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Sonnenzauber
@Gedeon hab tatsächlich auch ne ehemalige Bekannte mit Borderline, die im November in eine Psychose gerutscht ist. Obwohl sie die Diagnose gar nicht hat. Und ich hab sie gar nicht mehr wieder erkannt.

x 2 #41


G
@Sonnenzauber
Diesen Satz habe ich oben in meinem Beitrag gerade noch ergänzt:

Betroffen von dissoziativer Abspaltung sind meist die Bereiche Wahrnehmung, Bewusstsein, Gedächtnis, Identität und Motorik, aber manchmal auch Körperempfindungen (etwa Schmerz und Hunger)
Bei der Psychose käme dann der Realitätsverlust noch dazu. Zumindest bei meinem laienhaften Verständnis.
Ich könnte mir vorstellen, dass es bei der Katrin so gewesen ist.
Genug spekuliert. Gute Nacht.

x 3 #42


A


Vorstellung eines Angehörigen

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Falko78
Hallo Gedeon,

vielen Dank für Deine schönen Worte.
Ich hatte mir in den letzten Tagen etwas näher mit paranoide Persönlichkeitsstörung beschäftigt, auch Berichte von Betroffenen gesehen.
Es traf 1:1 auf Katrin zu.

Seltsam ist, warum es losging....einen wirklichen Grund/ Auslöser scheint es nicht zu geben.
Es ging ja im Sommer 2025 mit den Krankheitsängsten von heute auf morgen los. Ab Dezember dann war ich das "Hass"-Objekt.
Die ganzen 16 Jahre liefen im Gesamtpaket gesehen sehr gut und wir haben uns mit den Depressionen arrangiert.

Aber den tatsächlichen Auslöser wird man nicht herausfinden.
Ich sehe meinen Anteil in den letzten Monaten und mit dem von ihr gewählten Weg darin, dass ich häufig überfordert war. Dadurch gab es viel Streit und es fielen böse Worte bis zum Worten wie "Scheidung". Ich bin zar meistens recht ruhig, aber manchmal im Ton schroff. Das kannte Katrin aber schon und konnte meistens ganz gut damit umgehen. Es war ja nicht die regel.
Letztendlich wollten wir natürlich keine Scheidung, dafür war die Liebe zu groß.

Aber es war ein Trigger für mich, dass ich plötzlich der Feind war - aus dem Nichts. Ich fühlte mich oft in die Ecke getrieben. Das sagte ich ihr am nächsten Tag auch.
Vom Verstand her wusste sie, dass ich überfordert war.

Es war halt schwierig, weil sie alles, wirklich alles, gegen sich gesehen hat. Selbst ein "guten Morgen" wurde schnell umgedreht.

Mir hingegen mache ich mir Vorwürfe, dass ich in den letzten Wochen recht fies ihr gegenüber gewesen bin - Überforderung hin oder her - es ist zermürbend.
Ich sehe in dem Ganzen dadurch eine Teilschuld an dem, was geschehen ist.

x 2 #43


Falko78
@Sonnenzauber Das trifft es. Ich habe meine Frau auch nicht wieder erkannt. Sie war wie ausgewechselt.

x 1 #44


Sonnenzauber
@Falko78 also ich hab mit der Freundin leider keinen Kontakt mehr, die wurde nach und nach psychotisch, das ging im November los und hat sich langsam gesteigert. Bis sie dann komplett durchgedreht ist, und auf der geschlossenen fixiert wurde. Leider artet das manchmal aus, wenn die Medikation nicht genommen wird. Sowas hatte sie aber vor über 3 Jahren schon mal also eher nichts Neues. Ging auch richtig manisch depressiv.

x 1 #45


Falko78
@Sonnenzauber Bei meiner Frau war es eher die Vorstellung, dass ich ihr etwas Böses will.
Keiner der Ärzte, bei dem sie seit den Krankheitsängsten war, hatte ihr bestätigt, dass sie Krebs hat oder sonstige Krankheiten.

Möglicherweise hat sie auch das Vertrauen in die Ärzte verloren, denn für sie waren die Ängste real.
Ich hatte ihr in den Monaten mit den Krankheitsängsten auch nicht den Halt gegeben, den sie von mir gewohnt war. Das lag natürlich daran, dass ich realistisch ran gegangen bin und Krankheiten ausgeschlossen hatte.

Sie hatte ihre "Diagnosen" ja aus dem Netz. Leider ist das ja so, wenn man "ich habe gehustet" im google eingibt, gleich "Diagnosen", wie Lungenkrebs kommen...übertrieben gesehen.
Und wenn google/ ChatGPT keine Krankheit bestätigt, wird so lange getippt, bis google etwas kritisches ausspuckt.

Ihre täglichen Tabletten (Pregabin) hatte sie korrekt genommen. Hier hatte ich auch drauf geachtet. Sogar an dem Abend, als sie ihr "Vorhaben" angegangen ist, hat sie die noch genommen.

x 3 #46


Finchen1985
Das is alles so schwer zu lesen. 😢
Man weiss gar nich, was man da sagen kann. 😢

Es tut mir so leid. 😢

x 2 #47


G
@Falko78
Er ist aber auch *erlaubt* und nachvollziehbar, dass auch DU an deine Grenzen kommst und nicht dauerhaft den ausgleichenden Ruhepol geben kannst. Nicht dauerhaft *der Starke* sein kannst.
Es besteht kein Grund, dir nun echte Vorwürfe zu machen.
Du hast viele Hilfen angeboten. Dass du zum Psychologen gehst, dass sie zum Psychologen geht, dass ihr gemeinsam geht a la Paartherapie.
Alles hat sie abgelehnt. Ich kann mir denken warum. Es wird ihre Angst nach Trennung und verlassen werden sicher verstärkt.
Psychologen halten ja auch gerne Vorträge über Selbstfürsorge, sich nicht für andere aufreiben zu müssen, nicht stets den starken Part spielen müssen, obwohl man selber gerade komplett einknickt....dann folgen Aussagen, wie toxische Beziehung, sie sollten sich trennen bla bla. Davor wird sie wohl Angst gehabt haben, schätze ich mal so.

Wenn sie die Borderline Diagnose gehabt hat, können ja *paranoide Gedanken* entstehen (beschrieben in der Mini-Psychose)
(Unter einer Minipsychose versteht man einen kurzen, zeitlich eng begrenzten psychotischen Zustand. Meist dauert dieser nur wenige Minuten bis Stunden an und geht typischerweise mit dissoziativen Zuständen oder leichten Wahnvorstellungen einher)
Ich denke nicht, dass man bei ihr von einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sprechen kann. Aber wissen tue ich es natürlich nicht.
Vielleicht ist sie auch nur misstrauisch geworden, was deine Loyalität zu ihr betrifft...oder ob du von ihr vielleicht die Nase voll haben könntest. Das weiß ja nun keiner, was da wirklich in ihrem Kopf, ihrer Gedanken-und Gefühlswelt schief gelaufen ist.

Die wenigsten, die Suizid begehen, wollen auch wirklich sterben (was ich jetzt mal annehme bei Katrin).
Viele können und wollen diesen Zustand der inneren Zerrissenheit, der vielen wirren Gedanken, Gefühle, Ängste und Zweifel, den eigenen psychisch-hilflosen Zustand nicht mehr länger ertragen oder sehen keinen anderen Weg mehr, sich zu helfen, als sich zu erlösen...und zu gehen. Es ist mehr eine Flucht.
Das kann niemand nachvollziehen, der nicht annähernd so etwas ähnliches erlebt hat und an der Schwelle gestanden hat.
Merkwürdig finde ich, dass sie ihre Bedarfsmedikamente nicht nehmen wollte.

Dich trifft keine Schuld. Aber es ist ein Trauerspiel.

x 2 #48


G
@Falko78
Pregabalin (bekannt unter Handelsnamen wie Lyrica) ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das vorrangig zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen (Nervenschmerzen), Epilepsie und generalisierten Angststörungen eingesetzt wird. Es wirkt im zentralen Nervensystem, indem es die Erregbarkeit der Nerven dämpft, wodurch es beruhigend und schmerzlindernd wirkt.

Vielleicht hat für Katrin die Dosierung nicht ausgereicht, dass sie trotzdem solche Ängste hatte.
Pregabalin ist auch nicht besonders figurfreundlich, nett ausgedrückt.

x 1 #49


Falko78
@Gedeon Ich danke Dir.
In der Tat war das Misstrauen nicht den ganzen Tag. Manchmal war abends alles gut. Manchmal hat sie sich auch ein paar wenige Tage auch zusammengerissen.

In den letzten beiden Tagen hatte sie lediglich die tägliche Medikation genommen, aber kein Bedarf mehr. Mich wundert auch, dass sie selbst an dem Abend (so gegen 18 Uhr) noch ihr tägliches Medikament genommen hat.
Aber das sind alles Fragen über Fragen, die offen bleiben.

Sie hat keinen Ausweg mehr gesehen. Generell hatte sie sehr große Angst, mich zu verlieren. Daher kann ich Deine Beschreibung bestätigen.

Worüber ich mich gefreut hatte, dass sie mir ja doch noch einen kleinen Zettel hinterlassen hatte mit ganz lieben Worten.

x 3 #50


Falko78
@Gedeon Sie hatte davon täglich 2 nehmen müssen.
Eigentlich wollte sie mit ihrem Psychologen besprechen, ob man die Dosis erhöhen könnte. Dazu ist es doch nicht mehr gekommen.
Ich weiß nur, dass sie nach Rücksprache mit dem Psychologen das Armitryptelin bei Bedarf erhöhen könnte. Sie hatte davon eine mimimal-Dosis genommen.

x 2 #51


G
Zitat von Falko78:
Generell hatte sie sehr große Angst, mich zu verlieren

Das gehört ja mit zu den tragenden Hauptsymptomen bei Borderline (soweit ich das sagen kann).
Wegen der Verlustangst kommt es dann leider auch oft zu Eifersüchteleien und Steitereien.

Diese Seite ist ganz gut: https://www.msdmanuals.com/de/heim/psyc...6026800_de

x 1 #52


G
Zitat von Falko78:
Sie hatte davon täglich 2 nehmen müssen.

2 Tabletten von wieviel mg ?
2 x 50 mg?

Naja. Es lohnt ja eigentlich nicht im nachhinein noch darüber zu reden. Aber dennoch möchte man ja schon gewisse Dinge nachvollziehen können, was da schief gelaufen ist. Zumindest würde mir das so gehen.

x 2 #53


miheda
Zitat von Falko78:
In den letzten beiden Tagen hatte sie lediglich die tägliche Medikation genommen, aber kein Bedarf mehr. Mich wundert auch, dass sie selbst an dem Abend (so gegen 18 Uhr) noch ihr tägliches Medikament genommen hat.
Aber das sind alles Fragen über Fragen, die offen bleiben.

Darf ich fragen, ob du an diesem Abend was gemerkt hast ? War sie nochmals anders als in den letzten Wochen ? Du musst darauf aber nicht antworten, wenn das zu viel Belastung wär.
Meine Angehörige "droht" auch immer wieder, wir können es nicht einschätzen, wie ernst sie es meint oder ob es emotionale Epressung ist.

x 1 #54


boomerine
@miheda
Darf ich dir antworten ?
Das ist emotionale Erpressung.

x 2 #55


Dunkelbunte
Zitat von boomerine:
@miheda Darf ich dir antworten ? Das ist emotionale Erpressung.

Ist es nicht so, wer es wirklich ernst meint, macht es und zwar so, das er nicht rechtzeitig gefunden wird?

x 2 #56


Sonnenzauber
@Dunkelbunte ja genau. Aber es sind manchmal Leute eingeweiht, die dann erst nach längerer Zeit jemanden informieren. Finde ich grenzwertig.

x 3 #57

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Falko78
@miheda Sie war an dem Tag und auch an dem Tag davor sehr verängstigt, eher panisch. Am 1. Mai waren wir noch unterwegs, da schönes Wetter war.
Sie wollte zur Weser, was nichts ungewöhnliches ist. Sie liebte das Wasser.

Aber es war eine seltsame Stimmung. Sie umklammerte mich mehrmals und sagte mir, wie sehr sie mich liebt. Das war auch nicht sooo ungewöhnlich, aber eher ängstlich ausgedrückt.
Sie wirkte etwas, wie 2016/ 2017, als sie in der Psychiatrie war, also ängstlich halt.
Abends hatten wir noch gegrillt. Am nächsten Morgen verstärkte sich die Angst. Aber ihr Bedarfsmedikament wollte sie nicht nehmen.

Es schien sich im Laufe des Tages (2. Mai) zu beruhigen. Mittags saß sie noch neben mir und streichelte meine Hand und weinte. Das war, bezogen auf die Monate vorher, auch nicht so außergewöhnlich. Sie war dann noch einkaufen, kaufte sogar noch Grillanzünder, bügelte im Anschluss Wäsche.

Sie wollte dann noch einmal los spazieren gehen. Um 21.30 Uhr kam sie nach Hause und war vom Verhalten her "normal", als wäre nichts gewesen.
Danach wollte sie noch einmal los...der Rest ist Geschichte....


Um auf Deinen Text einzugehen:
Ja, es kann emotionale Erpressung sein. Dennoch würde ich es ernst nehmen. Ich kann nur berichten, wie es bei Katrin, also meiner Frau war. Sie hat nie damit gedroht. Sie hatte es 2016 schon einmal vor, traute sich nur nicht.

Sprecht darüber und hole Dir Hilfe! Mach nicht den selben Fehler wie ich und hole erst Hilfe, wenn es schon fast zu spät ist.

x 4 #58


boomerine
Ich würde gern nochmal paar Zeilen hierlassen, weil mich das Thema sehr berührt.
Du trägst keine Schuld.
Unter emotionaler Erpressung verstehe ich was anderes.
Ich könnte dazu so viel schreiben,
aus eigener Erfahrung.
Es ist ein Wahnsinns Thema.
Nur so viel, du hast keine Schuld.

x 5 #59


Sonja77
Obwohl deine Frau und ich im Forum keinen Kontakt hatten,das heißt wir hatten mal kurz Kontakt aber das ist Jahre her.danach haben wir uns einfach in verschiedenen Bereichen des Forums aufgehalten und hatten nichts mehr zusammen zu tun..

Das heisst aber nicht das ich sie nicht kannte,wenn man so viele Jahre im Forum sehr aktiv ist,kennt man die User auf irgendeine Art und Weise trotzdem

Ich möchte dir Falko,mein herzliches Beileid 💐 aussprechen zu deinem immensen Verlust.sowas kann man gar nicht in Worte fassen was man gerne sagen würde.

Ich hoffe sie ist nun an einem Ort wo sie ihren Frieden gefunden hat und es ihr endlich gut geht und sie vorallem nicht mehr leiden muss

Bitte,mach dir keine vorwürfe denn du kannst nichts dafür und du hättest es auch nicht verhindern können,das wär vielleicht eine Weile noch gut gegangen aber wenn das Leiden so extrem gross geworden ist,kann man das als Ehemann oder Ehefrau kaum mehr auffangen.
Und jeder von uns kommt auch mal an seine Grenzen und reagiert unangemessen oder mal etwas schroff gereitzt oder gar sauer….das passiert jedem von uns und man sollte niemals vergessen das es eine enorme Herausforderung ist,wenn der Partner oder Partnerin Psychisch oder körperlich oder sogar beides schwer krank und eingeschränkt ist…da ist es unvermeidlich das man mal überreagiert aber das ist niemals böse gemeint,sondern oft ein Ausdruck von Hilflosigkeit die man dann als Partner selbst spürt..

Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft
Und möchte dir noch sagen das ich es absolut toll von dir finde das du dich hier angemeldet hast und das wir hier mal ein Angehörigen haben der auch über die Probleme spricht
Hut ab vor deinem Mut

Liebe Grüße Sonja

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