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Hallo,

Mein Name ist Kerstin und benutze vor großer verzweiflung zum ersten mal ein Forum, mit der Hoffnung mir kann jemand helfen.
Ich leide seit ca. 2 Wochen an Panikattacken, musste deswegen auch meine Ausbildung zur Pflegehelferin abbrechen.
Es passierte zum ersten mal, als ich von meinem Bett aufstand und einen kleinen Stich im Rücken gespürt habe, mir wurde Unwohl, ich hab Herzrasen, keine Luft und Todesangst bekommen - seitdem geht es mit mir den Bach runter.. Ich wurde in's Krankenhaus geliefert und sie haben mich an's EKG gehängt, mein Puls war immer noch sehr hoch, sie haben mir Blut abgenommen - wo mein Entzündungswert ein wenig hoch war, sonst aber alles okay ist.
Die Ärztin wollte mich nicht gehen lassen bevor sie mich auf eine Lungenembolie testet, was aber auch nicht der Grund dafür war.
Die Ärzte, egal ob Krankenhaus oder Hausärzte sind ratlos, können mir nicht erklären, was mit meinem Körper passiert.
Ich hab mich die letzten Wochen beobachtet und bemerkt, dass ich immer Abends Panikattacken bekomme, mir vorstelle was ich für Krankheiten habe oder bekommen könnte.
Ich denke so viel und so intensiv darüber nach, dass ich Herzrasen bekomme und ich immer wieder den Drang hab sofort in's Krankenhaus zu fahren, mich nochmal und nochmal durchchecken lassen zu müssen.
Es kommt dazu immer dieser Druck auf der Brust, als würde ein Elefant auf meiner Brust stehen, ein ziehen in der linken Brust und der Gedanke, es könnte ein Herzinfarkt oder Herzrhytmus-störungen sein.
Meine Familie ist ratlos, wissen langsam nicht mehr mit mir umzugehen, da ich den ganzen Tag über gereizt bin und schlechte Laune habe, weil ich ganz genau weiß das meine Panikattacken bald wieder losgehen.
Ich traue mich nicht zum Psychiater, da ich Angst habe, er versteht mich nicht und weiß nicht was ich meine..
Bitte, könnt ihr mir irgendwie helfen? Habt ihr sowas auch schon mal erlebt? Was habt ihr dagegen unternommen?

Liebe grüße,

Kerstin

09.12.2014 20:48 • 16.02.2020 #1


34 Antworten ↓


Mami1991
Hi hallo

Ich kenne das alles nur zu gut. Hat ein Arzt mal mit dir über angst oder Panik gesprochen?

Also ich war auch sehr verzweifelt ich hab dann im Internet viel darüber gelesen und ala ich mir immer wieder vor Augen hielt das es nur eine kopfsache ist ging es auch einige Wochen sehr gut. Doch dann kam es wieder. Es gibt gute und schlechte Tage. Gab es irgendwas was bei dir der Auslöser dafür gewesen sein könnte?

09.12.2014 21:10 • #2



Ziehen in der linken Brust

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Ich hab meiner Hausärztin erzählt, dass ich Panikattacken habe, sie hat es aber irgendwie übergangen..
Ich weiß es nicht, es war so als hätte mir jemand den Schalter umgelegt, es kam vom einen Tag auf den anderen.
Meine Mutter meint, ich habe den Tod meines Vaters nicht verkraftet und die krankheiten meiner ausbildung mit mir verbunden.

09.12.2014 21:15 • #3


Mami1991
Ja das kann sein. Bei mir ging es auch über Nacht los. Und Wochen davor starben zwei wichtige Menschen in meinem Leben.
Ist aber nicht gut das dein hausarzt das ignoriert hat.
Ja ich arbeite auch in einem Pflegeheim als pflegeassistentin daher kann ich das gut nachvollziehen.
Gibt es eine besondere Krankheit vor der du besonders angst hast?

09.12.2014 21:25 • #4


Ja, Krebs (an dem mein Vater starb) und die Angst zu ersticken bzw. ich weiß nicht, ob ich das hier schreiben darf, aber die Krankheit Miserere macht mir auch sehr zu schaffen.
Sobald es Abend wird, geht es los und momentan ist es ganz extrem.

