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Meli77de
Hallo,
heute ist mein Ich beginne ein paar Themen-Tag

Mit meinem Freund bin ich jetzt seit über 1 Jahr zusammen. Wie schnell die Zeit vergeht...
Wir lernten uns auf der Arbeit kennen, ich ihn als lustigen und aktiven Mann, er mich als toughe starke Frau, die sich durchsetzen kann und anderen die Meinung sagt.
Nachdem wir beide feststellten, dass wir beide so nur auf der Arbeit sind, hatten wir einiges an Problemen...Mit viel Geduld haben wir die anderen Seiten des anderen kennen gelernt und versucht, sie als Teil des Ganzen zu betrachten. Ich kann so langsam akzeptieren, dass er zu Hause der absolute Couch-Potatoe ist, versuche, mehr auf meine Bedürfnisse zu achten.
Da meine Erkrankung (Paniks, Angst, Depris und neuerdings auch somat. Störungen und beginnende Zwänge) im März diesen Jahres wieder ausgebrochen ist, bin ich ziemlich sprunghaft und unterschiedlichst gelaunt. Vor wenigen Wochen hab ich ihn nachts um 1 angerufen, um meinen Frust an ihm auszulassen, weil ich glaubte er sei dafür verantwortlich.
In der gleichen Nacht habe ich ihm eine lange Mail geschrieben auch mit Links zu Themen meiner Erkrankung. Als er am nächsten Mittag bei mir war, bat er mich, sie ihm vorzulesen. Hab ich gemacht. Beim Thema Sex meinte er, dass er keine Lust hat, wenn ich jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treibe.
Das Sprechen über die Mail wäre mir sehr wichtig, auch was meine Probleme angeht. Er blockt aber zunehmend ab. Wechselt das Thema oder würgt es direkt ab.
Ich fragte ihn auch schon, ob ich ihm auf den Keks gehe, oder ihn das nervt. Er sagte dazu, dass ihm das noch nicht zu anstrengend sei.

Beim Wort noch bin ich echt innerlich aufgeschreckt.
Ich kenne das nicht von mir, aber jetzt habe ich totale Angst, dass er irgendwann sagt, ich such mir eine andere. Eine, die lebensbejahender und konstanter ist.
Auch wenns mir schlecht geht, versuche ich, mir nix anmerken zu lassen, ihn anzulächeln und nicht von dem Thema zu beginnen. Auf Dauer wird das aber bei mir nicht gut gehen. Irgendwann kommt der Knall ...

Was soll ich tun?
Wieviel an Krankheit des Partners hält eine Beziehung aus?
Ist es ihm vielleicht jetzt schon zu viel und er will es aus Rücksicht nicht sagen?
Was würdet Ihr tun?

Fragen über Fragen...
Sorry, dass es jetzt doch länger als geplant geworden ist!
LG Meli

04.07.2009 18:06 • 10.07.2009 #1


14 Antworten ↓


P
hallo Meli!

Zitat:
Vor wenigen Wochen hab ich ihn nachts um 1 angerufen, um meinen Frust an ihm auszulassen, weil ich glaubte er sei dafür


Zitat:
In der gleichen Nacht habe ich ihm eine lange Mail geschrieben auch mit Links zu Themen meiner Erkrankung. Als er am nächsten Mittag bei mir war, bat er mich, sie ihm vorzulesen. Hab ich gemacht. Beim Thema Sex meinte er, dass er keine Lust hat, wenn ich jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treibe.


Ehrlich, das finde ich auch anstrengend oder? Mitten in der Nacht, und dann noch gezwungenermaßen eine E-mail bearbeiten zu müssen.

Deine Krankheit hemmt Ihn wohl auch sexuell, weil er nie weiß, mit was er zu rechnen hat.

Kann es sein, dass er Dich sehr launisch erlebt?
Dann wirkt das nicht gerade prickelnd und anziehend.

Könntest du nicht versuchen, Dich dann mit ihm zu treffen, wenn es Dir grad besser geht?

