Pfeil rechts

Hallo,
habe dieses Forum durch google gefunden, da ich immer wieder nach Hilfe bei Panikattacken suche.

Zu mir: ich bin 23 Jahre und schon immer ängstlich, hatte schon als Kind Ängste ich könnte einen Herzinfarkt bekommen wenn es in der Herzgegend gestochen hat.
In den letzten Jahren wurden die Ängste immer schlimmer, schlimme Angst habe ich vor dem Fliegen, auch teilweise beim Autofahren (als Beifahrer etc) außerdem ist meine Hauptangst ich könnte etwas am Herzen haben und einfach irgendwann tot umkippen.

Tatsächlich ist es so, dass ich Schmerzen in der linken Schulter habe die dann irgendwann vor zur Brust ziehen und auch mein linker Arm schmerzt teilweise. Wenn ich mich dann in das Ganze reinsteiger kommt Panik dazu. Die Brust verkrampft total mir wird schwindlig und ich bekomme Magenprobleme. Habe Angst, dass jemand das Ganze merken könnte und will nur noch weg... Habe natürlich schon mehrfach mein Herz untersuchen lassen alles ok. Beim Orthopäden war ich auch schon, der empfiehlt Stärkung der Rückenmuskulatur.

Da mich das Ganze langsam fertig macht und ich teilweise einfach so Schwindel bekomme (da wurde auch schon alles untersucht) habe ich nun einen Termin bei der Psychologin ausgemacht. Ich kann einfach nicht mehr und meine Gedanken kreisen ständig nur um das eine Thema.. Ich hoffe so sehr, dass ich die Ängste bald los werde, da das Ganze einfach so anstrengend ist. Ich komme oft heulend nach Hause weil ich mich den ganzen Tag so anstrengen musste durchzuhalten und die Angst im Griff zu bekommen.

Habe jetzt aber hier schon ein bisschen gelesen und vielen geht es ja viel schlechter wie mir...

Liebe Grüße
Laura

05.12.2009 19:23 • 23.12.2009 #1


42 Antworten ↓


Hallo,

erstmal Willkommen im Forum,

ich denke, dass das eine gute Idee ist mit der Psychologin, ich hoffe, dass sie gut ist und Dir gut helfen kann.
Prinzipiell ist es ja in unserem Alter eher unwahrscheinlich, etwas am Herz zu haben bzw. gar einen Herzinfarkt und wenn Du da untersucht worden bist, solltest Du Dir versuchen, zu sagen, dass Du gesund bist und Deine Beschwerden wohl nur von Deiner Angst kommen. Aber das machst Du ja vermutlich schon. Solche Ängste vorm Fliegen und Autofahren ect. kennen viele hier wohl auch gut... (ich auch).

Liebe Grüße Berliner

05.12.2009 19:32 • #2



Viele verschiedene Ängste - wie lerne ich damit umzugehen?

x 3


Hallo berliner,

erst mal danke für deine Mail.

Ja ich weiß und es ist auch so, dass ich sehr viel Sport mache und dadurch alle Werte super sind. Einen angeborenen Herzfehler oder sowas habe ich auch nicht, wurde alles untersucht. Idealgewicht, keine einzige Herzerkrankung in der Verwandschaft.
Trotzdem, wenn die Schmerzen kommen tickt mein Verstand aus, da können mir 10 Ärzte sagen, dass alles in Ordnung ist und dass es durch Verspannungen kommt.
Es ist auch nicht so, dass es starke Schmerzen wären die nicht auszuhalten sind. Wären sie am Fuss würden sie mich kein bisschen stören

05.12.2009 19:43 • #3


ich hätte noch eine Frage vielleicht kann mir jemand helfen:

Ich habe ja bald einen Termin bei einer Psycholgin und habe bissl Angst davor..
Wenn sie mich fragt was los ist habe ich Angst dass ich dann weinen muss oder so. So ist es eigentlich immer, wenn ich über meine Ängste rede oder teilweise auch nur drüber nachdenke dann kommen mir die Tränen, kann das leider nicht verhindern.



Vielleicht kann mir jemand sagen wie so was abläuft?

05.12.2009 20:34 • #4


Hallo Laura,

ja das verstehe ich schon, ich hab ja auch Angst vor Krankheiten und Agoraphobie (ect.), ich hab allerdings weniger Sorgen mit dem Herz, aber dafür Angst vor lauter anderen Krankheiten... Ich weiß, dass das schwer ist, das richtig einzuordnen... Man muss sich halt wirklich sagen, dass das nur die Angst ist, dass man das ja schon kennt und so schon oft erlebt und überstanden hat, keine wirkliche Gefahr besteht, aber ich sage das jetzt so, als ob ich wüsste, wie es geht, aber leider habe ich ja auch Schwierigkeiten meine Ängste zu überwinden, manche schaffe ich leider (noch) gar nicht...
Das Du Sport machst, ist sicher sehr hilfreich, ich bin ja leider total unsportlich...

Lg Berliner

05.12.2009 20:38 • #5


Hey,

hab jetzt erst Deine zweite Frage gelesen, ich denke Psychologen sind es absolut gewöhnt, dass Leute weinen, dass ist deren Alltag, dafür brauchst Du Dich gar nicht zu schämen, manche Psychologen haben sogar schon Taschentücher da zu liegen - das ist ganz normal.

Lg Berliner

05.12.2009 20:40 • #6




Wegen dem Sport:

Angeblich soll Sport ja gegen Angst helfen, das ist jetzt bei mir nicht sooo sehr der Fall.. Manchmal kommt die Angst genau nach dem Sport. Also dass ich danach das Gefühl habe mir wird schwindlig etc.
Ich sage meinem Freund auch zB oft wenn ich joggen gehe er soll mich bitte suchen wenn ich in ner Stunde noch nicht da bin. Habe dann Angst ich könnte beim Joggen umkippen oder so. Dabei ist mein Puls immer total regelmäßig und geht auch nach der Anstrengung sofort wieder runter.
Die Angst würde ich wirklich gerne loswerden, da ich eigentlich sehr sehr gerne Sport mache.

Vor welchen Krankheiten hast du denn Angst?

05.12.2009 20:50 • #7


Hallo Laura,

das hat mich sehr nachdenklich gestimmt, als ich Dein Bericht gelesen habe.
Du bist noch so jung, und hast wirklich noch alles vor Dir. Ich habe das Gefühl, das ich mich in Dir wiedererkenne.
Hast Du schon mal eine psychosomatische Rehabilitation in Betracht gezogen?
Ich würde das auch gerne machen, doch das geht nicht, aber bei mir sind das andere Gründe.


Lass Dich mal von Kopf bis Fuß gründlich durchschecken.
Manchmal ist eine Überfunktion der Schuldrüse schuld.

Ich umarme Dich mal in Gedanken herzlich und wünsche Dir alles Gute.



Emmie

05.12.2009 21:29 • #8


Ja, aber bisher bist Du ja vom joggen immer lebendig wiedergekommen, oder .

Ich hab hauptsächlich Angst vor Krebs, hatte leider auch Krebs als Kind, das ist bei mir wohl der Hauptgrund für meine Probleme .

Lg Berliner

05.12.2009 21:44 • #9


Hallo
Habe auch eine Herzphobie, und leide an Panikattacken. Was ich zur Zeit bemerke ist, das Abends nach dem Essen auf einmal der Puls auf hochtouren fährt, vielleicht ca. ne halbe Stunde und dann sich wieder beruhigt.
Auch würde es mich mal interessieren ob das jemand von euch kennt, daß man das Gefühl hat man Atmet nur bis Brustkorb ein, wenn ich das bemerke, merke ich daß ich schon wieder mal den Oberbauch eingezogen hab und da ist dann mein Puls auch ziemlich zügig.


Gruß Tatjana

06.12.2009 08:59 • #10


Hallo Emmie
danke für deinen Beitrag.
Was kann ich mir denn unter einer psychosomatische Rehabilitation vorstellen?
Schilddrüsenwerte wurden schon mal untersucht (wegen dem Schwindel) alles unauffällig. An die Pille habe ich auch schon gedacht, da ich eine neue bekommen habe diese Schwindelanfälle habe ich erst seit dem, kann aber natürlich auch Zufall sein.

@berliner: ja da hast du Recht, das denke ich mir auch immer, wenn ich etwas mit dem Herzen hätte dann wäre ich wirklich sicher schon mal beim Sport zusammen geklappt.. Oder eben wäre es einem der vielen Ärzte aufgefallen. Vielleicht sollte ich mir mal ein Buch kaufen wie genau ein Herz funktioniert. Vielleicht kann mir das die Angst etwas nehmen.

Das mit deiner Angst vor Krebs tut mir sehr leid. Gerade wenn man schon mal eine Krebserkrankung hatte ist die Angst ja auch irgendwie nachvollziehbar. Wie lange ist denn die Erkrankung her?

Bei mir ist es so, dass meine Eltern auch viel Sport machen und auch wie ich sehr ängstlich sind. Sie erzählen mir auch öfter von Leuten die plötzlich sterben wie zB das hier:

http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... index.html

Ich weiß, dass sie es nur gut meinen und mir damit keine Angst machen wollen. Sie haben halt selber Angst vor solchen Sachen und wollen denke ich einfach nur darüber reden. Aber mir machen solche Geschichten sehr große Angst.

