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Bloody-Angel
Huhu, möchte mich bei euch vorstellen
ich bin 26 und komme aus Bayern, genauer gesagt aus Franken
ich bin verheiratet, stehe aber kurz vor der Trennung, was auch mit ein Grund ist wieso ich mich hier angemeldet habe.
Seit ich mich erinnern kann habe ich psychische Probleme, als Kind war es zwar noch nicht so extrem, aber anscheinend muss ich irgendwie komisch gewesen sein, da ich kaum Freunde hatte bzw keine richtigen Freunde sondern Kinder die ich dafür gehalten habe, dabei waren es nur Klassenkameraden - mehr nicht. Als ich 12 war ging es dann sozusagen los, ich kam ins Krankenhaus und wurde Notfalloperiert, verdacht auf Blinddarm. Wäre es das nur gewesen, habe die Diagnose Morbus Crohn (chronisch entzündliche Darmerkrankung) bekommen.

Aufgrund der langen Fehlzeiten musste ich die Schule wechseln (vom Gymi auf Real) und war todunglücklich deswegen. Zu dieser Zeit bekam ich meine ersten Depressionen und kurz danach die ersten Anzeichen für Borderline (also habe angefangen mich zu Ritzen). Ich hatte weder auf der alten noch auf der neuen Schule richtige Freunde, ich habe mich so einsam gefühlt und fast jede nacht durchgeweint. Um Kontakte zu knüpfen hatte ich mich damals mit 13 beim Jugend-THW angemeldet. Dadurch habe ich ein paar Leute kennengelernt und mich mit ihnen angefreundet, was aber ein großer Fehler war.

Ich wurde komplett ausgenutzt, sie nahmen mir Dinge weg wie mein Fahrrad und mein Handy, es gab auch Gewalt. Außerdem brachten sie mich auf die schiefe Bahn, ich habe geklaut, getrunken, geraucht und wir sind auch in leerstehende Häuser eingebrochen und haben Feuer gelegt. Wurde aber zum Glück nie erwischt...

Meine Eltern wollten mir den Umgang verbieten, aus heutiger Sicht finde ich sie hatten recht, doch damals hab ich das null verstanden und wollte meine "Freunde" nicht verlieren. Ich hatte ja sonst niemanden. Mit 14 habe ich dann meinen ersten Freund kennengelernt, durch ihn schaffte ich es mich von diesen Menschen zu lösen. Ich habe ihn wahnsinnig geliebt, für mich war er mein Retter und mein Seelenverwandter. Wir waren zusammen bis ich fast 18 war. Durch mein Verhalten habe ich ihn vergrault. Ich hatte große Ängste ihn zu verlieren und habe sehr geklammert und dann hab ich ihn verloren.

Ich bin bis heute nicht ganz darüber weg, obwohl es so viele Jahre her ist. Ich habe niemals mehr jemand so geliebt wie ihn. Zu der Zeit habe ich auch angefangen mich behandeln zu lassen, erst mit Medikamenten und nach der Trennung habe ich meine erste Therapie gemacht.

Nachdem er am Telefon schluss gemacht hat wurde ich von meinen Eltern wegen akuter Selbstmordgefahr eingewiesen. Ich war ca 3 Tage auf Station, ich erinner mich null daran da ich so mit Medikamenten zugedröhnt wurde. Seitdem bin ich (mehr oder weniger) fast ununterbrochen in Behandlung und Therapie.

Mit 19 habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt, der mir auch mehr Kummer bereitet hat als sonst irgendwas. In unserer Beziehung war er 3 mal (!) im Gefängnis, er hat eine menge Schulden und ist mit seinen fast 33 Jahren immer noch wie ein 16 jähriger Teenie. Mir gegenüber ist er sehr respektlos und wurde auch schon gewaltätig.

Vor fast genau 2 Jahren hab ich das erste mal versucht mich von ihm zu trennen. Ich bin zu meinen Eltern, war dort aber nicht lange. Mir ging es psychisch so schlecht und ich hatte so eine große Angst vor der Einsamkeit, dass ich zu ihm zurück bin. Kurz danach hat er mir einen Antrag gemacht und ich habe ja gesagt obwohl ich mir damals schon unsicher war. im Juli 2016 haben wir dann geheiratet. Ich war davor mega unsicher und hatte Zweifel, hätte ich nur darauf gehört.

Die Hochzeit hat sich nicht so angefühlt wie sie sich hätte anfühlen sollen. Normalerweise hätte ich überglücklich sein müssen, doch ich war unsicher und verwirrt. Nach der Hochzeit ist es wie es zu erwarten war natürlich auch nicht besser geworden. Ich bin gar nicht gerne verheiratet, ich finde meinen neuen Namen immer noch komisch und falsch. Ich habe sehr sehr sehr viel nachgedacht und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mich trennen MUSS. Weder liebe ich ihn wirklich noch bin ich glücklich.