04.07.2009 18:52 • #2


A


Was hält eine Beziehung aus?

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P
Huhu,

Ich denke, du hast es gerade selber nicht leicht, aber du machst es damit auch deinem Freund nicht leicht.
Du musst wohl das gesunde Mittelmaß finden, inwieweit du ihn belasten kannst.
Denn zum Einen kann er dich nicht nur mögen, wenn du fröhlich bist, es gibt halt auch shclechte Zeiten im Leben eines Menschen und die muss man gemeinsam durchstehen, wenn man es ehrlich miteinander meint.
Und dann hat man auch die Kraft dazu.
Aber du darfst ihn nicht überfordern, deine Krankheit darf nicht eure Beziehung so sehr beherrschen.
Ihn Nachts anzurufen, bloß, um ihn anzumaulen z.B., das geht gar nicht.
Da würde ich auch fuchsig werden, wenn das mit mir einer macht.
Du bestimmt auch, oder?

Andrerseits finde ich es ganz schlecht, dass du dich ihm gegenüber verstellst und ihm was vormachst. Das ist auf Dauer eine Belastung für dich, das wird nicht lange gut gehen.

Als ich meine PAs ganz schlimm hatte, hab ich versucht, so weit wie möglich alleine zurecht zu kommen. Ich hab meinem Freund erklärt, was es ist und wie ich mich dabei fühle. Aber auch gesagt: Du kannst mir nicht helfen dabei, du hast damit nichts zu tun, das muss ich alleine schaffen. Und so ist es ja auch.
Er hat von selber immer nahcgefragt, wie es mir beim Therapeuten ergangen ist und so, das fand ich sehr schön. Dann hab ich es ihm natürlich erzählt.
Ansonsten hatte ich nur einmal eine PA, als er dabei war, und damit ist er souverän umgegangen.
ansonsten hatte ich keine PAs und keine Zweifel, wenn wir zusammen waren.
Ihn zu sehen war für mich wie Urlaub von der Angst, da war ich zufrieden gelöst, glücklich -ich musste mich dazu nicht verstellen wie du, ich hab mich einfach super gefühlt, wenn er da war, und so hat er von meiner Panik kaum was mitbekommen.

Beim Thema Sex meinte er, dass er keine Lust hat, wenn ich jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treibe
Den Ausruck kenne und verstehe ich gar nicht.. was meint er denn damit?

Ich denke, du musst aufhören, ihn zu sehr zu belasten, sonst könnte eure Beziehung wirklich kaputt gehen. Egal, wie schlecht es dir geht -er darf NIE zum Ziel deiner schlechten Laune werden! Denn er kann jan ichts dafür, wie es dir geht, oder?
Ich hatte einmal einen Freund, der mit seinem Leben von grundauf unzufrieden war, aber nie die Kraft fand, es zu ändern. Statt dessen hat er seine shclechte Laune ständig an mir ausgelassen, ich war sein Boxsack für all die Dinge, die er täglich von Anderen eingesteckt und geschluckt hat. An mir hat er sie ausgelassen.
Und ich hab nach 11 Monaten Schluss gemacht, denn ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass man es nicht lange aushält, so behandelt zu werden. Es ist erniedrigend und macht traurig, weil man ja selber nichts dafür kann, dass der Andere so wütend und traurig ist, und dann trotzdem dafür herhalten muss.

Alles gute,
Pilongo

04.07.2009 19:38 • #3


P
Nachtrag:
Vielleicht solltest du, wenn du mal wieder sauer bist, einfach die Wut rausschreien. Hab ich immer gemacht.
Oder du machst ne agressive Sportart, Kick-Boxing oder so, wo du dich austoben kannst.
Seit ich 30 Minuten am Tag Sport mach, bin ich auch viel ausgeglichener.

04.07.2009 19:40 • #4


P
Zitat:
jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treibe


Pilongo, das bedeutet jeden Tag ein anderes Problem haben/machen.

04.07.2009 19:42 • #5


O
Hallo Meli77de

Ich habe zwar keine Beziehung, aber deine Frage ist ein sehr wichtiges und interessantes Thema.

Wir alle brauchen ein etwas mehr an Vertrauen, Verständnis und Zuwendung.
Wieviel sind Partner (auch zukünftig mögliche) bereit davon zu geben?
Und wann laufen sie weg, weil sie überfordert sind?

LG, omega

04.07.2009 20:31 • #6


P
Zitat von omegaman:
Und wann laufen sie weg, weil sie überfordert sind?



Das kann ich dir sagen:
Wenn das Negative in der Beziehung das Positive überwiegt, und man selber merkt, dass man deswegen mehr traurig als glücklich ist, dann packt man seine Koffer und geht, um sich selber zu schützen.

Zumindest ist es generell so -und macht ja auch Sinn.

04.07.2009 20:58 • #7


O
Also mehr durch gute Zeiten gehen als durch schlechte Zeiten.



Und wo bleibt da die Liebe ?

04.07.2009 21:32 • #8


P
Nee, so einfach ist es nicht.
Wenn du das Gefühl hast, dich für den Anderen immer wieder aufopfern zu können, ohne dabei kaputt zu gehen, ist das schön.
Mein Freund z.B. hat meine Krankheit miterlebt, meine letzte OP miterlebt, als es nochmal schlimm wurde, dann die Ruhezeit erlebt, in der ich mich derzeit befinde, dann hat er erlebt, wie ich in der Schule fast durchgefallen wäre nur wegen der Krankheit, hat mit mir zusammen gekämpft, hat mit mir gekämpft, damit ich es schaffe, auf Probe weiterzukommen, hat mit mir Mathe gemacht, war bei mir, als mein Opa gestorben ist, meine Uroma gestorben ist, mein Papa gestorben ist..
Und ich geb ihm aber anscheinend auch so viel zurück, dass er es gerne macht und sich nicht ausgelaugt vorkommt.
Er ist halt gerne stark für mich, und dann hat er auch die Kraft, mir beizustehen.
Aber ich fordere es auch nie ein, er gibt von sich aus.
Ich hab z.B. als mein Papa noch im Koma lag schon gesagt: Du musst dir das nicht jeden Tag geben, du kannst Heim gehen, wenn es dir zu schwer wird -aber er wollte eben bleiben. Irgendwann hat er dann aber gesagt Ich schaff es nicht mehr, ich brauch Zeit für mich -und da war ich ihm dann auch keinesfalls böse, sondern hab ihm die Zeit gegeben, die er gebraucht hat.
Dafür ziehe ich jetzt aus diesen Erlebnissen die Kraft, damit zu leben, dass wir uns manchmal zwei wochen lang nicht sehen.
Weil ich weiß, wie viel er mir gegeben hat und wie viel ich ihm wert bin.
Dann macht es mir auch nichts aus, mal länger auf ihn zu verzichten, weil ich weiß ja, dass er immer für mich da war -also bin ich für ihn da und gebe das zurück, indem ich rücksicht auf ihn nehme.

Wenn dir ein Mensch viel wert ist, dann bist du auch bereit, viel für ihn zu geben.
Aber wenn er ZU viel nimmt, also einfordert, so, dass man keine Wahl mehr hat, und wenn das zu viel wird und man nur noch Negatives erlebt, dann verliert man irgendwann die eigene Kraft und dann gehen die meisten, um sich selber vorm Absturz zu bewahren.

Aber eine schöne Beziehung gibt dir so viel, dass du gut und gerne einen riesen Berg von Sch** gemeinsam durchstehen kannst, und dann geht man gestärkt daraus hervor, gemeinsam eben, und weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann.

