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Loredana2371
Hallo zusammen

Kennt Ihr das auch?
Sobald mir jemand etwas von seinen Leiden erzählt, Hab ich direkt Angst das ich das auch bekomme? Kennt Ihr das?
Wie kommt ihr dagegen an?

31.07.2020 07:38 • 02.08.2020 #1


25 Antworten ↓


Calima
Zitat von Loredana2371:
Kennt Ihr das?
Wie kommt ihr dagegen an?


Oh ja. Ich bin dazu übergegangen, mir das nicht anzuhören. Meist gelingt es mir ganz gut, das elegant abzubiegen, aber ich scheue mich auch nicht, klar auszusprechen, dass ich bitte keine Details hören möchte.

Verstört manche manchmal, ist mir aber schnurz.

Inzwischen geht es auch wieder, aber auf dem Höhepunkt meiner Hypochondrie war das mein unbedingt nötiger Selbstschutz.

31.07.2020 08:43 • x 4 #2



Wenn jemand von seinem Leid erzählt / Angst auch zu bekommen

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Schlaflose
Ich liebe es, über Krankheiten von anderen Leute zu hören und darüber zu reden. Was ich gar nicht abkann, ist mit Beziehungsprobleme uns sonstigen privaten Dingen von anderen belämmert zu werden.

31.07.2020 11:25 • x 1 #3


Abendschein
Zitat von Schlaflose:
Ich liebe es, über Krankheiten von anderen Leute zu hören und darüber zu reden. Was ich gar nicht abkann, ist mit Beziehungsprobleme uns sonstigen privaten Dingen von anderen belämmert zu werden.

Na da sieht man mal wieder,....wie anders Du bist, @Schlaflose

Das sollte keinesfalls abwertend klingen, aber ich tendiere auch dazu was @Calima schreibt.
Ich muß es mir nicht antun, die Krankheiten von anderen mir anzuhören und dann noch bis ins kleinste
Detail, das versuche ich auch immer zu umgehen und notfalls sage ich das auch.

31.07.2020 11:29 • x 1 #4


Calima
Zitat von Schlaflose:
reden. Was ich gar nicht abkann, ist mit Beziehungsprobleme uns sonstigen privaten Dingen von anderen belämmert zu werden.

Tja, jeder versucht, das von sich fernzuhalten, was ihn triggert.

31.07.2020 11:35 • x 1 #5


Schlaflose
Zitat von Calima:
Tja, jeder versucht, das von sich fernzuhalten, was ihn triggert.


Mich triggert das nicht, ich finde es einfach nur todlangweilig

Zitat:
Na da sieht man mal wieder,....wie anders Du bist, @Schlaflose


Ich bin in einer Ärztefamilie aufgewachsen und habe schon als Kleinkind immer medizinische Fachgespräche mitangehört.

31.07.2020 12:33 • #6


Calima
Zitat von Schlaflose:
Mich triggert das nicht, ich finde es einfach nur todlangweilig


Dass Beziehungen in deiner Lebenswelt nicht vorkommen, hat aber Gründe - und natürlich auch Wirkungen.

31.07.2020 12:37 • #7


Icefalki
Klar, das werden viele Angstpatienten kennen. Ich bin ausgeflippt, wenn ich nur eine Martinshorn von weitem gehört habe. Gehört denke ich mal, zur Krankheit dazu.

Was interessant ist, wie wenig man in der Lage ist, hier mal Halt zu sagen, dem anderen deutlich zu machen, dass das Thema triggert. Hier setzt die Gesundung ein, wenn man lernt, dass Halt sagen, für sich einzustehen lernen, Angst deutlich verringert.

31.07.2020 12:47 • x 1 #8


Schlaflose
Zitat von Calima:
Dass Beziehungen in deiner Lebenswelt nicht vorkommen, hat aber Gründe - und natürlich auch Wirkungen.


Ja, die Wirkungen sind die, dass ich immer heilfroh bin, dem entgangen zu sein, wenn ich höre, wie es bei vielen zugeht Ich habe absolut keine Geduld, mir anzuhören, welche familiären Probleme es gibt. Ich denke dann, meine Güte, dann trenn dich doch und dann hast du deine Ruhe. Wenn es mit Kindern Probleme gibt, würde ich am liebsten sagen, gib sie doch einfach weg. Das käme aber wohl nicht so gut.

31.07.2020 13:27 • #9


Zitat von Loredana2371:
Hallo zusammen Kennt Ihr das auch? Sobald mir jemand etwas von seinen Leiden erzählt, Hab ich direkt Angst das ich das auch bekomme? Kennt Ihr das? Wie kommt ihr dagegen an?


Oh ja, das kenne ich! Leider... Das schlimme ist, ich habe dann auch sofort passende Symptome. Oder auch unpassende Symptome, von denen ich aber glaube, sie könnten zu der Krankheit gehören. Und manchmal habe ich das Gefühl, die Leute erzählen extra in meiner Gegenwart über Krankheiten. Totaler Quatsch, ich weiss.

