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Hallo,

ich würde mich freuen, wenn ihr euch beteiligen würdet. Wie kam es bei euch zu den Attacken?

Ich (29) habe das zweite Mal in meinem Leben eine schlimme Phase von Panikattacken. Die ersten wirklichen Panikattacken hatte ich 2003/2004. Hintergrund war wohl großer Lern- und Prüfungsstreß. Anders kann ich es mir kaum erklären. Angst vor Ohnmacht steht bei mir seit jeher im Vordergrund.

Ich war ein ängstliches Kind. Ich erinnere mich noch, dass auf einem Kindergeburtstag, ich war wohl 4, mit solchen Erbsen und Spielzeugpistolen geschossen wurde und ich eine über bekam. Daraufhin musste ich heim und schrie immer wieder das andere Kind an: Du hast mir in den Hals geschossen. Ich kriege keine Luft mehr...

Ich wollte immer zu meiner Oma. Hatte Angst alleine. Im Sport habe ich auch nie mit gemacht. Hatte Angst, mir was zu brechen. Oder nen Ball an den Kopf zu kriegen. Unfälle anderer bestärkten mich bloß darin.

Als Jugendliche hatte ich Angst, in die Schule zu gehen. Ich dachte immer, ich falle vom Bürgersteig auf die Straße oder kippe auf dem Weg zur Schule um! Da war ich wohl so 12.

Die Schule brach ich kurz vorm Abi ab. Traute mir das alles nicht zu. Als ich eine Ausbildung anfing, ging es mir besser. Als ich ein Auto (Fluchtmittel) hatte, ebenfalls. Aber nach der Ausbildung ging es dann richtig los. 1,5 Jahre war ich ein Wrack. Dauergast bei Ärzten. Lag daheim im Bett. Ich traute mich teilweise nicht unter die Dusche aus Angst, ich falle da um. Mir war alles zuviel. Ich verlor meinen Job. Ich war am Ende. Ich vermute, Burn-out.

Tja aber dann war das weg! Einfach so. Ohne Therapie. Ohne Medikamente. Ich war wieder selbstbewusst. Hatte einen Freund. Ging in Discos. Flog in Urlaub. Hatte Freunde. Alles genial. Ein neuer Job. Geld. Ein guter Chef.

2009 Geburt meiner Tochter. Eine schwere Geburt. Für sie besonders. Dennoch schaffte ich viel. Job, Weiterbildung, Schwangerschaft. 2010 starb mein Opa. Unter erbärmlichsten Bedingungen. Ein Anblick, den man sich nicht vorstellen kann. Dann fiel meine Oma die Treppe runter. Viele Op´s. Sie starb in der Folge. Ich habe bei ihnen gelebt und das waren so schlimme Schicksalsschläge. 2011 Geburt meiner zweiten Tochter. Seitdem geht es bergab. Nur noch krank- Angst vor Krankheiten. Viel bei Ärzten. Panikattacken. Ich habe Angst vor Ohnmacht. Jeden Tag. Das ist mein erster Gedanke, wenn ich aufstehe. "Hoffentlich falle ich nicht um, wenn ich mit den Kindern alleine bin". Ich habe Angst, wenn ich in den Kindergarten gehe, am Steuer, beim Einkaufen. Bin total verkrampft. Wenn mein Mann oder meine Mutter daheim sind, geht es mir besser. Morgens habe ich schon Durchfall. Mein Herz rast. Ich nehme pausenlos Kreislaufmittel und Baldrian.

Mir könnte es so gut gehen. Ich habe Mann und Kinder. Auto und Haus. Und auch genug Geld. Einen Beruf etc. Aber oft bin ich einsam. Opa und Oma tot. Die Kinder anstrengend. Kaum Freunde.

Im Moment bin ich wütend. Einfach wütend.Auf andere, die sowas nicht haben. Auf eine Freundin, die 4 Tage Autoreise in die Türkei macht mit zwei kleinen Kindern. Auf Leute, die mit dem Flugzeug in Urlaub fliegen. Auf unbeschwerte Mütter ohne Angst. Ich würde am LIebsten schreien: Warum ich? Warum ich?

