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Hallo.

Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich mich anmelde, mein Problem öffentlich breittrete, aber ich brauche Meinungen von Außenstehenden, die mehr Ahnung haben, wie meine Freunde, die mir ständig sagen, ich soll ihn ziehen lassen, mich mache das kaputt. Denn das steht nicht zur Debatte. Ja, es macht mich kaputt, einen Freund zu haben, der mir sagt, er kann keine Beziehung führen er habe keine Gefühle bzw fühle nichts, es sei alles leer, aber ich habe in mir ein unendliches Gefühl, ihm beistehen zu wollen, dass mich das immer wieder aus meinem Tief rauszieht.

Gut, wo fange ich an? Wir kennen uns knapp 3,5 Monate. Er hat von Anfang an um mich gekämpft wie ein löwe. Ich war zu der Zeit an einem anderen interessiert, er wusste das alles, ist trotzdem dran geblieben. Irgendwie hat er es dann geschafft mich täglich mehr von sich zu überzeugen, sodass wir schließlich seit 9 Wochen zusammen sind.

Die ersten zwei Wochen waren die schönsten, intensivsten, innigsten Wochen, die ich glaube ich bisher in einer Beziehung erlebt habe. (Bin Anfang 20, er auch)

In diesen zwei Wochen hat er mir erstmals von seiner bindungsangst erzählt, ich habe es abgetan, nicht wirklich ernst genommen, weil er auch immer betonte, dass ich die Frau bin, für die er es schaffen will, aus allem rauszukommen. Außerdem geht er auch schon zur Therapie, dass schon seit über einem Jahr, ich hab es einfach nicht ernst genommen.

Mit der Zeit wollte er immer mehr Zeit für sich. Wir haben uns verabredet, er hat an dem Tag abgesagt. Ich bekam immer mehr Angst, habe ihm Druck gemacht, er hat sich noch mehr zurückgezogen. Ja typisch aktiv und passive bindungsangst. Ich weiß, ich Klammer wirklich, aber das wollte ich für ihn ändern und bin da auch gut dabei.

Naja, dann kam vor 2 Wochen der große Knall, er wollte sich trennen, er fühle nichts, gar nichts, nicht mal betrunken und das sei für ihn schon ein deutlicher Indikator. Ich saß da und habe alles akzeptiert, konnte nicht mal weinen. Ich war nur froh, dass dieses Ungewisse vorbei war.

Nicht mal 8 Stunden nach der Trennung bekam ich von ihm eine Nachricht, er will das nicht aufgeben für eine Phase. Da ich natürlich auf diesen Moment gehofft habe (wir haben ja häufig über die Thematik gesprochen und ich war über das Handeln eines Beziehungsphobikers im bilde) habe ich ihm gesagt, dass mich das freut, ich aber auch erstmal Zeit für mich zum runterfahren brauche. Am gleichen Tag hat er mit seiner Therapeutin gesprochen, die ihn wohl auch noch mal ordentlich auf den Pott gesetzt hat und nach der Sitzung war ihm klar, er habe falsch gehandelt.

Die erste Woche danach war Horror, ich hatte ständig Angst, es passiert wieder. Wusste nicht mehr; was mit meinen Gefühlen los war, ich wurde kalt, war ich bei ihm, war ich voll auf dem hoch. Hin und her.. Dann wurde auch das besser, von letzten Sonntag bis Donnerstag hatten wir wieder eine super tolle, harmonische Beziehung. Ich dachte so, Hey, wir packen das.

An einem der Tage habe ich bei ihm geschlafen, habe was von früher erzählt, einem Freund, der sich nicht sicher mit seiner Freundin war, und dann kam von ihm plötzlich, kenne ich. Ich war sofort wieder von meiner Wolke runter, dachte ich doch, es würde besser werden. Er hatte mir immer mal gesagt, er Zweifle, die Beziehung kann er nicht führen, er hat es nie gelernt wie sowas geht. Es liegt an ihm, nicht an mir, ich sei so toll. Er würde nie eine finden, die gut aussieht und so zu ihm steht, wie ich es tue, trotz dem ganzen. Ihm ist das also alles bewusst. Musste natürlich dann weinen, obwohl ich das nicht mehr machen wollte, er hat mich in arm genommen, gemeint, dass er mich nicht verlassen will und dass er das vom letzten Mal immer noch bereut. Na gut, dachte ich. Hab mich wieder beruhigt. Dann ist plötzlich alles aus ihm rausgebrochen. Er hat geweint, dass erste mal seit Jahren, hat sich komplett geöffnet und alles was er fühlt, gefühlt. Das hat mich so gepusht, dass ich wirklich dachte, es klappt alles.

