es allein schaffen, schon allein um es mir zu beweisen!
Auch ich kenne diese Symptome nur zu gut, wobei ich sagen muß dass es bei mir noch nicht so schlimm ist mit der Todesangst. Ich habe aber das Gefühl das ich geradewegs darauf zu steuer. Neulich saß ich im Auto und mein rechter Arm fing total an zu kribbeln, ich war zum Glück nur Beifahrer. Dann kamen mir auch zum ersten Mal die Gedanken ich könnte einen Herzinfarkt haben. Und prompt piekste es natürlich auch in der Brust. Den weiteren Verlauf brauch ich Dir sicher nicht erzählen, der Stein fing an zu rollen und ich bekam wieder so eine richtig schön ausgereifte PA. Mein Freund ist eig. sehr verständnisvoll und einfühlsam, aber ich merke das er mir immer weniger zuhört wenn ich wieder irgend ein wehwehchen äußere. So hab ich im Auto nur gemeint: was ist es wenn der rechte arm kribbelt und ich pieken in der Brust habe. Klare Antwort: Hast dir bestimmt nen Nerv eingeklemmt. Sicher, so wird es gewesen sein, aber ich wollte ins Krankenhaus, Hab zum Glück die Kurve bekommen, mich abgelenkt und nix vom Krankenhaus erwähnt. Es ist ja nun so das ich ständig diese Blockaden HWS habe, daher wird das alles wohl gekommen sein. Ich habe dazu oft Gleichgewichtsschwankunge, Sehstörungen und diese Dauerkopfschmerzen!! Das macht mich kirre und wahnsinnig weil niemand weiß wo es her kommt.
Was tust Du in den Momenten wenn es dir wieder ganz schlecht geht? Hast Du einen "Notfallkoffer"? Wie reagieren Deine Ärzte wenn Du dort aufschlägst? Zeigen sie Verständnis? Hast Du auch schon Schilddrüse und die Wirbelsäule untersuchen lassen?

So ich wünsche Dir ein hoffentlich symptomfreies Wochenende.

Liebe Grüße
Schnatti

16.07.2011 11:01 • #3


Wie macht sich die Blockierung der HWS denn bemerkbar ? Kannst Du den Kopf dann nicht mehr richtig bewegen ?
In meinem Nacken knackt es auch ständig aber viel schlimmer sind diese seltsamen Stiche, die habe ich ja allerdings auch im unteren Rücken und im Bauch und an den Bauchseiten- das macht mir solche Angst !
Meine Physiotherapeutin sagt, solange ich die Angst nicht besiege werde ich ständig verspannt sein und die Muskeln drücken dann irgendwann auf die Nerven durch diese ständig verkrampfte Haltung usw.... Ich habe einen Termin bei einem Osteopathen gemacht, der ist allerdings erst am 12.08. Es gibt hier nur 2 in der Stadt !! Wenn bloss die Angst nicht wäre, das es doch irgendwas Böses ist !!!
Schilddrüse ist iO aber die Wirbelsäule habe ich noch nicht untersuchen lassen.

Notfallkoffer ?? Nicht wirklich

In den Therapien haben wir so Übungen gemacht, ich sollte mir vorstellen, ein Baum zu sein...und ähnliche Dinge also das hilft mir NICHT !!

Ich gehe meist raus und versuche ein wenig Gartenarbeit zu machen oder zu meiner Mutter, die muss mich dann beruhigen ( wie ein kleines Kind )

Hast Du vielleicht bessere Tipps?

Liebe Grüße

16.07.2011 18:40 • #4


Hallo Panikmo,

entschuldige das ich mich erst jetzt melde.

Also bei mir äußern sich die Blockaden immer mit Kopfschmerzen, Schwindel, Gleichgewichtsstörung, Sehstörung und Piepen im Ohr. Ich bin wie besoffen und nicht mehr Herr über meinen Körper. Ein fieses Gefühl, ich renne dann auch ständig irgendwo gegen. Also gern mal Türrahmen und Schränke. Zusätzlich kommt dann die Einschränkung in der Beweglichkeit. Ich kann den Kopf nicht mehr so uneingeschränkt routieren wie sonst üblich.