Wie werde ich das bloß los?

Tabletten kommen für mich nicht in Frage. Ich habe diese Sch... selbst ausgelöst mit meinen besch... Gedanken. Nun muss ich es auch wieder los werden.

Ich sage mir oft: Du dumme Kuh. Du gehst jetzt da rein. Wie alle anderen auch. Oder: Du gehst jetzt verdammt noch mal wie jeder normale Mensch in den verflixten Supermarkt und kaufst dein Zeug. Ich könnte mir dann selbst eine runter hauen.

Es ist einfach nur peinlich, sowas zu haben! Und vor allem will ich es nie einsehen und forsche und forsche, was das für eine organische Krankheit sein könnte.

Was soll ich mit nem Therapeuten? Ich weiß das doch selbst, was der mir sagt! Nur mein Hirn will es nicht annehmen!

Schreibt auch eure Geschichte. Vielleicht können wir uns so helfen. Und Gemeinsamkeiten feststellen!

11.07.2012 10:42 • 11.07.2012 #1


12 Antworten ↓


Cico005
Huhu

Also bei mir war das ganz schleichend.
Meine erste Attacke bekam ich wie ich dabei war wo mein Opa gestorben ist (er ist erstickt)
Sowas krasses hab ich noch nie erlebt wie da. Ich bin rum gelaufen wie falsch geld und hab mich alle paar Meter hinsetzen müssen wie es vorbei war.
Komischer weise war dann aber ein paar Jahre ruhe bis mein Mann seinen herzinfarkt bekommen hat wo ich leider live dabei war.
Dieses Hilflosigkeits Gefühl war extrem schlimm. Vorallem hab ich seine Schmerzen gespürt. Zwei Tage nach dem Infarkt konnte ich nicht mehr aus dem Haus, weitere Tage später konnt ich nicht mal mehr aus dem Zimmer.

Ich bin im Bett gelegen und hab eine Attacke nach der anderen gehabt. Ich konnte ihn nicht mal im Krankenhaus besuchen sondern nur anrufen. Auf der Kur später musste ich ihn auch alleine lassen.
Ihr glaubt gar nicht wie ich mich dafür gehasst habe. Wenn ich dann noch von anderen hören muss das ich mich zusammen reissen soll, weil mein mann dadrin fast am sterben ist, ist das natürlich sehr förderlich für die Psyche.

So bin ich seid 2006 mit Angst und Panik unterwegs. Seid der Zet hatte ich auch noch 3 Anfälle von Zwangsgedanken.


lg luna

11.07.2012 11:33 • #2



Erzählt eure Geschichte!

x 3


Bei nir war es als Kind schon ab und zu so. Meine Eltern haben sich getrennt als ich 3 war. Mein Vater hat meine Mutter immer verprügelt und an den Haaren durch die Wohnung gezogen. Ich war live dabei.
Jedes mal !!
Mit 26 wurde ich schwanger. Ich bekam leichte Zwangsgedanken. Bin dann in Therapie gegangen. Mir ging es eigentlich ganz gut. Wurde dann nochmal schwanger. Auch alles gut. 2005 ist mein Opa gestorben. Ganz plötzlich. Wir waren zum essen bei ihnen. Er hat den kleinen ( er war 8 Monate ) nOch gefüttert. Er ist noch zur Bank Gefahren um Gel zu holen. ( das Geld von dem ich mit später klamotten für seine Beerdigung gekauft habe.
Nach dem essen bekam er schlecht Luft. Ist ist auf Toilette gegangen. Hat gerufen warum hilft mir keiner. Wor haben den notarzt gerufen. Mein IPA hat geweint. Das hat er noch nie. Er hat es geahnt. Als er an mir vorbei lief ( ich hatte nieb Sohn auf dem arm ) ist er stehen geblieben und hat seine Stirn auf die Stirn meines Sohnes gedruckt und ihn in die augen geguckt. Mein Opa hat noch mehr geweint. Ich habe gewusst dass ich ihn das letzte mal sehe. Ich frage mich heute : warum hast du ihn nicht nochmal gedruckt ?? Oder ihn ein paar nette Worte mit auf den weg gegeben ?!
Er starb 3 Stunden später im Krankenhaus.
Ein Schock für die ganze Familie. Meine Oma hat mir später gesagt dass sein letztes Wort auf dem Sterbebett : "stellachen" war. ( meine Tochter heißt Stella)
Er hat sie nicht mehr gesehen
Nach seiner Beerdigung ging es an. Ich dachte ich Dreh durch es war schrecklich. Ich habe nur noch so vor mich hin gelebt. Dazu hatte ich Stress mit meinem Freund.
Auch das ging irgendwie wieder vorbei mit Therapie. Dann 2009 die Geburt von Maja. Unsere kleinste. Die Schwangerschaft war schrecklich. Blutungen wie ein Wasser fall bis zur 25. Woche. Ich dürfte nur liegen und hatte Angsz mein Kind zu verlieren. Als sie endlich da war war ich der glücklichste Mensch der Welt. Im Krankenhaus fung es schon an konisch zu werden. Ich habe die großen Kinder nicht an sie ran gelassen aus Angsz dass sie sie mit einer Krankheit anstecken konnten. Am 4 Tag nach der Geburt hatte ich plötzlich so starke Attacken dass ich mich mit Baby einweisen lassen habe. Das war sooo schrecklich. Zuhause hatte ich dann voll die Macke. Ich habe Schlafsäcke gekauft für 80€ das Stück herz überwachungsgerät hatte sie auch und alles was zu ihrer Sicherheit diente. Aber total übertrieben.

