Pfeil rechts

Hallo und guten Abend zusammen,

und wieder einmal ist es soweit.

Ich habe es selbst vermasselt, jemanden kennenzulernen, der mir gefällt, weil mir meine Psyche einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Aus lauter Angst vor Ablehnung, vor Enttäuschung und weil es immer so weh tut, eine Enttäuschung zu erleben, mache ich alles verkehrt.

Ich treibe die Männer regelrecht in die Flucht.
Ich bin so sauer auf mich.
Weil mein Bedürfniss nach Zärtlichkeit, Liebe und einer wahrhaftigen Beziehung versus
Minderwertigkeitskomplexe, Angst, Verlassenheitsgefühle ect. gegenüber stehen und kämpfen.
Und wieder einmal hat die andere Seite zu meinem Nachteil gewonnen.
Ich könnte heulen, ich bin so verzweifelt wie schon lange nicht mehr.

Andere Frauen preisen ihre Guten Eigenschaften an, ich nenne miene schlechten.
Ich bin völlig bescheuert.
Ich gehe sofort auf Gegenangrifff, ersticke alles im Keim.

Warum bin ich nur so.

Kennt das jemand hier.
Wie kommt man da raus?

20.03.2010 23:00 • 27.03.2010 #1


13 Antworten ↓


Hallo Emmie,

Du bist mit dem Problem nicht allein! Ich kenne das sooo gut.

Die Verzweiflung über sich selbst, über sein Verhalten und daß man es nicht ändern kann oder einfach nicht weiß wie.

Bei mir hat der vermeintliche Selbstschutz bisher auch immer dazwischengefunkt. Dann gab es einen, der es wirklich ernst meinte, aber ich kam damit gar nicht klar und habe die Beziehung solange sabotiert, bis wir beide es nicht mehr ausgehalten haben.

Nun bin ich wieder allein und kämpfe mit Einsamkeitsgefühlen, auf der anderen Seite bin ich seltsam erleichtert...einen Tag so, den anderen so. Solange es Ablenkung gibt, läuft es gut, mit zuviel Zeit und alleine eher schlecht.

Inzwischen habe ich beschlossen, mir Hilfe zu holen, um aus diesem Teufelskreis herauszufinden und irgendwann eine gute Beziehung zu mir und damit hoffentlich auch zu einem Partner haben zu können. Hast Du das auch schon mal in Betracht gezogen? Die Entscheidung dazu hat bei mir lange gedauert, denn von außen betrachtet führe ich ein ganz normales Leben mit Job, Familie, Freunden und scheine zufrieden zu sein. Ich dachte, daß es nicht nötig ist, irgendwann würde sich auch für mich was ergeben und alles von selbst erledigen...dem war aber nicht so.

Innerlich fühle ich mich die meiste Zeit miserabel, habe ein schlechtes Selbstbild und genau wie Du mache ich mich selbst nieder und stelle mein Licht unter den Scheffel.
Es muß doch einen Ausweg geben.

Würde mich freuen, wieder von Dir zu hören.

23.03.2010 22:34 • #2



Selber Schuld

x 3


Hallo Herbstkind,

vielen lieben Dank für Deine Antwort.

Es ist in der Tat wirklich schön zu wissen, daß man damit nicht alleine steht.

Bei mir ist es auch so, daß ich nach außen hin die Fassade aufrecht erhalten kann.
Wie es bei mir innen aussieht, weiß so gut wie keiner.

Meine Sehnsucht nach einer guten Beziehung ist allgegenwärtig und mal mehr oder weniger.
Es gibt Tage, da komme ich gut mit dem Alleinsein klar, an anderen Tagen ist es schlimm. Liegt sehr wahrscheinlich wieder am Frühling und die Hormone tuen ihr übriges.

Die Angst vor Ablehnung ist aber so groß, hat so eine mächtige Kraft in mir eingenommen, daß alles im Keim erstickt.
Und ich verstehe es nicht.
Ich hatte durchaus positive Erfahrungen, was Liebe und Beziehung betrifft.
Manchmal denke ich auch, daß es am Alter liegt.

Hast Du denjenigen damals sehr lieb gehabt, konntest Du mit ihm über Deine Ängste reden?
Und machst Du nun eine Therapie ?

Ich habe Angst vor einer Therapie. Vor dem, was alles hochkommt.
Vor Jahren bin ich zeimlich unten gewesen und seit längere Zeit habe ich mein Leben wieder gut im Griff.
Ich kann es mir im Prinzip nicht erlauben, dadurch wieder aus der Bahn geworfen zu werden.
Ich muß jetzt schauen, wie sich alles weiterentwickelt.

Viele herzliche Grüße udn alles Gute

Emmie

24.03.2010 08:32 • #3


Hallo Emmie,

da ich aus mir selbst nicht mehr schlau und auch depressiv wurde, habe ich mir einen Therapeut gesucht, um von einem Außenstehenden zu erfahren, was er über meine Situation denkt.
Ich kann Deine Angst verstehen, daß Du die vergangenen und/oder schlummernde Dinge lieber nicht hervorholen willst, das kann auch sehr schmerzhaft sein. Aber die jetzige Situation macht uns ja auch nicht glücklich.

Es war gut und notwendig, daß ich mir Hilfe geholt habe, da meine Probleme keine Einbildung sind und ich mit meinen ständigen Selbstzweifeln etc mich selbst sabotiere. Das Blöde ist ja, daß man weiß, wo die Probleme liegen und was man ändern müßte, nur die Umsetzung fällt so schwer, das Loslösen von festen Verhaltens- und Gedankenmustern.

Mein Freund hat meine Ängste nicht wirklich verstanden, auch wenn er sich sehr bemüht hat. Leider brachte mich seine Liebe zu mir nicht dazu, mich selbst auch zu lieben. Eher im Gegenteil: ich habe nicht verstanden, wie er so für mich empfinden konnte, es bin doch NUR ICH.
Meine Gefühle zu ihm waren auch nicht so stark wie seine für mich, leider. Wir führten eine Fernbeziehung, was das Zusammensein erschwerte, aber die Trennung für mich leichter machte.

Das Einsamkeitsgefühl ist momentan überwältigend groß, aber ich wollte nie eine Beziehung führen, nur um nicht allein zu sein. Es muß schon passen und beiden soll es eine Bereicherung sein.

Kann es sein, daß wir unter anderem so blockiert sind wegen einer hohen Erwartungshaltung, vor allem an uns selbst? Kennst Du das nervige Gefühl, Dich ständig von außen zu beobachten? Und die kleine negative innere Stimme, die Dich mantramäßig herunterputzt?

Mit sich selbst zu leben ist wirklich schwierig!

Liebe Grüße

24.03.2010 10:28 • #4


Hallo Herbstkind,

im Prinzip könnten wir uns gegenseitig spiegeln.
Das kommt mir alles so bekannt vor.

Stehst Du heute noch irgendwie mit Deinem Freund in Kontakt ?
Vielleicht findet ihr wieder zueinander, wenn es Dir besser geht.
Daß Du eine Therapie machst finde ich bewundernswert.
Ich weiß , ich müßte auch eine machen.

Doch bei mir gibt es noch einige andere Baustellen familär, und ich habe Angst, daß ich daß ales nervlich und seelisch nicht koordiniert kriege.
Allein für meinen Alltag brauche ich sehr viel Kraft, ich habe einen zwar interessanten und tollen, aber auch anstrengendnen Beruf und ein chronisch krankes Kind.
Dazu bin ich noch alleinerziehend.

Wenn ich nun eine Therapie machen würde, weiß ich nciht, wo das endet, was auf mich zukommt. Wenn es vielleicht ruhiger geworden ist, werde ichdas auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Ich finds schön, Dich hier kennengelernt zu haben.
Und wünsche Dir alles Gute.

Emmie

24.03.2010 18:37 • #5


Hallo Emmie,

ich kann Deine Bedenken gut verstehen, es wird wirklich sehr viel zum familiären Hintergrund gefragt, aber der hat uns eben zum Großteil zu dem gemacht, was wir sind. Und die Phase der Pubertät spielt auch eine prägende Rolle.
Für eine Therapie muß man sich bereit fühlen, sträubenderweise hilft das sicher nicht.

Der Kontakt zu meinem Exfreund bestand noch eine Weile, aber irgendwann fand ich das eher belastend und das Loslassen erschwerend. Also brach ich ihn ab.
Zusammenkommen werden wir nicht mehr, denn zur Trennung führten nicht nur meine Probleme...das Gefühl stimmte meinerseits einfach nicht.

Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute!

25.03.2010 19:40 • #6


Hallo Herbstkind,

habe soeben beschlossen, mich wirklich mal nur um meine Psyche zu kümmern und alles was mit Liebe und Partnerschaft zu tun hat, ersteinmal aufs Eis zu legen.


