Pfeil rechts
1

Hallo,

Ich hoffe jemand hat Zeit für meine Geschichte und mein Problem.

Meine Vergangenheit:
Ich hatte bisher eine einzige Beziehung (das Ende ist nun fast genau 2 Jahre her). Meine damalige Freundin hatte Borderline, was sie immer versteckt bzw vertuscht hielt. Ich habe das - selbstverständlicherweise - entdeckt als ihr erster Freund. Somit war ich der einzige Mensch der davon wusste, sogar vor ihren Eltern. Ich habe damals viel mit Seelsorgern gesprochen und konnte ihr gut helfen, sodass sie es fast geschafft hatte, davon loszukommen. In einer ihrer "ich kann nicht verstehen warum mich jemand liebt"-Panikattacken hat sie dann die Beziehung beendet und hatte einen krassen Rückfall. Mein damals bester Freund (vergleichbar mit einem Bruder) war auch mit ihr befreundet und wusste von ihrer Krankheit. Wir waren so eine Art Dreiergespann im Kampf gegen Borderline.

Nun der Punkt:
Mein bester Freund gab mir (ich vermute weil er Gefühle für sie hatte und mich "loswerden" wollte) die Schuld für diesen Rückfall und beendete die Freundschaft. Anschließend hatte ich starke Depressionen/Schlaflosigkeit etc und war bereits in Therapie.

Mein Problem:
ich bin ganz gut weggekommen aber etwas bleibt: Der Verlust und die Angst. Ich habe zurzeit zwei beste Freundinnen (ja, Freundschaft zw. Mann und Frau geht manchmal - es sind zwei sehr sehr tiefe Freundschaften) allerdings haben die mir offenbart, dass ich sehr anstrengend bin und es gibt auch oft heftige Reibereien. Ich bin oft enttäuscht von ihnen obwohl ich weniger den Grund dafür habe. Sauer, dass Verabredungen oft von mir ausgehen, dass überhaupt was passiert, mache Vorwürfe etc. Ich vermute, dass das eindeutig Verlustängste sind und dass ich beide krampfhaft umklammere, was sicherlich schadet.

Nun meine Frage: Wie kann ich gelassener sein? Beide versichern mir, dass ich auch für sie ein bester Freund bin. Eigentlich könnte ich damit so glücklich sein. Mich macht es verrückt, dass ich es nicht bin. Hilfe!

Liebe Grüße und vor allem danke!
Danisahne

08.01.2014 02:43 • 27.05.2019 #1


12 Antworten ↓


Dass Du Verlustangst hast, nachdem erst Deine Freundin mit Dir Schluss gemacht hatte und dann auch noch Dein bester Freund Eure Freundschaft beendet hat, ist eigentlich nicht verwunderlich.

So blöd es klingen mag, und so mühsam es manchmal sein mag:
Gegen Verlustangst hilft nur, das eigene Selbstwertgefühl aufzubauen und zu stärken!

Lerne, es Dir gut gehen zu lassen, auch wenn Du alleine bist, unternimm auch alleine etwas, was Dir Spaß macht (dabei ergeben sich ja vielleicht auch neue Freundschaften oder mehr...?) und mache Dir klar, dass Du nicht "Schuld" hast, weder an der Beendigung der Beziehung, noch an dem Rückfall Deiner Ex, noch an dem Ende der Freundschaft- in Borderline- Beziehungen ist man nie, niemals an irgendetwas "Schuld", da kann man eigentlich nur "verlieren", und ein Typ, der es auf Deine damalige Freundin abgesehen hatte, war in Wahrheit auch gar nicht mehr Dein bester Freund!

Versuche, Dich nach Vorne zu orientieren und nicht mehr über diese Menschen Deiner Vergangenheit nachzugrübeln!

Und wenn Du die Sache verarbeitet hast, werden auch wieder neue Türen aufgehen- hab` Geduld und glaub` an Dich!

09.01.2014 00:16 • x 1 #2



Verlustangst in Freundschaft

x 3


Danke für deine Antwort, Mahabharata!