09.12.2014 21:28 • #5


Mami1991
wann war das denn mit deinem vater wenn ich fragen darf.
bist du auch ein Mensch der sich Abends am meisten Gedanken macht?

bei mir war das damals auch abend am schlimmsten, ich hatte immer das gefühl keine luft zu bekommen, ich habe mich dann versucht abzulenken oder zu beruhigen. Dann war es nur noch Tagsüber, und am schlimmsten ist es bei mir wenn ich allein mit meiner Tochter bin.

ich habe das seit knapp 2 Jahren, und will nun endlich wieder uneingeschränkt leben, nur den weg dorthin habe ich leider noch nicht gefunden. Ich überlege momentan auch ob ich mal zu einem psychologen gehen sollte.
Doch eigentlich würde ich mich gerne einmal komplett durchchecken lassen.

09.12.2014 21:33 • #6


Mein Vater starb vor 3 Jahren an Prostatakrebs, wo sich Metasthasen im gesamten Körper gebildet haben und er irgendwann in einem unzurechnungsfähigen Zustand war.
Wir hatten ihn damals zur pflege zuhause und meine Mutter und ich, waren 24h bei ihm.
Seitdem mach ich mir die gedanken ob sich der Krebs auch bei mir in irgendeiner anderen weise bei mir ausbreitet und jeder kleiner stich oder schmerz im Körper - verbinde ich sofort mit Krebs.
Es fängt immer, jeden Abend, an mit einem Druck auf der Brust und ich kann nur schwer atmen, beginne zu googlen und die Ursachen zu suchen. Was mich danach nur noch panischer macht.
Gedanken mache ich mir eigentlich immer, auch über dem Tag, aber da hab ich ablenkung und bin mit meinen Gedanken nicht alleine.
Das Krankenhaus hat mir Baldrian UND Psychopax zur beruhigung mit nachhause gegeben, wenn ich solche Attacken habe. Das hilft allerdings nur eine halbe Stunde und dann geht alles von vorne los..

Ich will nur nicht das man mich als Psychopathen einstuft und mich für meine Panikattaken auslacht, über mich Vorurteilt und ich hab angst das der Psychiater mich nicht versteht..

09.12.2014 21:40 • #7


Mami1991
oh das tut mir leid. ich versteh dich.
konnte dein arzt dir deine angst vor krebs nicht nehmen?

Aber du solltest nicht mehr googlen, das habe ich auch immer gemacht und danach ging es mir noch schlechter. Versuch mal das googlen weg zu lassen, sonst machst du dich ständig grundlos verrückt.

Also ein Psychopath bist du nicht und auslachen wird dich sicher auch niemand. Klar gibt es Leute die dich nicht ernst nehmen werden, oder meinen das du übertreibst, aber die wissen auch nicht was in dir vorgeht oder können das nicht nachvollziehen.

und der Psychiater wird dich verstehen, das ist seine Aufgabe und du bist ja nicht die einzige die diese probleme hat, im gegenteil es sind mehr Leute von Angst und Panik betroffen als man vermutet. Verstecken und Schweigen ist definitiv das falsche

09.12.2014 21:47 • #8


Nein der Arzt konnte mir die angst noch nicht nehmen, da sie noch größer geworden ist durch meinen leicht erhöhten Entzündungswert im Blut.
Ich versuche nicht zu googlen, aber da mir niemand helfen konnte bis jetzt war es mein letzter Ausweg.
Ich weiß, ich bin 20 Jahre alt, in dem alter sollte man über sowas eigentlich nicht nachdenken.
Aber im moment, übernimmt mein Körper mein leben und ich kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren.

Vielleicht sollte ich mir morgen einen Termin beim Psychiater ausmachen, auch wenn ich ein unwohles Gefühl dabei habe..

09.12.2014 21:56 • #9


Mami1991
Ich glaube das ist der ganz normale Verlauf dieser Krankheit.
Ja das stimmt in diesem Alter sollte man das nicht, aber ich bin auch erst 23

Ich hätte nie Gedacht das Angst so schlimm sein kann und das komplette Leben beeinflussen kann.
Ich drück dir die Daumen das es dir bald wieder gut geht.

09.12.2014 21:59 • x 1 #10


Und ich hab mir Sorgen gemacht, ich wäre die einzige in so einem jungen alter, die solch Symptome hat.
Ich hoffe du bekommst es auch langsam in den Griff und hast wieder Spaß und freude am leben..
Ich drücke auch dir die Daumen und hoffe, dass es irgendwann wieder bergauf geht.

09.12.2014 22:02 • #11


Hi Curlykeri !

Ich finde es super von dir und eine gute Einstellung, dass du einen Termin beim Psychologen machen möchtest. Er wird dich verstehen und dir helfen können.