Er hat auch seine gute Seiten so ist es nicht aber er ist einfach der falsche für mich, anstatt mir Sicherheit zu geben die ich so dringend bräuchte stürzt er mich noch mehr ins Chaos. Mittlerweile bin ich mir sicher, ich muss gehen sonst ist es mein Untergang und ich kann auch so nicht gesund werden.

Ich muss dazu sagen ich bin seit 2009 arbeitsunfähig, nach meiner mittleren Reife habe zweimal versucht auf die FOS zu gehen und einmal eine Ausbildung zu machen. Ich bin aufgrund dessen, dass ich so krank war gescheitert. Ich würde so gerne mein Abi nachmachen oder die Ausbildung nochmal versuchen, ich trau mir aber gar nichts mehr zu.

Dass ich keine Arbeit habe ist auch ein Grund warum ich so Angst habe mich zu trennen, ich habe Angst ich komm mit dem wenigen Geld nicht zurecht und auch dass ich es allgemein nicht auf die Reihe bekomme. Irgendwelche Wohngruppen fällt raus für mich, ich möchte eine eigene Wohnung und zum ersten mal machen was ich möchte und nicht was mir irgendwer vorgibt.

Eine eigene Wohnung suchen, mich um Geldangeleigenheiten kümmern usw überfordert mich aber total. Auch weil ich in die Stadt möchte (wohne jetzt am Land) um nicht komplett zu vereinsamen, doch es es schwierig dort bezahlbare Wohnungen zu finden, und wenn dann sind sie meistens nur für Studenten. Ich habe mit meinen Eltern schon geredet, ich kann jederzeit zu ihnen und von dort aus mich um alles kümmern und sie unterstützen mich auch.

Außerdem haben wir gemeinsam 6 Katzen, ja es sind viele, das ist mir jetzt auch bewusst... Ich möchte es irgendwie hinbekommen dass jeder 3 nimmt, das wäre fair und auch finanziell gerade noch machbar für mich, es soll auf jedenfall keine ins Heim müssen! Das wird riesige Streitigkeiten geben, er hat mir schon angekündet wenn ich gehe bekomme ich keine... alles in einem ist es so komplizert dass ich schon am liebsten wieder resignieren möchte aber ich muss was ändern, das weiß ich.. ich weiß nur noch nicht wie genau...

Wir streiten auch fast nur noch, er merkt dass ich mich innerlich eigentlich schon getrennt habe, da ich ihn kaum noch an mich ranlasse, ich möchte es auch nicht weil es sich falsch anfühlt. Meine größte Angst es ist, dass ich bei meinen Eltern bin und es wieder nicht aushalte und wieder zurückgehe, das wäre das aller schlimmste!

Warum bin ich hier? Ja weil ich mich ganz alleine fühle, trotz dass meine Eltern mich unterstützen. Ich habe auch einen sehr guten Kumpel der hier um die Ecke wohnt - eigentlich momentan mein einziger sozialer Kontakt. Dann habe ich eigentlich eine beste Freundin, ich hab sie 2010 in einer Tagesklinik kennengelernt. Doch momentan haben wir kaum Kontakt, wir haben uns nicht gestritten oder so aber sie ist jemand der sich einfach mal Wochenlang nicht meldet.

Ich bin mir unsicher ob das an mir liegt oder ob das einfach ihre Art ist, bei anderen ist es genauso. Ich habe sie neulich mal angeschrieben aber es kam wenig zurück und ich bin es auch leid den Menschen immer noch hinterherzurennen... ich vermisse sie sehr aber wenn sie nicht will kann ich ja auch nichts machen ich bräuchte sie momentan so sehr, sie war mir immer eine gute Stütze aber gerade jetzt ist sie nicht da... das macht mich auch sehr sehr traurig weil ich das alles ja schon hundertfach durch hatte und dachte sie ist eine richtige freundin und auf sie kann ich mich verlassen.

Da bin ich mir jetzt nicht mehr sicher... Es könnte natürlich auch sein, dass es ihr selbst nicht gut geht und sie sich deswegen sich nicht meldet, aber ich weiß es einfach nicht...

Sorry dass es so lang geworden ist, es sollte eigentlich nur eine kurze Vorstellung werden

26.09.2017 15:45 • 28.09.2017 #1


5 Antworten ↓


Das mit dem freunden hinterherrennen kenne ich... am besten ist man schaut immer erst nach sich und dann nach anderen mache nämlich oft selbst den fehler leite mehr zu mögen als die mich z.b. ... leute kommen und gehen naja und kopf hoch

26.09.2017 21:47 • x 1 #2



Kurz vor Trennung- Angst davor, es nicht zu schaffen

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YesItsMe0
Du weißt was du willst, jetzt musst du es nur noch durchziehen. Es wird sicher nicht einfach werden aber du siehst ja selbst keine Alternative zu einer Scheidung. Du brauchst dir auch keine Sorgen machen dass du alleine bist, immerhin werden laut der Statistik ~42% aller Ehen wieder geschieden vorallem wenn man so jung heiratet wie du da man mit 19 noch wenig Ahnung hat was man selbst im Leben erreichen möchte.