11.07.2012 13:47 • #3


Achso. Zwangsgedanken habe ich im Moment extrem. Heute macht bis um 5

11.07.2012 13:49 • #4


Und ich meinte mit 16 wurde ich schwanger. Nicht mit 26. Ich bin jetzt 26. Sorry

11.07.2012 13:50 • #5


Oh Mann. Achtet bitte nicht auf meine Rechtschreibung. Ich bin mit dem Handy online. Das schreibt manchmal die Wörter ganz anders als ich es will

11.07.2012 13:53 • #6


Mein vater war Alk. und schlug meine Mutter, selbst als sie mit meinem bruder hoch schwanger war.. Ich habe heute noch viele Bilder im Kopf obwohl ich 2-3 Jahre alt war. Er warf mich mit 2 Jahren gegen die Wand nur weil ich geweint habe. Sie liessen sich scheiden als ich fast 4 war. Ich war sehr oft bei meiner Tante weil ich mich dort wohl fühlte. meine Mutter war viel arbeiten und hatte kaum Zeit.
Sie lernte jemand anderes kennen und 1990 (ich war 9) kam meine schwester zur welt. Ich kümmerte mich tag und nacht um sie, weil meine mutter bis spät abends arbeiten war. der partner meiner mutter schlug ihr einen 3-fachen kieferbruch. sie trennten sich. Meine erste attacke bekam ich (ich kann mich haargenau dran erinnern) mit 14 vor dem TV (es lief kevin allein in new york). Meine mutter hatte grad dort wieder einen neuen partner, den sie heiraten wollte. Ich weiss nicht warum, aber ich war total "mist" sorry
habe am tag der hochzeit noch gesagt "nun ist alles vorbei". Meine Mutter hatte keinerlei interesse mehr an "mir" wenn meine geschwister schei. baute, bekam ICH alles ab. Habe mich immer gehasst und nicht geliebt gefühlt. Dann bekam ich eine 2. attacke kurz danach auf dem weg in den supermarkt. Mit 17 fühlte ich schmerzen in der brust und dachte ich muss sterben. Ab ins KH, war nix..
mit 21 lernte ich meinen Ex kennen und bekamen eine tochter. Er trank viel Alk., ging fremd, schlug mich, kam manchmal tagelang nicht nach hause. er erinnerte mich an meinen vater. habe das ganze 6 jahre mitgemacht. nach der trennung wog ich nur noch 55kg bei 1,79..habe 10kg abgenommen und fühlte mich nur noch schlecht. hatte permanent herzrasen und übelkeit. habe bis dahin nie wirkliche liebe kennen gelernt. war ständig beim arzt weil ich dachte, ich bin todkrank. Er stempelte mich als hypochonder ab weil er nix fand. Auf der arbeit wurde ich nur gemobbt, vom chef und von den kolleginnen. ging ständig mit schmerzen auf die arbeit und irgendwann kündigten sie mich weil ich angeblich nie krankmeldungen abgegeben hätte. Ich ging vor gericht- ich gewann.
Lebte nach der Trennung ein paar wochen bei meinen eltern mit im haus (die hölle) stiefvater voll der pingelige typ. ein krümel auf dem boden, schon ging bei dem die welt unter. Irgendwann endlich eine eigene wohnung gefunden. Ich war glücklich, konnte so neu anfangen. Ich sehnte mich nach einem partner, der für mich da ist, und der mir alles gibt was ich nicht kannte. Lernte einige Männer kennen, verliebte mich, aber die wollten nur sex und haben mir was vorgespielt. Meine welt brach irgendwann zusammen. Ich war herzensgut, sah toll aus, mit mir konnte man reden, spass haben und alles. es klappte einfach nicht. "Warum kriegen alle einen mann für immer, und ich werd nur zum pop. benutzt?" Irgendwann machte ich schon dinge mit denen, die ich gar nicht wollte, nur um sie zu binden und um zu zeigen "guck, was ich alles mache, was du alles haben kannst" der schuss ging nach hinten los. das ging 3 jahre so. irgendwann dachte ich schon, ich sei von dämonen besessen, die geschickt wurden um mir zu schaden. Ich kam damit nicht mehr klar. Ich wurde langsam verrückt. Ich hatte einen hass auf mich, sodass ich anfing, mich mit 2 promille zu ritzen. Ende des liedes (geschlossene).
dann starb mein onkel( bauchaneurysma) 1 jahr später meine oma (bauchspeicheldrüsenkrebs) dann mein opa (schlaganfälle, herz kaputt) da wusste ich, wie schnell und qualvoll du sterben kannst. ich komme damit nicht klar und habe angst so etwas irgendwann erleben zu müssen!