Dieses Knacken im Nacken kenne ich auch, das sollte Dich allerdings zunächst nicht beunruhigen. Ich würde Dir raten, da Du es noch nicht getan hast, Dich einem Orthopäden vorszustellen. Nenn ihm Deine Beschwerden, sag aber nix von der Angst, dann stempeln sie Dich gleich ab. Also ich muß leider sagen das es verdammt viele unfähgige Ärzte gibt. Ich habe hier im Kreis nur eine einzige Ärztin, die sich auskennt, fähig ist und nach Ursachen forscht. Sie arbeitet viel mit der Kinesiologie und ist Allgemeinmedizinerin, Ärztin für Chirotherapie sowie auch Sportmedizinerin. Vielleicht hast Du bei Dir in der Nähe auch so einen Arzt.

Bei einer Osteopathin bin ich auch in Behandlung. Ist eine teure Angelegenheit und ob es hilft, sei mal dahin gestellt. Aber als mein Orthopäde sagte er würde kein Geld mehr an mir verdienen und er würde mit der Schulmedizin am Ende sein, schickte er mich dort hin. Ich hab mich ja auch an jedem Strohhalm festgekrallt. Bin jetzt round about 5-6 mal dort gewesen, zahle immer 60,-. Jetzt habe ich gerade innerhalb der Praxis wechseln sollen, da sich die eine Ärztin besser mit den inneren Organenn auskennt. Also quasi Störfelder wie Leber, Blase, Darm etc. Ist alles sehr komplex, aber auch interessant. Diese können nämlich auch die Blockaden hervorrufen. Ebenso wie Zähne oder Schilddrüse. Eigentlich kann jedes Organ etwas hervorrufen. Ich werde gerade auf eine Schilddrüsen Unterfunktion mit Tabletten eingestellt. Diese war auch mit Grund warum Blockaden kamen. Puh, ich sag ja, alles total komplex und dennoch interessant. Ich empfehle dir mal Bücher von Louise Hay. "Heile Deinen Körper" ist zum Beispiel super und hilft. Schau einfach mal rein.

Deine Stiche und Piekse kenne ich auch. Könnte auch ein Indiz für Blockaden sein. Ich rate Dir wirklich einen Facharzt aufzusuchen und mal die komplette Wirbelsäule checken zu lassen.

Deine Psychotherapeutin hat zum Teil natürlich Recht mit dem was sie sagt, aber bevor Du Dich auf der Aussage ausruhst und denkst, schei. also werde ich immer Schmerzen haben, klär das mit der Wirbelsäule ab. Ich reite so darauf rum weil es viel ins Ungleichgewicht bringt. Ich war letzte Woche wieder bei meiner und es war wieder so viel "raus". Als ich ihr sagte das ich momentan nur noch heulen könnte weil ich mich so schlecht fühle und meine Ängste so stark geworden sind, sagte sie das es nicht verwunderlich ist, da der ganze Körper durcheinander ist.
Ich habe übrigens auch keinen Notfallkoffer, nur diese vielen kleinen Helferchen von denen ich anfangs mal erzählt hab. Ach so, die Rescuetropfen wurden von meiner Ärztin übrigens auch sehr empfohlen. Kennst Du sie?

He he, diese ollen Übungen mit Baum sein und Wiese riechen hab ich auch nicht hinbekommen. Ich bin dafür viel zu realistisch. Mach Dir nix draus.

Gartenarbeit... oh ha! Das ist ja mal so gar nicht mein Ding! Aber genau das muß man ja machen um den Körper wieder umzugewöhnen und ihm zu zeigen das er keine Angst haben muß. Ich bin früher auch nicht mehr allein vor die Tür gegangen, heute zwinge ich mich zum Einkaufen, aber meist bekomme ich in der Schlange an der Kasse wieder ne PA.