Tja, gestern fragt er mich dann ob ich zu ihm kommen möchte, sagt ne Stunde später wieder ab. Seitdem kommt nur Kälte. Ich verstehe das nicht. Bitte gebt mir Tipps, wie ich damit besser klar komme. Ich liebe diesen Menschen, er gibt mir so viel. Aber ich habe das Gefühl, meine liebe schreckt ihn eher ab.

sorry für den langen Text.

05.12.2015 15:26 • 02.05.2016 #1


33 Antworten ↓


Das liest sich ein wenig so, als ob Dein Galan nicht wirklich weiß was er will. Erst hat ihn das Spiel stimuliert dich endlich zu bekommen, dann hatte er Dich und danach war ihm langweilig. Nun scheint er gerne auf Deiner Gefühlsskala abwechselnd Beethofens 9. Sonate mit wechselnder Eiszeit zu zelebrieren. Dieser Mensch nimmt keine Rücksicht auf Deine Gefühle! Du entscheidest, wer, was und wie damit gemacht wird. Narzissten sind anfällig für solch sadistische Anwandlungen, habe das selbst durch und war danach fertig wie ein Schnitzel das geklopft wurde, bis es durchsichtig war. Wenn Du diesen Zustand anstrebst, dann stehen die Chancen gut. Wenn nicht, dann nimm Abstand!

05.12.2015 16:27 • #2


Deine Freunde sehen das bestimmt auch mit Sorge und können das mit innerem Abstand besser beurteilen.

05.12.2015 16:32 • #3


Zitat von Blümchen111:
Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich mich anmelde, mein Problem öffentlich breittrete, aber ich brauche Meinungen von Außenstehenden, die mehr Ahnung haben, wie meine Freunde, die mir ständig sagen, ich soll ihn ziehen lassen, mich mache das kaputt.


Du willst also auch mal hören, du sollst zu ihm stehen? Dann mach ich das. Steh zu ihm, aaaaaaber versuche ihn nicht zu verändern, versuche nicht ihn zu formen, zu bedrängen, ihn in eine Richtung zu drängen....
Nimm ihn so wie er ist. Dazu gehört nun mal, dass er Angst hat. Vor was? Weiß ich nicht. Vor Verantwortung? Vor dem nicht genügen? ......
Diese Angst lässt ihn immer wieder schwanken und sei gewiß, er ist selbst damit nicht glücklich und dass du damit Probleme hast, belastet ihn dann wieder und das dann dich..... Irgendwer muss den Kreislauf durchbrechen.

Gib ihm Zeit.

Zitat:
Tja, gestern fragt er mich dann ob ich zu ihm kommen möchte, sagt ne Stunde später wieder ab. Seitdem kommt nur Kälte. Ich verstehe das nicht. Bitte gebt mir Tipps, wie ich damit besser klar komme. Ich liebe diesen Menschen, er gibt mir so viel. Aber ich habe das Gefühl, meine liebe schreckt ihn eher ab.


Kannst ihm ja schreiben:
Ich werde dir die Zeit geben, die du brauchst. Auch wenn ich dich nicht immer verstehe, werde ich warten, bis du mir es erklären kannst.

06.12.2015 12:27 • x 1 #4


Ach Blümchen, das ist eine traurige Geschichte und Du leidest. Aber wir sollen nicht nur leiden. Du gibst soviel Energie und Liebe in
diese Beziehung, aber wie lange wirst Du dieses hin und herr noch aushalten.
Du mußt auch auf Dich aufpassen, auf Deine Seele.
Sag ihm doch einmal das Du auch eine Auszeit brauchst, das Du Dich zurück ziehst und Dich erholen mußt.
Er ist noch gar nicht mit sich fertig, mit seinem Leben, mit seinen Gefühlen.
Er hat Angst. Angst blockiert und man kann nicht denken und auch nicht handeln.
Das ist für eine junge Beziehung die am Anfang steht eine hohe Belastung und ich mache mir da Sorgen um Dich.
Denn Du bist wichtig, für Dich.
Versuch das mal mit der Auszeit. Das bedeutet keine Trennung, sondern eine Zeit, die Du für Dich brauchst,
um Dich wieder zu sammeln.

Ich wünsche Dir alles Liebe,

der Abendschein

06.12.2015 12:51 • #5


Mimose_Mia
Die Situation, die du beschreibst, hört sich wirklich alles andere als schön an. Gerade in der Anfangszeit müsstet ihr beide doch auf Wolke sieben schweben...Ich finde das so traurig, dass du so viel in die Beziehung investierst und es kommt nichts zurück. Das hält doch kein Mensch auf Dauer aus und es macht dich kaputt. Du musst dich nicht trennen, aber ihr müsst an eurer Beziehung arbeiten. Hat dein Freund sich vielleicht schon mal an einen Therapeuten gewandt? Es muss doch ein Grund hinter seinem Verhalten stecken? Vielleicht kann man das irgendwie aufarbeiten, so dass er sich dir mehr öffnen kann.

Ich wünsche dir alles Gute und pass auf dich auf!

07.12.2015 11:41 • #6


Danke an alle für die Antworten.

@mimose_mia: wie gesagt, er geht schon zur Therapie. Aber das ist alles so in ihm verankert, es dauert.

Ich war am Wochenende doch noch bei ihm und es war einfach wieder wunderbar.
Er hat seit Wochen wieder gesagt, dass er mich liebt und musste danach weinen, bzw währenddessen, ich weiß es nicht mehr genau.

Wegen solcher Momente, fällt es mir schwer über das negative nachzudenken. Ich merke mit jedem Treffen, dass er sich verändert. Dass er offener wird und das ihm das echt ernst ist und das er da selbst rauskommen möchte. Dass ich die Person bin, für die er das schaffen möchte.

Allerdings hat das ganze wirklich einen negativen Beigeschmack und ich habe über die Antworten von euch, in denen steht, ich solle auf mich aufpassen, nachgedacht.
Mir selbst fällt auf, dass es mich nicht mehr so belastet, wie noch am Anfang der Thematik. Dass ich selbst immer besser damit klar komme und ich spüre, dass ich ihm diese Zeit geben kann, die er braucht. Vielleicht mag das verrückt klingen - aber ist liebe nicht manchmal echt verrückt?

07.12.2015 12:22 • #7


Mimose_Mia
Dein Beitrag liest sich nun um einiges positiver, man merkt wirklich, wie sehr du ihn liebst. Anscheinend liebt er dich ja auch, dass ich die Basis. Ich finde es super, dass du ihn nicht einfach fallen lässt, nur weil bei euch nicht alles glatt läuft. Ich weiß nicht, ob ich das könnte... Dass dein Freund zur Therapie geht, habe ich wohl überlesen. Sorry. Das ist der Schritt in die richtige Richtung. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eure Liebe bald richtig genießen könnt:)

Viele Grüße

07.12.2015 13:38 • #8


Ich sag dazu noch, wenn jemand Angst vor einer Beziehung hat (wie ja in deiner Überschrift steht), dann ist es ja ein Zeichen, dass er immer hin und her wechselt zwischen ich will und ich trau mich aber nicht.
Und wie soll jemand lernen eine Beziehung zu führen, wenn der Partner ihm das Gefühl gibt, na wenn du net weißt, was du willst, dann lass mers eben. Er kann sich doch nur wirklich darauf einlassen, wenn er dauerhaft spürt, dass der andere zu ihm steht, auch wenn er sich nicht sicher ist.

07.12.2015 17:35 • #9


Zitat von hereingeschneit:
Ich sag dazu noch, wenn jemand Angst vor einer Beziehung hat (wie ja in deiner Überschrift steht), dann ist es ja ein Zeichen, dass er immer hin und her wechselt zwischen ich will und ich trau mich aber nicht.
Und wie soll jemand lernen eine Beziehung zu führen, wenn der Partner ihm das Gefühl gibt, na wenn du net weißt, was du willst, dann lass mers eben. Er kann sich doch nur wirklich darauf einlassen, wenn er dauerhaft spürt, dass der andere zu ihm steht, auch wenn er sich nicht sicher ist.