Ich merke, daß ich nicht wirklich glücklich mit meinem Ich bin und möchte mich auf die Reise begeben, herauszufinden, wann und wo diese Minderwertigkeitsgefühle angefangen habe.
Auf jeden Fall hat auch meine Figut damit zu tun, denn ich bin erheblich übergewichtig, BMI 36 !
Mein ganzes Leben lang ging es immer nur um Figur, und abnehmen udn schlank sein.
Immer auf und ab. Wenn ich schlank gewesen bin, habe ich positive Aufmerksamkeit bekommen, wenn ich dick war, hieß es gleich, Mensch wie kann man sich nur so gehen lassen.
Es hat nie jemand gefragt, warum ich so dick bin. Die einzigen Menschen, die es interessiert, wie es mir innen geht und mich auch lieben so wie ich bin, waren und sind meine Eltern und Geschwister.

Durch meine Komplexe war ich immer unscheinbar und hatte den Kopf unten, damit mich niemand sieht. Ich wollte nie auffallen, immer schön im Hintergrund bleiben.
Wenn ich dann schlank war, kam der Aha-Effekt, Huch ," die ist ja doch jemand".
Dann hatte ich den Kopf oben und es ging mir fantastisch.

Außerdem habe ich einen angeborenen Hüftfehler, ich war immer anders wie andere.
Ätzenden Gefühl!

Ich weiß nur noch nciht wie ich das schaffen kann, dick zu sein, und mich trotzdem gut zu fühlen, denn dann würde ich automatisch wieder schlank werden, weil ich weniger esse.

Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht allzu zugetextet.

Wünsche Dir ein schönes Wochenende..........


Bleib gesund ,
Emmie

26.03.2010 19:30 • #7


Liebe Emmie,

wir sind wohl wirklich in irgendeiner Art Zwillinge. Auch ich habe enorme Komplexe wegen meiner Figur, und das seit ich denken kann.

Alles dreht sich um zu dicke Oberschenkel, den dicken Hintern etc. Dabei bin ich nach BMI nur geringfügig übergewichtig, aber trotzdem war ich immer und überall die Dickste...und fühle mich bis heute durch dieses festgefahrene Selbstbild minderwertig und nicht liebenswert. Als wenn der Mensch nur aus Aussehen bestehen würde. Wenn ich nicht so ein Thema daraus machen würde, würden mich Außenstehende wahrscheinlich gar nicht in erster Linie als dick wahrnehmen.

Mein Glück mache ich am Gewicht fest, und wovor ich wirklich angst habe: sollte ich irgendwann einmal Idealgewicht haben, dann hätte ich ja keine Ausrede mehr. Das Dicksein bzw Dickfühlen ist eine Art Schutzschild, absurd.
Auf der einen Seite möchte man unsichtbar sein, auf der anderen Seite ist es verletzend, nie wahrgenommen zu werden. So war das jedenfalls immer bei mir.

Ich wünsche mir auch, endlich mit mir ins Reine zu kommen, auch mit 10 Kilo zuviel. Ich will mich akzeptieren und lieben so wie ich bin, damit ich es zulassen kann, wenn andere das tun. Das war auch ein großes Problem in meiner vergangenen Beziehung.

Konzentration auf das Selbst und dessen Akzeptanz, statt nach Anerkennung von außen zu streben...das ist das erklärte Ziel!

Viel Kraft und herzliche Grüße sendet Dir das
Herbstkind

26.03.2010 23:08 • #8


Hey Ihr beiden

Ich erkenne mich in vielen Punkten in Euch wieder.

Ich hab das Gefühl, dass die Beziehung zu meinem Ex einfach nur ein glücklicher Zufall und die absoute Ausnahem von der Regel war (wir waren immerhin neun Jahre zusammen, 8 1/2 davon glücklich).

Die Beziehung ist jetzt drei Jahre her und seitdem habe ich niemanden mehr wirklich an mich rangelassen. Mein "bester" Freund meinte schon zu mir, ich solle doch endlich mal jemandem eine Chance geben und nicht sofort jeden in die Wüste schicken, der es auch nur wagt mich anzusprechen.