So, ich denke für heute erstmal genug, ich muß mal wieder etwas arbeiten nebenbei!!

Liebe Grüße.

18.07.2011 11:02 • #5


Hallo Schnatti,

Verspannungen gehören wohl dazu, wenn man unter PA leidet.
Der Körper ist ja unter Dauerstress und ziemlich angespannt.
Dann kommen Blockaden dazu und man kann sich nicht mehr schmerzfrei bewegen.

Ich habe sehr lange Kankengymnastik gemacht und bin danach zum Chiropraktiker gegangen. Als ich fast schmerzfrei war begann ich 2 Mal in der Woche zu walken.
Das tut meinem Körper sehr gut und ich habe nur noch selten Schmerzen.

Noch eins Schnatti, du hast es ja schon verstanden, dass man aus dem Teufelskreis nur rauskommt, wenn man sich seinen Ängsten stellt. Toll!
Das Umsetzen ist natürlich sehr schwer und kostet viel Überwindung!
Aber es hilft!!
Mir hat tatsächlich die Konfrontation geholfen meine PA zu besiegen!

Du kannst es auch schaffen!!

Vertraue dir und deinem Körper.

LG Bibi

19.07.2011 07:43 • #6


Hallo Bibi,

vielen Dank für Deine Nachricht!!

Ich freu mich total für Dich, dass Du die Angst besiegt hast. Super! Respekt und ich bin stolz auf Dich. Bleib am Ball!!

Über das Walken habe ich auch bereits nachgedacht. Meine Freundin hat gerade einen Intensivkurs über 4 Tage gemacht und wir wollen jetzt starten. Ich weiß das ich was tun muß und ich glaube in der Natur ist es für mich besser als in geschlossenen Räumen. Ich war bereits früher mal im Studio und habe viele workout Kurse belegt, habe es damals aber total übertrieben und zu viel gemacht. Alles drehte sich nur noch um Sport und ich habe täglich 2-3 Kurse belegt. Termine und Treffen mit Freunden wurden abgesagt nur um Sport zu machen. Dann kams natürlich dicke, dass ich keinen Kurs mehr ohne Schwindel durchgehalten habe. Ich vermute, das darin auch die Assoziation zum Schwitzen liegt. Denn immer wenn ich anfange zu schwitzen bekomme ich Angst.

Krankengymnastik habe ich nun auch wieder verschrieben bekommen. Zusätzlich gehe ich auf eigene Rechnung ein mal die Woche zur Mass., was mir auch gut tut. Nun muß ich nur noch die Beweglichkeit bekommen. Ich fühle mich total eingerostet und bin bei der kleinsten Anstrengung total k.o. und außer Atem. Aber auch klar, sitze den ganzen Tag im Büro und das wars....

Vielen Dank für Deine Ermutigung im Hinblick auf die Konfrontation mit den Ängsten. Ich muß noch ganz viel an mir arbeiten um das auch wirklich durchzuhalten. Du zeigst mir aber, dass es funktioniert. Wie hast Du es geschafft? Mit Hilfe oder hast Du Dich allein den Situationen ausgesetzt? Vielleicht magst Du mir davon ein wenig berichten?

So, dann wünsche ich Dir einen schönen Tag.

Liebe Grüße
Schnatti

19.07.2011 08:30 • #7


Hallo Schnatti,

deine Geschichte ist meiner sehr sehr ähnlich... Ich kenne das mit einer ReiseApotheke in der Handtasche rumzulaufen. Anfangs war es bei mir die Angst vor Unterzucker, hatte immer was zu Essen dabei, dann kamen Kreislauftropfen und eine Flasche zu Trinken dazu. Habe dann ein immer schlimmer werdendes Ashtma bekommen und somit sind nun auch 2Sprays , diverse Allergietbl drin, Durchfall-, Magen-und Kopfschmerztabletten... ohne das gehe ich nicht aus dem Haus...