Dann lief mir durch zufall mein jetziger verlobter über dem weg und er war es..

ein teufelskreis

11.07.2012 14:14 • #7


Du wirst die Ängste nie los, weil du dich weigerst dich mit ihnen auseinander zu setzten. Du willst keine Therapie, keine Medikamente, alles verdrängen. Das klappt nur auf Dauer nicht. Es gibt Ursachen und Gründe, warum deine Seele alles nicht mehr verarbeiten und verdrängen kann und sie schreit um Hilfe, leider willst du ihr nicht zuhören. Se wird aber immer lauter schreien bis zu nicht anders kannst als zuhören. Was du über einen Therapeuten gesagt hast ist Unsinn, so wird in einer Therapie nicht gearbeitet. Aber die Ängste werden nicht einfach wieder gehen. Irgendwann wird dein Leidensdruck groß genug sein, dass du dir professionelle Hilfe holst. Aber je länger du wartest um so schwerer wird es werden, leider.

11.07.2012 16:34 • #8


Vor 10 Jahren ging es auch wieder weg. Ich habe danach ein völlig normales Leben ohne Attacken gelebt. Ohne Medikamente und ohne Therapie. Also stimmt das nicht so ganz. Dann frage ich mich, warum es hier Leute gibt, die Attacken haben, obwohl sie Therapie machen und Medikamente nehmen.

11.07.2012 17:07 • #9


Ich glaube wenn man so krasse erlebnisse hier wie manche hatten , hat .. Dann ist es kein Wunder das die Psyche sich später aufbäumt , um mitzuteilen, dass etwas nicht verarbeitet wurde und der Betroffene sich bitte mal mit seinen Gefühlen, die tief darin sind , auseinander setzen soll. Sonst : error !!
Klar kann man mit Panik irgendwie sich arrangieren , aber das ist ja kein leben. Was ich noch sagen wollte, ich verstehe es , wenn jemand Angst hat, umzukippen, aber selbst wenn, normalerweise wacht man nach 30-60 Sekunden wieder auf und die Wahrscheinlichkeit das in dieser zeit die Kinder deswegen Sterben, oder sich verletzen sehe ich als sehr gering an.
Viele wollen keine Medikamente nehmen , weil sie sich nicht davon "manipulieren " lassen wollen. Ich wollte das auch nie, aber irgendwann kommt ein Punkt, wo man auch sagen darf , ok ich versuche es, denn wenn euer gehirn ( Organe ) bestimmte Hormone einfach zu wenig / zu viel / nicht oder was auch immer produziert , weiß ich nicht, wie man sonst , und wenn es nur ein oder 2 Jahre sind, diese schlimmen Phasen zwischendurch überbrücken soll.
Ich habe auch keine Lust zur Therapie zu gehen, aber das ist wohl besser als mein leben im Bett oder unter der Erde zu verbringen.