Aber mir muss noch nicht mal jemand persönlich etwas erzählen, bei funktionieren auch ganz toll Berichte im Fernsehen, Zeitung oder Radio. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich so gut wie keine Arztserien im TV sehe. Bis auf zwei Ausnahmen, aber da geht es weniger um Krankheiten, sondern mehr um die Familien. Aber Serien wie in Aller Freundschaft sind pures Gift für mich. Aber auch Radioberichte triggern mich. Ich sitze da, lese etwas oder mache sonst was und im Hintergrund dudelt das Radio. Es läuft Musik und zwischendurch erzählt der Moderator etwas. Bei mir kommt das meist so an: Murmel, murmel, laber, rababer, KREBS, murmel, rababer... Und ich:

Eine Strategie dagegen habe ich nicht. Zumindest keine richtige. Ich stelle mir allerdings jetzt immer eine Wand zwischen mir und dem anderen vor. Erzählt dieser von Krankheiten, dann prallt das alles an dieser Wand ab und kommt gar nicht bis zu mir.

Das schlimme ist aber wirklich, dass ich auch immer die passenden Symptome habe. Dann spüre ich hier einen Knubbel, dort ist ein Ziehen, dort ein Stechen und so weiter...

01.08.2020 15:50 • #10


Lizy
Zitat von Loredana2371:
Hallo zusammen Kennt Ihr das auch? Sobald mir jemand etwas von seinen Leiden erzählt, Hab ich direkt Angst das ich das auch bekomme? Kennt Ihr das? Wie kommt ihr dagegen an?



Ja, ich kenne das. Erst gestern habe ich mit einer Freundin darüber gesprochen, dass ich meine Lieblings Youtuberin deabonnieren musste, weil sie eine schlimme Krebsdiagnose bekommen hat und in jedem ihrer Videos nun darüber redet. Ich kann es mir einfach nicht anhören. Sogar jetzt gerade Schiebe ich meine Filme, wenn ich daran denke. Das ist ganz schlimm.

01.08.2020 17:03 • #11


kritisches_Auge
Früher war das bei mir ganz schlimm, dann fasste ich einen Entschluss.
Der Pschyrembel, medizinisches Lexikon, kam in den Container und jeder Artikel in einer Zeitung wurde sofort rausgerissen. Ich sagte auch, dass ich von Krankheiten nichts hören will. Das funktioniert sehr gut.

Heute gehe ich viel gelassener damit um, was ich nicht verstehe, ist dass an der Bushaltestelle lang und breit über Krankheiten geredet wird, manche Menschen lieben das, ich verstehe es nicht und finde es stinklangweilig.

Bei ernsten Krankheiten entferne ich mich.

01.08.2020 17:16 • #12


Calima
Zitat von kritisches_Auge:
Der Pschyrembel, medizinisches Lexikon,


Eine Seite hättest du vielleicht behalten sollen:
https://www.pschyrembel.de/Steinlaus/K0LHT

Kein Trigger! Ich liebe diesen Eintrag und den Autor!

01.08.2020 17:34 • x 1 #13


kritisches_Auge
Der ist wirklich niedlich.

01.08.2020 19:28 • x 1 #14


Yannick
Zitat von Schlaflose:
Ich denke dann, meine Güte, dann trenn dich doch und dann hast du deine Ruhe. Wenn es mit Kindern Probleme gibt, würde ich am liebsten sagen, gib sie doch einfach weg. Das käme aber wohl nicht so gut.

Ja, Ehrlichkeit ist vielen ja so wichtig. Angeblich!
Ist man dann ehrlich mit ihnen und sagt frei raus, was man denkt, ist es dann doch nicht recht. Weil man es wagt, an ihrem kleinem Lügenkartenhaus von Leben zu wackeln.
Dann wenden sie sich lieber schnell ab und spielen schnell die menschenverachtend-Karte. Lieber mit nichts auseinander setzen, als mit allem.

Ich kann mir auch alles anhören. Es bewegt mich zwar, weil ich sehr empathisch bin. Aber gerade Leid zeigt mir eben auch immer wie dankbar und demütig ich bin vor dem Leben. Auch wenn es nicht unbedingt alles ist, was ich mir mal gewünscht habe.

01.08.2020 19:49 • x 1 #15


Schlaflose
Zitat von kritisches_Auge:
was ich nicht verstehe, ist dass an der Bushaltestelle lang und breit über Krankheiten geredet wird, manche Menschen lieben das,

Hehe, genau wie ich. Ich bin gar nicht anders, wie Abendschein gestern dazu meinte. Ich bin so wie die Mehrheit. Ihr seid anders

01.08.2020 20:17 • x 1 #16


littlemermaid
Zitat von Yannick:
Ja, Ehrlichkeit ist vielen ja so wichtig. Angeblich! Ist man dann ehrlich mit ihnen und sagt frei raus, was man denkt, ist es dann doch nicht recht. Weil man es wagt, an ihrem kleinem Lügenkartenhaus von Leben zu wackeln. Dann wenden sie sich lieber schnell ab und spielen schnell die menschenverachtend-Karte. Lieber mit nichts auseinander setzen, als mit allem.Ich kann mir auch alles anhören. Es bewegt mich zwar, weil ich sehr empathisch bin. Aber gerade Leid zeigt mir eben auch immer wie dankbar und demütig ich bin vor dem Leben. Auch wenn es nicht unbedingt alles ist, was ich mir mal gewünscht habe.