Diese schlimme Situation im Restaurant, die du schilderst, könnte ich geschrieben haben, nur mit dem Unterschied:Ich flüchte nicht mehr, ich habe in meinen vielen Restaurantbesuchen, in denen es mir so schwindelig war, dass es sich anfühlte, als ob ich gleich kollabiere herausgefunden, dass nichts passiert.

In den Momenten, in denen ich dachte, O Gott, mir ist so schlecht, schwindelig, Herzrasen, Panik und nur 2 Gedanken im Kopf hatte: Toilette oder Ausgang,entwickelte sich eine gewisse Wut in mir und ich habe mir vorgenommen nicht zu flüchten und egal was passiert, ich habe es verdient hier ein gutes Essen zu genießen (das in der Regel nicht billig ist ) und falls das Schlimmste eintrifft und ich wirklich kollabieren sollte, dann kipp ich halt um und irgendjemand wird mich schon ins Krankenhaus fahren...

Ich war innerlich oft so wütend über diesen gemeinen Schwindel, dass ich fast schon gehofft habe, ich würde doch endlich wirklich mal umkippen, denn das wäre in manchen Situationen fast angenehmer als dieses angespannte, fast unerträgliche Gefühl.

Leider ist ein Restauranbesuch, ab dem Zeitpunkt, in dem ich die Schwelle der Eintrittstür passiert habe immer wieder aufs Neue ein Abenteuer, ab dem Zeitpunkt der Aufnahme der Bestellung gibt´s dann noch ne Steigerung (denn dann kann man ja nicht mehr einfach gehen), aber mittlerweile sehe ich das Ganze etwas gelassener und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du das auch schaffst!

19.07.2011 09:39 • #8


Hallo Schnatti,

ich freue mich,dass ich dich vielleicht ein wenig aufmuntern konnte.

Nein, ich habe es nicht allein geschafft.
Bei mir fing alles mit einem Burn Out an, ohne zu wissen, was ich habe. Plötzlich hatte ich fast überall PA. Habe zum Schluß mein Haus gar nicht mehr verlassen ( 3 Monate ).
Natürlich hatte ich schon von Konfrontation gelesen, doch wie ich diese richtig umsetze war mir nicht wirklich bekannt.
Ich habe die Hilfe einer Psychologin und eines Psychaters in Anspruch genommen. Habe Medikamente bekommen, die ich sehr gut vertragen habe und schließlich war ich 8 Wochen zu einer Psychosomatischen Kur. Dort habe ich alles Schritt für Schritt neu gelernt unter sehr vielen Tränen. Manchma lwar ich auch kurz davor aufzugeben. Doch ich habe nicht aufgehört an mich zu glauben, habe den Sinn der Konfrontation verstanden, es wurde sozusagen ein Schalter im Kopf umgelegt.

Für mich war dann schließlich das Schlimmste wieder mit dem Auto zu fahren, das hat ewig gedauert bis es ganz ohne Angst ging.

Ich war ca. 1,5 Jahre krankgeschrieben und nun arbeite ich bereits wieder seit 7 Monaten. Das Leben macht wieder Spaß!

Tage, Wochen, Monate an denen ich in keiner Situation an Angst oder Panik denke.

Ich bin frei!!!
Du musst es nur zulassen.

LG Bibi

20.07.2011 22:17 • #9


Hallo Lilinda,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Ich kann mir auch bei Dir noch eine riesen Scheibe abschneiden. Ich finde es toll das Du den Kampf aufgenommen hast und die Konfrontation durchstehst. Tief im Inneren weiß ich auch das mir nicht wirklich was passiert und das man bei einer PA die gleichen Symptome hat wie bei einer Kreislaufschwäche, nur das man bei der PA nicht aus den Latschen kippt. Dennoch ist es so furchtbar unangenehm, dass ich dieses Gefühl einfach so schnell wie nur möglich verlassen möchte. Ich verspüre so einen inneren Zwang, naja und ganz abgesehen davon das ich in solchen Momenten nicht wirklich glaube das es Angst ist. Ich denke dann immer das ich auf alle Fälle was mit dem Kreislauf habe, nehme Tropfen und warte was passiert. Blöd ich weiß...