Meine längste Beziehung in den letzten drei Jahren dauerte zwei Monate: wir haben uns nur an den Wochenenden gesehen und da ging es meistens nur um das Eine und eine echte gefühlsmäßige Bindung kam nie zu stande, da wir zwar Zeit miteinander verbracht, aber nicht wirklich miteinander geredet haben. Erschreckenderweise war das aber auch die Beziehung in den letzten drei Jahren, die ich noch am positivsten bewerte. Vermutlich, weil er ähnlich distanziert wie ich war.

Seitdem habe ich zwar immer wieder Männer kennengelernt, aber diese meistens spätestens nach zwei Wochen in die Flucht geschlagen. In letzter Zeit bin ich dazu übergegangen bereits das erste Date richtig zu versemmeln. Schon auf dem Weg zum Date fallen mir soviele Gründe ein, warum derenige nicht zu mir passt (zu alt, zu jung, zu dick, zu dünn, nicht gutaussehend genug, zu ungebildet, zu schräg drauf, zu spießig...), dass ich sobald ich den betreffenden dann sehe sofort auf Abstand gehe und kalt und abweisend bin. Die armen Kerle tun mir dann echt leid, weil das im Grunde genommen für uns beide verschwendete Zeit ist.

Hinterher bin ich oft zwiespältig. Einerseits bleibe ich zwar dabei, dass er zu dick, zu dünn... ist, aber andererseits wusste ich das doch auch vorher schon und beim Kennenlernen hat es mich doch auch nicht gestört. Hmpf. Kommt mir daher so vor als ob ich immer krampfhaft nach Gründen suche, warum ich den anderen lieber doch nicht will.

Das macht mich halb wahnsinnig. Einerseits quält mich hier die Einsamkeit und andererseits ist mir sowieso niemand gut genug. Und wenn mir doch einer mal gefällt, dann ist er mit Sicherheit vergeben. Wobei ich denke, dass auch dahinter bei mir System steckt.

Das mit den Figurproblemen kenne ich übrigens auch. Als Kind war ich untergewichtig. Während der Scheidung meiner Eltern nahm ich zu (meine Mutter wollte nicht mehr kochen, ich hab aus Trotz mich geweigert kochen zu lernen, nachdem sie mich jahrelang klein gehalten hat und aß hauptsächlich Fastfood) und seit ich allein lebe wurde es zwar wieder weniger an Gewicht und ich nehme auch nicht mehr zu, aber in meinen Augen bin ich immer noch zu dick. Auch wenn es genügend Typen gibt, die mich gern aufreißen würden, wenn ich abends mal weggehe. Nur denke ich dann immer, dass die halt nicht das Auge haben, um zu erkennen, dass ich nur relativ geschickt gekleidet bin, so dass man die Fettpölsterchen nicht so sieht. Daher habe auch ich oft den Gedanken: naja, wenn ich erstmal so bin, wie ich sein will, dann wird es auch klappen, ich muss nur endlich dünn genug werden...

Wie man aus diesem ständigen Rückzug rauskommt? Ich weiß es nicht. Zumal ich mir auch immer wieder die Frage stelle, ob es nicht vielleicht doch daran liegt, dass ich einfach immer nur die falschen Männer kennenlerne. Schließlich will ich keine Beziehung um jeden Preis. Andererseits war mindestens einer dabei, den ich vor unserem Date schon oft gesehen habe und mich immer gut mit ihm unterhalten konnte, ihn wirklich gerne mochte. Und gerade demgegenüber war ich dann richtig ätzend als wir unser Date hatten...

27.03.2010 12:20 • #9


Hallo Valaria,

wenn ich das richtig sehe, bist Du auch Boston Legal-Fan?

Das Rummäkeln an eventuellen Kandidaten kenne ich auch. Ich sabotiere nicht nur mich selbst mit negativen Gedanken, sondern finde auch KO-Kriterien für mein Gegenüber. Keine Essmanieren, komische Kleidungsart, nicht der passende Schulabschluss...ich überlege jetzt sogar im Nachhinein, was bei meinem Ex alles nicht stimmt, nur damit ich mich "besser" fühle oder die Trennungsentscheidung für mich gerechtfertigt ist.

Ich fange auch schon wieder an mir die Zweisamkeit madig zu reden, damit ich das Singledasein irgendwie wertschätzen kann...fakt ist aber, daß ich es satt habe immer nur allein zu sein.
Nur hapert es schon daran, daß ich keine Dates habe, nicht mal weiß, wie ich an selbige gelangen soll. Würde mich jemand toll finden, würde ich entweder denken "der hats aber nötig" oder "der sieht gar nicht wie häßlich und blöd ich eigentlich bin, der hat sicher nur Mitleid mit Dir". Oder mich würden seine Essmanieren stören. Ich rutsche auch oft in die "Kumpelschiene"...

