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Hallo liebe Mitschreiberlinge, zunächst einmal einen schönen guten Tag verbunden mit der Bitte an die Forenleitung, meine Anfrage, falls sich diese in der falschen Rubrik befindet, an die richtige Stelle zu verschieben.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Anliegen bzw. meiner Frage das richtige Forum gewählt habe. Es geht hier um mein nicht unerhebliches Problem beim absetzen, oder wie man es fachmännisch ausdrückt „ausschleichen“ bei einer Abhängigkeit von dem Medikament Tavor.
Wegen depressiver Probleme hat mir ein Facharzt für Neurologie vor ca. 18 Monaten das Medikament Tavor 0,5 verschrieben, allerdings ohne Hinweis darauf, dass dieses Medikament bei regelmäßiger Einnahme über einen längeren Zeitraum hinweg abhängig machen kann. Ich habe dann zunächst über einen Zeitraum von 4 Monaten täglich eine Tablette Tavor 0,5 eingenommen. Danach hat mir der Arzt zusätzlich noch Tavor 1,0 verschrieben, da ich mit einer Tablette Tavor 0,5 täglich nicht mehr ausgekommen bin. Die tägliche Einnahme habe ich dann bis auf 1,5 mg erhöht. Seit nunmehr 6 Wochen versuche ich, von dem Medikament los zu kommen. In der ersten Woche habe ich die tägliche Dosis auf 1,25 mg reduziert ( 3 x täglich jeweils ½ Tavor 1,0). Nach 10 Tagen habe ich die tägliche Dosis auf 1,0 (einmal am Abend ein Tablette Tavor 1,0). Ich hatte in der Zwischenzeit den behandelnden Arzt gewechselt, weil der erste Neurologe in die Pension gegangen ist. Dieser neue Arzt hat mir zu Tavor Plättchen 1,0 geraten, da diese für den Entzug wesentlich effektiver seien. Davon habe ich dann zunächst immer morgens eine ganze Tablette eingenommen und bei Bedarf (eigentlich jeden Tag) noch ½ Tavor 1,0 am Nachmittag oder abends. Die letztere Dosis habe ich dann nach einigen Wochen weg gelassen und vor 3 Wochen auch die abendliche Plättchendosis auf die Hälfte reduziert. Seit Mittwoch dieser Woche habe ich die gesamte Einnahme von Tavor eingestellt und habe seither fast ständige Entzugserscheinungen.
Daher meine Frage; habe ich das reduzieren zu schnell vorgenommen oder habe ich bei der Menge der Reduzierung etwas falsch gemacht? Ich würde mich über eine hilfreiche Antwort in diesem Forum sehr freuen und danke schon einmal im Voraus.

03.12.2016 08:28 • 05.12.2016 #1


7 Antworten ↓


Zitat:
Seit Mittwoch dieser Woche habe ich die gesamte Einnahme von Tavor eingestellt und habe seither fast ständige Entzugserscheinungen.
Daher meine Frage; habe ich das reduzieren zu schnell vorgenommen oder habe ich bei der Menge der Reduzierung etwas falsch gemacht? Ich würde mich über eine hilfreiche Antwort in diesem Forum sehr freuen und danke schon einmal im Voraus.

Ich denke nicht, daß du etwas falsch gemacht hast. Es liegt an Tavor selbst, denn es unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und ist damit eine Dro.. Es wird einige Zeit dauern, bis die Entzugserscheinungen völlig zum Stillstand kommen.

Aus dem was du schilderst, bestätigt sich meine Abneigung gegen Tavor als ambulantes Therapiemedikament. Bei der heutigen Medikamentenvielfalt ist Tavor meistens nicht nötig und neben den Entzugserscheinungen verschlimmert es zum Teil sogar Phobien, weil es lediglich unterdrückt und nicht auf die Phobie selbst wirkt.

Zitat:
Die tägliche Einnahme habe ich dann bis auf 1,5 mg erhöht.
... schöner Mist.

03.12.2016 09:30 • #2



Absetzen von Tavor

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petrus57
Ich hätte an deiner Stelle noch mit 0,25 mg Tavor weiter gemacht.

Hatte irgendwo gelesen, dass die Plättchen nicht gut zum Teilen sind, weil der Wirkstoff nicht gleichmäßig auf dem Plättchen verteilt ist.

Welche Entzugserscheinungen hast du denn?

