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Hallo,

ich bin gerade so traurig über meine Situation, daß ich mich gerade aufgerafft habe, um hier etwas über meine Sorgen zu schreiben.

Tja, zu meiner Situation: Ich bin 30 Jahre alt, männlich, und bin seit alters her unfreiwilliger Single. Eine Beziehung im partnerschaftlichen Sinne, hatte ich noch nie! Ich versuche mir immer wieder einzureden, das macht nichts und das kommt noch, aber ich bin mittlerweile 30 Jahre alt - dreißig! - und gerade das deprimiert mich am meisten.
Ich wünsche mir eine Beziehung, aber ich bin anscheinend unfähig soziale Kontakte zu knüpfen, ansonsten kann ich mir meine jahrelange Einsamkeit nicht erklären. Schuld sehe ich in meiner extremen Schüchternheit.

In diesem Monat bin ich arbeitslos geworden und diese Einsamkeit, die ich vorher mit Arbeit etwas kompensieren konnte, laugt mich einfach aus. Ich merke erst jetzt so richtig, wie mir eine Beziehung fehlt. Heute morgen bin ich aufgewacht, als ich geträumt habe, daß ich eine Frau geküsst hab. Ich lag noch da und habe mich gefragt, warum ich gerade in dem Moment aufgewacht bin. Diese Zweifel, warum gerade in dem Moment, sind so groß, daß mir selbst jetzt wieder die Tränen kommen. Ist es, weil ich vorher nie eine Frau geküsst habe wie in diesem Traum? Ihr könnt Euch bestimmt denken, was mir noch so an "Erfahrung" fehlt.... für käufliche Liebe bin ich einfach zu stolz, um diesen Dienst in Anspruch nehmen zu wollen.

Dabei mangelt es mir eigentlich nicht an Unternehmungslust. Ich gehe mit einem Freund gerne auf Konzerte(Metal, Rock) oder ins Kino, aber - so sage ich mir - das ist ja wohl kein Ort, wo man eine Freundin kennen lernen kann. Die meisten sind - genauso wie in Discos oder Clubs - mit ihrem Partner da und wollen sich amüsieren. Es sind falsche Orte und falsche Erwartungen, die ich da hege, denke ich.

Da ich nun Zeit habe, aber kein Geld, bin ich ratlos.
Seit mehreren Wochen schiebe ich das Thema vor mich her, versumpfe derzeit eher in meiner Wohnung, auch wenn ich mich auf Arbeitsstellen bewerbe und weiß kaum was mit meiner Freizeit anzufangen. Ich fange an, im Internet zu surfen: Gehe auf (kostenlose) Singlebörsen, aber selbst da schaff ich es nicht, Frauen anzuschreiben, weil ich denke, die Frau würde denken, ich wäre ein sexgeiler Mann, der sie anzubaggern versucht, so verquer sind derzeit meine Gedanken. Habe sogar mal eine Nachricht von einer jungen Frau bekommen, da habe ich mich sehr gefreut, aber auf meine Nachricht hat sie bislang nicht geantwortet - da mach ich mir natürlich auch Gedanken, warum. (ist mittlerweile ein paar Wochen her )

Ich überlege auch irgendeinen Zeitkiller zu abonnieren, dieses World of Warcraft kommt ja ab und zu in der Werbung, soll ich das mal anspielen? Ist das wirklich so gut?
Aber dann denke ich wiederum, daß ich dadurch nur kompensieren will, um mich einfach nur abzulenken. Argh. Onlinespiel die Suchtfalle, denke ich dann - lieber nicht.
Da spiele ich lieber kleine Flashspielchen auf so Flashspielseiten - oder Mahjong oder Solitaire.
Oh man, ihr merkt bestimmt schon beim Lesen, daß ich derzeit ziemlich verwirrt bin.

Manchmal, an solchen Tagen wie heute, an denen ich solche ellenlange Beiträge in der Anonymität des Netzes hinterlasse, bin ich einfach nur traurig und ich könnte mich in mein Bett werfen und mich in den Schlaf heulen.
An solchen Tagen wie heute grüble ich manchmal darüber, mich einfach volllaufen zu lassen - also meine Sorgen im Alk ertrinken zu lassen. Manchmal mache ich es, manchmal nicht. In der Hinsicht bin ich ein Quartalssäufer. Ich weiß selber, daß Sorgen schwimmen können, doch manchmal wirds einfach zu viel. Passiert meistens, wenn ich mal ein Wochenende "frei" habe. Keine Treffen mit Freunden, kein Kino, kein Konzert, keine Verpflichtungen.
Manchmal denke ich, einfach mal ein Instrument kaufen und anfangen zu spielen, aber das macht mich direkt noch trauriger, weil mir das vor Augen hält, wie einsam ich eigentlich bin.
"Wie verzweifelt muss ich erst werden?", denke ich dann oft, "da kannst Du direkt das Geld der käuflichen Liebe zuwenden." Und ich wende mich angeekelt ab.
Ich höre lieber Musik, als daß ich sie selbst mache.

Wie verzweifelt bin ich, daß ich in einem Selbsthilfeforum meine Sorgen offenbare?
Bin ich wirklich soweit, daß ich mir selbst eingestehe, Hilfe zu brauchen?
Naja, diese innere Kritik muss ich mir jetzt gefallen lassen, denke ich gerade.
Ich bin jetzt so weit, hab jetzt so viel geschrieben - Danke an die, welche bis hierhin gelesen haben! - jetzt beende ich es auch.