Das ist alles so bescheuert.

27.03.2010 15:15 • #10


Hallo Valaria, Hallo Herbstkind

Durch Eure Erzählungen habe ich gemerkt, daß es Euch tatsächlich nicht viel anders geht wie mir, obwohl ihr wesentlich schlanker zu sein scheint.

Und ich überlege, warum ist es eigentlich von der Figur abhängig, daß man sich entweder gut oder halt nicht gut fühlt.

Auch in den Zeiten, als ich noch Normalfigur hate, habe ich mich minderwertig gefühlt, dann nußte ich irgendwas anderes tolles leisten, schulisch oder beruflich, bis ich die Anerkennung bekommen habe, nach die ich mich gesehnt habe.

Ich denke, hier spielt die Erziehung der Eltern und die Einstellung zum Leben, die man erstmal von ihnen vermittelt bekommt eine große Rolle.
Ich weiß, daß mich meine Eltern lieben, aber es ging und geht auch heute noch möglichst darum, viel zu leisten, strebsam zu sein, sich nicht gehen zu lassen, super gut auszusehen ect. ect.
Wenn ich richtig überlege, bin ich nie einfach nur wegen mir anerkannt, geliebt und respektiert worden.

Soviel zum Thema glückliche Kindheit, ich war immer der Ansicht, daß ich eine gute Kindheit gehabt habe.
Ich habe immer sehr an meinen Vater gehangen, doch auch da mußte ich mir immer alles erkämpfen .

Na, ja, ich hoffe, daß ich es bei meinen Sohn anders mache. Das ich einfach auch mal ne 5 grade sein lassen kann.

In diesem Sinne umarme ich Euch beide mal gedanklich und wünsche Euch ein schönes Wochenende.

Viele herzliche Grüße

Claudia

27.03.2010 18:58 • #11


Liebe Claudia,

ich denke auch, daß wir immer was finden werden, um uns runterzumachen. Auch ich war schonmal dünner und wenn ich mir jetzt die Fotos ansehe denke ich mir, daß ich hätte glücklich und zufrieden sein müssen, rein objektiv gesehen. Ich war es aber nicht.

Sicherlich hängt viel von den Eltern ab, aber ich fühle mich sehr unwohl dabei, ihnen alles in die Schuhe zu schieben. Ich hatte eine gute Kindheit und Fehelr haben sicher nicht mit Absicht stattgefunden.
Geprägt werden wir dadurch trotzdem. Auch mein Vater ist sehr leistungsorientiert, Probleme sind nur dazu da, gelöst zu werden. Mitleid oder Einfühlungsvermögen kennt er nicht, alles wird sehr sachlich betrachtet und behandelt. Komme mir manchmal wie ein Geschäftspartner von ihm vor.

Ich weiß, daß ich stolz auf mich sein kann, trotzdem verlangt man insgeheim immer nach der elterlichen Anerkennung und ist enttäuscht, diese nicht zu bekommen und stattdessen das Gefühl zu haben, das die Leistungen nie ausreichen.

Davon versuche ich mich gerade frei zu machen, aber das ist sooo schwer.
Wenigstens ist man mit diesen Gedanken und Problemen nicht allein, wie ich hier sehe.

Liebe Grüße

27.03.2010 20:02 • #12


Hallo liebes Herbstkind,

ich möchte auch nicht die Schuldkarte meinen Eltern zuschieben, dazu liebe ich sie viel zu sehr.
Außerdem kann man nur das weitergeben, was man selber mitbekommen hat und da ich die Lebensgeschichte meiner Eltern gut kenne, weiß ich heute warum sie so waren.

Heute leben wir alle drei Generationen unter einem Dach, und ich weiß das sehr zu schätzen, daß ich ich sie immer noch habe und sie für mich da sind.

Es hat ja auch viel mit dem eigenen Charakter zu tun, wie man mit gewissen Dingen umgeht. In vielen Dingen bin ich stärker geworden, manche muß ich noch lernen.
Aber das Lernen hört ja bekanntlich nie auf.