Ich nehme ja täglich 0,25 mg. Gehe da auch selten höher. Traue mich aber auch nicht die abzusetzen.

03.12.2016 09:33 • x 1 #3


Vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort Reenchen. Allerdings muss ich sagen, dass mir Tavor schon geholfen hat, meine Depressionen zumindest zu reduzieren. Der mich damals behandelnde Neurologe hatte es mir aber verschrieben und im allgemeinen muss man davon ausgehen, dass ein Facharzt auch das richtige Medikament verordnet.
Deiner Beurteilung "schöner Mist" stimme ich zu, allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung davon, dass die Einnahme des Medikamentes abhängig machen kann.

03.12.2016 09:40 • #4


Zitat von Kalafati:
Vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort Reenchen. Allerdings muss ich sagen, dass mir Tavor schon geholfen hat, meine Depressionen zumindest zu reduzieren. Der mich damals behandelnde Neurologe hatte es mir aber verschrieben und im allgemeinen muss man davon ausgehen, dass ein Facharzt auch das richtige Medikament verordnet.
Deiner Beurteilung "schöner Mist" stimme ich zu, allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung davon, dass die Einnahme des Medikamentes abhängig machen kann.

Gerade bei Depression (habe mittel-bis schwere Episoden) kein Tavor - meine Meinung. Durch diesen Abhängigkeitskompromiß macht es eventuell Depression-Rückfälle und die Gefahr episodischen Verlaufs. Die Diskussion, Tavor aus der ambulanten Therapie herauszunehmen, führen ebenfalls Fachärzte und ist keine ausgedachte Idee.

Ich wünsche dir, daß du den Entzug in Kürze ganz schaffst.

03.12.2016 09:45 • x 1 #5


Ja sicher, im Nachhinein betrachtet wäre es sinnvoller gewesen, mit 0,25 weiter zu machen. Es ist aber so, dass sich die blauen Tavor 0,5 nur sehr schlecht teilen lassen und auch beim vierteln der Tavor 1,0 gibt es jede Menge "Abfall".
Teilen kann man die Plättchen schon relativ leicht, wenn man eine Schere dazu benutzt. Allerdings kann man die überflüssige andere Hälfte nicht mehr benutzen.

Welche Entzugserscheinungen ich habe? Nun, die Erscheinungen ähneln den Depressionen, die ich zu Beginn hatte. Allerdings dauern diese Entzugserscheinungen nicht an; sie treten in unregelmäßigen Abständen auf. So waren wir vorhin beim Einkaufen und wenn ich mich an der frischen Luft bewege reduzieren sich diese Erscheinungen bis hin zum völligen Verschwinden. Leider kann ich aber nicht 24 Stunden am Stück an der frischen Luft sein.

Ich werde aber versuchen, das absetzen weiter durch zu führen.

03.12.2016 09:50 • #6


Zitat von Reenchen:

Gerade bei Depression (habe mittel-bis schwere Episoden) kein Tavor - meine Meinung. Durch diesen Abhängigkeitskompromiß macht es eventuell Depression-Rückfälle und die Gefahr episodischen Verlaufs. Die Diskussion, Tavor aus der ambulanten Therapie herauszunehmen, führen ebenfalls Fachärzte und ist keine ausgedachte Idee.

Ich wünsche dir, daß du den Entzug in Kürze ganz schaffst.


Völlig richtig Deine Erkenntnis, bei Depressionen kein Tavor einzunehmen; leider jedoch kommt diese Erkenntnis bei mir ein wenig zu spät. Ansonsten vielen Dank für Deine guten Wünsche; ich werde mich bemühen, trotz der zeitweise recht intensiven Entzugserscheinungen die Absetztherapie fortzusetzen.

03.12.2016 10:04 • #7


Zitat von Reenchen:

Ich wünsche dir, daß du den Entzug in Kürze ganz schaffst.


Allem Anschein nach hat sich mein Problem praktisch von alleine gelöst; nachdem ich in der letzten Woche Tavor radikal abgesetzt habe und in den Tagen danach mit heftigen Entzugserscheinungen zu kämpfen hatte sind diese Erscheinungen im Verlauf des vergangenen Wochenendes so gut wie völlig verschwunden.
Ich denke, dass sich meine Anfrage somit erledigt hat und danke Dir Reenchen und auch Dir petrus57 für Eure gut gemeinten und sichgerlich auch wertvollen und hilfreichen Tipps.

05.12.2016 07:51 • #8




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