Nachtrag 3:51: Das mit "beende ich es auch" bezieht sich nur auf den Text, nicht auf mein Leben. Hatte gerade einen ziemlich wirren Traum, aus dem ich aufwachte. Verfolgungsjagd, Angstzustände, und als ich aufwachte, dachte ich nochmals ans Forum - vielleicht hat ja schon jemand geantwortet, dachte ich. Beim zweiten Lesen fiel mir diese Doppeldeutigkeit auf, sorry.
Bisschen deprimiert deswegen.
Aber hey, denk ich gerad - ist mitten in der Nacht, erwarte nicht, daß über Nacht Antworten zufliegen.
In Geduld übend, Nachtrag Ende.

In der Hinsicht
MfG
SPB

23.11.2008 23:09 • 27.11.2008 #1


3 Antworten ↓


Hallo spb,

ich empfehle Dir eine Verhaltenstherapie oder Schematherapie, manchmal kommt man alleine nicht weiter. Klick Dich auch immer wieder durch diese Seiten zum Thema Einsamkeit. Wenn du es erst mal alleine probieren willst, dann beschaff dir das Buch "Sein Leben neu erfinden." Dazu braucht es aber ausreichend Selbstdisziplin...

https://www.psychic.de/einsamkeit.php

Ablenkung ist eine gute Idee. Bei Spielen besteht halt die Gefahr völlig abzudriften.
Insbesondere an den Wochenenden solltest Du Dir einen Zeitplan ausarbeiten. Besuche ein Fitnessstudio oder gehe joggen, spazieren. Bewegung bringt auch den Rest deines Selbst wieder ins Laufen. Such Dir eine ehrenamtliche Tätigkeit, um eine Aufgabe zu haben, bis Du wieder Arbeit hast. Du mußt raus aus der Bude.
Daß Alk. keinen Sinn macht hast Du ja bereits etwas erkannt. Also lass es.
Musik hören ist gut. Versuch doch mal ein paar Gedanken von Dir in Songtexte zu bringen.

MissErfolg

24.11.2008 09:50 • #2



Ich suche Rat

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laika
hallo spb,
ersteinmal ist es absolut keine schande, sich im internet alles von der seele zu schreiben! das tun wir ja hier alle!
zweitens ist es auch absolut nicht schlimm, dass du mit 30 noch keine beziehung hattest! deine sehnsucht nach einer partnerin kann ich ja gut verstehen aber es ist trotzdem nicht gut, dass du dich mit deinen gedanken so isolierst! je mehr du grübelst, desto verzwickter wirkt die situation und du drehst dich ewig im kreis!

hast du denn für dich selbst versucht herauszufinden, woran es liegt, dass du dich so fühlst und die suche nach einer partnerin für dich fast aussichtslos erscheint? ist es wirklich nur deine schüchternheit?

wenn du keine antwort findest, würde ich dir auch dringend empfehlen, dir hilfe zu suchen! du findest allein keinen weg aus diesem teufelskreis und es wäre sehr schade, wenn das lange noch so weitergeht! du bist sehr traurig und dabei bist du noch so jung, hast wahrscheinlich viel liebe zu geben und es wäre sehr schade für dich, wenn du so weitermachst wie bisher!

ich wünsch dir alles gute,
laika

24.11.2008 22:51 • #3


Hallo spb,

ich bin heute Abend durch Zufall auf diese Seite gestoßen und durch noch einen größeren Zufall auf einen Deine Beiträge. Und - bei aller Verzweiflung, die in mir steckt und ohne die ich genauso wenig hier wäre wie Du - musste ich doch lachen ob Deiner Beiträge. Nicht um mich über Dich lustig zu machen, sondern weil ich mich in vielen Deiner Gedanken und Zweifel wiedererkenne: Deine abstrusen Selbstzweifel, die wilden Verfolgungsträume, die Überlegungen, wie man einen jungfräulichen Tag mit möglichst sinnvollen Dingen strukturiert, um ja nicht das Gefühl der Einsamkeit aufkommen zu lassen (ich könnte Milch kaufen gehen, weil ich keine mehr im Kühlschrank habe ) So gut ich Dich verstehen kann, so wenig kann ich Dir sagen, was Dir wirklich hilft, um Dich nicht mehr allein zu fühlen. Ich denke, Du kennst die gängigen Tipps wie: geh doch unter Leute und suche Dir ein Hobby oder eine andere Lebensaufgabe. Ja, wenns denn so einfach wäre, seine ureigenen Ängste zu überwinden, dann wären wir heute Abend wohl eher auf einer Party mit unseren 20 besten Freunden, als damit beschäftigt, unseren Kummer lhier los zu werden.
Und trotzdem ist die Suche nach befriedigenden sozialen Kontakten und Aufgaben, die uns erfüllen wohl der einzige Weg..Ob Du ihn alleine gehen kannst oder Hilfe benötigst, das musst Du für Dich selbst entscheiden. Auf jeden Fall weißt Du, dass Du nicht alleine bist und die Tatsache, dass Du mit anderen hier kommunizierst ist doch auch eine Form von Kontakt, eine von vielen...

27.11.2008 20:20 • #4




Dr. Reinhard Pichler