Das ist richtig. Ich zweifele manchmal auch, natürlich. Aber das zeige ich ihm nicht. Das habe ich am Anfang gezeigt, wo ich mit allem überrollt wurde, aber selbst in seinen dunkelsten Stunden, wenn er mir wirklich kalt gegenüber sitzt und einfach irgendwas sagt, um mich zu verletzen und das mit voller Absicht gucke ich ihn einfach nur an und sage ihm, dass ich ihm das nicht glaube, ich weiß, dass er da noch drin ist, verdeckt unter all dem, wovor er Angst hat und das ich daran glaube, dass er das schafft. Meistens kommt er mir dann mit "Was ist wenn es überhaupt nicht besser wird und immer so bleibt und ich würde mich nur an die Hoffnung klammern"
Natürlich tue ich das ein Stück weit, aber was würde bleiben, wenn ich dies nicht tue? Muss nicht ein Teil die Kraft und den Glauben haben?

Naja, die aktuelle Lage ist eigentlich ganz erfreulich. Seit der Geschichte am vergangenen Freitag, wo er abgesagt hat, läuft es wirklich gut. Er wirkt offener, irgendwo freier. Vielleicht bin ich auch entspannter geworden, ich gebe ihm die Zeit, die er braucht, wenn ich merke er antwortet nicht, dann warte ich und schicke nicht noch ne Nachricht hinterher. Wenn ich einen Abend nichts von ihm höre, weil er gerade zockt oder so, dann lasse ich ihm diese Zeit, damit er merkt, er darf auch andere Sachen machen und trotzdem eine Beziehung führen.

Gestern Abend hat er sich sogar von ganz allein geöffnet und mir gesagt, was ihn bedrückt zur Zeit - arbeitstechnisch. Das fand ich schon ziemlich stark von ihm und habe ich in dieser Form absolut nicht erwartet.

11.12.2015 09:12 • #10


Deine Zeilen hören sich ja so richtig gut an. Freut mich für dich, für ihn und für mich
Es ist nämlich schön wenn man hier ab und zu lesen kann, wie es sich entwickelt, wenn man dran bleibt und die Hoffnung nicht aufgibt. Wenn ein Mensch im Positiven unterstützt wird und wieder Vertrauen lernen kann.

11.12.2015 11:06 • #11


Hallo zusammen
Ich hab mal wieder was zu berichten ..

Wir sind echt auf einem aufstrebenden Ast. Nach meiner letzten Antwort hier lief es ein paar Tage noch sehr gut. Dann hatten wir einen Streit, ich hab eine ziemliche Szene gemacht die über ein paar Stunden hielt und das war ihm dann zu viel und er hat wieder dicht gemacht. Im Nachhinein verstehe ich das total und ich war wirklich drüber. Den Tag danach wollte er nichts von mir hören, sagte, er könne mich gerade nicht leiden. Ich mich zurück gezogen, nicht mehr gemeldet bis er den Tag darauf wieder auf mich zu kam, erst noch holperig aber seit Dienstag sind wir wieder voll drin.

Haben Dienstag bisschen Alk. über die Stränge geschlagen, er hat am Mittwoch dann richtig an sich selbst gezweifelt, stand kurz vorm Nervenzusammenbruch - gerade weil er von der Person die das alles in ihm ausgelöst hat also die bindungsangst ein Paket zu Weihnachten bekommen hat - und er wollte, dass ich über Weihnachten zu ihm komme.

Gestern war ich dann schon mittags da und ich bin bis heute Mittag geblieben, weil ich selbst zu meinen Eltern musste. Er meinte im Vorfeld, er wisse nicht, in wie fern er Nähe zulassen kann. Ich hab mich auf einen distanzieten Partner eingestellt, wollte einfach nur da sein und ich wollte jemand bei mir haben an Heiligabend. Aber statt Distanz war er so liebevoll, ich hab ihn so selten erlebt. Zu Beginn der Beziehung vielleicht.