Liebe grüsse und alles gute euch

11.07.2012 17:21 • #10


Hinter jeder Angst steht ein Herzenswunsch, der zum Vorschein kommt, sobald wir der Angst ins Gesicht schauen. Aber wir sind nicht immer so mutig das zu tun. Schauen wir weg, konfrontiert uns das Leben immer wieder mit Situationen, vor denen wir Angst haben. Umso länger wir die Angst aushalten, desto klarer spüren wir, was wir uns stattdessen wünschen.

Diese Wünsche stammen aus der Tiefe der Seele und sind oft Ausdruck unserer Lebensaufgabe. Meistens passen sie nicht in das Bild dessen, was gesellschaftlich gewünscht und als möglich betrachtet wird. Wenn wir unsere Herzenswünsche als Kind anderen Erwachsenen gegenüber geäußert haben, sorgten diese auf ihre Weise dafür, dass die Flausen aus unseren Köpfen verschwinden und wir als Erwachsene in der Lage sein würden, ein “normales” Leben zu leben.

Nun ist es so, dass Energie nach dem Energieerhaltungssatz nicht aus einem System verschwinden kann. Wohl aber können Energien ineinander umgewandelt werden. Das passiert auch mit unseren Herzenswünschen in dem Moment, wo wir deren Ablehnung erfahren. Sie verwandeln sich in Ängste.

Ängste sind klebrig wie Preisetiketten. Sie können lebenslang an einem haften, müssen sie ja auch, damit die Herzenswünsche nicht verloren gehen. Ängste sind so lange treue Begleiter, bis auch der letzte ängstlich zitternde Teil von uns der Wahrheit ins Gesicht sieht und immer wieder tut, wovor er Angst hat.


Quelle: regenbogenkinder.com

11.07.2012 17:27 • #11


Zitat von derhimmelmusswarten:
Vor 10 Jahren ging es auch wieder weg. Ich habe danach ein völlig normales Leben ohne Attacken gelebt. Ohne Medikamente und ohne Therapie. Also stimmt das nicht so ganz. Dann frage ich mich, warum es hier Leute gibt, die Attacken haben, obwohl sie Therapie machen und Medikamente nehmen.


Aber du bist sie doch in keiner weise los, dass meine ich doch. Du hast eine gute Phase erlebt, aber von weg kann ja keine rede sein. Und eine Therapie und Medikamente sind kein Garant dafür das alles gut wird, aber ohne gibt es eben kaum eine Chance. Genau das siehst du ja an dir. Vermeidung wird dir nicht helfen. Aber jeder muss für sich sehen was er machen will. Wenn du nichts machen willst und nur warten willst bis alles von alleine weg geht so kannst du das ja. Ist ein freies Land

11.07.2012 17:41 • #12


Eine von Vielen
Ich habe 2009 drei Tage in einer Spielhalle Probegearbeitet, welche am dritten Tag überfallen wurde. Ich "durfte die Geisel spielen" und wurde mit einer Pistole bedroht.
Die Polizei verwies mich an den weißen Ring, welche mir eine Therapie nahe legten.

Die Krankenkasse sah sich nicht zuständig, da es sich um einen "Arbeitsunfall" handelt und die Berufsgenossenschaft wollte auch nicht zahlen, da ich ja nur zum Probearbeiten da war und noch nicht angemeldet war.
Ich fühlte mich ganz schön allein gelassen.
Schließlich bekam ich doch eine Therapie gestattet.Bekam einen Gutschein vom weißen Ring für 3 Termine, dann sollte man weiter schauen.
2 Wochen ging es mir richtig mies, ich war extrem unruhig,hochsensibel und hatte große Angst.