Mache dir nur nicht allzu viel Hoffnung, dass du schnell einen Termin dort bekommst. Für die Wartezeit würde ich mir vielleicht einen anderen Hausarzt suchen, der mehr auf deine Panik eingeht bzw. wo du dich einfach wohler und verstandener fühlst.

Ansonsten, wenn es ganz schlimm ist solltest du vielleicht über einen stationären Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik nachdenken. Da bekommst schneller einen Termin.

Übrigens ging es mir genauso, wie dir. Ich musste auch meine Kinderkrankenschwester Ausbildung abbrechen, weil es einfach nicht mehr ging. Damals war ich auch 20, wo alles anfing. Du bist nicht alleine und hier hast du eine tolle Community gefunden.

Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg.

09.12.2014 22:08 • x 1 #12


Hey LadyHope,

Danke für deine netten und aufmunternden Worte, sie bedeuten mir sehr viel.

Es tut mir sehr leid, dass du die Ausbildung abbrechen musstest, es ist sehr hart, wenn man einen Traum und eine Zukunft hat und der Körper aber nicht mitspielt..

Hattest du genau die selben Symptome wie ich? Hast du es geschafft, sie zu bewältigen? Wie? Warst du auch bei einem Psychologen? Konnte er dir helfen?

Lieben gruß,
Kerstin

09.12.2014 22:14 • #13


Entzündungswerte im Blut können viele Ursachen haben. - für gewöhnlich sind diese harmlos!
Das abends oder nachts deine Panikattacken losgehen ist nicht ungewöhnlich - deine Erwartungshaltung kann diese auch noch verstärken.
Warum dir eine Therapie helfen könnte? Weil du dein Leben dadurch aufräumen kannst, Stressursachen finden und beseitigen kannst.
Zu allererst musst du dich vom Arzt untersuchen lassen, um Krankheiten auszuschließen. Das hast du getan. Nun wirst unwohl oder übel erkennen müssen, dass du nur an Panikattackennleidest. Nur deshalb, weil sie keine ernsthafte Bedrohung sind, - aber sie sind auf Dauer sehr anstrengend und können dich sehr belasten.
Was du tun musst? Lernen auch während einer Panikattacke ruhig zu bleiben. Deine Angst und das Herzrasen werden dich daran zweifeln lassen, das du nur eine Panikattacke hast, - aber mit der Zeit wirst du erkennen, dass es tatsächlich nur Angst ist. Die Attacken kommen und gehen, wie die Wehen bei einer gebährenden Frau. Sie kommen und gehen - und du wirst das erkennen und dich immer mehr darauf konzentrieren lernen müssen: sie kommen und GEHEN! Sie gehen ... Sie gehen wieder weg, sowie beim letzten Mal. Darum bewahre immer Ruhe und werde dir gewiss, dass die Attacken wieder gehen.
In den Zeiten, wo es dir besser geht, überlege, wo du in deinem Leben liebervetwas ändern möchtest. Setze deine Bedürfnisse um und trenne dich von dem, was dich Stresst.
Achte auf richtige Ernährungsweise: besonders Magnedium und Vitamin C nehme etwas mehr und regelmäßig.

09.12.2014 22:18 • x 1 #14


Bei mir hat es mit einem ziehen und stechen in der linken Brust angefangen. Nachts. Konnte kaum einatmen. Da habe ich auch angefangen zu googeln und war mir 100% sicher einen Herzinfarkt zu haben.

Die Ärzte haben natürlich nichts finden können. Seitdem hatte ich aber immer wieder schlimme Panikattacken mit Atemnot, Herzstolpern und dem ganzen Paket eben. War jeden 2. Tag in der Notaufnahme, weil es nicht aufhören wollte.

Mein Blutbild war auch nicht immer zu 100% in Ordnung. Mal war das erhöht, mal dies, mal jenes. Habe den Fehler gemacht und jedes Mal gegoogelt, was es sein könnte, obwohl die Ärzte sagten, dass das nicht schlimmes ist und mal erhöht sein kann.

Schnelle Zusammenfassung

Damals hat mir die Tagesklinik und die Therapie bei einem Psychotherapeut geholfen. Ich glaube nach 3 Monaten war der Spuk vorbei.

Leider habe ich nach 6 Jahren wieder solche Attacken und Ängste bekommen, man muss aber nicht rückfällig werden, darüber solltest du dir keine Gedanken machen.

Wichtig ist, dass du dir Hilfe suchst und es ausprobierst, weil ich verstehen kann wie belastend und einschränkend diese Panik ist.