Ich nenn mal meinen Ex als Beispiel:
Er war unzufrieden mit seinem Leben, unzufrieden mit seinem Job, unzufrieden mit seiner Wohnsituation, unzufrieden mit sich selbst. Ich hab ihn oft aufgebaut, ihm Mut gemacht, ihm Lösungswege genannt und ihm vorgeschlagen, was er tun könnte. Er wurde aber nie aktiv, hat nie was verändert an den Dingen, die ihn so gestört haben. Statt dessen hat er seinen Frust über sich an mir ausgelassen.
Und das hält man dann nicht lange aus, wenn man immer nur gibt und nie was zurück bekommt. Da war nach 11 Monaten für mich Schluss, und obwohl er dann um mich kämpfen wollte und mich zurück wollte wusste ich, dass es so einfach nicht klappen kann.

Man merkt selber sehr schnell, wie viel man bereit ist, für den anderen zu geben, und wenn man dann spürt, dass man zu wenig zurück kriegt, dann ist das oft ein Grund für eine Trennung.

Es liegt also nicht an den guten und schlechten Zeiten, oder an den Problemen, die man hat.
Es liegt daran, ob ein gesundes Verhältnis von gegenseitigem Geben und Nehmen da ist.
Weil an seinem Schicksal kann man ja nichts ändern, wär ja doof, wenn es damit zu tun hätte
Es hat eher damit zu tun, wie man mit den guten und schlechten Zeiten umgeht.

Ich hoffe, das klingt einigermaßen verständlich.

Liebe Grüße,
Pilongo

04.07.2009 22:25 • #9


O
Hallo Pilongo

Ich denke, du triffst genau den richtigen Mittelweg.

Reibt man sich selber komplett auf, dann kann man dem Partner ja auch nicht mehr wirklich etwas geben.

Die eigene Kraft und die eigene Liebe müssen sich die Waage halten.

Leider gibt es aber in der heutigen Zeit immer mehr Menschen, die überhaupt nicht mehr wirklich bereit sind, Opfer für den (angeblich) geliebten Partner zu bringen.

LG, omega

05.07.2009 09:43 • #10


Meli77de
Hi Pilongo,
hi Omegaman,
hi Pax,

hab Euren Austausch gerade sehr aufmerksam gelesen.
@pax: hast total recht! Natürlich ist das ein absolutes NoGo, ihm mitten in der Nacht eine Szene zu machen. Hat mir auch richtig leid getan.

@Pilongo: ich finde es toll, wenn Du bzw. Ihr so einen Mittelweg gefunden habt. Hat sicher viel Arbeit und Geduld gebraucht.

@Omegaman, richtig. Wann geht jemand, wenn er sich überfordert fühlt. Trotz gut 1 Jahr Beziehung bin ich sehr unsicher, was seine Grenzen angeht. Ich habe Angst, dass er sie - aus Angst mich zu verlieren - gegen seinen Willen ausweitet, mir mehr durchgehen lässt, als er eigentlich möchte. Und mir nicht die Wahrheit sagt, was seine Gefühle betrifft. Dass er z.B. sagt, es sei alles okey, wenn es nicht so ist.
Diese Tatsache deute ich aus seinem zurückhaltenden Verhalten, wenn ich ihm so das ein oder andere erklären möchte, was meine Probleme betrifft.

Sehr schwierig das ganze. Ich denke, da liegt noch ein langer Weg vor mir bzw.uns. Ich selber habe ganz extreme Minderwertigkeitskomplexe. Ich muss erstmal lernen, mich selbst zu lieben, bevor ich selber zu einer glücklichen Beziehung beitragen kann. Ich hoffe, dass er solange durchhält.