Neulich war ich mit meinem Freund im Zoo. Es war total schwül draußen und mir war natürlich schwindelig! Dann hab ich das erste Mal Tropfen genommen. Es ging mir danach besser. Als mir aber 2h später wieder so komisch wurde, ich Tropfen nehmen wollte, hat mein Freund gesagt das ich warten soll und sie nicht nehmen soll. Das hat mich noch mehr beunruhigt. Ich habe sie dann doch genommen und es ging mir dann auch besser. Das ist dann für mich die Bestätigung das es wirklich der Kreislauf war und nicht so wie im Restaurant, wo es mir nach den Tropfen noch viel schlimmer ging.
Man es ist so schwierig die Unterschiede zu erkennen!

Ich werde mir auf alle Fälle in solchen Momenten ab sofort Eure lieben Mails inkl. der Tips vor Augen halten und vielleicht werde ich dann auch so wütend, dass ich es allein schaffe die Angst zu besiegen. Dieses Wochenende kann ich gleich üben, meine Freundin heiratet und ich werde mit Sicherheit einige Situationen haben in denen es mir nicht gut geht!

Wie ist es denn heute mit Deiner Hausapo? Ist sie dennoch immer dabei? Eigentlich sagt man ja, man sollte auch das mal alles zu Hause lassen. Gehört ja quasi auch mit zur Therapie. Ich werde auch an diesem Wochenende mal ein - zwei Sachen weg lassen, da die Handtasche zum Glück zu klein ist. Ich werde mal berichten wie es mir ergangen ist.

Nun wünsche ich Dir ein schönes, angstfreies Wochenende.

Liebe Grüße Nadine

22.07.2011 07:54 • #10


Einen schönen guten Morgen auch Dir liebe Bibi,

ich bin so stolz auf Dich, dass Du heute angstfrei leben kannst und das Du wieder am nomalen Leben teilnehmen kannst. Toll!! Ich hoffe sehr für Dich das Du am Ball bleibst und nicht wie ich einen Rückfall erleidest.

Ich war auch schon mehrere Male wieder kurz davor mich in der Klinik anzumelden, doch eigentlich möchte ich es allein schaffen und ich möchte auf gar keinen Fall wieder Tabletten nehmen müssen. Neulich war ich daher bei meinem Psychiater, der mich während der Krankphasen immer begleitet und auch in die Klinik geschickt hat. Der sagte sofort ich solle noch mal dort hin, das habe ich allerdings direkt verneint. Dann hat er mir Tabletten verschrieben, die habe ich nicht genommen und dann hat er mir eine "Reittherapie" verschrieben, in der ich keinen Sinn für die Angstbewältigung gesehen habe, bin ich also auch nicht hin - hinzu kommt das ich ja nun auch Allergiker bin, unter anderem auch Tierhaare und Heuschnupfen. Denke das es nicht das Richtige wäre. Also habe ich weiter gemacht wie bisher.

Leider war es bei mir während des Klinikaufenthalts so, dass die Angst in der Konfrontation nicht eintrat. Ich habe mich zu sicher gefühlt und wußte ja genau das man nur drauf wartet das sie kommt - kam nüscht. Ich würde mir wünschen eine auf Angst spezialisierte Therapie in meiner Heimat machen zu können. So das hier im alltäglichen Leben eine Therapeutin dabei ist. Doch leider habe ich so jemanden spezielles hier noch nicht gefunden.

Liebe Bibi, ich hoffe so sehr das es mir auch bald wieder so gut geht wie Dir und das ich den Wahnsinn besiege.... Eure vielen Beiträge zeigen mir das es zu schaffen ist.

Vielen vielen Dank und auch Dir ein wunderschönes Wochenende!!

Liebe Grüße
Schnatti

22.07.2011 08:05 • #11



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