@tatjana: sowas kenne ich nicht, mein Puls steigt immer nur wenn ich mich sehr drauf konzentriere oder zB wenn ich eine Pulsuhr trage dann habe ich immer Angst, dass auf einmal 0 da steht also dass mein Herz nicht mehr schlägt.

06.12.2009 10:30 • #11


Weiß jemand wie eine Therapie gegen Angst abläuft? ich kann mir so etwas gar nicht vorstellen. Habe schon von einer Konfrontationstherapie gehört, aber wie soll das denn funktionieren wenn man Angst vor einem plötzlichen Herztod hat? Sowas klappt doch eher bei Phobien oder?

Meine Sorge ist halt auch, dass ich öfter zu der Therapie muss und meine Arbeit irgendwie darunter leidet. Wie zeitaufwendig ist denn so eine Therapie?

Bei uns ist es so, dass Arztbesuche wärend der Arbeitszeit normalerweise kein Problem sind, man muss nur einen Zettel vom Arzt mitbringen. Aber ich kann ja schlecht einen Zettel vom Psychologen mitbringen. Also werde ich erst mal Urlaub nehmen an dem Tag an dem ich den Termin habe. Aber wie soll das dann bei einer evtl Therapie ablaufen? Hat da jemand Erfahrung damit?

Lieben Dank!
Laura

06.12.2009 10:36 • #12


Liebe Laura,
vielleicht kannst du einen therapeuten finden, der dir regelmäßige termine vor oder nach dein er arbeitszeit geben kann?

Das ist echt blöd mit den arbeitgebern : sämtliche krankmeldungen werden zum problem, wenns was mit der psyche ist.. Ich denke, dass geht allen arbeitnehmern so, dass man dies besser für sich behält. Es sei denn, dein chef ist vetrauenswürdig genug, dann ist ein kärendes gespräch bestimmt entlastend.

lg

06.12.2009 10:54 • #13


Ja soweit ich es mitbekommen habe ist es halt mit den Terminen bei einer Psychologin eh immer schwierig, meine konnte mir auch nur noch einen einzigen Termin dieses Jahr anbieten, der für mich zeitlich total blöd ist, aber ich möchte ihn trotzdem wahrnehmen.

06.12.2009 11:07 • #14


Hallo Laura,

ja der plötzliche Herztod... darüber habe ich auch mal was im Fernsehen gesehen und bin dann auch erstmal total panisch geworden... Und gerade vor ein paar Tagen war wieder so was im Fernsehen. Vielleicht muss man sich da einfach sagen, dass es halt unwahrscheinlich ist, dass so etwas passiert, genauso, wie es unwahrscheinlich ist, dass man von einem Auto überfahren wird, eine Bombe neben einem explodiert, das Haus einstürzt oder ein Flugzeug über einem abstürzt, obwohl das alles theoretisch passieren könnte. Wir denken aber darüber nicht nach, weil wir wissen, dass es total unwahrscheinlich ist und höchstwahrscheinlich eh nicht passiert und gegen dieses gewisse Restrisiko können wir eh nichts tun, auch zuhause könnten wir vom Sofa fallen . Und genau so etwas unwahrscheinliches ist auch der plötzliche Herztod. Ich will Dir damit keine Angst machen, sondern Dir sagen, dass man sich halt um solch unwahrscheinlihce Dinge eigentlich keine Sorgen machen sollte.
Wir Angstpatienten tun es aber halt leider doch.
Und in einer Therapie lernt man halt i.d.R. umzudenken, vielleicht so ähnlich wie ich es gerade beschrieben habe, oder evtl. auch Ursachen für die Angst zu finden, damit man sie besser versteht und einordnen kann. Man lernt viel über sich und seine Gedanken usw. Manchmal kommen Ängste auch durch Erlebnisse aus der Kindheit oder innere Konflikte oder so etwas oder einfach durch Streß oder wer weiß was...
Ja, auch Konfrontationstherapie gibt es, das könnte bei Dir ja z.B. Auto fahren sein.

Wie gesagt, ich klinge vielleicht gerade wie ein Experte aber ich hab mich selbst und meine Ängste noch nicht wirklich voll im Griff, das ist alles eher Theorie.

Meine Erkrankung war übrigens als ich 7-8 Jahre alt war, jetzt bin ich 24...

Lg Berliner

06.12.2009 11:28 • #15


Gut, dass ich den Bericht nicht gesehen hab

Ich habe letztens auch ein Buch gelesen über Panikattacken (wenn plötzlich die Angst kommt von Roger Baker) aber irgendwie ist es bei mir ganz anders. Also es müssen schon Schmerzen vorausgehen, dass ich Angst bekomme, einfach so geht es nicht los. In dem Buch steht auch, dass viele Menschen Angst haben, dass ihnen bei einer Panikattacke etwas passiert. Das habe ich auch nicht.
Einmal hatte ich so eine richtige Panikattacke (vor ca 4 Wochen) und bin danach ins Krankenhaus gefahren, das war so heftig, ich dachte wirklich das wars jetzt. Meine Brust hat sich total verkrampft, mir wurde schwindlig, Hände und Füße haben ganz stark gekribbelt und ich habe überall gezittert, mein Mund war total ausgetrocknet. Im Krankenhaus haben sie mir eine Tablette unter die Zunge gelegt und dann halt so ein Plastikteil an den Mund damit man nicht hyperventiliert. EKG, Blut alles ok...... Die dachten erst ich hätte Dro. genommen

Im Nachhinein wars mir total peinlich, dass ich mich da so reingesteigert habe. Eben was die da von mir gedacht haben mussten..

Seit dem versuche ich mich besser unter Kontrolle zu halten, also wenn das Krampfen, Schwindel anfängt rechtzeitig ablenken etc. Aber irgendwo habe ich halt doch Angst, dass sowas noch mal passiert

06.12.2009 11:42 • #16


Heftig, eigentlich dass so viele junge Leute Ängste haben, denkt man gar nicht finde ich!

ich gehe ja mit den meisten Ängsten die ich habe offen um (Flugangst, Angst vorm Autofahren)
Und da sagt eigentlich niemand, dass er auch Angst vor irgendwas hat..
Wobei Angst vor Spinnen ist ja recht ausgeprägt, das ist für mich zB total unverständlich, was soll denn eine kleine Spinne machen?
Aber andere denken das sicher bei meinen Ängsten genauso

06.12.2009 11:46 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

angst vorm autofahren oder flugangst kenne ich auch. Damit kann man aber nochhalbwegs leben, wie ich finde (kommt halt bloß nicht so weit weg )

aber einfach sone panikattake aus heuteren himmel bekomme ich auch nicht, es muss auch was körperliches (schmerzen, unwohlsein, extrasystole) vorrausgehen, bevor es los geht. Oder in situationen, wo ich denke: das ist s zu anstrengend, das hält mein herz nicht aus. Leider sind das mittlerweile schon gaaaanz viele situationen, vor denen ich angst habe und mein bewegungsradius wird immer enger.
Sendung über plötzlichen herztod hatte ich letztes jahr auch mal in der fernsehzeitung gesehen. das hat schon gereicht. Konnte nicht mehr schlafen und hatte nur noch herzrasen und bin dann mal wieder beim notarzt gelandet, um mich abzusischern. Peinlich
Mittlerweile bin ich wirklich nicht mehr besonders belastbar. Total unspotlich geworden vor lauter angst und schonung und das macht mich dann noch unsicherer bezüglich meines herzens und meiner leistungsfähigkeit

Vielleicht kannst du ja nach diesem einen termin mit der therapeutin die neuen termine für dich vorteilhafter absprechen! Viel glück

06.12.2009 12:06 • #18


Hallo laura1986, ich bin selber erst vor einpaar tagen 27 geworden und habe bereits seid jahren ängste... weißt du, was deine ängste ausgelöst hat?
glg

06.12.2009 12:07 • #19


Zitat:
Im Nachhinein wars mir total peinlich, dass ich mich da so reingesteigert habe. Eben was die da von mir gedacht haben mussten..


Naja, vermutlich nichts schlechtes, es sind ja Ärzte und Schwestern und die sollten eigentlich wissen, was das ist. Vielleicht sollte man eh nicht so viel darauf geben, was andere denken könnten... (ja, ist schwer, ich weiß ).


Zitat:
Heftig, eigentlich dass so viele junge Leute Ängste haben, denkt man gar nicht finde ich!


Ja, ich denk aber oft es ist doch gerade typisch, dass junge Menschen eher Angst haben, vielleicht weil sie sich z.B. (das muss jetzt nicht bei Dir so sein, eher vielleicht bei mir) überfordert fühlen oder sich nicht zutrauen, das Leben zu meistern oder so...
Ältere Leute sind vielleicht nicht immer aber vielleicht häufiger schon abgebrühter, haben schon viel überstanden und lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Vielleicht stimmt das auch gar nicht, was ich gerade geschrieben habe, ist nur so meine Idee .

06.12.2009 12:09 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Prof. Dr. Heuser-Collier