schmetterlings_traum

schmetterlings_.

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Am letzten Mittwoch war für mich noch klar, dass ich in meinen Freund verliebt bin, da hatten wir uns getroffen und ich habe es ganz deutlich gemerkt, auch hinterher, als er wieder weg war...
Und letzte Woche Donnerstag war ich auch noch richtig doll verliebt, es war richtig schön! ....

Aber jetzt..... sind meine Gefühle mal wieder ein einziges Wirrwarr und ich weiß nicht, was ich empfinden soll oder ob ich überhaupt noch verliebt bin.... und ich weiß nicht, was ich gerade fühle.

Ganz plötzlich war ich auf einmal total genervt von ihm, als wir uns gestern getroffen haben (zumindest was bestimmte Sachen angeht) und ein Teil von mir denkt die ganze Zeit "Lass mich in Ruhe" oder "Was denn jetzt schon wieder?!" und hatte dann auch keine Lust, ihn zu küssen oder Händchen zu halten!....
Und ein Teil dachte sich auch, dass die Beziehung langweilig wird, dass ich immer dasselbe Gesicht sehe (nach drei Monaten!

..... Gleichzeitig ..... bekomme ich "Verliebtheitsgefühle", wenn ich etwas scheinbar "Perfektes" sehe oder höre, sei es ein Lächeln von ihm oder wenn er sagt, dass er mich "süß" findet.....

... Meine Verliebtheitsgefühle waren ja vorher immer schon recht schwankend und wurden größtenteils von meiner Angst verdeckt, aber das, was ich jetzt habe, hatte ich noch nie in der Form.

Ich weiß einfach nicht, was ich meinem Freund gegenüber empfinden soll oder was ich überhaupt empfinde....

30.08.2009 08:54 • 06.09.2009 #1


31 Antworten ↓


Rudra


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Ich denke, es gibt immer Phasen, da läuft es eben nicht so gut. Aber je mehr man drüber nachdenkt, desto schlimmer wird es doch. Du weißt nicht, was Du für Deinen Freund empfinden sollst? Aber Gefühle können doch nicht gesteuert werden. Sie sind, wie sie sind. Lass sie einfach zu.

Über Verliebtheit nachzudenken ist doch etwas Schönes! Über vermeintliche Nichtverliebtheit nachzudenken macht doch nur Depressionen.

Genieße den Sonntag.

lg
Rudra

30.08.2009 11:10 • #2


Pilongo


Du könntest auch mal versuchen eine Rekapitulation zu machen.
Also zu schauen, was du an ihm toll findest und was nicht, ob dich eure Beziehung glücklich macht oder nicht.
Weil das ist ja der Kern der Sache: Ob dir eine Beziehung gut tut oder nicht.
Es kommt schon mal vor, dass man sich gegenseitig aneinander aufreibt oder sich gegenseitig nervt.. aber das ist normal, es gibt eben keine perfekte Beziehung, wo immer Alles schön und toll ist und man sich immerzu verträgt
Wenn du also mal genervt von ihm bist, ist das total normal.
(Meine Sis und ihr Freund hatten heute z.B. nen Streit wegen WoW.. total schwachsinnig eigentlich, aber all in all sind sie glücklich und seit 2 Jahren schon zusammen Streit und uneinigkeiten und Genervtsein, das passiert und ist nix Schlimmes.)

Aber wenn du z.B. merkst, dass dein Freund dich mehr unglücklich macht als glücklich, musst du vielleicht über eine Trennung nachdenken, denn du sollst dich ja in einer Beziehung wohl fühlen, und nicht ständig deswegen betrübt oder traurig sein.

Man kann übrigens auch nicht entscheiden, wie du meinst, was man empfinden oder fühlen soll. Das passiert einfach mit einem
Darauf kannst du also keine Antwort bekommen und das kannst du auch nicht selber steuern, dir bleibt bloß übrig, in dich rein zu horchen und zu sehen, was da ist.

Schönen Sonntag,
Pilongo

30.08.2009 12:08 • #3


Meli77de

Meli77de


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Hi Schmetterlingstraum!

Dieses Gefühlschaos kenne ich sehr gut. Anfangs, als sich dieses Durcheinander zusammengebraut hat (war so im März diesen Jahres) wusste ich auch überhaupt nicht, was da passiert. Ich bekam Panik, wenn er kam und Panik, als er fuhr. Dieses Gedankenkarussel "Liebe ich ihn noch? Was ist, wenn nicht" hat mich so panisch gemacht, dass ich in dieser Zeit die wohl heftigste Attacke hatte.
Irgendwann kam ein Punkt, da freute ich mich auf einmal auf ihn und es folgte eine recht glückliche Zeit.
Und plötzlich kam wieder das Chaos. Ich gehe inzwischen damit so um, dass ich mir sage, dass ich krank bin (Paniks, Depris etc.) und dass ich eben nicht jeden Tag himmelhochjauchzend sein muss und kann. Ich habe auch weitgehend aufgehört, morgens schon in mich reinzuhören, was heute für Gefühle angesagt sind. Das mach mich nur noch nervöser.

Ich habe auch die für mich interessante Entdeckung gemacht, dass ich gerade dann, wenn ich mit mir wegen irgendwas nicht im reinen bin und mich deswegen nicht leiden kann, auch meinen Freund nicht leiden kann.

Mein Tipp: hör auf, dich ständig zu fragen, was Du fühlst. Wie die anderen schon sagten, Du fühlst, was Du fühlst. Und es ist legitim, auch mal nicht gut zu empfinden!
Gerade bei Leuten wie uns, die ja noch andere "Probleme" haben, die oft mit sehr starken und negativen Gefühlen kämpfen müssen, bleiben die schönen Gefühle schonmal auf der Strecke.
Vielleicht kann die Seele auch nicht gleichzeitig Angst, Depris und Verliebtheit empfinden.

Mir passiert auch, dass ich bei heftiger Freude (mit Herzrasen, feuchten Händen etc.) eine Panikattacke kriege. Weil es von den Symptomen sehr ähnlich ist, und die Psyche das nicht auseinander halten kann. Glaub ich zumindest.

Vielleicht konnte ich Dir ja etwas helfen
Viele Grüße Meli

30.08.2009 14:11 • #4


schmetterlings_traum

schmetterlings_.


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Hallo,

danke für eure Antworten!

@Rudra: Stimmt, je mehr ich denke, dass ich meinen Freund nciht mehr liebe bzw. nicht mehr "richtig liebe", desto deprimierter und trauriger macht es micht; ich lehne mich selbst dafür ab, dass ich nicht "richtig fühle". Das ist wahrscheinlich auch mein Problem, ich enge mich selber zu sehr ein und sage mir, dass ich unbedingt so fühlen muss oder die Welt geht unter oder ich bin nichts mehr wert......
Es fällt mir schwer, die Gefühle einfach so zuzulassen, wie sie sind und wenn ich die Verliebtheitsgefühle kaum mehr spüre, mit meinem Freund zusammen bin und dann andere Pärchen sehe, die Hand in Hand laufen, dann mache ich mich selber dafür fertig, dass ich das nicht hinkriege und dass ich so "komisch" und "unnormal" bin. ....
Ich weiß ja, dass man es sich nicht aussuchen kann, was man fühlt, aber es ist schwer, dass zu akzeptieren oder zu akzteptieren, dass man auch mal in einer Beziehung die Verliebtheitsgefühle mal nicht merkt, vor allem, weil ich das noch nie zuvor gehört habe, dass es jemandem so geht....

@pilonogo:
Eine Rekapitulation....
Hm........ Wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir positive wie negative Dinge ein, wobei, wenn ich ehrlich sein soll, die positiven Seiten an meinem Freund eindeutig überwiegen.
Mein Problem ist nur, dass .... die ganze verdammte Sache mit meiner Freundin und dem schief gegangenen Urlaub, mich dermaßen runtergerissen hat, dass mein ohnehin schon geringes Selbstbewußtsein ins Bodenlose gerutscht ist und so wie man sich selbst behandelt, behandelt man auch andere.
Ich kritisiere mich schonungslos, der kritische (und ängstliche) Teil in mir, der von Anfang an die Fehler meines Freundes gesucht und ihn deswegen abgewertet hat, ist durch diese ganze Sache noch kritischer geworden.
Dieser Teil bläht die Fehler meines Freundes auf, stellt ihn als Versager hin und denkt, dass er mich sowieso nicht verdient hat.
..... Dabei war ich letzten Mittwoch noch total glücklich und verliebt... .....
Ich glaube, dieser Teil will nicht, dass ich "schwach" bin und idealisiere, mich durch die Verliebtheit verletztbar mache und deswegen muss ich ihn angreifen, ihn verletzen, ihn "schwach" machen......
Da sind so Sachen wie, dass er manchmal unddeutlich spricht und das nervt diesen Teil von mir.... oder, dass er manchmal Witze macht, die nicht witzig sind, dass er manchmal komisch lacht.
Kleinigkeiten eben......
Es fällt mir auch schwer zu unterscheiden, was mich denn "wirklich" an ihm nervt und was dieser Teil in mir nur "aufbläht"....
Dieser Teil möchte seine guten Seiten einfach nicht wahrnehmen....
*seufz*,
Meine Stimmung wirkt sich auch nicht nur auf meinen Freund, sondern auch auf andere Menschen aus....

Übrigens, war ich heute bei ihm und habe die Verliebtheitsgefühle schon gespürt, wenn auch nur ansatzweise und "verdeckt", wenn man es so nennen kann.... Soviel dazu, ich bin nicht mehr verliebt.

@melli77de:

Was hat denn bei dieses Chaos ausgelöst? War es, als bei dir die Verliebtheit aufgehört hat?

Zitat:
Ich habe auch die für mich interessante Entdeckung gemacht, dass ich gerade dann, wenn ich mit mir wegen irgendwas nicht im reinen bin und mich deswegen nicht leiden kann, auch meinen Freund nicht leiden kann.


Genauso geht es mir; immer, gerade dann wenn mein Selbstbewußtsein am Boden liegt, kann ich auch meinen Freund weniger leiden! Immer dann, wenn meine Probleme gerade stark sind.

Das wär das Einfachste und Vernünfstigste, einfach Frieden mit mir selber schließen.

Zitat:
Gerade bei Leuten wie uns, die ja noch andere "Probleme" haben, die oft mit sehr starken und negativen Gefühlen kämpfen müssen, bleiben die schönen Gefühle schonmal auf der Strecke.
Vielleicht kann die Seele auch nicht gleichzeitig Angst, Depris und Verliebtheit empfinden


Stimmt, wenn man gleichzeitig Angst hätte UND auch noch Verliebtheit empfinden würde...., das schließt sich ja beides aus. Denn Angst bedeutet Distanz und Verliebtheit und/oder Liebe Nähe.....

Vlg,
schmetterlings_traum

30.08.2009 19:06 • #5


Pilongo


Was war denn mit dem Urlaub?
Wieso hat es nicht geklappt?
Fahr doch trotzdem spontan wo hin, oder mach kleine ein-Tages-Ausflüge mit jemandem?
Man muss ja nicht Daheim bleiben, bloß, weil man nicht in die Ferne reisen kann

30.08.2009 20:04 • #6


schmetterlings_traum

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....... Ich weiß nicht, ob du den einen Thread von mir gelesen hast, .... den hatte ich glaube vor einer Wocher oder so geschrieben.... aber....
Dieses Thema... ist mir immer noch unangenehm... sehr unangenehm....
Es geht darum, dass ich ja mit einer Freundin weg fahren wollte und es auch getan habe, bis ich dann gemerkt habe, dass..... ich mehr von ihr will als nur Freundschaft und das hat mich so unter Druck gesetzt, ich hatte solche Schuldgefühle, insbesondere gegenüber meinem Freund, dass ich den Urlaub abgebrochen habe... abbrechen musste...
..... Ich hab auch die Freundschaft zu ihr erst mal auf Eis gelegt, weil es so einfach nicht geht für mich!
..... Ich hab dann im Nachhinein gemerkt, dass ich immer noch in meinen Freund verliebt bin und das ganze ist schon über eine Woche her, aber es schmerzt mich immer noch und es tut mir immer noch so leid!

Meine Mutter ist auch sauer auf mich deswegen und will das Reisegeld (sie hatte mir was dazugegeben) auch wieder haben......

....Morgen muss ich erstmal wieder arbeiten, aber über das Wochenende könnte ich ja mal wegfahren oder so. Muss ja nichts Großartiges sein, einfach mal zelten irgendwo reicht ja.

30.08.2009 20:12 • #7


Pilongo


Aaaah das hab ich nicht gelesen, da war ich bestimmt grade selber im Urlaub.
Aber das braucht dir doch nicht unangenehm sein!
Ein bisschen bi schadet ja bekanntlich nie.
Ich hatte in der Kollegstufe auch einen heimlichen weiblichen Schwarm, da hab ich mal gemerkt, wie das für Jungs ist, wenn ein Mädchen unerreichbar scheint.
Sie hatte aber nen Freund und ich hatte ja meinen Freund, und ich hab mich nie getraut, ihr das zu sagen. Bin eher immer mundtot geworden, sobald sie mich angesprochen hat oder in meiner Nähe war.
Normalerweise ja sowas von gar nicht meine Art.

Weiß dein Freund denn davon?

Ich hab es damals auch wegen der Gewissensbisse meinem Freund gebeichtet, und der fand das, auf seine männliche Art und Weise, total klasse, weil er ja (wie wohl irgendwie jeder Mann) von nem 3er träumt
Geholfen hat mir das aber nicht -hab sie ja trotzdem nie angesprochen.

Ich kann deine Verunsicherung jedenfalls sehr gut nachvollziehen
Aber peinlich sein muss dir das nicht!
Gefühle sollten einem niemals peinlich sein.
Man kann sie ja weder steuern noch ändern, man empfindet halt einfach so.

30.08.2009 20:23 • #8


schmetterlings_traum

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Du hast für ein Mädchen geschwärmt, obwohl du mit deinem Freund zusammen warst?
Logischerweise kann man natürlich auch in mehrere verliebt sein (wie ich ja bemerkt habe )....

Ich finde es auch nicht unangenehm, dass ich mich ein Mädchen verliebt habe oder dass ich höchstwahrscheinlich etwas bi bin oder da gewisse Tendenzen habe! Das stört mich gar nicht, ich finde es eher ...interessant.

Was mich so unter Druck gesetzt hat war, dass ich dadurch unseren Urlaub abbrechen musste (ich hab mich so unter Druck gesetzt, dachte, ich liebe meinen Freund nicht mehr) und ich habe es ihr auch gesagt, dass ich mehr von ihr möchte. .... Sie hat mich nicht ganz ernst genommen.... und sie hat auch nicht verstanden, dass ich deswegen erstmal die Freundschaft auf Eis legen möchte.... weil mir das sonst zuviel wird......
Es sind eigentlich die Schuldgefühle, die mich dann so runtergerissen haben und zwar so sehr, dass wieder die alte Angst von damals (von vor vier Jahren, als ich die Angstpsychose hatte) wieder hochgekommen bin, ich hab mich psychisch so überlastet gefühlt deswegen....
Die Angst ist auch wieder weg, aber was bleibt ist mein ziemlich angeknacktes Selbstbewußtsein....

Ich habe es meinem Freund erzählt und er fand es gar nicht so schlimm, wie ich vermutet hatte, sondern hat auch gleich an die "Möglichkeiten" gedacht oder was man denn da so ausprobieren könnte.

Da fällt mir ein, dass ich schon mal für ein Mädchen geschwärmt habe und zwar mit 14, aber damals dachte ich, das käme nur durch die Pubertät.

Würdest du dich eigentlich dann als bi bezeichnen?

30.08.2009 20:33 • #9


Pilongo


Same ol', same ol'

Ich hab mit 16 für eine meiner ganz guten Freundinnen geschwärmt, ich hab damals sogar vom Sex mit Frauen geträumt teilweise.
Da haben wir also was gemeinsam.
Hab's ihr damals auch gesagt, aber sie wollte das nicht und irgendwie hat unsre Freundschaft dem dann nicht stand gehalten.
Dafür haben andere Freundinnen davon Wind bekommen, und in dem Alter probiert man scheinbar recht viel aus, und so kam's dann auch, dass ich mit ner ganz netten Bekannten so einige homoerotische Erfahrungen gemacht hab.
Im Endeffekt tät ich schon sagen, dass ich eine bi. Neigung hab, aber ich tendiere trotzdem mehr zu den Männern.
Einfach, weil mir der Sex mit Männern besser gefällt.
(Aber es lohnt sich wohl, mal Beides auszuprobieren, dann kann man vergleichen und sich richtig bewusst entscheiden.)
Trotzdem "verlieb" ich mich hin und wieder in andre Mädels und manche find ich auch richtig heiß.
Aber es ist nur so ne kleine Neigung, die hin und wieder kommt, im Großen und Ganzen steh ich mehr auf Männer.
Aber man kann sich das halt nicht aussuchen, hin und wieder passierts halt trotzdem, dass ich mich in ne andre Frau verguck

Ich finde übrigens nicht, dass eine Schwärmerei für jemanden heißt, dass man den festen Partner nicht mehr liebt.
Ich glaube, das scheint dich so fertig zu machen, oder?
Aber das eine ist nicht das andre.
Bei meiner Schwärmerei für das Mädchen dieses Jahr eben, da hab ich sofort gewusst, die ist unerreichbar, denn die hatte ja eh nen Freund und war noch dazu super schön, wie ein Model halt. Ich hab garn icht so wirklich ihren Charakter gemocht, sondern einfach für ihr Äußeres und ihre fröhliche Art geschwärmt. Und ich wusste von Anfang an, dass sie eh unerreichbar für mich ist -von daher hatte ich auch gar keine Gewissensbisse.
Mein Freund ging ja dann auch total lässig damit um, wie bei dir halt.
Denk dir einfach, dass du nichts dafür kannst, wie du fühlst, und dass du halt (vielleicht verspätet durch deine Erkrankung?) jetzt erst darauf gekommen bist, dass du etwas bi bist, und, dass das einfach ein neuer Aspekt deiner Persönlichkeit ist
Du machst ja im Moment viel Therapie und beginnst langsam, dich zu entwickeln und dein Leben unter die Lupe zu nehmen und all das.. das kann einfach passieren, dass man dann Dinge an sich entdeckt, von denen man vorher garn ichts wusste.
Fühl dich deshalb bitte nicht shclecht.
Denk dir einfach.. ehm.. dass du im Moment langsam entdeckst, wie du unter all den Ängsten aussiehst, dass du langsam so ne alte Kruste abkratzt und darunter kommst halt du, wie du jetzt bist, zum Vorschein, und dabei kam eben auch deine Verliebtheit für die Freundin zum Vorschein. Das gehört halt jetzt zu dir dazu
Das ist doch nicht schlimm, das ist eher interessant!

30.08.2009 20:49 • #10


schmetterlings_traum

schmetterlings_.


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Ich glaube, ich würde mich auch als bi. mit einer leichten Neigung zu Frauen beschreiben....
Ja, damals in der Pubertät hatte so große Probleme mit mir selber, dass ich gar nicht dazu gekommen bin, meine Sexualität richtig zu entwickeln oder herauszufinden, was ich möchte oder wer ich eigentlich bin und in diesem Prozess befinde ich mich nun schon seit einem halben Jahr.

Hm, nur die Frage ist, ob das bei meiner Freundin nur eine Schwärmerei oder schon mehr ist. Sicher wusste ich von Anfang an, dass sie für mich unerreichbar ist und vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb ich mich in sie verliebt habe?
Wie auch immer, fakt ist, dass meine Gefühle so sind wie sie sind....
und du hast Recht, ich kann meine Gefühle nicht steuern....
Die Frage ist, wie es weitergehen soll mit unserer Freundschaft. Da liegt ja noch die Sache mit unserem Urlaub in der Luft.... Vielleicht sollte ich mich mal mit ihr treffen und noch mal... die Sache klären, dass wir dann gucken, wie es mit uns weitergeht....

Stimmt, ich habe mich wohl noch nie so gut gekannt wie jetzt. In dem halben Jahr nach dem Auszug habe ich soviele Sachen an mir entdeckt, die ich bisher nicht kannte oder kaum wahrgenommen habe, größtenteils negative.... Ängste, Selbstzweifel..... etc..... Aber auch positive Sachen....

Ja, es hat mich so fertig gemacht, weil ich dachte, dass ich meinen Freund nicht mehr liebe, aber als ich nach dem Urlaub bei ihm war, waren meine Gefühle genau wie vorher und auch stärker oder "tiefer" als die Gefühle für meine Freundin. ....
Es ist glaube die Beziehungsangst, die "dafür sorgt", dass ich mich, neben meinem Freund, auch noch in Andere verliebe. So frei nach dem Motto:
Wenn es bei dem einen nicht klappt, gibt es ja noch den Anderen (oder die Andere)....

30.08.2009 21:39 • #11


Pilongo


Zitat von schmetterlings_traum:
Ja, es hat mich so fertig gemacht, weil ich dachte, dass ich meinen Freund nicht mehr liebe, aber als ich nach dem Urlaub bei ihm war, waren meine Gefühle genau wie vorher und auch stärker oder "tiefer" als die Gefühle für meine Freundin. ....
Es ist glaube die Beziehungsangst, die "dafür sorgt", dass ich mich, neben meinem Freund, auch noch in Andere verliebe. So frei nach dem Motto:
Wenn es bei dem einen nicht klappt, gibt es ja noch den Anderen (oder die Andere)....


Aber was wäre denn daran so schlimm?
Wieso siehst du es denn als Fehler deinerseits, wenn du dir über deine Gefühle im Unklaren bist?
Das ist kein Fehler, das sind halt Gefühle, und, wie schon oft gesagt, die kannst du nicht steuern.

Selbst, wenn du deinen Freund einmal nicht mehr lieben solltest, wäre das kein Grund, wieso du dich schlecht fühlen musstest!
Dann ist es eben einfach so.
Gefühle bleiben oft nicht für immer, es passiert ständig, dass sich Paare trennen, weil er oder sie jemanden gefunden hat, der besser passt als der jetzige Partner oder weil er/sie einfach merkt, dass der jetzige Partner einem nicht das gibt, was man braucht
Das ist nichts Schlimmes, das ist nichts, worüber du jetzt ewig nachdenken musst und das ist vor Allem nichts, was dir angst machen muss oder dafür sorgen sollte, dass du dich schlecht fühlst.
Denn das ist einfach nur völlig normal.
Auf keinen Fall sollte man aufgrund von falschen Schuldgefühlen mit Jemandem zusammen sein.
Das macht krank.

Von meinem ersten Freund hab ich mich übrigens auch nur getrennt, weil ich ihn absolut vorzeigeuntauglich und peinlich fand
Okay, ich war damals 16, und ich hab lange versucht, mich mit seinen unwitzigen Witzen zu arangieren und mit seiner seltsamen Unfähigkeit, mit Anderen umzugehen -konnte ich aber nicht.
Er hat immer nur über sein Hobby reden können, Alles Andere, Politik und Schule und so, da konnte er nie was zu sagen.
Und das war dann das aus.
Eigentlich ein nichtiger Grund, sicher, aber er hat mich so gestört, dass es für mich ein Trennungsgrund war.
Kein Trennungsgrund muss sinnvoll oder für andre nachvollziehbar sein.
Wichtig ist bloß, ob man sich selber wohl fühlt oder nicht.
Und wenn man sich nicht wohl fühlt, dann geht man.
So einfach ist das bei zwischenmenschlichen Beziehungen

Und es ist genau so, wie du sagst:
Wenn es mit dem Einen nicht klappt, klappt's vielleicht mit nem Anderen.
Das ist nicht DEIN Motto, und hat nix mit einer gestörten Persönlichkeit oder Beziehungsangst zu tun.
Das ist das Motto von Millionen Frauen und Männern auf der ganzen Welt
Ich sag ja auch selber: Man muss viele Frösche küssen bis man seinen Prinzen findet. Ergo: Ich probier's mit so vielen wie möglich, bis der Richtige daher kommt.
So macht das jeder. Das ist nicht falsch oder krank. Es ist einfach. Punkt.

Ich glaube, du denkst mal wieder zu viel nach.
Triff dich doch mal mit deiner Freundin, vielleicht könnt ihr ja trotzdem weitermachen (aber wohl nicht mehr wie bisher) und du kannst deine Gefühle vielleicht irgendwie umgehen oder unterdrücken oder so.
Wobei ich das nicht soo ratsam finde.
Du sagst ja selber, während deiner Jugend ist Viel auf der Strecke geblieben.
Bei mir auch, wegen der Krankheit.
Ich hab mit 17/18 erst begonnen, mich selber zu entdecken und mich rücksichtslos auszuleben -wie man es normal halt so ab 14 macht, heutzutage. Und ich sag dir: Das war ne gut Zeit
Da hab ich echt NUR an mich gedacht. Und Alles gemacht, was ich wollte, und auf viele Sachen geschissen. Wie ein Teeny das halt auch macht.
Heut ist das wieder anders. Aber diese Teeny-Phase aufzuholen, mensch, das hab ich ECHT gebraucht.
Vielleicht musst du auch noch was nachholen. Probier's einfach aus!

Du hast doch bloß dieses eine Leben, also schau, was du noch Alles an dir entdecken kannst und erforsch dich selber
Denn JETZT hast du endlich die Chance dazu!
Und ich finde, das ist eine geniale Sache.

Ich weiß nicht, ob deine Zweifel an der Beziehung daher kommen, dass du im Moment selber nicht mit dir im Reinen bist oder ob sie berechtigt sind und dein Freund einfach vielleicht doch nicht DER Richtige für dich ist. Aber das kann dir keiner sagen, nur du, vielleicht, kannst darauf eine Antwort finden.

31.08.2009 09:19 • #12


Pilongo


Mensch, das Wichtigste hab ich irgendwie nicht gesendet, sondern versehentlich gelöscht.. komisch.
Also:

Ich glaube, du denkst mal wieder zu viel nach.
Denn Alles, was dich an dir selber zweifeln lässt und was du seltsam und abnormal findest ist.. schei.
Du machst ganz normale Sachen.
Du zweifelst an deiner Liebe und verliebst dich in deine Freundin und weißt nicht, woher das kommt.
Aber das hat nix mit Beziehungsangst zu tun, du bist nicht gestört.
Du bist GANZ normal, in dieser Hinsicht.
Diese Probleme haben Millionen andere Menschen auch.
Der Unterschied ist bloß: Du denkst, es sei nicht normal.
Machst dir Gedanken darüber und beginnst, an dir selber zu zweifeln.
Dabei ist das total hinfällig, und überflüssig, und durchtrieben dir bloß umsonst den Tag und den Urlaub und Alles.
Dabei ist das völlig unnötig.
Denn es ist.. normal.

31.08.2009 09:24 • #13


schmetterlings_traum

schmetterlings_.


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Hallo Pilonogo!

Vielen Dank für deine Antwort(en)!
Ich habe ziemlich lange darüber nachgedacht, über das, was du geschrieben hast und bin zu dem Punkt gekommen, dass du Recht hast.
Sicherlich werde ich, wie du sagst, noch viele Frösche küssen, bis irgendwann die große Liebe kommt, mit der ich dann auch eine Familie gründen will, aber ich habe ja noch Zeit, ich bin noch jung.
Und wie ich mich hinsteigere, könnte stundenlang darüber nachdenken!

Ich bin ja auch gerade dabei, mich auszuprobieren.

Ich habe auch nochmal genau darüber nachgedacht und denke, dass die Punkte, die ich an meinem Freund kritisiere, nichtig sind. Totale bescheuerte Kleinigkeiten, bei denen ich total übertreibe.

Mein wirkliches Problem, dass ich schon von Anfang hatte, ist ....
ist relativ simpel:

Ich habe schlichtweg zu hohe Erwartungen an die/eine Beziehung.

Ich... kann gar nicht sagen, was ich genau erwarte, aber ich denke wohl, dass ein Partner alle meine Probleme lösen kann.
Immer, wenn ich Probleme hatte oder habe, bin ich zu ihm gegangen oder er ist zu mir gekommen, und ich hoffte, dass die probleme dann weggingen.
Ich hatte neulich einen Traum, in dem ich Auto gefahren bin, am Steuer saß mein Freund und ich denke, deutlicher kann es nicht mehr werden.

Er soll wie ein "Steuermann" für mich sein, alles für mich machen, mir mehr geben, als ein normaler Mensch kann.
Ich suche in der Beziehung das, was ich im Alltag nicht finde:
Andauernd Spannung, Spass, Schutz, Bestätigung etc.


Als ich letzte Woche meine starken Ängste hatte, sollte mein Freund vorbei kommen und mir die Ängste "weg nehmen".... Kein WUnder, dass ich im Anschluss so genervt von ihm war! Er kann es ja gar nicht...!
Ist ja auch nur ein Mensch, wie ich.

Und ein Teil von mir denkt nun, dass er mich nicht "verdient" hat ....

.... Die Frage ist nur, wie kann ich meine zu hohen Erwartungen runterschrauben? Vielleicht, in dem ich mich mehr auf mein Alltagsleben konzentriere?

Denn in der letzten Zeit hat die Partnerschaft fast meinen Alltag verdrängt. Ich denke mir, wenn es dort nicht klappt, dann klappt es nirgendwo, ich mache... mein Leben davon abbhängig!

Versuche, zu kompensieren, was ich anderswo (und aus mir selber) nicht kriege....

Aber... Erkenntnis ist ja der erste Schritt zur Besserung.

Aber... heißt das jetzt... dass... unsere Beziehung deswegen am Ende ist oder ich nicht mehr verliebt bin?

Allein an der Frage merkt man schon meine Problematik....

Vlg,
schmetterlings_traum

31.08.2009 23:36 • #14


Pilongo


Der Autofahrtraum hat echt einen sehr hohen symbolischen Charakter.
Ich hab, so 2 Monate nach Papas Tod, davon geträumt, dass er mir das Autofahren beibringt und das, obwohl ich ja nie Autofahren werde können, im echten Leben, meine ich
Aber das sagt viel aus darüber, dass ich irgendwie begonnen hab, mein Leben wieder selber in die Hand zu nehmen, und so wars dann auch, denn da ging's dann langsam aufwärts, innerlich in mir, da hab ich dann begonnen, mich weiter zu entwickeln.

Hm, du hast ja schon erkannt, dass nur du alleine deine Ängste bekämpfen und deine Probleme lösen kannst.
Aber du gehst trotzdem immer zu ihm, wenn was ist.
Vielleicht musst du irgendwie probieren, das zu unterbinden
Dir z.B. irgendeine Nachricht beim Telefon an den Telefonhörer kleben, sowas wie: "Nur ICH kann meine Probleme lösen!" oder "Ich bin stark genug, das alleine zu schaffen!" oder "Yes I can!" oder "Er ist dein Partner, nicht dein Therapeut!" oder irgendsowas.
(Das Letzte find ich am Besten.)
Denn er IST dein Partner. Seit drei Monaten erst.
Du kannst nicht erwarten, dass er dein Leben wieder gut macht oder dich therapiert. Das macht dein Therapeut. Und du.
Indem du ihn nämlich immer wieder zur Stütze nimmst, wenn was nicht geht, kriegst du immer mehr das Gefühl, dass du ihn brauchst und es nicht ohne ihn schaffen kannst. Das heißt, du wirst abhngig von ihm; gleichzeitig wird er irgendwann zu leiden beginnen unter dem massiven Druck, den du ihm damit aufbürdest.
Und dazu wäre eure Beziehung viel zu schade, denn du magst ihn ja scheinbar doch sehr. Das solltest du nicht wegwerfen oder gefährden wegen deiner Krankheit.
Hier war mal ein Mann angemeldet, der war am Ende seiner Kräfte, weil er immerzu die Stütze war für seine psychisch kranke Frau, am anfang musste er nur zuhören, dann sollte er helfen, wo er nicht konnte, und am Ende ging sie gar nicht mehr ohne ihm aus dem Haus.
Das war ein trauriges Beispiel dafür, wie weit man es als Patient treiben kann, wenn man nicht lernt und versteht, dass die psychischen Probleme nur einen selber was angehen und sonst keinen.
Dich zu heilen, dir zu helfen, da sist deine Aufgabe und die von deinem Therapeuten. Niemals, niemals ist das seine Aufgabe, das KANN er auf Dauer gar nicht leisten. Daran geht er kaputt!
(Und du merkst das ja schon, dass er es nicht kann und du dann sauer wirst.. aber das ist Schwachsinn, denn du erwartest Dinge von ihm, für die er einfach nicht qualifiziert ist. Er ist ja ein Mensch wie du und ich.. er hat keine 8 Jahre lang Psychologie studiert wie deine Therapeutin.)

Wenn du dann den Hörer aufhebst, um ihn anzurufen, liest du diese Nachricht, wirst zum Nachdenken angeregt, und legst den Hörer vielleicht weg und kommst alleine damit klar
Das heißt nicht, dass man in ner Partnerschaft nicht füreinander da sein muss, das wäre ja auch Schwachsinn.
Aber man muss verstehen, wo man Hilfe gebrauchen kann und wo man alleine kämpfen muss. Und bei der Psyche muss man auf alle Fälle alleine ran. Denn den besten Zugriff auf deine Gedanken, gefühle und deine Krankheit, den hast ja du, und nur du allein.
Dein Freund darf nicht zu deiner Krücke oder Stütze werden.
Er ist dein Freund. Und nicht dein Therapeut.

Ich hab übrigens meinem Freund meine Krankheit zwar erzählt und er war auch sehr besorgt und bemüht um mich, aber ich hab ihm von Anfang an gesagt, dass ich das alleine machen muss.
Denn das ist MEIN Leben und das ist MEIN Kopf, in dem die ganze schei. abgeht, Und da kann bloß ICH was dran ändern, wie ich denke, reagiere, und die Welt sehe.

Ich hab ihm von Erfolgen und Misserfolgen nur berichtet, wenn er danach gefragt hat. Ansonsten war ich bei ihm einfach nur zufrieden und glücklich und hab, indem ich nicht über meine Probleme geredet hab, auch nicht dran gedacht. Wenn ich bei ihm war hatte ich auch die allerwneigsten Attacken. Wenn ich doch mal eine hatte, dann war er für mich da und hat mich fest gehalten, bis es vorbei ging; manchmal hat er auch einfach weiter gepennt während ich im Zimmer auf und ab lief und dachte, ich fall gleich tot um. Weil ich ihn nicht aufwecken wollte.
Weil ich wusste, dass er da eh nichts dran ändern kann, sondern nur ich, und ich allein.

Und er sagt jetzt im Nachhinein, dass das für ihn SEHR schwer war, als es mir so schlecht ging. Und dabei hab ich ihn so wenig als möglich damit belastet.
Wenn du deinen Freund um Hilfe fragst und du und er, ihr merkt, dass er das nicht machen kann, glaub mir, das ist SEHR schwer für einen Jungen.
Wenn sie uns nicht das geben können, was wir wollen, das belastet sie immens.
(Mein Freund z.B. geht innerlich durch die Hölle, wenn ich ihn frage, ob wir was unternehmen und er hat keine Zeit. "Nein" zu einem Mädchen zu sagen, zu merken, dass man was nicht für sie machen kann, das ist für die meisten Männer DER Horror.)
Besser also die Grenzen abstecken. Freund ist Freund. Therapeut ist Therapeut. Und dabei muss es auch bleiben.

Ein Mensch darf nicht zur Krücke werden, besonders nicht einer, der einem wichtig ist.

Ich hab mir übrigens meine ersten beiden großen Beziehungen auch durch Erwartungen kaputt gemacht. Die haben ein halbes und ein Jahr nur gehalten. Mit meinem jetzigen Freund kam ich zusammen, da wollte ich nicht mal ne Beziehung, eigentlich. Und nun sind wir seit über 2 1/2 Jahren zusammen und es klappt wunderbar. Gerade deshalb, weil wir voneinander eigentlich GAR nichts erwarten, denn auf diese Art und Weise wird man ständig überrascht, wie viel man doch bekommt

Wünsch dir nen schönen Tag heute!
Pilongo

01.09.2009 07:32 • #15


schmetterlings_traum

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Hallo Pilonogo!

Wieder einmal kann ich sagen: Vielen Danke für deine Antwort.

Ja, ein Freund, ein Partner kann nie den Therapeuten ersetzen oder zumindest sollte man das nicht fordern..., sonst endet es irgendwann böse, wie du ja auch geschrieben hast.

Das mit der Nachricht ist eine gute Idee, die ich auch dann in die Tat umsetzen werde! Ich.... werde meinen Freund nur dann anrufen, wenn ich kein Problem habe, wenn ich einfach mal gut drauf bin und wenn ich mit ihm zusammen bin, werde ich auch nicht mehr (oder kaum noch) über meine psychischen Probleme mit ihm reden, denn auf die Dauer geht ihm das auch auf die Nerven.

Vielleicht sollte ich mich, wie gesagt, auch mehr auf andere Dinge in meinem Leben konzentrieren, mehr mit Freunden oder so weg gehen?

Mein Freund ist da genauso, er erwartet nichts und ist damit total glücklich. Eine beneidenswerte Einstellung.

Ich muss... irgendwie versuchen... alleine klar zu kommen oder zumindest, selbstständig zu werden und nicht immer zu Anderen rennen, wenn ich Probleme habe.
Sich Hilfe zu suchen, wenn es einem schlecht geht, ist ja durchaus in Ordnung, aber man darf es nicht übertreiben, wie bei allen Sachen. ....

Ich habe nur die Angst, dass die Verliebtheit unter der Genervtheit leidet, es ist schon so, dass ein Teil von mir meinen Freund gar nicht wieder sehen will. Oder, ich denke schon, dass ich immer noch sehr verliebt bin, das habe ich letzten Sonntag gemerkt, aber die Genervtheit ist immer noch da. .... Es war so schlimm, dass ich richtig aggressiv gegenüber ihm war.... ohne jeden Grund.

Ich hoffe, dass diese "Genervtheit"..... "verschwindet", um es mal so auszudrücken, ich mache mir echt Sorgen um unsere Beziehung oder... steigere ich mich jetzt wieder in was rein?

Ich habe Angst, dass ich das nicht mehr rauskriege und dann am Ende Schluss machen muss, aber.... ,wie gesagt, die Gefühle sind nicht weg.

Dass ich am Ende... nur noch genervt bin....

Und... ein Teil von mir .... weiß auch nicht wirklich, wie es mit uns jetzt weitergehen soll. ... So dämlich es klingt... was kommt noch in einer Beziehung?
Ich denke mir, dass ab einem gewissen Punkt die Spannung weg ist und .... man.... ja..., dass es langweilig wird, wenn man immer nur dasselbe Gesicht sind; dass es quasi langweiliger wird, je länger man zusammen ist!

Das ist auch ein Teil der "Genervtheit" .... und ich denke, da erwarte ich auch zuviel. Ein Partner ist doch kein "Alleinunterhalter" oder "Entertainer".

Was kann man vom Partner erwarten oder was sollte man von einer Beziehung erwarten? Ich muss darüber echt nochmal gedanken machen, was ich erwarte und dann mit der Realität vergleichen.

Mir scheint, ich habe da wirkliche zum Teil romantische Kleinmädchen-Vorstellungen vom Prinzen, der auf einem weißen Schimmel angeritten kommt....

Vlg,
schmetterlings_traum

01.09.2009 08:55 • #16


Pilongo


Achja, wieder mal erkenne ich mich in deinen Worten wieder.
Ich bin selber ein Mensch großer Gefühle und großer Taten.
Ich hab z.B. mal Nachts heimlich mit Straßenkreide eine RIESEN Liebeserklärung auf die Straße gemalt und dann morgens wie durch Zufall meinen Freund da hin geführt.
Oder, letzten Winter, nachdem mein Dad gestorben war, da hab ich in den Schnee ein Bild gemalt in unsrem Garten und als meine Mom Heim kam es ihr vom Balkon aus gezeigt.
Ich bin quasi.. ich weiß nicht.. ich hab große und intesive Gefühle und drück sie oft auch groß aus
Manchmal sing ich auch ein Lied, das meine Gefühle ausdrückt, aber nicht nur für einen Menschen, sondern so laut, dass es alle im Haus mithören *lol*

Früher hab ich auch von meinen Freunden erwartet, dass sie das genau so machen. Hat natürlich NIE geklappt, und ich war dann immer frustriert, weil meine Erwartungen enttäuscht wurden.
Inzwischen hab ich, nach vielen Enttäuschungen, erkannt, dass man weder von freundschaftlichen Beziehungen noch von Liebesbeziehungen was erwarten darf Am Anfang fand ich das entdetzlich. Schockierend irgendwie. Mittlerweile bin ich so viel zufriedener als jemals zuvor. Denn, einfache Rechnung:
Wer nix erwartet, der wird auch nicht enttäuscht.

Und ich hab auch gelernt, Liebeserklärungen zu lesen, egal, wie klein sie auch sein mögen. Mein Freund versteckt z.B. manchmal Schoki oder Blumen oder andere kleine Geschenke in meinen Jackentaschen oder in meinem Zimmer, bevor er wieder nach Hause fährt. Das sind bloß ganz kleine Gesten, aber sie zeigen, dass er an mich denkt. Ich freu mich auch wie ein Schnitzel, wenn er die Zeit findet, mich anzurufen, wenn er in seiner Pause (er hat ja jetzt Monatelang an seiner Diplomarbeit gearbeitet) Zeit findet, mit mir zu reden. Das scheinen ganz normale Dinge zu sein, Telefongespräche halt.. aber für mich ist es was Besonderes, dass er sich da neben der Arbeit bewusst Zeit nimmt für mich und mit mir redet Und seitdem ich gelernt hatte, diese kleinen Dinge auch als ganz große Dinge zu sehen, bin ich viel viel glücklicher.
Aber sowas geht nicht von heut auf morgen, ich hab auch ganz ganz lange dafür gebraucht.

Übrigens zum Thema Verliebtheit: Dieses intensive Gefühl, das muss nie ganz weg gehen. Ich weiß, Viele sagen: Ja, so nach 4 oder 5 Monaten, da wird das langsam Alles wieder normal und so..
Aber es stimmt nicht! Dieses Normalwerden, das war nämlich für mich immer der Grund, den Weg der Trennung zu gehen. Wenn ich gemerkt hab, dass ich für meinen Freund normal werde, was, was halt da ist, was, was halt zum Leben so dazu gehört, dann bin ich gegangen.
Das pack ich nicht.
Ich will nichts Normales, Alltägliches sein.
Denn für mich waren meine Beziehungen nie was, woran man sich gewöhnt und was dann irgendwann alltäglich wird.
Denn genau dadurch verlieren die meisten Beziehungen ihren ganzen Zauber, finde ich.
Dass man den Anderen irgendwann als gegeben hinnimmt.
Ist er aber nicht!
Für meinen Freund bin ich seit über 2 Jahren was Besonderes, was Einzigartiges, was Tolles halt.
Und er ist für mich was Besonderes.
Eine Beziehung ist immer was Besonderes, egal, wie lange man schon zusammen ist. Der Partner ist niemals was Gegebenes, was man einfach so hat. (Denn daraus folgt meistens, dass man sich nicht mehr um ihn bemühen muss. Was falsch ist und Frust bringt.)
Alltag, auch gemeinsamer Alltag, das ist kein Killer für ne Beziehung, und die Zeit auch nicht. Aber die Tatsache, dass man einander irgendwann als Gegeben annimmt -das macht's meistens kaputt.

Also: Solange ihr füreinander was Besonderes seid und bleibt geht das Verliebtheitsgefühl nie weg

Und wenn doch.. dann wird es vielleicht durch andre Gefühle ersetzt.
Solange du dich wohl fühlst in einer Beziehung, isses gut.
Wenn dich was stört, der Andre es dir aber wert ist, dran zu arbeiten: Bleib und versuch, dass ihr kompromisse findet.
Sobald sie dich mehr traurig als glücklich macht: Geh.
So handhaben das die meisten Menschen auf der Welt, und es klappt auch ganz gut.

Hm.. wenn er dich allerdings jetzt schon so oft nervt.. ich weiß nicht.
Das klingt nicht so gut.
Allerdings musst du halt auch überlegen, woher diese Genervtheit kommt.
Also, ob da nur überzogene Erwartungen dahinter stecken, an denen du was ändern kannst, oder, ob das einfach was ist, was nicht weg geht, was permanent bleibt. Dann isser vielleicht auch einfach nicht der Richtige für dich. Kommt vor. Aber das musst du halt leider Gottes selber raus finden, da ist man immer auf sich alleine gestellt bei solchen Sachen

Achja, und was die Beziehung euch bringt, das weiß ich net. Das kann man nie sagen! Da muss man sich einfach überraschen lassen.
Ich warte z.B. einfach ab, was kommt.
Mein Freund zieht jetzt im Herbst z.B. von Daheim aus, aber ich mag nicht zu ihm ziehen. Ich mag lieber noch meine Freiheit genießen, erstmal studieren jetzt. Er soll erstmal im Job Fuß fassen.
Meine beste Freundin und ihr Freund sind schon nach 8 Monaten zusammen gezogen -ich fühl mich nach 2 1/2 Jahren noch immer nicht bereit dafür Aber so ist das halt im Moment einfach.
Das Einzige, was fest steht, ist, dass wir uns mal gemeinsam eine Katze aus dem Tierheim holen wollen *lol*
Und keine Kinder wollen, niemals.
Der Rest ist totaaaal offen
Also, man kann immer über die Zukunft reden. Aber planen finden wir nutzlos. Wir schauen halt immer, wie im Moment gerade die Umstände sind, und arrangieren uns für den Moment so damit, wie wir uns wohl damit fühlen. Das hat für uns beide bisher am Besten geklappt.

Und erzähl mal, ob das mit dem Zettel am Telefon geklappt hat!
Du kannst auch ausweichen, wenn du mit jemandem reden musst, und hier rein schreiben. Hier hat jeder so seine Probleme, da kriegt man oft viel Feedback.

Alles Gute für dich!
Pilongo

01.09.2009 10:24 • #17


schmetterlings_traum

schmetterlings_.


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Ach, das mit der Straßenkreide, das finde ich echt süß!
Ja, das man... dann diese Gefühle irgendwie ausdrücken muss, das kenne ich, total!

Ja, das möchte ich auch lernen, einfach nichts zu erwarten, auch wenn es ein schmerzhafter Weg wird.... oder ist, ich glaube, ich bin ja schon mitten dabei, oder am Anfang davon....

Hm... sehe ich meinen Freund bereits als etwas Selbstverständliches an?
... Nein, ich glaube nicht, .... da.... ist immer noch was, er ist nicht... in dem Sinne.... "normal" für mich....

Das Problem ist ja, dass.... ich wegen Kleinigkeiten genervt war, die mich normalerweise nicht genervt haben! Ich meine, warum bin ich genervt, wenn er manchmal zu schnell spricht oder manchmal dämliche Witze macht; das sind Sachen, mit denen ich mich, wäre er nur ein Kumpel, arrangieren könnte!
Ich denke, es sind größtenteils überzogene Erwartungen.... Denn, es kann ja nicht sein, dass ich so genervt bin, dass es mich schon nervt, wenn er spricht....!
..... Wenn.... alles okay ist und er meine "Erwartungen" irgendwo erfüllt, dann sind ja auch die Verliebtheitsgefühle ganz stark, komischerweise....

Objektiv betrachtet, passen wir super zusammen, vom Charakter her, von unseren Ansichten, unseren Hobbys und dergleichen und.... ich finde es halt schade, ich.... habe das Gefühl, dass sich da was Großartiges entwickeln könnte, dass ich nicht kaputt machen möchte,
wenn da nicht die Genervtheit wäre....
Aber... liegt wirklich alles an mir und meinen Problemen?....
...
Ich bin gerade total... verzweifelt.... denn.... wenn die Beziehung nicht mehr wäre, wäre irgendwas.... weg und ich ich weiß nicht genau, warum mir der Gedanke, keine Beziehung mehr zu haben, so eine Panik macht.

Ich würde am liebsten gleich zu meiner Therapeutin rennen und die Probleme.... "beseitigen" oder... zumindest habe ich ein großes Mitteilungsbedürfnis, wie man merkt....

Ich... denke mir, bin ich überhaupt "richtig verliebt" noch oder ist es schon eine Obsession bei mir?
.... Ist....... jetzt denke ich wieder, ich sei unnormal.... weil ich so.... empfinde....
Ich denke mir... alle anderen kriegen ne vernünftige Beziehung hin, verlieben sich normal und bei mir dagegen....
und dann mache ich mir selber dafür fertig, für meine angebliche "Unfähigkeit"....

Bin ich richtig "verliebt"? .... Sind die Verliebtheitsgefühle weg? Muss ich bald Schluss machen? ...Ist alles aus? ....
Ist die Beziehung noch zu retten?
.....Kann man überhaupt "falsch verliebt" sein?.... Aber gestern ging es mir nicht gut, hab mich in was reingesteigert, da hab ich ihn angerufen, in der Erwartung, dass es besser wird oder weg geht; ging es aber nicht und dann hat er mich nach einer Weile total genervt....

Es liegt wohl doch an meiner..... Erwartungshaltung.... Aber .. kann ich die überhaupt "rauskriegen"? .... Ich denke, ich mache alles kaputt....
Er hat es einfach nicht verdient, dass ich ihm so gegenüber bin!

Ich... bin total unsicher gerade... will UNBEDINGT Schutz und.... suche ihn deswegen auch gerade stark; mein Selbstbewußtsein ist im Keller, irgendwo weit unten... Was soll ich nur tun?! MEin Zustand nervt mich, will den weg haben....!

Was ist mein Freund für mich? .... Kann ich überhaupt lieben?
Was fühle ich? Ich traue meinen Gefühlen nicht oder eher, will ich ... die Antwort vielleicht gar nicht wissen?

Oder..... ich..... möchte einfach nur normal verliebt sein, mehr nicht...

..... Ich.... es gab eine Woche, die war so schön, ich war normal verliebt und ..... jetzt ist alles wieder so!

Hat das alles eine Zukunft?!

.........

Hm, bin ja gerade auf Arbeit, aber wenn ich nachher nach Hause komme, dann.... probiere ich es aus und sage, wie es klappt.

01.09.2009 11:41 • #18


schmetterlings_traum

schmetterlings_.


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Ja, ich bin mir jetzt ganz sicher, dass es an meinen überzogenen Erwartungen liegt.....
...... Und... was soll ich nun tun?..........
Ich...suche dermaßen nach Schutz und Perfektion gerade, dass es mir schon total peinlich ist.....!
Ich mache... alles kaputt.....

01.09.2009 12:02 • #19


Pilongo


Wow, man merkt schon, du denkst ECHT viel nach.
Aber das ist ja gut, bis zu einem gewissen Punkt!
Denn du hinterfragst ja auch ganz Vieles an dir selber, und das ist was Gutes, denn dadurch lernst du dich selber ja auch besser kennen, und das ist immer toll
Und je mehr man sich selber kennt, desto mehr Selbstvertrauen entwickelt man auch.

Vielleicht ist der Knackpunkt einfach, dass du lernen musst, für dich selber stark zu sein. Dass du lernen musst, dass das geht und dass du das kannst. Denn aus Erfolgen kriegt man auch Selbstvertrauen.
Wenn du aber immer gleich zum Therapeuten oder zum Freund rennst, wenn was ist, dann kann dein Selbstvertrauen ja gar nicht wachsen.. dann denkst du ja irgendwann, du bist bloß stark, wenn du sie hast.
So ist das aber nicht, du bist ein ganz lieber Mensch, sehr interessant auch, wie ich finde, und du machst gerade eine verwirrende Entwicklung durch und lernst dich selber besser kennen. Und das ist super, und ich denke, das ist der erste Schritt in eine selbstbewusste Zukunft.

Vielleicht hilft es dir auch, also wegen dem Selbstbewusstsein, mal andre zu fragen, was sie an dir mögen, und das aufzuschreiben. Oder gib ihnen ne Zettel, dann sollen sie sich richtig viele Gedanken machen.
Und dann schreibst du das selber auch noch auf. Also, was du an dir selber magst.
Und dann lies dir das mal durch
Oder steh jeden Morgen auf und sag: "Ich bin superklasse!" oder wasauchimmer. Es funktioniert echt gut, so blöd es auch klingen mag.

Und zum Thema Verliebtsein: Keiner ist "normal" verliebt, wie du meinst. Man hat IMMER Zweifel, Zweifel am Anderen, an sich selber, an der Zukunft.. das ist total normal. Das ist nichts Gestörtes, was du gerade durch machst, so schaut die verrückte Normalität des Verliebtseins einfach aus
Ich hab mir auch oft gedacht, ob das mit meinem Freund klappen kann.. wo er doch so viel arbeitet und ich seine Familie nicht leiden kann und Alles. Ich war mir auch oft unsicher und ich hab auch schon wegen ihm geweint. Je mehr einer wichtig ist, desto größer ist oft die Angst, dass es nicht klappt. Das kenn ich auch von mir selber.
Aber das Nachdenken bringt einen in punkto Gefühle leider selten weiter.
Meistens muss man einfach ins kalte Wasser springen und gucken, was passiert, und einfach jeden Tag genießen und sehen, was kommt

Denk nicht wieder, dass du abnormal bist.
Du bist genau so normal und verrückt wie Andere auch
Und Liebe ist fast immer eine Obsession.
Also mach dir auch da mal keine Gedanken.
Bleib einfach cool, genieß die Beziehung.
Und wenn's nicht mehr klappt, dann suchst du dir halt nen Anderen.
Is doch auch schei., was später aus euch wird, ob überhaupt was wird, et cetera und pipapo.
Darüber nachzudenken bringt dir nichts, beeinflussen kannst du die Zukunft eh nicht.
Schau einfach, wie es sich im Moment anfühlt, und freu dich an dem, was du hast
Man kann das Leben ja eh nicht planen.
Man kann's bloß irgendwie leben, so, dass es einem gefällt.

Immer, wenn ein Gedanke oder Satz das Wort "normal" enthält -beiß dir sofort selber auf die Zunge, oder so.
Es gibt kein normal, es gibt keinen Maßstab, wie was zu sein hat im Leben und wie nicht.
Ich bin auch nicht normal.
Du bist auch nicht normal.
Du bist einfach nur du.

01.09.2009 12:07 • #20




Dr. Reinhard Pichler