Ich nahm die drei Termine bei der Therapie war. Zur gleichen Zeit kam ich mit meinem damaligen Partner zusammen und ich fühlte mich plötzlich wieder richtig gut, als sei nichts gewesen. Da nun nicht klar war, ob ich weitere Therapien bewilligt bekommen würde und 3 Wochen ins Land gingen, nach denen es mir immer noch super ging, entschloss ich mich keine weitere Therapie in Anspruch zu nehmen.
Ich merkte nicht, dass es mir schlecht oder ähnliches ging, aber ich bekam immer öfter zu hören, dass ich ein "ängstlicher Mensch" sei, dass ich wenig Selbstbewusstsein hätte usw.

Ich nahm das nicht wirklich ernst, da ich bislang das krasse Gegenteil gewesen war.
Ich war sehr unternehmungslustig, für jeden Spaß zu haben, selbsbewusst, lebensfroh.
War viel mit Freunden unterwegs, feiern, jedes Jahr auf Festivals und und und.

Im Sommer 2011 - ich war gerade in der Examensvorbereitung und es war extrem stressig - bekam ich in der Schule plötzlich einen Kreislaufzusammenbruch ( vielleicht war das aber auch schon eine PA, weiß man nicht ).
Mir wurde total übel, ich wurde kreidebleich,mir war extrem schwindelig und ich zuckte am ganzen Körper. Ich lag 2 Stunden da und traute mich nicht mehr aufzustehen.
Mein Herzraste, ich dachte, dass ich jetzt sterben müsse.
Meine Mutter holte mich schließlich ab, wir fuhren zu einem Arzt, welcher mir sagte, dass mein Herz zu schnell schlägt und mein Blutdruck zu hoch sei, so dass man sogar Herzgeräusche hören würde, die normal nicht da sein dürften.
Wenn es mir wieder schlecht ginge, solle ich ins Krankenhaus fahren, heute solle ich nach hause gehen, mich hinlegen und entspannen. haha...
Am nächsten Tag fuhr ich ins Krankenhaus. Blutuntersuchung,EKG alles in Ordnung, leichter Elektrolytmangel. Ich sollte wieder kommen, wenn es schlimmer oder nicht besser wird.

Dann begann ein Ärztemarathon. Beim ersten Arztbesuch lag ich sofort wieder flach, weil mir extrem schwindelig war, wieder kreidebleich.
Sämtliche Untersuchungen, nix zu finden. Die Ärztin wollte mich schließlich ins Krankenhaus überweisen, was ich aber nicht wollte.
Eine bekannte meinte, man solle auf Pfeifferschesdrüsenfieber untersuchen und tatsächlich hatte ich dies als Kind gehabt und es war erneut ausgebrochen.
Damit hatte ich eine Diagnose und der Spuk war zu Ende.
Fast - ich hatte seit dem rießige Probleme mit dem Bus und der S-Bahn in die Schule zu fahren, in der Schule fühlte ich mich sehr unwohl und ich fehlte sehr oft.
Zuletzt war nicht mal mehr sicher, ob ich mein Examen machen kann, weil ich so viele Fehltage angehäuft hatte.
Ich befand mich mitten im Examensstress, lernte wie wild und wusste nicht einmal, ob ich es nun machen durfte.

Zur gleichen Zeit erkrankte meine Mutter an Krebs. Da war es komplett vorbei. Ich war im absoluten Dauerstress und extrem überfordert.
-Probleme mit den Öffentlichen zufahren, weil ich vor einem erneuten Kreislaufkollaps Angst hatte
-Die Ungewissheit, ob ich mein Examen machen darf und wenn ja, ob ich es bestehen würde
-Die Ungewissheit, was mit meiner Mutter werden würde

Wenige Wochen später erkrankte dann auch noch eine gute Freundin meiner Mutter ebenfalls an Krebs.