LG an alle und gute Nacht!
Meli

05.07.2009 20:48 • #11


C
Hallo Ihr Lieben....
Der Satz ...In guten wie in schlechten Zeiten ....jaaa ist schnell gesagt,nur leider gesagt, dannach handeln tun die wenigsten.
Wieviel hält eine Beziehung aus? ich denke mal eigentlich so gut wie alles,wenn man sich liebt.
Grade wenn der geliebte Partner krank wird(Ist) sollte das niemals ein Trennungsgrund sein.
Mein Freund hat auch ne Menge zu tun mit mir,meine plötzlichen Gefühlsschwankungen,eben noch superglücklich dann totbetrübt und und und.Früher wars noch schlimmer,ich hab Ihn auch mal Nachts aus dem Bett geschellt und Ihn übelst alles mögliche vor den Kopf geschmissen.
Ich denke mal es ist wichtig,das der Partner weiss,das er es nicht in Schuld ist,das man manche Ängste hat und man so oder so reagiert in bestimmten Situationen.
Wir haben nächtelang geredet,ich habe Ihn alles,wirklich alles,aus meinem Leben erzählt.Von meiner Kindheit bis zum Vortag unseres kennenlerns.
Als ich damit fertig war, hatte ich qasi mein Leben zum zweitenmal durchlebt.
Seitdem reagiere ich in bestimmten Situationen ganz anders wie vorher und er schluckt lieber einmal mehr hinunter weil er jetzt weiss ich bin nicht grundlos so,nur weil ich grad Lust drauf hab so zu sein.
Ich denke mal,egal welche Krankheit auch immer,zusammen durchzustehn setzt auch immer eine gewisse Stärke des Partners vorraus.Und zusammen Berge versetzen zu können daran glaube ich wieder.Wenn man sich liebt,so richtig doll mein ich,dann hält man zusammen egal was kommt.
Ich musste mich allerdings auch an die 20 Jahre durch Beziehungen schleppen,da hatten die Männer echt 2 Gesichter.Heute noch Liebesschwüre und ne Woche später ne andere an der Hand.Und das tat sooooo weh.
Ich bin echt grade erst in der Lernphase was es heisst Vertrauen,Verlässlichkeit und Geborgenheit zu bekommen.Wo ich ,ich sein darf mit allen Fehlern mit allen Ängsten und trotzdem nicht ausgetauscht werde wie ne kaputte Jeans.
Kurzum.....Wenn man liebt,wirklich liebt geht man zusammen durch die Hölle. Und ich bin fest davon überzeugt,ich weiss es,so einen Menschen trifft man nur einmal im Leben,vielleicht mit 20 oder mit 40 oder erst mit 60 und wenn nicht in diesem Leben dann ganz ganz bestimmt im nächsten.

lg.Eva

06.07.2009 01:23 • #12


O
Hallo Meli77de

Es ist wohl wirklich eine der schwierigsten Aufgaben in einer Beziehung, diese Dinge unter einen Hut zu bekommen.
Auf der einen Seite die Liebe zu einem Menschen, auf der anderen Seite die begrenzte eigene Kraft.

Ja, und der Gedanke belaste ich meinen Partner zu sehr, verbiegt er sich für mich?, plus der Angst verlassen zu werden, macht diese Sache nicht einfacher.

Ich selber bin und war noch niemals in einer Partnerbeziehung, aber ich kann und will auch den Rest meines Lebens nicht mehr völlig alleine leben. Daher stelle ich mir (auch ich bin natürlich kein einfacher Mensch und Partner) diese Fragen zur Zeit auch.

Mein Denkergebnis:
Ehrliches und aufrichtiges Reden mit dem Partner über diese Sache (Vertrauen) ist absolut notwendig.
Und man sollte die Möglichkeit schaffen, sich jederzeit kurzfristig räumlich aus dem Weg gehen zu können. Dieses aus dem Weg gehen darf aber auf keinen Fall als fallen lassen oder verlassen werden verstanden werden. Auch hierzu ist viel Vertrauen notwendig.

LG, omega

06.07.2009 07:02 • #13


P
Zitat von Meli77de:
Ich selber habe ganz extreme Minderwertigkeitskomplexe. Ich muss erstmal lernen, mich selbst zu lieben, bevor ich selber zu einer glücklichen Beziehung beitragen kann. Ich hoffe, dass er solange durchhält.



