Zitat von Morticia:
@Zoe
Von Autosuggestion habe ich auch schon gehört und es auch schon versucht anzuwenden, aber ohne großen Erfolg. Sage mir auch verschiedene positive Sätze und halte mir vor augen, dass mir noch nie was passiert ist und wie gut es mir vor den Ängsten ging.
Ich glaube, das problem ist, dass ich nicht ganz so überzeugt bin wie du. Wenn man dran zweifelt, funktioniert es bestimmt weit weniger gut.
Autosuggestion lebt gar nicht so sehr vom Glauben daran, als vielmehr von der Regelmäßigkeit, mit der sie über einen längeren Zeitraum praktiziert wird. Sie soll ja auch gar nicht dein Bewusstsein (grummel, glaub ich eh nicht dran und das soll helfen?

) erreichen, sondern dein Unterbewusstsein und das ist sehr viel offener und bereiter, gerade für den steten Tropfen, der den Stein höhlt.
Die Angst ist etwas, das wir uns über lange Zeit angewöhnt haben, eine Reaktion, um mit bestimmten Dingen umzugehen und es dauert einfach auch seine Zeit, sich das wieder "abzugewöhnen".
Hilfreich fand und finde ich alles, was mir das hier und jetzt bewusst macht. Viele der Ängste beziehen sich unbewusst entweder auf die Vergangenheit und sind Teil des Umgangs damit oder auf eine nicht näher spezifizierte Zukunft, die egal wie, aber auf jeden Fall finster aussieht. Es lauern potentiell ständig schreckliche unheilbare Krankheiten, Gefahr durch Menschen, die auch einkaufen gehen, Unfälle, wie absurd sei auch sein mögen und am Ende natürlich immer der Tod.
Also warum nicht mal das Pferd von hinten aufzäumen und als erstes den Tod als unabänderlich hinnehmen? Als etwas, das niemand verhindern kann. Der Tod als Sicherheit, als etwas, worauf wir uns verlassen können.
Dabei hilft Achtsamkeit ganz toll. Vielleicht sagt dir der Body-Scan etwas? Dabei geht es nur darum wertfrei zu fühlen, was jetzt gerade los ist, sich zu konzentrieren, etwas weiter gefasst: das Leben zu fühlen, das gerade durch deinen Köper fließt und es dabei nicht zu bewerten, in krank oder gesund, schlimm oder schön, sondern hinzunehmen wie es ist. Nicht morgen und nicht gestern, sonder jetzt. Am Tag immer mal wieder die Aufmerksamkeit auf das hier und jetzt richten, viel zu oft schweifen wir ab, spüren uns nicht mehr und ich glaube, damit geht auch viel Gelassenheit flöten, weil wir uns von uns selbst entfernen.
Im Grunde ist der "Kampf" gegen die Angst, wenn man es denn so nennen möchte, etwas Philosophisches. Ein Dialog mit sich selbst. Über den Sinn des Lebens, über die Akzeptanz des Todes und darüber, was das für jeden einzelnen bedeutet. So blöd es klingt, aber je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto besser ging es mir. Kant, Kierkegaard, aber auch die großen Dichter können helfen, "das Mark des Lebens in sich aufzusaugen", wie Thoreau schreibt.
Finde ich toll, dass du Sport machst. Das hilft gut. Yoga ist wirklich toll - weil es Kraft und Entspannung verbindet, und sich auch mal flott in den Alltag integrieren lässt. Ausdauersport ist sehr hilfreich. Müdigkeit ist der Feind der Angst. Das kann man ausnutzen, wenn man sich auspowert. Und was die Entspannungstechniken angeht, braucht mal viel Geduld mit sich selbst. Das ist eine langfristige Angelegenheit. Es dauert einfach, bis das im Kopf und überall ankommt.