Pfeil rechts
1

Hallo liebe Forumnutzer,
ich verwende dieses Forum öfter, jedoch habe ich mich jetzt erst angemeldet um mein Leiden zu schildern, da es mir gerade ganz gut geht.
Fangen wir mit meiner Leidensgeschichte an. Ich hatte vor 3 Jahren zum ersten mal eine unglaubliche Angst vor Krankheiten. Ich konnte nicht mehr mit zu Familientreffen, weil da Rentner über Tod durch Krebs etc. reden. Ich bin nicht mehr mit Essen gefahren und so weiter. Zu der Zeit hatte ich oft Luftnot. Mit psychiatrischer Behandlung hatte es sich dann gelegt und ich habe recht Angstfrei (bis auf die Angst vor dem Erbrechen...) leben und es genießen. Eine Woche bevor meine Angst doppelt so hart wie damals zugeschlagen hat, hatte ich mit meiner Freundin zum ersten mal richtig Krach. Achja... Ich habe ganz nebenbei Verlustängste mit extremer Eifersucht. Ich habe in der Woche wenig gegessen und kann mich jetzt auch schlecht daran erinnern. Die Woche danach fing alles mit Magenschmerzen an. Ich hatte Magenspiegelung und es kam Verdacht auf Barrett-Syndrom raus (entsteht durch zu viel Magensäure) und eine Gastritis. Ich habe vor der Diagnose unglaubliche Panik vor Magenkrebs, Morbus Crohn und allen anderen Verdauungstrakt-betreffenden Krankheiten. Ich habe NUR die Symptome betrachtet DIE ich habe und nie die, die ich nicht habe! Danach war ich dahingehend beruhigt. Alles stürzte sich nur noch auf die Psyche. Sofort hatte ich Angst ich habe einen Hirntumor durch meine Ängste, teilweise habe ich das auch einfach irgendwo im Internet gelesen obwohl das gar nicht da stand... Ich habe solche Angst davor, dass die Angst durch einen Tumor kommt. Ich sehe die Dinge oft nicht reell. Ich hatte ab und zu auch Panikattacken mit Schwindel (immer beim Arzt oder danach). Ich habe Angst durchzudrehen oder an unheilbaren psychischen Krankheiten zu leiden usw. Es hört nicht auf! Letztens dachte ich erst (Ich habe mal gesehen das ein Krankenhaus einen Hund hat, der erkennt welcher Patient als nächstes stirbt) ich müsste bald sterben, weil ich meinen Hund streichelte. Mich heitert aber oft das denken an positives auf. DAANN kommt allerdings wieder die Angst, dass es das schlimmer macht und alles geht wieder los. Die Momente in denen ich klar denken kann und ruhig lebe sind sehr selten. Wenn ich keine Angst mehr vor meiner psyche habe dann habe ich sie wieder vor dem Erbrechen. Wenn ich irgendwo höre, dass jemand Noro-Virus habe brennt bei mir alles durch! Im Moment habe ich angefangen in eine Tagesklinik zu gehen, denn es beherrscht mein Leben. Ich treffe mich kaum mit Leuten (schon gar nicht welche, die mit erbrechenden Leuten zu tun hatten in den letzten 10 Tagen (habe ich mal in ner Doku gesehen)) Sind das Zwangsgedanken? Ich schau auch IMMER auf alle Haltbarkeitsdaten mehrmals und überprüfe das Besteck und achte unglaublich auf Hygiene manchmal. Selbst wenn ich diese Angst gerade nicht habe, habe ich Angst! Entweder vor der nächsten Angst, vor einem nächsten Symptom, vor allem möglichen! Vor Trennung und Fremdgehen... Ich bin im Moment in einer Tagesklinik, das hat aber gerade erst angefangen (natürlich habe ich auch Angst nicht richtig Diagnostiziert zu werden oder das mir nicht geholfen werden kann) Anzuhängen ist noch das ich die ganze Zeit das Gefühl habe etwas anhängen zu müssen, damit ihr mich richtig versteht. So geht es mir auch bei psychologen. Ich male mir auch oft die allerschlimmsten Szenarien aus. Wie das ich bei der Magenspiegelung einen Magenwanddurchbruch bekomme oder ich bald sterbe (das war GANZ schlimm vor einigen Wochen). Ich weiß nicht was los ist! In wenigen klaren Momenten läuft es so ab, dass ich froh bin das ich gerade die Sorgen und Ängste normal betrachten kann und im nächsten Moment habe ich Angst das ich Krebs habe der diese Ängste auslöst. Ein höllischer Täufelskreislauf!

Nun zu meinen Fragen.:
Habe ich eine unheilbare Psyche? Ist das typisch für eine Angststörung? (Wie sie nebenbei in der Familie auch schon einmal vorkam) Sind meine Sorgen berechtigt? Und wie kann ich Herr über die Lage werden?

Ich wünsche euch trotzdem das ebenfalls IHR euren Weg zur gesunden Psyche findet!

30.03.2014 03:02 • 01.04.2014 #1


3 Antworten ↓


Hallo und Willkommen Anonymus,

Es sist super das du zur Zeit in eine Tagesklinik gehst, das wird dich sicherlich um einiges weiter bringen.

Unheilbar würde ich nicht sagen ich denke es liegt daran das du das Vertrauen in die Umwelt und dich verloren hast.

Dort wirst du ja auch Einzelgespräche haben wo man auf den Grund geht woher es kmmt, ein Erlebniss,
Stress usw. Und darauf eingehen. Dann hast du bestimmt auch Kurse zur Körperwarnehmung
Was dir nach und nach hilft das es weniger wird.

Habe aber nicht den Anspruch das alles gleich nach der Zeit in der Tagesklinik weg ist...es dauert seine Zeit und es ist ein stätiger Lernprozess ..und Konfrontation. Aber es ist schaffbar.vertraue darauf und gib dir die Auszeit die du jetzt brauchst..sich unter Druck setzen ist jetzt genau der falsche Weg.
Sondern annehmen.

Viel Erfolg in deiner Therapie.
Bleeny

30.03.2014 07:40 • x 1 #2



Unheilbare psychische Störung / Sorgen berechtigt?

x 3


Danke für deine Antwort! Ich habe Probleme Dinge realistisch zu sehen, ich denke immer gleich an das allerschlimmste! Eine schnelle Heilung erwarte ich nicht, nur das es es jetzt langsam mal besser wird nach diesem Gipfel! Bin ich also wahrscheinlich nicht der einzige dem es so geht!

Grüße

30.03.2014 18:16 • #3


Im Moment läuft alles noch schlimmer!
Ich fühle mich als könnte man mir dort nicht helfen oder man würde mich nicht ernst nehmen!
Ich habe Angst, die Psychischen Beschwerden sind unheilbar oder haben einen biologischen Ursprung (Hirntumor etc.)!
Ein unglaublicher Teufelskreislauf... wenn man sich gut fühlt denkt man an psychische Symptome und hat Angst das die schlimmer sind als gedacht... (Die Magenschmerzen interessieren mich gar nicht mehr) Ich habe Angst über Angst! Vor neuen Krankheiten... schlimmeren Symptomen usw....

Gibt es ein paar aufheiternde Worte?

01.04.2014 20:58 • #4




Dr. Matthias Nagel