Auch wenn du einige Texte an Moelli gerichtet hast, habe ich einige Zitate herausgezogen und wollte dir eine Antwort auch von mir, dir zu kommen lassen.
Zitat von Doreanne:Ich vertiefe mich dermaßen in die Gartenarbeit, dass ich nicht Mal merke wenn ein Gartennachbar hallo sagt.
Ich wirke dadurch ignorant. Da ich tief in mir kehre und diese Stille im Kopf beim Gärtnern regelrecht aufsauge.
Eigenbrötlerisch, in seiner eigenen Fantasiewelt lebend oder Geistig abwesend hat man mir des öfteren nachgesagt. Vielleicht auch, weil ich nur sehr wenigen wirklich gesagt habe, was mich beschäftigt, was mich ausmacht und wie es dazu kam.
Es gibt Dinge die zu sehr privat sind, dass man damit nicht Hausieren geht und das ist leider auch noch immer ein Makel der dieser Welt anheim haftet.
Zitat von Doreanne: Ich möchte mich auch wieder frei fühlen, frei von Flashbacks, Reizdarmsyndrom, Endometriose, Hashimoto, ständige Nackenblockaden mit Halskrause, Migräne.
Wie du, arbeite ich schon mein ganzes Leben an mir, dass es mir besser geht, aber ich habe auch erkannt, dass der Körper auch seine Ausdrucksformen und sein Leid mir kundtun will und es auch tut, ob es mir gefällt oder nicht. Ich kann mich damit nur arrangieren. Kann versuchen Wege zu finden, damit ich auch damit umzugehen weiß. Was wohl, nicht ausschließlich, dazu geführt hat, dass ich oder es zu keiner Familienplanung kam.
Zitat von Doreanne: Dich Erlebnisse die sich in dass stammhirm ein Fressen, bekommt man nicht glatt gebügelt.
Nein, das sicherlich nicht. Aber wie du schon gesagt hast, hat man mit Skills die Möglichkeit, zwischen den Ereignissen, doch mehr zu fühlen als nur Leere oder Hass und Leid.
Zitat von Doreanne: Aber in der Öffentlichkeit halte ich mein Fassade max. 10 Stunden, denn ist die Luft raus.
Menschen die Traumas erlebt und überlebt haben, tragen oftmals Masken in der Öffentlichkeit, um sich und andere zu schützen. Hier gilt nur eines, dass manerkennt, dass man die Maske nicht auch für sich trägt oder dass man die Maske trägt und nicht die Maske einen.
Zitat:Hi idefix, ich habe als Kind auch gestottert. Ich konnte es mit 2 jähriger Logopädie beheben. Ich habe mich selbst mit 8 Jahren, überlege mal und der Grundschule angemeldet zum Logo kurs. Meine Mutter musste nur ihren Willi drunter setzen.
Man sollte immer herausfinden, woher das Stottern kommt. Und damals mit 5 oder 6 Jahren waren meine Eltern mit mir auch bei einer Therapeutin. Hab dann auch so 3,4,5 x mit der gesprochen, doch die meiste Zeit sprachen meine Eltern und die miteinander. Habe in der Zeit so Spiele gespielt, Brio Labyrinth oder ähnliches.
Sie sagte zum Schluss, dass das Stottern wieder verschwinden wird.
Doch es blieb. Zu Beginn hatte ich auch mehr ein Poltern, das ist eine Unterart des Stotterns, das legte sich aber allmählich und es gibt Momente, da spreche ich völlig fließend und dann hänge ich wieder, bis in die Unendlichkeit. So habe ich mir dann das Synonym-Archiv aufgebaut. Also für jeglichen Objekte oder Wörter Synonyme zu merken, damit ich beim Hängenbleiben, auf diese Wörter zu greifen kann. Weiles oft, nicht immer, Wörter sind die "von unten herauf" ausgesprochen werden. Damit haben Stotterer sehr oft schwierigkeiten. Auch sagt man, dass wenn man es in einem Singsang sprechen oder singen würde, würde es besser funktionieren. Habe alle probiert, bis ich dann zu meiner Traumatherapie kam. Und dort fand ich den Auslöser..
Zitat von Doreanne: Ich habe schon als Kind angegangen wegen und Lösungen zu finden.
Menschen oder Kinder, die nicht verstanden werden oder im Stich gelassen werden, nicht oder kein Gehör finden, fangen meistens schon mit jungen Jahren an, so gut es ihnen möglich ist, Lösungen zu finden.
Zitat von Doreanne: keine Antwort schuldig, doch finde ich gerade das super sympathisch an euch. Ihr wisst alle was im Oberstübchen abgeht.
Im Grunde, seit 40 Jahren, erforsche ich mit meinen begrenzten Mitteln die Psyche des Menschen. Meine eigene, die sich als sehr detailiert und ungewöhnlich herausgestellt hat und von der ich weiterhin lernen darf.
Habe nie Fachbücher gelesen oder mich anderweitig damit beschäftigt. Und selbst als ich damals zur Traumatherapie ging, hatte ich für mich schon einige sehr wichtige Verhaltensweisen etabliert,von denen ich dann erfuhr, womit auch jene Therapeuten arbeiteten. Meine hatten halt andere Namen oder hatten ähnliche Funktionsweisen und manchmal war ich auch voraus. Aber durch die enge begrenzte Sichtweise, hatte ich nicht die Tipps und Hilfe und Anhaltspunkte, wo man noch suchen oder welche Punkte man noch angehen kann und darf. Dazu bedarf es dann die Therapeutin.
Und auch war es irgendwann befreiend, auch wenn das erst sehr spät stattfand, dass man das erlebte mal aussprechen oder wenigstens aufschreiben durfte und ein anderer es mal lesen konnte, durfte und es verstand und nicht von vorherein verurteilte..
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@Moelli80
Zitat von Moelli80: Und wo kommt das bei dir her?
Angst direkt vor Menschen habe ich nicht,
Habe es schon woanders mal aufgeschrieben und deshalb werde ich hier nur anschneiden.
Wurde im Kleinkindalter sex. mb und dann nochmal mit 11 Jahren vergew. Dazwischen gab es 4 Traumas mit Gewalt und danach noch eines.
Und bin seither ein Viele-Mensch. Vielleicht hast du schonmal etwas von DIS (Dissoziative Identitätsstörung) oder pDIS gehört.
Zitat von Moelli80: Im Zug so eine Erfahrung zu machen und man kommt einfach nirgendwo raus, kann einfach nicht flüchten und die Fahrgäste gucken nur zu. Ist keine schöne Erfahrung.
Nein, da hast du vermutlich recht. Tut mir leid, dass du das hast erleben müssen.
Mit meiner Vorgeschichte, würde ich und könnte vermutlich aber auch nicht "helfen".