Zitat:Kann es sein, dass man nach dem Benzoentzug so gut wie keine Energie mehr hat?
Ein Sportler war ich allerdings nie.
Hm.....also, ich war die erste Zeit nach dem Entzug (also dem endgültigen Einnahmestop, Entzug begfinnt ja schon, wenn man reduziert) völlig fertig, wegen Nahrungs- und Schlafmangel. Danach fühlte ich mich wie ausgewechselt - energiegeladen, fröhlich, unternehmungslustig, heftig verzweifelt, ein Auf und Ab, einfach toll, eben so, wie ich mich von früher kannte. das ging 13 Wochen so, und in dieser Zeit habe ich auch keine Medikamente außer Carbamazepin genommen. Dann kam der große Einbruch, bevor ich dann nach 3 Wochen Horrortrip für weitere 3 Monate im KH landete. Seit ich jetzt die ganzen Medikamente nehme, bin ich wieder großteils bedrückt, langweilig und tranig, was aber nach außen hin keiner merkt.
Sportler....hm....also ich war immer Reiterin und Skifahrerin, das hatte ich alles wegen meinem Sohn aufgeben dürfen ....und dann hab ich vor 3 Jahren mit Voltigieren/Trickreiten angefangen, und das mach ich jetzt 4 mal die Woche. Das hilft mir total, vor allem gegen die Depressionen! Also körperliche Schwäche, das kenn ich jetzt nicht....stell ich mir sehr belastend vor. Andererseits fand ich die psychischen Symptome immer zehnmal schlimmer, wie ist das bei Dir?
Zitat:Du schreibst, es wird bei dir kontinuierlich besser. Hast du wirklich richtig beschwerdefreie Tage? Und wie äußern sich depressive Phasen?
Ja, mittlerweile hab ich auch beschwerdefreie Phasen. Die Depressionen kommen und gehen wie sie wollen, immer nach neuen Horrortrips bin ich wieder für ca. 1 Woche "platt", tief depressiv, suizidal, antriebslos, verzweifelt, voller Todesangst und Sinnlosigkeit. Da ist auch ganz viel Beklemmung dabei und Alpträume.
Zitat:Und hattest du vor dem Entzug außer Angstzuständen keine psych. Probleme?
Doch...starke Stimmungsschwankungen und Depressionen, Aggressionen und Verzweiflung. Das war allerdings alles berechtigt, gemessen an meiner Lebenssituation damals, und einiges davon verschwand, als es mir von den Umständen her besser ging.
Zitat:Wie alt ist denn dein Sohn? Ich nehme an, du bist ein richtiges Küken gegen mich - ich bin 49.
Mein Sohn wird jetzt 10 Jahre. Ich bin 34. Naja, soooo altz bist Du jetzt auch nicht !
Zitat:Du hast gesagt, du hast mal Medizin studiert - warum hast du denn aufgehört? Arbeitest du momentan?
Ich fange am Donnerstag wieder an - für mich eine Riesenherausforderung, obwohl ich gern zur Arbeit gehe.
Ja; ich hab aufgehört, weil die Zustände an der Fakultät; das Mobbing, die Rücksichtslosigkeit und der Hass zwischen Professoren, Dozenten, Dekanat und Stundenten sich auf dem Rücken der Patienten abgespielt hat und richtig absurde Dinge passierten - mehrere Dozenten und Studenten haben sich damals umgebracht. Ich rutschte in eine Riesenparanoia ab und hab dann im 2. Staatsexamen gemerkt, daß ich aufhören muss, um nicht auszuticken. Danach hab ich dann eine Ausbildung zum Programmierer gemacht.
Leider bin ich seit 2008 erwerbsunfähig, was mir seitdem aber den Raum lässt, wieder gesund zu werden und zu mir zu kommen. Der Sturz von einem hippen IT-Job ins Nichts war allerdings gigantisch.....
Respekt, daß Du morgen wieder anfängst zu arbeiten! Aber denke daran, daß es Dir gesundheitlich auch helfen könnte!! Was machst Du denn, bzw. was hast Du in der letzten Zeit gemacht? Und in welchem Beruf arbeitest Du?
Viele liebe Grüße,
daheim