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Hallo,

mein Name ist Doreen und ich habe mit meinem Partner eine 9-jährige Tochter.

Ich leide seid meiner Kindheit unter dutzendende Traumas, sie sich bis in das 19 Lebensjahr ereignet haben.

Diese waren so schwerwiegend, dass ich trotz meiner hohen Intelligenz und einen starken Bewusstsein, dass ich seitdem unter Herzklopfen, Ängste, Schlafstörungen Anspannungen und plötzlich auftretenden Verzweiflungs- und verbale Aggressionsattacken leide.

Ich verstand damals nicht, was mit mir los war. Ich Griff zum Canna., um meinen inneren Frieden zu bekommen. Aus dem einen Griff wurde eine Sucht.

Ich bin Clean, leider aber dennoch unter Rückfällen, wenn ich die Gefühle und die Schlaflosigkeit nicht mehr aushalte.

Es ist ein täglicher Kampf mit dem inneren Teufel.

Dennoch ist aufgeben keine Option. Ich bin beruflich zwar erfolgreich, und kann sogar meinen Job mit ach und Krach aufrecht erhalten. Sobald ich eine Krise bekomme ruiniere ich mich selbst, indem ich meine Ersparnisse aufbrauche und mich zurückziehe.

Deshalb bin hier.

Was hat mich bewegt, in dieses Forum zu treten?

Ob ihr es glaubt oder nicht, ich werde euch ein Ereignis erzählen, was ich vor 3 Tagen erlebt habe.

Ich schenkte meinem Kind und meinem Mann zu Weihnachten ein Gesellschaftsspiel namens Monopoly.

Nichts ahnend packten wir das Spiel aus und fingen nach Durchlesen der Anleitung direkt an. In diesem Moment spürte ich bereits eine gewisse Anspannung. Ich schob es auf das neue Spiel mit unbekannten regeln. Gut. Ich spielte weiter.

Doch plötzlich, als ich auf dem Weg zum Verlieren war, brach es innerhalb von Millisekunden aus.

Wie ein Baby fing ich an zu weinen, zu schwitzen, zu zittern und eine enorme innere Aggression staute sich auf. Bis es zum verbalen Ausbruch kam und ich laut durch das Wohnzimmer rief: Was ist das für ein sch. Spiel, ich hasse es, wer hat den mußte erfunden. Ich habe meinen Partner angefleht, es weg zu schmeissen.

Dieser Ausbruch löste vor meinem Partner und meiner Tochter eine Flucht aus. Ich verließ laut weinend die Haustür und habe stundenlang geweint, bis meine Augen anschwellen. Es war mir dermaßen peinlich, dass ich meiner Familie nicht mehr in die Augen schauen konnte.

Einen Tag nach dem Ausbruch kam die Klarheit. Monopoly ist ein Trigger für mein PTBS. Existenzängste, Versagen und die daraus resultierende Bestrafung (verlieren= nichts mehr wert zu sein). ICH HABE VERSAGT.

Als Kind durfte ich mir keine Fehler erlauben, da ich das älteste Kind von 4 war. Wenn ich einen Fehler machte, wurde ich dermaßen bestraft, dass ich diese Taten jetzt und hier lieber nicht erwähne, um EUCH zu schützen.

Aber einige von euch können es sich sicherlich vorstellen, welche Hölle ich als Mädchen und junge Frau durchlebte.

Ich erhoffe mir durch das Forum, etwas an Lebensqualität zu gewinnen und Krisen schneller abzufangen.

Gestern 16:42 • 02.01.2026 #1


30 Antworten ↓


Willkommen im Forum!

Sehr schlimm, da kann ich überhaupt nicht mitreden.

Ich möchte nur fragen, ob du schon jemals in professioneller Behandlung gewesen bist?

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Monopoly Wenn ein Brettspiel eine Krise auslöst

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@User_0815_4711 Hallo, ja ich habe zahlreiche Therapien u.a. Verhaltenstherapie aber auch einfach psychologische Beratungen hinter mir. Doch entweder schlugen sie nicht an, weil ich mich durch Therapeuten nicht ernst genug genommen gefühlt habe oder ich wurde dermaßen betäubt dass ich tagelang bettlägerig war. Wodurch mein Job und mein Privatleben litt. Eine für mich echt anfühlende Therapie erlangte ich bisher nie. Ich versuche es seit 22 Jahren.

Denn ich bin eine sehr erfolgreiche Frau mit einer hohen Ausstrahlung, wie ich immer zu hören bekomme.

Heutzutage muss man wohl krank aussehen oder eine Krise muss soweit vorabgeschritten sein, bis man not eingeliefert wird.

Das hat dazu geführt dass das Vertrauen zur Schulmedizin in mir verloren gegangen ist.

Klingt nicht so gut was du erlebt hast und sicher auch nicht für deine Familie, ist gut möglich dass du dich getriggert gefühlt hast und es nicht bemerkt hast, du bist eskaliert und hast die Kontrolle über dich verloren und das hat dir im nachhinein natürlich zugesetzt. Du solltest Therapie machen wenn du noch keine angefangen hast um deine Vergangenheit an zu gehen, es ist sicher belastend für dich wenn du die Kontrolle verlierst und es ist auch nicht schön für deine Familie, bedenke deine Tochter kann das auch zusetzen, dann würdest du dein erlebtes ihr weiter geben auf deine Art und weise, den Kreislauf solltest du versuchen zu unterbrechen.

Deswegen bin ich hier. Vielleicht habe ich einfach nur nicht die richtigen Ärzte gefunden.

Zudem merkt man es mir äußerlich nicht an. Ich bin eine perfekte Schauspielerin in der Öffentlichkeit.

Was ich vielleicht noch dazu sagen muss, ist, dass der Ausbruch vor kurzem erstmalig seit drei Jahren wieder aufgetreten ist. Meine Tochter und mein Mann sind eingeweiht. Die Familie akzeptierte mich, auch wenn ich hyper sensibel bin. Deswegen gehe ich auch aus dem Haus, wenn so etwas passiert. Ich habe Zeit mich auszuweinen und meine Familie leidet nicht. Meine Tochter macht mir immer Mut, weil ich oft Angst habe eine schlechte Mutter zu sein. Ich Frage sie nach jeder Krise wie sie sich damit fühlt. Aber das der Rest der Familie, die ich mir aufgebaut habe, psychisch gesund ist, kommt meine Tochter damit sehr gut zurecht.

Sie weiss zwar dass Mama gute ung weniger gute Tage hat. Aber ich bin immer für sie da und ich nutze mein Kind auch niemals als Ventil oder Verantwortlichen.

Es geht hier wirklich nur um mich und meine inneren Gefühle, die ich gelernt habe zu vertuschen.

Zitat von Doreanne:
Heutzutage muss man wohl krank aussehen oder eine Krise muss soweit vorabgeschritten sein, bis man not eingeliefert wird.

Danke für deine ausführliche Antwort. Ja, die Aussage oben stimmt auf alle Fälle, ein wegstehendes Bein sieht man, eine wegstehende Psyche sieht man nicht.

So weit ich weiß, gibt es eigene Trauma-Therapien. Hast du dich mal damit beschäftigt?

Es ist aber alles nicht mein Bereich, ich bin nur wegen einer kleinen Existenzdepression hier, jedenfalls hast du mein Mitgefühl, so weit mir das hier überhaupt möglich ist. Ich will mir nichts anmaßen.

Hoffe, du findest hier noch gute Hilfe und gute Wege aufgezeigt.

Zitat von Doreanne:
Es geht hier wirklich nur um mich und meine inneren Gefühle, die ich gelernt habe zu vertuschen.

Ich denke, das schreit förmlich nach einer Form von Traumatherapie. Da gibt es viele Varianten.

Die meisten Traumatherapien in meiner Umgebung sind kostenpflichtig. Und die kassenärztlichen Therapeuten haben entweder keine Termine frei oder wuchern mit den Preisen. Wenn ich ich eine Selbsthilfegruppe gegangen bin, habe ich mich falsch am Platz gefühlt, da die Menschen die dort saßen, mich nicht verstanden. Wenn ich mit meinem Mercedes vor die Tür fuhr. Ich wurde von mitleidenden abgewertet. Ich hätte keine Probleme. Sie sehen einen Mercedes und schwupps geht's dem Menschen gut. Weißt du?

@User_0815_4711 ja ich denke eine Traumatherapie könnte helfen. Solche Behandlung hatte ich bisher nicht. Bei mir wurde bisher nur an dem offensichtlichen leiden gearbeitet. Medikamentöse Behandlung (Lähmung der Gefühle) oder verhaltenstherapien. Und habe mich hinterher meisten noch schlimmer gefühlt, als wenn ich meine Krankheit einfach hinnehme. Ist sehr schwer das verständlich zu erklären.

Zitat von Doreanne:
Ich hätte keine Probleme. Sie sehen einen Mercedes und schwupps geht's dem Menschen gut. Weißt du?

Ich kann es nachvollziehen.

Durch die traumatische Kindheit bist du hochfunktionell und leistungsfähig geworden und zeigst das auch nach außen.
Das Bild, das du nach außen abgibst, ist für mich völlig stimmig. Auch hier im Forum erscheinst du sehr gefasst und beherrscht. Und das ist alles nichts schlechtes.

Doch in dir drinnen schaut es ganz anders aus.

Vielleicht findest du etwas passendes für dich und - gönne es dir, du bist es dir wert.

Zitat von Doreanne:
Bei mir wurde bisher nur an dem offensichtlichen leiden gearbeitet. Medikamentöse Behandlung (Lähmung der Gefühle) oder verhaltenstherapien. Und habe mich hinterher meisten noch schlimmer gefühlt, als wenn ich meine Krankheit einfach hinnehme. Ist sehr schwer das verständlich zu erklären.

Obwohl ich mich nicht auskenne, verstehe ich es. Mich wundert nicht, dass du dich schlechter gefühlt hast - falsche Thereapieansätze.
Doch auch bei einer Traumatherapie kann es mal bergab gehen. Sie braucht einen sehr geschützten Rahmen, wenn Gefühle endlich ausbrechen dürfen und gesehen werden dürfen.

Ich habe eine diagnostizierte kPTBS. Würde mir kein Außenstehender anmerken. Ist aber auch nicht wichtig. Es ist auch nicht wichtig ob du einen Benz oder Klapprad fährst.

Erkundige dich nach psychisch funktioneller Ergotherapie, zusätzlich oder erstmal eigenständig zu einer Therapie.

Hi,
du leidest wohl unter einem Entwicklungstrauma. Kennst du Dami Charf oder Dr. Aileen Thiel? Da könntest du Hilfe finden. Selbst bin ich gerade in einer körperorientierten Therapie. Habe meine Gefühle immer abgespalten, ignoriert. Bei solchen Anfällen (wie bei Monopoly) kommt immer wieder alles unterdrückte hoch. LG Simone

Zitat von Doreanne:
Als Kind durfte ich mir keine Fehler erlauben, da ich das älteste Kind von 4 war. Wenn ich einen Fehler machte, wurde ich dermaßen bestraft, dass ich diese Taten jetzt und hier lieber nicht erwähne, um EUCH zu schützen.

Das ist bei mir auch so gewesen.
Keine Fehler, musste immer funktionieren und ich durfte auch keine Emotionen zeigen.
Z.b. bei Hausaufgaben durfte ich keine Fehler machen, da lag der Kochlöffel immer schön bereit, als ein Beispiel.
Wurde auch sehr häufig bestraft.

Das du das beim Spiel hattest, kommt auch noch aus der Kindheit.
Du hast verloren, warst nicht gut genug und hast so die Bestrafung aus der Kindheit im Kopf.
Die dich immer noch sehr belastet und an dir hängt.
Mit Therapie kann sich das aber verbessern.

Ich hab übrigens auch PTBS und eine Verhaltensstörungen aus der Kindheit.

Es ist nicht immer leicht, aber man schafft es, besser damit umzugehen.

@Moelli80 es ist toll zu lesen, dass es Mitleidende gibt, die mich verstehen.

Die Erziehungsmethoden von früher waren grausam. Hat man über eine winzige Kleinigkeit mal lachen können, hatte man eine Faust im Gesicht oder den Feuerhaken vom Kachelofen im Rücken. Es kamen Bücher geflogen, bis es Platzwunden gab.

Mehrmals in der Wanne halb ertränkt worden, weil meine Mutter meinte ich hätte es verdient.

Beim Schwimmen lernen ins tiefe Wasser geworfen und halb ertrunken. Spätfolgen des ertrunken war eine bakterielle Lungenentzündung.

Meine Haare wurden rasiert damit ich in der Schule ausgelacht werde, weil meine Eltern dachten, ich hätte es verdient.

Kam ich mit einer drei von Schule nach Hause gab es solange welche aufs Maul bis man den Stoff intus hatte.

Als ich mich mit 15 Jahren das erste Mal verliebte, wurde ich vor Angehörigen bloßgestellt dass ich eine Prost. wäre. Weil ich mich mit 15 verliebt habe.

Als ich 7 Jahre alt war, würde ich mal für weniger Stunden allein gelassen (evtl Einkauf oder sowas). Dabei habe ich allein Zuhause gespielt. Wir hatten ein Aquarium. Beim spielen bin ich gegen die Technik zur Temperaturregulierung gestoßen und habe unwissentlich das Aquarium um 5 Grad höher gestellt. Als ich zu meiner Mutter ging und Beichte dass ich am Aquarium war und etwas passiert ist, ging sie in mein Zimmer und hat alles zerstört was ich hatte. Puppen, Puppenkleidung, Kuscheltiere. Alles vor meinen Augen auseinandergerissen und auf dem Hof verbrannt.

Ich habe so oft welche mit der Faust ins Gesicht bekommen, dass ich mit 12 Jahren Zweinasen ops benötigte.

Und wisst ihr was krass ist? Meine Mutter sagt, das war nicht so schlimm. Schau dir deine Brüder an. Den geht's auch gut.

Ich war damals das allerletzte in der Familie.

@Simone29x vielen Dank für den Hinweis. Nein ich kenne die beiden nicht. Zum Glück bin ich hier. Ich bin überrascht über die vielen positiven Antworten hier. Mein herzlichen Dank. ️
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@User_0815_4711 ja das stimmt. Sobald man mit der Vergangenheit arbeitet und man sich zurück erinnern muss, kommen flashbacks mit voller Wucht. Die reisen einem erstmal wieder den Boden unter den Füßen weg. Das kenne ich. Aber das ist ein sehr wertvoller Prozess um die Lasten abzuarbeiten.

Zitat von Doreanne:
Und wisst ihr was krass ist? Meine Mutter sagt, das war nicht so schlimm. Schau dir deine Brüder an. Den geht's auch gut.

Bei mir waren es nur nicht meine Eltern.
Den wurde ich weg genommen.

Es waren die Adoptiveltern meiner Mutter.
Die mich mit 16 bekommen hatte.

Ich kann nur immer noch nicht frei von allen reden, was mir angetan wurde.
Aber schön das Du das schon kannst.

Aber kenne einiges davon.
Auch Teppichklopfer, Gürtel usw.

Das mit dem Alleinsein kenne ich auch.
Wurde mit 8 alleine mit hohen Fiber gelassen.
Hab sogar Fiberwahn bekommen und hab überall monster gesehen.
Bin mit hohen Fieber, nur in Gummistiefel und Unterwäsche und Taschenlampe durch die Straßen gelaufen.
Bis mich Nachbarn eingesammelt hatten.

In der Schule beim Umkleiden hat der Sportlehrer mein Rücken gesehen und das Jugendamt verständigt.
Ich hab aber selber den noch gesagt, dass ich die Treppen runtergefallen bin.
Keine Ahnung warum ich es gemacht hatte. Wohl aus Scharm.
Naja Jugendamt trulla war eine skatfreundin von meiner sogenannten Oma.
Da weiss man ja, was passiert ist.

Naja rede nicht gerne drüber und geh auch nicht weiter ins Detail.

Aber ja ich kenne es sehr gut alles

@Moelli80 oh Moelli, lass dich ganz dolle drücken. Kein Kind der Welt hat sowas verdient. Zum Glück hat es der Sportlehrer erkannt. Ich wurde damals vom Sport befreit und wenn ich ein blaues Gesicht hatte durfte ich solange nicht in die Schule bis alles verheilt war.

Die Lehrer hatten damals zwar einen Verdacht, aber meine Eltern konnten ebenfalls bestens schauspielern.

Mit 12 bin ich einmal zur Polizei weggelaufen, die mich 30 Minuten später wieder nach Hause brachten, weil sie meine Eltern privat kannten. Ich hatte null Chance da raus zu kommen. Mit 16 bin ich bei meinem 1. Freund eingezogen. Der aber leider auch der falsche Umgang war.

Mit 19 begriff ich, nur ich kann mich auf mich selbst verlassen. Auf niemandem sonst.

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Dr. Reinhard Pichler
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