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Ich hab es nun probiert bzw. probiere es immernoch: die Meidung von Google.

Es fällt mir verdammt schwer manchmal, weil IMMER wenn ich irgendwas mit Krankheiten etc. mitbekomme kommt mir sofort in den Sinn: Das muss du googlen es ist wie ein Zwang, dem ich ständig widerstehen muss derzeit.

Aber: Wenn ich nicht google geht es mir viel besser.

Andererseits denk ich oft: naja aber du musst doch "vorbeugen"

Hm, ... schwierig... ich glaube bei mir ist so eine Grundunsicherheit da... wenn ich nicht google habe ich immer noch ängste aber ich kann nicht mehr genau sagen wovor.. es ist eher diffus geworden.

Ich habe ja immernoch meine Symptome. ABer ich kann es zeitweise ignorieren jetzt.

23.12.2014 03:00 • 09.01.2015 #1


9 Antworten ↓


Kuntergrau
Also, wenn du Vogelgrippe hörst, dann googlest du danach? Besteht da auch ein gewisses Interesse daran (an Virologie z.b.) oder ist das wirklich nur aus Angst selber mal betroffen sein zu können, es evtl. zu haben oder Schutzmaßnahmen einzuleiten?
Ich weiß nicht wie zuverlässig eine Kindersicherung wäre (du filterst halt keine Por.s, sondern medizinische Seiten)

Ich teile Hypochonder in 2 Gruppen:

1) Grundangst vor der "gefährlichen" Welt mit Bakterien und Viren überall. Das würde auch zu deiner diffusen Angst passen. Mit der Hypochondrie wird diese Angst nur kompensiert, weil ein starkes Sicherheitsbedürfnis besteht

2) Angst als Komfortzone (verbunden mit einem Aufmerksamkeitsbedürfnis. D.h. wenn die Hypochondrie oder die Angst vor einer speziellen Krankheit "besiegt" ist, wird immer etwas neues gesucht. Bei solchen Hypochondern hatte ich auch immer das Gefühl, dass sie sich wohler fühlten, je "unwohler" sie sich fühlten. Das ist aber nur meine Beobachtung als Außenstehender. Das ist wie ein Choleriker, der nicht abschalten kann und sich immer Gründe suchen muss um zu meckern.

Wärst du eher Gruppe 1 oder 2?

23.12.2014 04:34 • #2



Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß?

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anna24
Hallo,

also ich Google selber viel auch Krankheiten, aber ich mache es meistens um mich zu informieren das ich einfach nur weiß, was es genau ist.

23.12.2014 08:48 • #3


Ich glaube ich gehöre zu beiden Gruppen.

Selbst wenn ich nicht google ist eine Grundangst immer da, dass irgendwas nicht stimmen könnte und was schlimmes auf mich zu kommt. Das ist echt mega belastend.

Ich leide immernoch sehr unter der Hypochondrie, die dieses Jahr ihren absoluten Höhepunkt hatte.

Ich versuche jetzt dem ZWang des Googlens zu widerstehen, was nicht einfach ist und herauszufinden, was mir wirklich fehlt im Leben.

Ich kann nicht mehr normal googlen, weil ich solange google bis ich doch was finde, was mir Angst macht.

26.12.2014 23:48 • #4


Ich glaube das kennen viele hier im Forum und ich gehöre leider auch dazu. Vor 2 Tagen hab es wieder getan (hab auch versucht es nicht mehr zu machen), hab Schnupfen und bin zur Zeit schnell aus der Puste uns schwupps musste ich googlen. Und auf welche Seite bin ich natürlich gestoßen irgend ein doofer Test ob man Herzinfarkt gefördert ist. Und was musste ich natürlich machen , natürlich ich musste bei diesem Test mit machen...

27.12.2014 00:12 • #5


Ich versuche auch immer nicht zu googeln, aber es ist echt schwierig. Das Schlimme ist halt das die Symptome nach dem googeln immer schlimmer werden. So ist es bei mir; ich steigere mich dann da rein..

27.12.2014 00:26 • #6


Das ist so schlimm einfaach. Ich hab ja so eine große Angst vor Augenkrankheiten aber ich versuche jetzt einfach es nicht mehr zu machen und ich hoffe dass dieses Jahr besser wird. Ich fange mich auch an mit Glauben etc. zu beschäftigen, weil ich gegen diese Ängste mit rationalen Methoden auch nicht mehr ankomme. Die Angst ist immer unterschwellig da und das macht es so schwer normal zu denken einfach.