Dein Mann ist keine gute Gesellschaft so wie du ihn beschreibst. Es wird zeit dass du ihn los wirst und dein eigenes Leben lebst.
Es wird sicher nicht einfach werden aber wichtig ist dass du auch an dir selbst arbeitest und deine psychischen Probleme überwindest. Ich weiß es ist einfach gesagt aber darin liegt für dich der Schlüssel zu einer glücklichen Zukunft.

26.09.2017 22:42 • x 2 #3


Bloody-Angel
Danke euch beiden

Ja was ich will das weiß ich, doch es umzusetzen das ist für mich immer am Schwierigsten. Vorallem wenn es mir gut geht bin ich eigentlich eine sehr vernünftige und rationale Person, doch wenn etwas ist dann kann ich meine Meinung plötzlich um 180 Grad drehen. Also wenn etwas schwierig wird dann kann ich nicht mehr vernünftig denken und ich handle nur noch was in diesem Moment das kleinste Übel ist und ich kann nicht mehr auf lange Sicht denken. Ich will dann nur noch, dass es "aufhört".
Ich arbeite ja schon lange an mir und ich habe auch schon viel erreicht, doch dass ich noch nicht gesund bin merke ich, vorallem in schwierigen Zeiten. Früher zb konnte ich überhaupt nicht alleine sein, ich hab immer jemand um mich gebraucht. Das habe ich jetzt aber gelernt und kann es, vorallem momentan da es sehr stressig zu Hause ist, auch genießen. Auch verletzte ich mich (bewusst) nicht mehr selbst und habe es auch jetzt obwohl es sehr schwer ist unter Kontrolle. Meine größte Angst ist wirklich dass mir die Trennung zu sehr weh tut und ich auch Schuldgefühle bekomme und deswegen wieder zurück gehe, weil es ja schonmal sp war

27.09.2017 18:36 • #4


kl Schnecke
Zitat von Bloody-Angel:
Danke euch beiden

Ja was ich will das weiß ich, doch es umzusetzen das ist für mich immer am Schwierigsten. Vorallem wenn es mir gut geht bin ich eigentlich eine sehr vernünftige und rationale Person, doch wenn etwas ist dann kann ich meine Meinung plötzlich um 180 Grad drehen. Also wenn etwas schwierig wird dann kann ich nicht mehr vernünftig denken und ich handle nur noch was in diesem Moment das kleinste Übel ist und ich kann nicht mehr auf lange Sicht denken. Ich will dann nur noch, dass es "aufhört".
Ich arbeite ja schon lange an mir und ich habe auch schon viel erreicht, doch dass ich noch nicht gesund bin merke ich, vorallem in schwierigen Zeiten. Früher zb konnte ich überhaupt nicht alleine sein, ich hab immer jemand um mich gebraucht. Das habe ich jetzt aber gelernt und kann es, vorallem momentan da es sehr stressig zu Hause ist, auch genießen. Auch verletzte ich mich (bewusst) nicht mehr selbst und habe es auch jetzt obwohl es sehr schwer ist unter Kontrolle. Meine größte Angst ist wirklich dass mir die Trennung zu sehr weh tut und ich auch Schuldgefühle bekomme und deswegen wieder zurück gehe, weil es ja schonmal sp war

Weswegen hast du Schuldgefühle, du weißt das dir die Beziehung nicht gut tut!

27.09.2017 18:51 • #5


Bloody-Angel
Die Schuldgefühle haben mehr oder weniger was mit meinem Ex zu tun.
Also er hatte mich damals betrogen und dann mitten in der Nacht über Handy schlussgemacht. Bei einem letzten Gespräch (über Skype) kam raus, dass er sich schon länger trennen wollte und mir mehr oder weniger über längere Zeit was vorgemacht hat.
Mir hat das so sehr wehgetan und habe mich immer wieder gefragt WANN er es wusste... das hat mich teilweise richtig zermürbt.
Jetzt mache ich so ziemlich das selbe, nur mit dem Unterschied, dass wir nicht zusammen gewohnt hatten und so eine Trennung "leichter" ist, als wenn man zusammen wohnt und verheiratet ist. Die Schuldgefühle habe ich weil ich momentan oft lüge (lügen muss) um irgendwie klarzukommen

28.09.2017 15:42 • #6




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