Viele herzliche Grüße

Claudia

27.03.2010 20:22 • #13


Hallo Claudia, hallo Herbstkind,

herrje, das kenne ich auch nur zu gut. Mir war als ich in die Vorschule eingeschult wurde bereits klar, dass ich mein Abitur machen werde. Was anderes stand für mich gar nicht zur Diskussion. Meinte Mutter hat zwar nie gesagt, dass ich unbedingt Abitur machen muss, aber Kinder sind doch für Zwischentöne sehr empfänglich und registrieren doch ziemlich genau, wie die Eltern auf andere Leute reagieren und meine Mutter ist nun einmal ein Bildungssnob.

War auch eines dieser Kinder, dessen Zeit von der Mutter verplant wurde: Ballettunterricht, Flötenunterricht (wie habe ich den gehasst), zum Einkaufen musste ich immer mit (als jüngstes von vier Kindern), in alle möglichen Kirchenaktivitäten wurde ich eingebunden...

Aber übel nehmen kann ich es ihr nicht wirklich, da ich weiß, dass sie es nicht böse gemeint hat, sie immer nur das beste für mich wollte und ihr Leben noch viel schlimmer war als meines. Sie hat noch den Krieg miterlebt, hatte 'ne Knarre am Kopf, hat Sachen mit meinem Vater erlebt, die allein schon traumatisch genug sind...).
Meinem Vater, der Alk. war, konnte ich dagegen nie verzeihen und habe es auch nach seinem Tod nicht getan. Will ich auch gar nicht.

Aber ich finde es schön, dass Ihr auch nicht einfach alle Schuld bei Euren Eltern sucht. Zumal Schuld in meinen Augen auch gar nicht das richtige Wort ist, für Menschen, die ihr Bestes versucht haben, in der Hoffnung glückliche Kinder großzuziehen.

Und Claudia, mach Dir mal kein falsches Bild von mir. Ich bin 1,53 und habe mal 72 kg gewogen. Inzwischen bin ich im BMI des Normalgewichts, aber im oberen Bereich, so dass an mir immer noch deutlich was dran ist. Aber seltsamerweise konnte ich trotzdem immer gut Kerle aufreißen. Auch damals mit den 72 kg schon. Aber ich schätz mal, das liegt am Ballettunterricht (auch wenn der schon lange zurückliegt), da ich immer, wenn ich tanze angemacht werde.
Aber mein Ex hat es ja auch zugegeben nachdem wir das erste Mal im Bett waren. Er wollte mal 'ner Runderen 'ne Chance geben, da er gehört hat, dass die ja besser im Bett sein sollen als die Hungerhaken und war voll begeistert, dass das ja auch stimmt...
Scheint also was dran zu sein am Klischee, das Männer gern 'ne Runde *beep* und mit 'ner Dürren posieren. Auch wenn ich eigentlich nichts von solchen Klischees halte. Vermutlich mögen Männer einfach Frauen völlig unabhängig vom Gewicht und nur wir selbst denken immer, wir müssten irgendeinem Ideal entsprechen.

Inzwischen halte ich nichts mehr davon zu schnell zur Sache zu kommen, aber lerne wenn dann halt in Clubs Männer kennen. Aber auch das habe ich mal wieder vermasselt. Hatte mich vor zwei Wochen gut mit jemandem unterhalten, letzte Woche wollte er mich besuchen kommen und was mache ich? Schreibe ihm am Tag des Dates eine SMS das ich Magenkrämpfe habe und esse dann auch extra Zeug, auf das ich todsicher mit Magenkrämpfen reagiere, damit das nicht gelogen ist...

Wie dämlich kann ich eigentlich sein?

Aber ich glaub, ich kann auch nur deshalb gut Männer oberflächlich kennenlernen, weil ich von klein auf gelernt habe, die Fassade zu wahren (durfte ja auch niemand wissen, dass mein Vater Alk. ist). Von daher kann ich halt gut einen zufriedenen freundlichen Menschen imitieren und mit Männern flirten. Nur wenn es darüber hinausgeht und jemand hinter die Fassade schauen will, kommt der Fluchtreflex. Zumal ich eh nie glaube, dass es einer ernst meint. Meist geh ich eh davon aus, dass Männer mit mir eh nur in die Kiste wollen und mehr nicht.

Hm, ich glaube langsam immer mehr, dass ich mir wirklich Hilfe suchen sollte um endlich aus diesem Teufelskreis herauszukommen.

Wünsche Euch beiden nur das Beste!
Liebe Grüße,
Valaria

P.S.: Jaaa, Boston Legal ist so toll. Eine meiner Lieblingsserien!

27.03.2010 22:16 • #14



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler