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Hallo zusammen,

kurz zu mir und meiner Geschichte. Ich bin seit etwa 12 Jahren diagnostizierter Borderliner mit generalisierter Angststörung. Das Borderline habe ich ziemlich im Griff. Ich rotze nicht mehr und es geht mir relativ gut damit.

Zur Zeit lebe ich in Trennung. Ich war 5 Jahre verheiratet und habe mich im September getrennt. Das war auch gut so. Jetzt habe ich seit 3 Wochen eine Beziehung zu einem Mann, der an sich einfach wunderbar ist. Ich habe auch schon sehr viele Gefühle für ihn entwickelt. Allerdings war er die letzten 6 Jahre Single und daher kommen wir in dieser Hinsicht gerade aus zwei verschiedenen Welten. Ich bin die Nähe gewöhnt und er das "Freisein".

Dementsprechend gibts gerade Probleme. Wenn ich mal einen schlechten Tag habe, dann brauche ich extrem viel Aufmerksamkeit. Er kann mir die aber nciht geben, da er arbeitet und während der Arbeit nicht schreiben kann (er arbeitet auf dem Dach und dass er da kein Handy benutzt ist nur logisch) und abends hat er viele Hobbys etc.

Jetzt plagen mich meine Verlustängste. Ich habe Angst dass er mich nicht liebt (kann man das nach 3 Wochen überhaupt erwarten??), dass er mich auch aufgrund meiner Probleme nciht mehr haben will und so weiter. Dabei zeigt er mir seine Zuneigung doch regelmäßig. Er meldet sich so oft er kann, er hat mich seinem kompletten Freundeskreis vorgestellt, auch schon seinem Vater und seiner Oma. Im Facebook hat er sienen Beziehungsstatus geändert und ist überhaupt total lieb zu mir.

Durch meine Sch..... Verlustangst setze ich ihn aber unter Druck und dass ihm das nciht passt ist an sich logisch. Mensch, schon beim Schreiben sollte ich mich selbst fragen, Wo ist das Problem??

Whats App ist ja eine feine Sache, aber auch ich habe immer den Drang nachzusehen, ob er online war, meine Nachricht gelesen hat und ärger mich dann, wenn er nciht zurück schreibt.

Ich will ihn nicht verlieren, aber ich bin sicher, wenn ich so weiter mache, bin ich auf dem besten Weg. Morgen soll eine Art Aussprache stattfinden, vor der ich schon riesen Angst habe. Was soll ich ihm denn sagen?? Soll ich ihm das wirklich alles so erklären wie es ist?

Ich nehm schon täglich 10mg Sertralin um meine Emotionen in den Griff zu bekommen. Ok, die letzten Monate habe ich es eher unregelmäßig genommen, was wahrscheinlich auch ein Fehler war. Es sind nur so viele Baustellen.... Hab einen neuen Job, eine neue Wohnung, die Trennung von meinem Ehemann, die neue Beziehung, ich glaub ich hab mir einfach etwas viel vorgenommen (

Über ein paar Ratschläge oder Tipps wäre ich sehr dankbar.

15.01.2013 07:24 • 18.01.2013 #1


2 Antworten ↓


Liebe Dani, ich denke, vom Kopf her hast du alles schon verstanden und weißt, was du falsch machst bzw. ändern solltest. Und du weißt auch, dass du mit deinem Verhalten die Beziehung riskierst (wie war denn die Aussprache by the way?). Aber ändern kannst du es trotzdem nicht, denke ich. Ich kenne das auch von mir. Mir hilft dann, das einfach so zu akzeptieren, wie es ist. "Ich kann mich nicht anders verhalten, das hat vielleicht schlimme Konsequenzen, aber das ist dann eben so. So wie ich im Moment drauf bin, geht vielleicht keine Beziehung." Also akzeptiere mögliche Konsequenzen im Vorhinein. Das entspannt ungemein. Ich weiß, dass ist schwer, weil du so an ihm hängst. Aber jetzt mal ehrlich: Vielleicht passt ihr trotz aller Liebe einfach nicht zusammen. Und zu einer Beziehung gehören immer zwei, du trägst nicht 100 % der Verantwortung und hast es daher auch nicht 100 % im Griff. Außerdem hilft sicher, ihm alles ganz klar zu erklären und von ihm Feedback zu bekommen, was no Go's sind und was ihn nicht stört.
Also, viel Erfolg wünscht Valerie

17.01.2013 10:11 • #2


Hallo Valerie,

danke für deine Antwort. Die Aussprache war... Naja, ich weiß nicht. Ich hab ihm noch nicht alles erzählt. Wollte erstmal vorsichtig antesten wie er reagiert. Es scheint, dass er überhaupt keine Erfahrungen auf dem Gebiet hat und daher auch nicht erkennt, dass es mich sehr belastet.

Zur Zeit versuche ich ja schon extrem zum einen mein Selbstbewusstsein zu stärken, um dadurch das Vertrauen in die Beziehung zu stärken um dadurch wieder die Verlustangst zu überwinden. Naja, in der Theorie ist das sehr einfach....

Ich habe heute zum Beispiel auf der Arbeit mal versucht das Handy nciht ständig zu kontrollieren ob er online war. Habs auf lautlos gestellt und umgedreht, aber ich hab mich trotzdem etwa jede halbe Stunde erwischt, dass ich nachgesehen habe. Es nervt mich ja selbst schon, aber wenn er mir mal nciht am Morgen eine Nachricht schreibt, dann krieg ich wieder totale Panik.

Und die ganze Zeit Medikamente nehmen ist ja auch nciht das Wahre. Die Tabletten habe ich von meinem Neurologen, also unter ärztlicher Aufsicht.....

Und ich möchte mich schon gerne ändern, denn ich fühle mich ja selbst nicht wohl, wenn ich mir immer so eine Panik mache. Und ich will dieses ungute Gefühl einfach loswerden, denn es hat bisher alle Beziehungen, ob Liebesbeziehung oder nur eine Freundschaft kaputt gemacht. Irgendwann werde ich den Menschen immer zu kompliziert....

18.01.2013 14:58 • #3




Dr. Reinhard Pichler