Das mit dem Selbstwertgefühl habe ich schon gelesen, ist aber nicht so greifbar... Ich versuche bereits stark alleine gut drauf zu sein. Absurderweise finde ich das in Sachen wie früh aufstehen, Ordnung etc (neben Deppressionen wurde damals auch sowas wie Perfektionismus diagnostiziert). Das ist ja schön und gut. Nur trotzdem habe ich immer ein flaues Gefühl wenn eine von meinen zwei Besten Freundinnen nicht oder nur sporadisch antwortet oder allgemein auf mich reagiert. Mir ist zwar klar, dass es sicher nicht an mir liegt, sondern an tausenden anderen Gründen die nichts mit der Freundschaft zu tun haben (ich glaube ich bin - abgesehen von meiner aktuellen Umklammerung - ein ziemlich guter Wegbegleiter). Trotzdem is da immer diese Angst, die mir keine Ruhe lässt.

Gibt es ein Trick wie ich mehr vertrauen aufbauen kann?

09.01.2014 17:11 • #3


Schon mal mit `ner Therapie versucht?
Da Du ja ziemlich zu grübeln scheinst, sobald sich jemand nicht regelmässig meldet, Angst hast, denjenigen zu verlieren, und obwohl Dein Kopf Dir sagt, dass es nicht an Dir liegt, Du ja doch das Gefühl hast, irgendetwas "falsch" gemacht zu haben, auch zum Klammern neigst, wie Du schreibst, wäre es vielleicht gar nicht schlecht, mal eine Verhaltenstherapie zu machen und zu lernen, Dich selber mehr wahrzunehmen und Dich nicht ständig nur mit anderen zu beschäftigen!

Es gibt auch diverse Persönlichkeitsstörungen in verschiedenen Ausprägungen, die mit "Klammerei" einhergehen, z.B. die ängstlich- vermeidende PS oder auch andere.
Um das herauszukriegen und dagegen etwas zu tun, könnte Dir ein Therapeut helfen.
Lass Dir doch einfach mal von Deinem Hausarzt 5 Probesitzungen aufschreiben und versuche es, ob das Dein Weg sein könnte, um klar zu sehen und Hilfe zu erhalten, besser mit Deinen Ängsten umzugehen!

Übrigens habe ich auch festgestellt, dass Entspannungstechniken, Qi Gong, Yoga oder was auch immer den Fokus mehr auf sich selber lenkt und man sich besser und stärker fühlt, wenn man so etwas regelmässig praktiziert.
Vielleicht schaust Du mal, es gibt ja überall Seminare in dieser Richtung, teilweise werden die Kosten sogar von den Krankenkassen zumindest teilweise übernommen.

09.01.2014 17:58 • #4


Ich war bereits in Therapie damals wegen meinen Depressionen. Ich glaube die haben sich "einfach" zu dem jetzt weiterentwickelt. Du hast wohl recht. Eine der beiden versucht mir das schon einzureden, du hast mich überzeugt. Nächste Woche zum Hausarzt.

Was meine Situation zusätzlich erschwert ist, dass ich ein duales Studium mache (3 Monate Studium, 3 Monate Arbeit im Wechsel). Ich lebe dadurch an 3 unterschiedlichen Orten: Am Wochenende in meiner Heimatstadt, unter der Woche entweder an meinem Studienort (200km entfernt) oder Arbeitsort (500km entfernt). Die zwei Mädels sind beide in meiner Heimat.

Diese Tatsache sorgt eben auch für eine gewisse Einsamkeit, da es viele Kontakte gibt aber Freundschaften weniger. Noch dazu habe ich dadurch ohne Erwartungen, da ich immer gleich Bekannte als Freunde sehe und damit oft auf die Schnauze falle... Ich hoffe, dass das alles einfacher wird, wenn ich damit fertig bin (Sept'14) weil ich dann an meinen Arbeitsort ziehe.

09.01.2014 18:16 • #5


Es ist bestimmt belastend, an drei Orten zu leben und ständig wechseln zu müssen, das kann ich mir vorstellen!
Sicher ist das auch nicht gerade einem Gefühl von Sicherheit zuträglich...

Das Problem, Bekanntschaften ernster zu nehmen und ihnen mehr Wert beizumessen als die betreffenden Bekannten, kenne ich übrigens auch, und ebenso das folgende auf- die Schnauze- Fallen...

Wahrscheinlich hilft tatsächlich nur, die anderen nicht mehr so wichtig zu nehmen, sich selber wichtiger zu nehmen, eine grundsätzliche Skepsis walten zu lassen, bevor man sich zu sehr emotional auf irgendwelche menschlichen Beziehungen einlässt- und lieber dann hinterher positiv überraschen lassen...

Wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du noch gut durchhältst, bis Du fertig bist mit Deinen Ortswechseln und dann endgültig umziehen kannst, und viel Erfolg für die nun von Dir ins Auge gefasste Therapie!

09.01.2014 23:28 • #6


Hallo Leute
Ich war mal mit ner tollen Frau zusammen sie hat Borderline zu Anfang ging alles noch Verliebt bis über beide Ohren klar da kommen auch keine Zweifel aber einige Monate Später kamen sie von ihr leider .
Boderline heißt einfach Freund oder Feind Todtraurig oder Glücklich weiß oder Schwarz dazwischen ist nichts aber auch gar nichts
und das ist die Kunst mit Borderlinern umzugehen sehr schwer nur wer da mit ganzem Herzen bei ist kann es schaffen ich hab es nicht geschafft mit ihr mein Leben zuteilen Schade war einfach zu heftig
Ciao

10.01.2014 00:53 • #7


26.05.2019 21:42 • #8


Safira
Hallo Lisa, ich hab noch nie soviel Widersprüchlichkeit gelesen wie in Deinem Text.
Dein Problem ist dass du selber nicht weißt was du willst und fühlst.

Warum fummelt man mit dem besten Freund? Ist das üblich heutzutage?

26.05.2019 22:13 • x 1 #9


Feuerschale
Hallo Lisa,

Das ist doch schön (finde ich, ist jetzt alles so aus meiner Sicht), dass dich jemand so berührt und du fühlen kannst.

Klar ist es nicht einfach, Nähe zu leben, wenn man selber soviele Ängste laufen hat und "Filme" mit Eifersucht und
Verlustangst oder Schwierigkeiten mit Nähe.

Aber vorab schon zu handeln und alles zu beurteilen, dich abzuwerten und "euch zu schonen", wirst du da
dir und deinem Freund gerecht?

Ängsten braucht man auch nicht immer und alles zu glauben.

Ich glaube, das letzte ist der Punkt, was ich so sagen wollte:
Aus meiner Sicht glaubst du zu sehr deiner Angst, und ich denke nicht, dass das gut ist.
Da kommen dann so Gedanken wie Selbstabwertung, und dass alles hoffnungslos ist oder du schlecht bist.

Vielleicht kannst du dir ja auch Unterstützung holen, um das für dich besser zu sortieren und auch positive Seiten
und eine Stimme für dich zu stärken.

LG

26.05.2019 22:47 • x 2 #10


Pinselspitze
Guten Morgen Lisa,

du benennst in dem Titel eine Verlustangst bezogen auf Freundschaft, aber für mich liest sich das eher so, als wärst du in deinen besten Freund verliebt und deshalb eifersüchtig. Hast du mit deiner Verlustangst denn auch bezüglich anderer Menschen zu kämpfen, oder bezieht sie sich ausschließlich auf ihn?
Habt ihr mal in Erwägung gezogen darüber zu sprechen, ob zwischen euch beiden eventuell mehr ist, als nur Freundschaft? Vielleicht ist deine Angst und Eifersucht bei ihm so stark, weil ihr keine geklärte Situation habt. Für meinen Geschmack geht Kuscheln und Küssen eh bereits über das normale Freundschaftsmaß hinaus...

27.05.2019 07:41 • #11


Carcass
Aus Angst vor einer Beziehung und die Freunddschaft riskieren hast du es beendet. Ja gut!

Aber von sich zu behaupten, sehr beliebt zu sein, grenzt schon an Antipathie, wie ich finde!

27.05.2019 07:43 • #12


Ich reagiere generell sehr ängstlich, sobald mir jemand zu nahe kommt emotional. An sich würde ich mich oberflächlich betrachtet als umgänglich bezeichnen, deswegen suchen Menschen auch meine Nähe. Aber sobald es zu einer innigen Freundschaft oder Beziehung kommt habe ich entweder Verlustangst oder Bindungsangst.
Geküsst habe ich ihn nicht, aber wir haben viele Pärchensachen gemacht. Zb kuscheln oder umschlungen durch die Stadt geschlendert.

Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich sage, dass ich mich und ihn vor meinen Ängsten schützen muss. Bevor ich wieder jemanden in mein Leben lassen kann, muss ich dieses Problem mit meinen Ängsten gelöst haben.

27.05.2019 09:32 • #13



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler