Zitat von Psycholurc: Aber innen ist Bewegung, Spannung, eine stille Wucht, die ich kaum jemals zeigen kann –
und manchmal kaum selbst aushalte.
Ich denke viel. Ich analysiere, beobachte, sortiere – nicht nur mich, sondern auch andere. Ich sehe, was zwischen den Zeilen steht, lese Gesten, höre Pausen.
Das klingt ja sehr interessant.....also eine sehr lebhafte Innenwelt und Bezug nach außen.
Kann mir gut vorstellen, dass die Intensität dann auch anstrengend sein kann.
Zitat von Psycholurc: Diese Fähigkeit ist eine Stärke – und ein Schutz. Denn sie erlaubt mir, früh zu erkennen, wo Gefahr lauert: Enttäuschung, Ablehnung, der Verlust von Nähe. Ich reagiere vorsichtig. Rückzug ist oft der erste Impuls – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Furcht vor dem Echo, das zu laut sein könnte.
Das klingt wie eine Furcht vor Verletzung...oder eben Enttäuschung, wie du auch schreibst.
Gibt es da auch einen Unterschied, ob du wirklich aktiv abgelehnt wirst, oder ob die andere Person da ggf. eigene Themen hat und aus anderen Gründen sich ggf. zurückgezogen oder unerwartet verhält?
Weil so liest es sich dann, dass du manchmal die Flöhe husten hörst und es dann deutest als etwas (Ablehnung ect).
Ich denke aber auch, dass Nähe verletzlich macht...also da hängen soviele emotionale Muster dran, Furcht vor Ablehnung, Kränkung, Verlassensein....da gehen dann schon Dinge los und es ist nicht immer leicht das zu trennen und NICHT zu sehr zu deuten und ggf. auch etwas vorwegzunehmen, was in der Realitätsprüfung vielleicht gar nicht so wäre.
Oder eben schlimmer noch, es wäre dann so, das will man ja dann vermeiden zu erfahren.
🤔 Zitat von Psycholurc: Nähe bedeutet für mich nicht automatisch Sicherheit.
Oft ist sie das Gegenteil: unkontrollierbar, fordernd, durchlässig.
Das liest sich auch spannend....
Ich muss da auch an eine Übung aus der Traumaarbeit nach Reddemann denken. Da geht es darum, sich einen sicheren Ort zu imaginieren. Und die Empfehlung ist:
Ohne Menschen.
Da Menschen auch nicht SO sehr eine Sicherheit vermitteln. Weil da immer wieder unberechenbares ist, oder unverständliches ect.
Und wenn Menschen aufeinandertreffen, können auch Erwartungen dann aufkommen, bzw eben diese emotionalen Programme....die auch als Forderung dann auftreten können , z B sei so, sei hier, sonst kommt Verlustangst auf o ä.
Was meinst du denn mit durchlässig?
Zitat von Psycholurc: Wenn jemand zu nah kommt, entsteht eine Spannung in mir – zwischen dem Wunsch, gesehen zu werden, und der Angst, enttarnt zu werden. Denn tief in mir sitzt die Überzeugung: Ich bin zu viel. Oder zu wenig. Oder nicht das, was man halten würde, wenn man es erst einmal wirklich kennt.
Ok, das ist vielleicht so ein Gefühl, dass man nicht wert / liebenswert ist.
Ähnlich kenne ich das noch aus früheren Zeiten, wo es mit dem Schreiben und Inet anfing....das Gefühl, dass beim Schreiben so eine Art Idealisierung auftritt....oder es ist wie ein Versprechen....wo man nicht weiß, ob es der Realität standhält irgendwie.
Vielleicht meinst du aber auch etwas anderes.
🤔 Ich glaube, manche Leute haben das schon erfahren, dass man sie real kennt und die anderen bleiben.
Selbst kenn ich das eher auch so, dass ich denk, warum sollte jemand bleiben, gerade wenn man nicht dies, nicht das ist oder auch "negative" Eigenschaften hat. Die sozial dann vielleicht schwieriger sind.
Eine Freundin meinte dann zu mir mal, es werden ja nicht nur "perfekte Leute" geliebt.
Und ich weiß aber auch ja nicht, wie bewusst und mit wieviel Erleben das die meisten Leute so angehen....wenn man sich z B an Normen orientiert oder sich selber da was suggerieren kann, kann man auch vieles vereinfachen....das vereinfacht dann auch, bei jemanden zu bleiben ...weil was auch nicht hinterfragt wird oder "ist so".
Ich denke, die Dinge so bewusster anzugehen, kann natürlich auch mehr Herausforderungen beinhalten. Auch Klippen.
Was nicht heißt, dass es dann automatisch zu Enden führt....weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll.
Mir hat mal sehr eine Beschreibung gefallen die so aus der Suchtszene / Therapieszene kam, das jemand meinte, er wäre ein genesender Alk., er würde jetzt viele Dinge viel bewusster angehen, er würde auch lernen, sich und seine Gefühle an erster Stelle zu setzen (als gesunder Egoismus) - da die Sucht zu sehr in die andere Richtung geht...sich kaum wahrzunehmen, mehr anzupassen und zurück zu ziehen ect....und als die Selbstheilung dann etwas weiter fortgeschritten war, ging es dann auch um Beziehung, diese im geneseneren Zustand eingehen zu können....der meinte, das wäre wie ein Abenteuer....weil man immer wieder mehr von sich selbst und von dem anderen entdeckt...weil man eben so offen ist.
Ich fand, das klang irgendwie sehr gut....also besser als so in Ritualen abzustumpfen, sich kaum noch wahrzunehmen oder den anderen.
Aber - stimmt schon, das kostet immer auch Energie....die ist vielleicht nicht immer da, und so Sammel- und Rückzugphasen sind dann auch nötig. Weil - ich denke auch, Nähe ist auch nicht immer gleichbleibend, immer gleich eng...weil beide sich ja innerlich bewegen, also in sich und auch mal mehr aufeinander zu oder mehr weg.
🤔 Zitat von Psycholurc: Es gibt zwei Versionen von mir:
Die eine liebt Tiefe, sucht echte Verbindung, möchte gesehen werden – roh, ehrlich, ohne Filter.
Die andere schützt das Innere mit einer Mauer aus Ironie, Distanz, Kontrolle und Rückzug.
Beide sind echt. Beide gehören zu mir.
Sehr schön formuliert.
Ist doch eine gute Erkenntnis.
Zitat von Psycholurc: Ich weiß, wie es sich anfühlt, übersehen zu werden –
aber ich weiß auch, wie man sich selbst verschwindet, bevor es jemand anderes tun kann.
Ich habe gelernt, mich klein zu machen, bevor andere mich enttäuschen.
interessanter Ausdruck- sich selbst verschwinden (lassen)
Was passiert denn dann, danach, wenn ich fragen darf?
Also geht es auch wieder zu der anderen Seite zurück, oder bleibt es auf der einen Seite im verschwinden und Rückzug?
Oder gibt es auch innerliche Prozesse, wo beides verbunden wird bzw neues entsteht oder sich etwas bewegt?
Ah ok, ich sehe gerade, das folgt in deinen weiteren Zeilen.
Danke fürs Teilen !
Ich hoffe, ich bin da jetzt nicht zuviel rein und angesprungen und es ist ok so.
Nichts muss ja an Antwort.