01.01.2015 22:25 • #7


Zitat von Kuntergrau:
Ich teile Hypochonder in 2 Gruppen:

1) Grundangst vor der "gefährlichen" Welt mit Bakterien und Viren überall. Das würde auch zu deiner diffusen Angst passen. Mit der Hypochondrie wird diese Angst nur kompensiert, weil ein starkes Sicherheitsbedürfnis besteht

2) Angst als Komfortzone (verbunden mit einem Aufmerksamkeitsbedürfnis. D.h. wenn die Hypochondrie oder die Angst vor einer speziellen Krankheit "besiegt" ist, wird immer etwas neues gesucht. Bei solchen Hypochondern hatte ich auch immer das Gefühl, dass sie sich wohler fühlten, je "unwohler" sie sich fühlten. Das ist aber nur meine Beobachtung als Außenstehender. Das ist wie ein Choleriker, der nicht abschalten kann und sich immer Gründe suchen muss um zu meckern.

Wärst du eher Gruppe 1 oder 2?


Was macht man, wenn man zu Gruppe 2 gehört? Habe gelesen, man solle sich die Frage stellen, welchen Nutzen man aus seinen scheinbaren Krankheiten hat. Aber da bin ich nicht weitergekommen.

04.01.2015 11:18 • #8


Kuntergrau
Zitat von Erna666:
Was macht man, wenn man zu Gruppe 2 gehört? Habe gelesen, man solle sich die Frage stellen, welchen Nutzen man aus seinen scheinbaren Krankheiten hat. Aber da bin ich nicht weitergekommen.

Nunja, ich bin leider kein Psychologe und schlussfolgere nur aus Beobachtungen.

Aber ja: Man sollte sich überlegen was man für einen Nutzen daraus zieht. Oftmals erfährt man ja mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge, wenn man krank ist. Das kann im Alltag fehlen und die Hypochondrie könnte ein Versuch sein das Umfeld dazu zu animieren. "Krank-sein" ist auch immer eine Möglichkeit um Verantwortung abzugeben.

Ich habe selber mal 3 Mädels mit Hypochondrie kennengelernt und die waren eigentlich alle "gleich":
- Haben sich vom Umfeld ungeliebt gefühlt (also fehlende Aufmerksamkeit und Fürsorge). Als die dann mehr und mehr in die Gruppe integriert wurden, verschwand auch die Hypochondrie zunehmend.
- Eifersüchtig/Einnehmend/Unsicher: Eine davon meinte mal zu mir, dass sie eigentlich nur "Hilfsbedürftigkeit" simuliert, damit sie Partner und Freunde nicht verlassen.
- Der "Wunsch" nach einer schlimmen Krankheit. Die waren immer voll enttäuscht, wenn der Arzt sagte, dass sie keinen Krebs haben. Typisch dafür finde ich z.b., dass Hypochonder in einen Schnupfen gleich die Beulenpest hineininterpretieren.

Ich bin z.b. Sozialphobiker. Ich sehe das ähnlich wie Hypochondrie:
Mein Grundproblem ist fehlendes Selbstwertgefühl und schlechte Erfahrungen (Traumata). Die Sozialphobie kann ich nur bekämpfen, in dem ich diese Grundprobleme bekämpfe. Daher ist das nur ein Symptom.

05.01.2015 00:11 • #9


ich bin auch eine googlerin.
und mache mich manchmal fertig damit.
leider richtet sich ja dann das augenmerk auf schlimme ergebnisse, die harmlosen erklärungen für symptome werden ja überlesen .
es sollte für uns hypochondergoogler ein eigenes "gutes" google geben, das nur harmlose erklärungen ausspuckt

manchmal gelingt es mir auch, bewusst positiv-selektiv zu googlen, also gezeilt nur nach GUTARTIGEN hauttumoren oder GUTARTIGEN brusterkrankungen zu suchen. die bösartigen sind ohne google auch schon groß genug in meinen gedanken verankert. leider gelingt mir das nicht immer.

10.01.2015 00:29 • #10



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