Leider wollte er dann nicht mehr, dass ich heute Abend wieder komme. Er sagt, er müsse lernen. Aber ich sehe das irgendwie als Vorwand. Vielleicht ist das auch nur die Enttäuschung. Mir fällt es schwer, nicht enttäuscht zu sein, weil er ja vorher von ein paar Tagen sprach. Fühle mich furchtbar egoistisch, aber ich versuche das nicht an ihm auszulassen. ... Kann mich jemand aufmuntern, indem er mir sagt, dass wir echt schon weit gekommen sind und das ich mich über die 25h freuen sollte, die wir am Stück verbracht haben?

Danke und noch ein schönes Weihnachtsfest!

25.12.2015 21:06 • #12


Aber Blümchen, immer so wie er will und das hick hack geht weiter.

25.12.2015 22:07 • #13


Zitat von Abendschein:
Aber Blümchen, immer so wie er will und das hick hack geht weiter.


Das stimmt so auch nicht. Ich frage ihn auch oft, ob wir Zeit verbringen wollen und er stimmt zu. Heiligabend ging auch von mir aus, vor einem Monat schon. Zugegeben, er war anders geplant, aber aufgrund seiner Gefühlslage konnte ich total verstehen, dass er zu Haus bleiben wollte - Und das mit mir zusammen. In den sonstigen Fällen hätte er mir abgesagt, glaube ich. Er ist wirklich nicht nur schlecht, aber ich schildere hier halt zum Teil die negativen Dinge.

.. Und er hat gestern tatsächlich gelernt. Bis 23 Uhr, er hat mir immer irgendwelche Bilder geschickt, mit lernkram. Hat er wohl doch gespürt, dass ich ihm nicht recht geglaubt habe

26.12.2015 09:25 • #14


Hallo Blümchen,
Vertrauen aufbauen ist sehr schwer, ganz besonders bei Menschen, die durch Erfahrungen gelernt haben, dass es missbraucht wird, oder dass es sich nicht lohnt...
Vertrauen aufzubauen ist noch schwerer, bei einer Person, die einem vertraut hat und aber von einem selbst enttäuscht wurde.

Ehrlichkeit und Geduld und vor allem selbst wissen, was man will sind Grundvoraussetzungen, damit es gelingt. Wenn man selbst wieder schwankt, dann dauert es noch viiiiieeeeel länger.

Du hast scheinbar das Gefühl, dass es aufwärts geht, wenn auch nur in kleinen Schritten. Vertraue diesem Gefühl, denn dein Zweifel verzögert das Vorankommen. Außerdem sind kleine Schritte oftmals viel wichtiger, denn das schafft Stabilität und der Fall ist nicht so tief bzw ein kleiner Schritt auch wieder zurück ist leichter zu korrigieren als ein großer.

26.12.2015 14:02 • #15


Ich bin selbst davon betroffen, konnte mich aber mittlerweile auf jemanden einlassen. Jetzt bin ich gerade aktuell vor zwei Tagen auf eine Seite gestoßen, von der ich sagen kann, dass sie zumindest in dem Bereich, was sie über Sicherheit aussagt, voll und ganz auf mich zutrifft.

Vielleicht hilft dir das ja auch:
http://mymonk.de/abhaengigkeit-und-freiheitsdrang/

04.01.2016 23:08 • #16


Da bin ich mal wieder.

Danke an jeden der hier an uns geglaubt hat. Aber die Sache ist durch. Seit zwei Wochen sind wir nun schon getrennt und seit Neujahr haben wir uns vielleicht 4 mal gesehen.

Was soll ich sagen, was passiert ist? Seit Silvester läuft alles aus dem Ruder. Er ist emotional total unterkühlt. Fand mich schei., kaum Kontakt. Eine Woche lang. Dann haben wir uns gesehen, es war alles so schön, er sagte wieder das er mich liebt, ich dachte, wir haben die schwere Phase wieder überstanden. Pustekuchen, danach ging es weiter. Keinen Kontakt. In der Zeit hat er mich betrogen. Wie das nunmal so ist mit den Bindungängstlichen.