Ich lernte für mein Examen, zwang mich jeden Tag ins Krankenhaus zu meiner Mutter, was wirklich der Horror war und quälte mich in die Schule.

Nun hatte ich auch schon manchmal Probleme im Supermarkt, wenn es nicht so schnell ging, wie ich mir das gewünscht hätte.

Dass, das alles schon PA / Ängste waren, weiß ich erst seit kurzem.

Dann wendete sich eigentlich alles zum Guten. Meine Mama wurde vollständig gesund, ich bekam die Zulassung zu meinem Examen, welches ich ganz gut abschloss und ich hatte sogar die Wahl zwischen 3 potentiellen Arbeitgebern.

Eigentlich wollte ich mir von Okt. bis Jan. eine Auszeit gönnen, weil ich merkte, dass ich ziemlich am Ende war. Mein auserwählter Arbeitgeber wollte jedoch unbedingt, dass ich im Nov. anfange, was ich dann auch tat.

Leider stellte sich sehr schnell heraus, dass ich mich für die falsche Stelle entschieden hatte. Ich hatte einen Arbeitgeber erwischt, dem man absolut nichts recht machen kann und der immer irgendetwas findet, um einen zu kritisieren.
Das waren Dinge, wie das er sich daran störte, dass ich das Fenster geöffnet hatte.
Jeden Tag wurde ich kritisiert und das Verhältnis wurde immer schlechter. Ich fühlte mich zunehmens schlechter und musste mich wirklich zur Arbeit zwingen, an der ich mittlerweile überhaupt keinen Spaß mehr hatte.

Nach 3 Monaten bekam ich dann die Kündigung. Die Begründungen waren persönliche Kritik an meiner Person. "Ich sei so ruhig", "Mitarbeiterin xy hätte das so und so gemacht" etc. Ich konnte mich ja nochnicht mal groß ärgern, denn ich war ja auch nicht mit meinem Arbeitgeber klar gekommen, nur hätte ich persönlich die Zähne zusammen gebissen und nicht gekündigt...

Nun hatte ich eine Finazierung für ein Auto, dass ich für die Arbeit gebraucht hatte an der Backe und meine Mutter die ein rießiges Drama aus der ganzen Sache machte.
Ich war fix und alle.
Ich schrieb Bewerbungen, zu denen ich auch eingeladen wurde und auch hinging.
Schließlich bekam ich eine Zusage für dieses Jahr April.

3 Tage vor Arbeitsbeginn saß ich auf der Terasse und ich fühlte mich plötzlich wieder genau so, wie vor ca. einem Jahr in der Schule.
Wieder Übelkeit,Schwindel,kreidebleiches Gesicht,Zuckungen,Herzrasen und wieder der Gedanke ich müsse jetzt sterben..
Wieder zum Arzt, wieder hoher Blutdruck, schneller Puls, wieder die Aussage, ich solle mich entspannen.
Am nächsten Tag habe ich den Krankenwagen gerufen, weil ich dachte ich bekomme einen Herzinfarkt, wieder untersucht, wieder nichts gefunden.
Dann äußerte mein HA schließlich den Verdacht, dass es PA sind und riet mir zu einer Therapie um welche ich mich auch umgehend kümmerte.

Mit dem Wissen, dass es vermutlich PA sind und dass ich nächste Woche meinen neuen Job antreten musste, machte ich mich richtig verrückt, so dass ich das Haus kaum noch verlassen konnte. Zumindest alleine nicht.
Kleine Spaziergänge waren das höchste aller Gefühle.
Ich hatte täglich mehrere PA.
Die Woche verging, der erste Arbeitstag stand vor der Tür und auf der Hinfahrt bekam ich eine richtig schlimme PA. Ich rief an, sagte ab.
Die Woche drauf versuchte ich es wieder, gleiches Spiel.
Den Job habe ich dann nicht bekommen.

Danach war alles richtig schlimm. Es ging kaum noch was.
Mittlerweile mache ich wieder Besorgungen, kann alleine raus etc.
Aber gerade heute habe ich wieder ein Vorstellungsgespräch abgesagt..
Es ist zum verzweifeln.

11.07.2012 17:44 • #13



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Dr. Reinhard Pichler