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MeisterEder

MeisterEder
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Ich, m56, hab das Gefühl, dass ich spürbar vergesslicher werde.
Meine Medikation ist täglich 300mg Trimipramin.
An frühere Ereignisse kann ich mich gut erinnern.
Was aber gerade erst war, vergesse ich leicht.
Kann das beginnende Demenz sein?
Das macht mir Angst und Sorge.

16.02.2026 #1


42 Antworten ↓
B

beside
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Wenn es Nebenwirkungen des Medikaments sind, dann mit dem Arzt besprechen.
Aber eine psychische Erkrankung kann auch ohne Medikamente dazu führen. Es bedarf dann einer Gewöhnung und Umstellung. Es müssen neue Kontrollmechanismen eingebaut/verwendet werden. Lieber nochmal nachsehen. Sich selbst Erinnerungsstützen bauen. Regelmäßig checken, was vergessen worden sein könnte.

Wenn mein Kopf nicht angewachsen wäre, hätte ich auch den schon vergessen. Manchmal ist es nicht gut, etwas zu vergessen, wenn ich zB vergesse mich witterungstechnisch zu kleiden und dazu gewissen Textilien anziehe oder mitnehme. Dann besteht die Gefahr, dass ich meine Gesundheit schädige. Aber auch den Heizkörper abdrehen, wenn die Fenster geöffnet werden. Die Waschmaschine leeren. Den Herd ausschalten. Ich habe einen Küchenwecker, der mich unterstützt. Zu oft ist mir schon Essen angebraten.

To do Listen und Einkaufszettel im PC, auf dem Smartphone und auf Papier sind schon seit vielen Jahren bei mir Standard.

Ich muss nachsehen, ob ich eben vor wenigen Sekunden die Waschmaschine ausgeschalten habe. Meist betrifft es so Routinesachen. Aber da eben auf zweierlei Art. Einmal das Vergessen sie zu tun. Andermal das Vergessen sie soeben getan zu haben. Da hilft mir, wenn ich das getane mir besser einpräge. Wenn ich Punkte in meinen Gedanken setze und diese mit dem Jetzt verknüpfe: Montag, Uhrzeit, heute, ich habe getan und werde tun, und habe jetzt das erledigt: Haken. Notieren. Merken.

Bei mir liegt es an Konzentrationsstörungen. Zudem bin ich ständig in Gedanken. Ich denke an alles mögliche, aber nicht an das notwendige. Ich schweife in meinen Gedanken herum. Ich bin nur zum Teil in dieser Welt und zum anderen in meiner Gedankenwelt.

Schwierig kann es in Gesprächen mit anderen werden, aber auch beim Radio hören und Doumentationen schauen. Wo war das? Wie ist der Name? Was wurde gerade gesagt? Wie ist der Kontext? Meist nur kurze Aussetzer, die aber genügen. Beim Radio umsomehr, weil nicht zurückgedreht werden kann. Dann ist es oft ärgerlich. Dann muss ich in deren Onlinearchiv nachsehen und es nachhören.

Bei Gesprächen und dergleichen: Disziplin, strenge Disziplin, sehr strenge Disziplin, aber nur so streng, dass sie einen nicht negativ beeinträchtigt, ist hilfreich. Am Ball bleiben. Zu sich sagen: Das ist jetzt sehr wichtig! Das hat jetzt allerhöchste Priorität! Alles andere hat Sendepause! Ich schaff das! Ich will das!

30.01.2026 14:16 • x 2 #17


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A


Vergesslichkeit, beginnende Demenz?

x 3


Simjoe84

Simjoe84
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@MeisterEder
Ich kann das was du beschreibst sehr gut nachempfinden... da ich beim aufkommen der Probleme aber gerade 40 geworden bin habe ich den Gedanken an Demenz nie gehabt. Da ich immer schon etwas "schusselig" war hab ich, meine Partnerin und meine arbeitskollegInnen es auch eher als liebenswerten Spleen gesehen, da ich aufgrund hunderter todolisten immer noch gut durchs Leben und durch die Arbeit kam...
Dies nahm aber in kurzer Zeit dann immer mehr zu, so dass ich mir den wirklich allerkleinsten sch. ins Handy speichern musste und diese Listen eine Länge und Absurdität erreichten dass ich da schon ein Problem erkannte. Als alltägliche Dinge (Herd ausgemacht? Abgeschlossen? Wo ist das Auto?...) immer mehr zunahmen (aber auch andere Symptome wie viel Alk., völlige Überdrehtheit, Panikattacken) wurden dann bei mir Depressionen diagnostiziert (auf die Idee wäre ich selbst nie gekommen)

Um auf deine Thematik zurückzukommen, meine Therapeuten in der Klinik sprachen, ähnlich wie meine Vorredner hier von einem Problem bei der Aufnahme von Informationen, nicht bei der Speicherung oder beim Abruf...

Nach jetzt 1 Jahr intensiver Behandlung, Medikamenten und viel Beschäftigung mit mir selbst ist es was diesen Punkt angeht etwas besser geworden. Todo-Listen sind nach wie vor mein ständigen Begleiter aber das ist voll okay

Dieser Punkt der Vergesslichkeit war aber auch nie mein Hauptleidenspunkt.

