1

Hallo zusammen,

Aus irgendeinen Grund kommt mir aktuell der vergangene Leistungsbezug unterm Jobcenter (ALG II) hoch. Ich bin seit letztes Jahr im Sommer nicht mehr im ALG II Leistungsbezug. war es aber davor über mehrere Jahr quasi fast ununterbrochen. Heute habe ich ein eigenes Einkommen und finanziere meinen Lebensunterhalt selbst. Wahrscheinlich auch deshalb kommt mir jetzt so einiges hoch, da ich merke, welche Einschnitte ich unter ALG Ii gemacht habe. Heute habe ich fast 1100Euro und das reicht mir vorne und hinten nicht. Ich habe so vieles mir neu anzuschaffen (Fernseher, Rehcner, neue Möbel, Einrichtung etc.). Irgendwo habe ich das Gefühl das ich ein ganzes Leben nach zuholen habe.

Immer wieder aufs neue frage ich mich wie konnte ich in diese Abhängigkeit mich begeben und das auch in diesen langen Zeitraum? Ich bin mehrfach sogar unter dem ALG II Bezug umgezogen. Zuletzt letztes Jahr. Unter anderen auch in diese Wohnung/Stadt. Ich befand mich wohl irgendwo auf der Fliucht vor dem Amt und vor mich selbst.

Komisch find ich das, dass jetzt hier und heute im Jahr 2019 alles hoch kommt.

Nun frage ich mich immer wieder aufs neue: Wie konnte das alles nur passieren und warum habe ich mich in diese Abhängigkeit vom Jobcenter begeben? Das Amt zahlte ja alles für mich. Miete etc. Ohne das Geld vom Amt wäre ich weg vom Fenster.

Es muss wohl auch damit zusammenhängen, dass ich unter diesem ALG Ii Bezug krank geworden bin (2014/15) und das ich wohl keinen Ausweg mehr sah. Auf jeden Fall wirft es mich kurioserweise dieses Jahr (2019) immer wieder auf der Fassung.

Ich muss wohl unter einer gewissen finanziellen Abhängigkeit von diesem Amt gelitten haben und so frage ich mich: Kann man sich in eine ungewollte und unbewusste Abhängigkeit einer Behörde (egal welcher Art es ist) kommen?

Ich habe heute kein Bock mehr auf irgendeinen Leistungsbezug. Meine neue Wohnung die ich im Dezember beziehen werde zahle ich selbst. Wahrscheinlich ist es das auch der Grund warum diese Sache aktuell hoch kommt. Da ich in Wohnungen bezogen bin die den Richtwert der KdU entsprachen.

Irgendwo habe ich ein Leben aufgegeben. Die Frage ist nur: Warum habe ich mich darauf eingelassen? In einer gewissen Art und Weise kann ich das einfach alles nicht begreifen.

Abhaken kann ich diese Sache leider nicht so schnell. Vorallem nachdem Urteil des Bundesverfassungsgericht von heute. 2016 und 2017 hatte ich massive Leistungskürzungen. Unter anderen auch eine 100% 2016. Durch das Jobcenter habe ich heute Schulden.

Und daher meine Frage: Warum wird man Abhängig von diesem Amt? Schon 2015 habe ich das gemerkt. Doch geholfen hat es nichts.

Danke für Antworten.Das musste mal raus

Gestern 20:15 • 06.11.2019 #1


3 Antworten ↓


Zitat von Fabs1985:
Und daher meine Frage: Warum wird man Abhängig von diesem Amt? Schon 2015 habe ich das gemerkt. Doch geholfen hat es nichts.


Man wird nicht abhängig sondern gleichgültig und faul. Nach dem Motto, haste Hartz 4 und der Tag gehört dir !
Sei froh das du wieder selbst für deinen Unterhalt aufkommst.

Gestern 21:05 • #2


Hedwig
So Vorurteile sind zum k.o.t.z.e.n.
Ich beziehe Alg 2, weil ich zu krank zum Arbeiten, aber angeblich zu gesund für Erwerbsminderungsrente bin. Ich stehe in enger Kooperation mit dem med. Dienst und meiner Fallmanagerin und gehe zu allen Terminen. Also faul und gleichgültig gibts viell auf RTL 2, aber ich hasse es und bin zugleich dankbar für diese Hilfe.
Jeder kann sich froh schätzen Arbeiten zu können. Aber hier in einem Forum in dem vielen nichts anderes übrig bleibt von Faulheit zu sprechen ist traurig.

Heute 08:38 • x 1 #3


Feuerschale
@Fabs1985
klingt interessant, wie du das schreibst. Als hättest du dich da entwickelt in was neues und kannst jetzt
zurückschauen.

Ich kenne das so, dass ich manchmal die Distanz brauche, um zu sehen "in was war ich denn da drin"`?
Kann ja auch eine sehr unglückliche Beziehung sein oder eine schreckliche Wohnung, aber eine Zeitlang,
wenn man drin steckt, kennt man halt auch nichts anderes. Arrangiert sich damit.

Erst wenn man sich ändert und bewegt und dann was anderes kennenlernt, hat man ja den Vergleich.
Den hattest du ja vorher wahrscheinlich nicht direkt, als du noch mitten im H4 warst.
Ich finds auf jeden cool, wenn man Wahlmöglichkeiten hat und dann eine alte Perspektive
mal hinterfragen kann.

Aber allzu lange hängenbleiben, warum du das so lange gemacht hast ect,würde ich eher nicht.
Kannst ja stolz sein, dass du jetzt die Chance hast es anders zu machen und das jetzt so machst und
es anscheinend auch besser findest, sonst würdest du das andere ja nicht so kritisch jetzt sehen.

Das Urteil von gestern find ich auch richtig gut, geht in eine gute Richtung.

Vor 14 Minuten • #4