Ich glaub, das ist die Lösung zu deinem Problem, du hast sie selber schon gefunden

Denn wer sich selber liebt, der kann auch sicher sein, dass er liebenswert ist und die Liebe anderer einfach so verdient hat, ohne groß etwas dafür tun zu müssen.
Und das bedeutet, dass man damit einen riesen Berg an Ängsten, Zweifeln, und auch Eifersucht verliert.

Du könntest mit ganz einfachen Dingen anfangen.
Ne Liste schreiben, was du an dir magst, und auch andere fragen, was sie an dir mögen, diese Liste einstecken und immer, wenn du Zweifel kriegst, durchlesen.

Als ich damals so traurig war weil mein Papa gestorben war und das Gefühl hatte, dass es in meinem Leben nichts gibt, was schön ist, hab ich mir eine Liste gemacht mit Dingen, für die ich dankbar sein kann.
Und die hab ich immer im Geldbeutel dabei gehabt und immer, wenn ich sehr traurig war, gelesen -und es hat keine 2 Wochen gedauert, bis es mir besser ging. Mittlerweile brauch ich die Liste gar nicht mehr

Denke, es würde dir auch helfen!

Du kannst auch jeden Morgen vorm Spiegel stehen und dich angrinsen und sagen: Ich bin gut, so, wie ich bin! Ich mag mich!
Es hilft wirklich, glaub mir.

Du könntest dir auch mal wieder was gönnen, schöne Klamotten kaufen gehen oder vielleicht auch Dess. zusammen mit deinem Freund?

Nachdem Papa gestorben ist hab ich mit 5 Monate lang nichts gekauft zum Anziehen. Dann bin ich an einem Tag in die Stadt und hab bloß 3 ganz stinknormale Oberteile gekauft -aber danach hab ich mich gefühlt wie ein neuer Mensch
Einfach, weil ich mir mal wieder was gegönnt hab, und mich wohl und schön drin gefühlt hab.

Du könntest auch dir UND deinem Freund mal was gönnen, denn dir liegt ja scheinbar sehr viel an eurer Beziehung, und es schadet nie, das hin und wieder zu zeigen, dass man den anderen schätzt
Es kann ein gemeinsames Essen sein, zu dem du ihn einlädst, oder du könntest was kochen und dann ein hübsches Essen im Garten oder auf der Terrasse bei Kerzenschein vorbereiten, oder dich einfach in Schale werfen und ihn ein bisschen verführen.
Oder ein gemeinsames Tagesausflug würde mir einfallen, oder einfach irgendwas, wo du eben weißt, dass es ihn glücklich macht.
Mein Freund z.B. ist meistens gestresst durch die Arbeit, also sind meine Geschenke für ihn immer irgendwas, was ihn ablenkt und auf andere Gedanken bringt und womit er mal von der Arbeit loskommt, im Kopf.

Liebe Grüße,
Pilongo

06.07.2009 11:24 • #14


Meli77de
Hi zusammen,

danke für die Antworten und auch die ganzen Ideen und Vorschläge.
Es waren wirklich einige richtig richtige und gute Sachen dabei!

@pilongo: hab mir gestern eine neue Matraze gekauft (obwohl es mir sooo schwer fiel, weil ich sooo geizig bin) UND: hab mich seit Wochen wenn nicht Monaten das erste Mal wieder aufs Bett gefreut. Bei den ganzen Paniks die ich damit verband war mir echt die Lust darauf vergangen.

@Omegaman: wir leben nicht zusammen und haben tatsächlich die Möglichkeit, uns mal räumlich aus dem Weg zu gehen. Es stimmt, dass dies sehr viel Vertrauen braucht. Der andere muss ganz klar wissen und spüren, dass die Flucht nicht aus Ablehnung zum anderen passiert.
Das wollte ich meinem Freund nochmal klar machen. Wir hatten zwar mal drüber gesprochen, ich weiß aber nicht, wie er das verstanden und behalten hat...

LG an alle!
Meli

10.07.2009 13:50 • #15


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