Nur weil sich jemand über aktuelle spezielle Umstände seines Lebens beschweren möchte, bzw. sich austauschen möchte, bedeutet das noch lange nicht, dass das Leben ein Lügenkartenhaus ist. Bisschen sehr schwarz-weiß, würd ich mal meinen. Lebensumstände und Situationen ändern sich schnell und manchmal gibt es einfach Phasen, die mehr anstrengend sind als andere. Natürlich gibt es immer Menschen, die sich mit ihren Geschichten profilieren wollen. Aber von denen spreche ich nicht und das ist auch nicht die Mehrheit. Und wenn alle deine Freunde/Bekannte so sind, dann tut es mir sehr leid für dich, denn dann scheinst du keine gute Auswahl an Menschen, die dein Leben begleiten, getroffen zu haben.

Nur weil man sich einmal beklagen will, bedeutet das nicht um Umkehrschluss, dass alle Lebensentscheidungen auf Selbstlügen und ähnlichem begründet sind. Manchmal hat man ne harte Zeit mit dem/der Partner*in oder den Kindern und dann ist es doch schön wenn man das mit guten Freunden teilen kann. Wenn ich als Antwort dann etwas wie
Na dann trenn dich doch. Oder: Gib halt deine Kinder weg, hören würde, wäre ich zutiefst verletzt, weil es einfach respektlos ist, eine Phase im Leben so kurz und emapthielos/respektlos/seicht zu kommentieren.
Das wäre so als würden Menschen hier ihr Leid klagen und die Antwort wäre in jedem Fall: Na dann geh halt in die Klapse/ins Irrenhaus.
Geht gar nicht. Jeder hat unterschiedlich wichtige Bereiche in seinem Leben und wenn ich es als Freund/Freundin nicht schaffe das zu respektieren und mich wirklich ehrlich hineinzuversetzen auch wenn es mich nicht betrifft, dann habe ich als besagter Freund/Freundin ein Persönlichkeitsdefizit und nicht umgekehrt.

01.08.2020 20:32 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

littlemermaid
Bestes Beispiel: Eine Freundin bekam zwei Katzen. Beide noch klein und anfänglich war das anstrengend. Manchmal erzählte sie mir übermüdet davon wie anders ihr Leben ist und wie anstrengend das ist. Liebt sie ihre Katzen dennoch? NATÜRLICH. Ist es okay trotzdem mal gemervt und müde zu sein? NATÜRLICH.
Mag ich Katzen und habe eine Verbindung dazu? Absolut nicht.
Höre ich ihr dennoch ordentlich und empathisch zu und gebe ihren Sorgen Raum? ABSOLUT. Denn sie ist meine Freundin und meine Empfindungen müssen da hinten anstehen. Können sie auch, denn ich habe sie lieb und es ist ein Geben und Nehmen.

01.08.2020 20:35 • x 1 #18


kritisches_Auge
Ich würde mich ganz genau so wie du verhalten, auch wenn ich zu Katzen keine Beziehung hätte, spielt das keine Rolle, denn es geht ja nicht um mich sondern um sie.

Das wäre aber Freunden vorbehalten, der Ansprechpartner für jedermann wollte ich nicht sein, gerade weil mich das Leid der Freunde beschäftigen würde.
Ausnahmen gibt es natürlich auch wie vor einigen Jahren den weinenden Nachbarn mit dem ich dann redete.

01.08.2020 20:44 • #19


littlemermaid
Zitat von kritisches_Auge:
Ich würde mich ganz genau so wie du verhalten, auch wenn ich zu Katzen keine Beziehung hätte, spielt das keine Rolle, denn es geht ja nicht um mich sondern um sie.Das wäre aber Freunden vorbehalten, der Ansprechpartner für jedermann wollte ich nicht sein, gerade weil mich das Leid der Freunde beschäftigen würde.Ausnahmen gibt es natürlich auch wie vor einigen Jahren den weinenden Nachbarn mit dem ich dann redete.


Ja natürlich. Auffangbecken für Alles und Jeden ist nie ne gute Variante.
Aber irgendwie muss man mal damit anfangen, denn sonst bleibt man sein Leben lang ohne Freunde/Partner*in. Und das wäre doch schlimm. Also haben alle (oder die meisten) zu Beginn Fremden irgendwie zugehört und geteilt und und und. Sonst wäre die Menschheit ausgestorben, haha. Und das finde ich einen schönen Gedanken.

01.08.2020 20:50 • #20



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