Ich weiß nicht ob es dir hilft aber mir persönlich helfen Erfahrungsberichte anderer und dass man nicht alleine mit Problemen ist immer weiter

Ich wünsche dir alles Gute

31.01.2026 11:34 • x 1 #27


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Torina
@MeisterEder Hey! Es kann auch einfach ein Zeichen von fehlender Aufmerksamkeit sein.
Hast du viel um die Ohren und es leidet evtl dadurch einfach die Konzentration? Sind es Dinge, dir nicht so wichtig sind, oder auch Dinge, die dich eigentlich wirklich interessieren und dich in den Bann ziehen müssten?
Hast du bis auf Depris andere Risikofaktoren für Demenz? Wie ist dein Gehör?

#2


MeisterEder
Das stimmt schon:
Ich bin oft gestresst und deutlichen Tinnitus habe ich auch seit Jahren.
Eigentlich ständig.

x 1 #3


B
Das kann auf jeden Fall durch Stress kommen! Ich hatte sogar Anfang 30 mal Stress und Vergesslichkeit und große Angst vor Demenz, trotz des jungen Alters. Damals habe ich sogar plötzlich die PIN meiner Bankkarte vergessen, die ich schon jahrelang hatte. Stand vorm Geldautomaten und wusste die plötzlich nicht mehr. Ist mir dann später wieder eingefallen, aber hat mich damals schon sehr geängstigt. Mach dir nicht zu viele Sorgen.

x 2 #4


MeisterEder
Mir passiert z.B. dass ich Leute grüße, die ich gerade erst gesehen habe.
Ich kann mich da oft nicht dran erinnern. Das ist mir natürlich peinlich.

Außerdem weiß ich oft nicht, was ich gerade tun wollte.
Oft verliere ich den Gesprächsfaden.
Da ich z.B. in der Arbeit für 20 Leute verantwortlich bin, schreckt mich das sehr.

Oder einkaufen gehen:
Ohne Zettel vergesse ich das Meiste.

#5


Torina
Zitat von Bisentier17:
Damals habe ich sogar plötzlich die PIN meiner Bankkarte vergessen

kenne ich auch. Sowas passiert mir auch, wenn ich insgesamt gestresst bin. Und mir ist auch aufgefallen, dass ich oft aus langeweile abschweife, wenn jemand zum Beispiel einen zu langen Monolog während eines Dialogs hält und mein Kopf einfach zwischendurch aufregenderes für mich abspielt. Dessen musste ich mir erst bewusst werden, als ich mich fragte, warum mir manche Dinge aus solchen Gesprächen nicht mehr eingefallen sind. Vielleicht hast du eine ähnliche Problematik?

x 1 #6


Torina
Zitat von MeisterEder:
Mir passiert z.B. dass ich Leute grüße, die ich gerade erst gesehen habe.
Ich kann mich da oft nicht dran erinnern. Das ist mir natürlich peinlich.

Außerdem weiß ich oft nicht, was ich gerade tun wollte.
Oft verliere ich den Gesprächsfaden.
Da ich z.B. in der Arbeit für 20 Leute verantwortlich bin, schreckt mich das sehr.

Oder einkaufen gehen:
Ohne Zettel vergesse ich das Meiste.

Nimmt das sehr zu, oder gab es früher schon so Phasen?
Wie oft ich schon im Keller die Wäsche gemacht habe und danach nochmal runter gehen musste, weil ich eigentlich nur was zu trinken holen wollte, dann aber die Wäsche gesehen habe und das dann völlig vergessen hatte...

x 1 #7


MeisterEder
Ja, schon.
Im Laufe der letzten Jahren ist das schon schlimmer geworden.

In ein paar Tagen habe ich den nächsten Psychiatertermin.
Ich werde das mal ansprechen.

#8


Torina
@MeisterEder schadet ja nicht, das checken zu lassen, wenn es einem auffällt. Häufig steckt jedoch keine beginnende Demenz dahinter. Es gibt einige Gründe, eine Weile vergesslich zu sein.

x 1 #9


MeisterEder
Eigentlich habe ich mit Depressionen, Schlaflosigkeit, starke Unruhe eh schon genug mit mir zu tun.

#10


Torina
@MeisterEder das glaube ich dir. Das sind auch alles Punkte, die dich "einfach nur" vergesslich machen können.
Eventuell hilft es schon ein wenig, wenn die Depris wieder ein bisschen runterfahren. Dann schläft man ja auch besser, die Unruhe wird weniger wodurch du in deinem Alltag wieder konzentrierter bist.
Evtl kann der Psychiater ja mal mit dir das Medikament oder die Dosis besprechen. Machst du Therapie?

#11


MeisterEder
Ich war im Herbst 5 Wochen auf Reha.
Außerdem mache ich Meditation alleine und in der Gruppe.
An meinen Tabletten „hänge“ ich auch sehr. Die bringen mich etwas runter.