Ich dumme Kuh wollt ihm das noch verzeihen. Bzw war gar nicht sauer - bin ich immer noch nicht und ich kapier nicht mal im Ansatz, was da mit mir falsch läuft.
Naja er hat es mir gebeichtet, ich wollt bleiben. Paar Tage später haben wir uns trotzdem getrennt (und ich hab gesagt dass es vielleicht besser ist mit der Trennung) weil ich gehofft habe, er wacht so wieder auf.
Kein Aufwachen. Eine Woche lang haben wir uns im Kreis gedreht. Letztes Wochenende war ich bei ihm. Haben uns betrunken, er wollte mit mir schlafen - aber keine Beziehung. Kam nicht zum Sex, weil ich gedanklich nicht damit klar kam dass er mich berührt, wie er es in der Beziehung getan hat (und auch hier wieder - er hat mich betrogen, normalerweise müsste mich das alles anekeln. Absolut nicht der Fall gewesen)
Nach dem selbstzerstörerischen Fiasko was ich provoziert habe hatten wir bis heute wieder keinen Kontakt mehr.
Ich habe mich gemeldet bei ihm.

Es geht alles noch von mir aus. Ich kann ihn nicht gehen lassen obwohl nur noch Eiszeit herrscht. Er meinte auch heute noch mal, dass er nicht weiß, ob das aus uns noch mal was wird. Eher nicht.
Ich weiß aber, dass er nächste Woche wieder zur Therapie geht. 6 Wochen war er nicht mehr da wegen Weihnachten und Urlaub und genau da unser Elend anfing. Ich gebe so viel auf diesen Termin in der nächsten Woche.

Kann mir irgendjemand mal sagen, was ich für ein Problem habe? Warum ich nicht sauer auf ihn bin, warum ich ihn zurück will?
Ich habe jetzt erstmal seine Nummer gelöscht und jede Möglichkeit sie wieder einzuspeichern. Auch alle Bilder und alles was mich erinnert. Ich verletz mich die ganze Zeit selbst und trotzdem hänge ich da so dran.

30.01.2016 15:36 • #17


Mein Therapeut sagt, dass man beim Anderen etwas sucht, das man bei einem seiner Elternteile nicht erhalten hat, obwohl man beständig darum gekämpft hat. Und dass man dann später, im Erwachsenenalter, sich darum bemüht, dies beim (potentiellen) Partner zu erhalten. Man sucht sich also unterbewusst nach einem Partner, bei dem man sich erhofft, doch noch diesen Kampf (um z. B. Liebe und Zuneigung oder Anerkennung seiner Leistungen ... oder, oder, oder) gewinnen zu können.

01.02.2016 13:17 • #18


Zitat von Zärtlich Liebende:
Mein Therapeut sagt, dass man beim Anderen etwas sucht, das man bei einem seiner Elternteile nicht erhalten hat, obwohl man beständig darum gekämpft hat. Und dass man dann später, im Erwachsenenalter, sich darum bemüht, dies beim (potentiellen) Partner zu erhalten. Man sucht sich also unterbewusst nach einem Partner, bei dem man sich erhofft, doch noch diesen Kampf (um z. B. Liebe und Zuneigung oder Anerkennung seiner Leistungen ... oder, oder, oder) gewinnen zu können.


Das könnte tatsächlich des Rätsels Lösung sein. Allerdings frage ich mich dann warum ich meine Beziehung davor, die 2 Jahre anhielt, problemlos ziehen lassen konnte, obwohl uns viel mehr verband angesichts der Zeit und hier jetzt so dran festhalte. Nach vier Monaten Kampf hab ich offensichtlich immer noch nicht genug. Und innerlich weiß ich, dass es noch nicht vorbei ist. Dabei will ich so nicht denken. Ich will nicht so eine Beziehung wo hauptsächlich ich uns zusammenhalte. Und doch kann ich mir gerade nichts anderes vorstellen.

01.02.2016 19:25 • #19


Wie war denn deine Kindheit?

Wie waren deine Beziehungen zu deinem Vater, deiner Mutter, deinen Omas, deinen Opas ....?

Waren sie dir zugewandt, wenn du etwas von ihnen wolltest oder gaben sie anderen Dingen den Vorang? Zählten deine Ideen und Vorstellungen von etwas oder hast du Abwertungen erfahren? Wurden deine Leistungen anerkannt oder haben sie mehr von dir erwartet? ......?

Hattest du warmherzige Eltern oder wirkten sie dir gegenüber eher sehr unterkühlt? Konntest du dich auf sie verlassen?

........? ......?

01.02.2016 19:36 • #20




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