09.12.2014 22:24 • #15


Liebe Gina68,

Ich habe mir in den letzten Wochen vorgenommen, etwas zu ändern und darunter war auch der abbruch meiner Schulausbildung, mit der Hoffnung, es würde sich dann etwas bessern.
Die ersten Tage hatte ich auch diesen eindruck und dachte - Jetzt wird alles wieder gut!
Aber im Gegenteil, ich kann niemanden erklären warum sie kommen und wieso sie gerade in solch einer Situation, wenn ich ganz entspannt vor dem Fernseher im Bett liege.
Es ist ungewohnt für mich, weil ich in den letzten Wochen zu einem komplett anderen Mensch geworden bin.
Ich hab mir deine Sätze jetzt oft durchgelesen, mit der Hoffnung sie prägen sich in meinem Kopf ein und versprechen mir, was sie heißen.
Ich rede mir gut zu, einfach ruhig zu bleiben, mein Freund sitzt meist in solch Situationen neben mir und hält meine Hand und versucht mich abzulenken - was nie klappt.
Ich war bis jetzt verzweifelt, bin sehr froh an dieses Forum gestoßen zu sein und hoffe, ich kann mit eurer Unterstützung und Hilfe alles meistern.

Danke,
Kerstin

09.12.2014 22:28 • #16


Liebe LadyHope,

Genau das war es, was ich die letzten Wochen erlebt habe, genau das was du hast!
Es hört sich jetzt wahrscheinlich etwas seltsam an, aber ich bin froh jemanden gefunden zu haben der die selben Symptome wie ich hat!

Ich hoffe ich kann genau so stark wie du sein, meine Beine in die Hand nehmen und den Mut haben zum Psychiater zu gehen.

09.12.2014 22:31 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Warum sie gerade abends kommen, wenn du entspannt bist.

Der Grund ist völlig harmlos und leicht zu verstehen:

Abends, im Ruhezustand gibt es im Körper einen Austausch von verschiedenen Hormonen, die deinen Körper auf die Nacht vorbereiten. So unglaublich das auch klingen mag und wie vielleicht zu einfach, ist es doch anzunehmen, dass du aufgrund einer chemischen Störung deines Körpers diese Symptome erleiden musst.

Kurz einmal: kommst du in einen Ruhezustand, vielleicht auch in Richtung Schlafmodus, wird zum Beispiel Adrenalin ausgestoßen. Das ist bei jedem Menschen so - und auch notwendig, weil das Adrenalin für die Verdauung in der Nacht benötigt wird. Normalerweise wird nur soviel Adrenalin ausgegeben, wie der Körper benötigt. Ist aber ein chemisches Ungleichgewicht im Körper vorhanden, wird das Adrenalin nicht natürlich ausgebremst. Zuviel Adrenalin verursacht Herzrasen - das aber auch wieder weggeht. Da Magnesium die Adrenalinausschüttung kontrolliert, ist offensichtlich davon bei dir zuwenig vorhanden. Dein Körper kann Magnesium nur zusammen mit Vitamin C aufnehmen.
Stress baut Magnesium, Kalium, Zink ... Die Mineralstoffe extrem schnell ab. Eine Weile kann der Körper von Reserven Leben, aber dann irgendwann landet man an dem Punkt, an dem du nun angekommen bist.

Nun Steck nicht den Kopf in den Sand und lasse dich nicht unterkriegen von deinen Ängsten! Wenn du Für Ruhe in deinem Leben sorgst und auf dich mehr achtest und deinen Körper für eine Weile mehr mit Mineralstoffen versorgst, wird es dir wohl bald besser gehen!

09.12.2014 23:02 • #18


Hallo leute..
Ich hab es schon wieder und ich kann mich selbst nicht mehr beruhigen..
Ich hab das Gefühl es wird von Tag zu Tag schlimmer, ich bin so verzweifelt!
Gestern konnte ich erst zwischen halb 2,2 einschlafen, weil es so schlimm war.
Ich bin mit meinen Nerven am Ende, ich hab keine ahnung was ich machen soll..
Kann mich mit nichts ablenken, könnte einfach nur weinen!
Was hat euch in solch Situationen geholfen? Könnt ihr mir tipps geben?
Ich will nicht immer Psychosomatische Medikamente nehmen, dann bin ich nicht mehr ich selbst..

11.12.2014 21:48 • #19


lumee87

15.02.2020 15:29 • x 1 #20



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