#12


Torina
@MeisterEder Die Reha wird nicht ohne Grund gewesen sein. Du bist wahrscheinlich derzeit noch in einer angespannten Phase, weswegen sich dein System derzeit gar nicht ordentlich um die Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung kümmern kann. Das wird wieder besser. Auch wenn man das manchmal nicht glaubt. Verliere nicht den Mut. Es wird besser

#13


MeisterEder
Danke für den Zuspruch

#14


MeisterEder
Das stimmt, angespannt bin ich schon.

#15


B
@MeisterEder Du weißt aber schon, dass dein Medikament als Nebenwirkungen Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und kognitive Defizite verursachen kann, oder? Sagt jedenfalls die KI. Du solltest das auf jeden Fall bei deinem Psychiater mal ansprechen. Natürlich kann auch die Depression selbst die Beschwerden verursachen. Und wie gesagt der Stress. Es gibt also schon drei verschiedene Dinge außer einer Demenz, die deine Symptome verursachen könnten und die kommen bei dir auch noch alle drei zusammen. Ich denke, da ist dein Zustand kein Wunder.

@Torina Was du geschrieben hast, trifft tatsächlich auf mich zu, aber diese Probleme sind schon Jahre her. Zum Glück.

x 1 #16


B
Wenn es Nebenwirkungen des Medikaments sind, dann mit dem Arzt besprechen.
Aber eine psychische Erkrankung kann auch ohne Medikamente dazu führen. Es bedarf dann einer Gewöhnung und Umstellung. Es müssen neue Kontrollmechanismen eingebaut/verwendet werden. Lieber nochmal nachsehen. Sich selbst Erinnerungsstützen bauen. Regelmäßig checken, was vergessen worden sein könnte.

Wenn mein Kopf nicht angewachsen wäre, hätte ich auch den schon vergessen. Manchmal ist es nicht gut, etwas zu vergessen, wenn ich zB vergesse mich witterungstechnisch zu kleiden und dazu gewissen Textilien anziehe oder mitnehme. Dann besteht die Gefahr, dass ich meine Gesundheit schädige. Aber auch den Heizkörper abdrehen, wenn die Fenster geöffnet werden. Die Waschmaschine leeren. Den Herd ausschalten. Ich habe einen Küchenwecker, der mich unterstützt. Zu oft ist mir schon Essen angebraten.

To do Listen und Einkaufszettel im PC, auf dem Smartphone und auf Papier sind schon seit vielen Jahren bei mir Standard.

Ich muss nachsehen, ob ich eben vor wenigen Sekunden die Waschmaschine ausgeschalten habe. Meist betrifft es so Routinesachen. Aber da eben auf zweierlei Art. Einmal das Vergessen sie zu tun. Andermal das Vergessen sie soeben getan zu haben. Da hilft mir, wenn ich das getane mir besser einpräge. Wenn ich Punkte in meinen Gedanken setze und diese mit dem Jetzt verknüpfe: Montag, Uhrzeit, heute, ich habe getan und werde tun, und habe jetzt das erledigt: Haken. Notieren. Merken.

Bei mir liegt es an Konzentrationsstörungen. Zudem bin ich ständig in Gedanken. Ich denke an alles mögliche, aber nicht an das notwendige. Ich schweife in meinen Gedanken herum. Ich bin nur zum Teil in dieser Welt und zum anderen in meiner Gedankenwelt.

Schwierig kann es in Gesprächen mit anderen werden, aber auch beim Radio hören und Doumentationen schauen. Wo war das? Wie ist der Name? Was wurde gerade gesagt? Wie ist der Kontext? Meist nur kurze Aussetzer, die aber genügen. Beim Radio umsomehr, weil nicht zurückgedreht werden kann. Dann ist es oft ärgerlich. Dann muss ich in deren Onlinearchiv nachsehen und es nachhören.

Bei Gesprächen und dergleichen: Disziplin, strenge Disziplin, sehr strenge Disziplin, aber nur so streng, dass sie einen nicht negativ beeinträchtigt, ist hilfreich. Am Ball bleiben. Zu sich sagen: Das ist jetzt sehr wichtig! Das hat jetzt allerhöchste Priorität! Alles andere hat Sendepause! Ich schaff das! Ich will das!

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Torina
Zitat von beside:
Bei Gesprächen und dergleichen: Disziplin, strenge Disziplin, sehr strenge Disziplin, aber nur so streng, dass sie einen nicht negativ beeinträchtigt, ist hilfreich.

manchmal gehts aber auch einfach nicht. Bei manchen Gesprächen geht der Geist auf Reise und bei mir zumindest ist es dann so, wenn ich mir dessen bewusst werde und mir denke, "hör da jetzt zu", dann denke ich eine Weile darüber nach, dass ich jetzt zuhören muss und das einzige an was ich mich daraus danach erinnere ist, dass ich mir dauernd gesagt habe, dass ich nun zuhören muss.

x 1 #18


MeisterEder
Das kenne ich.
Gespräche, wo ich nach 10 Minuten schon nicht mehr weiß, um was es eigentlich ging.
Es frustriert.

#19


MeisterEder
Dass mein Trimipramin mit schuld sein kann, hab ich noch gar nicht gedacht.
Ich fand da auch nichts dergleichen im Beipackzettel.

#20


A


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