Ja, die Kontrolle und die Reinlichkeit... ich könnte wetten, dass Du auch ziemlich perfektionistisch bist und hohe Ansprüche an Dich (und ev. andere) hast

? Das sind schon so übliche gemeinsame Themen, die wir haben. Und klar: auch die gleiche Sorge um die Liebsten. Ehemann, Kinder, Eltern... Irgendwie denke ich mir manchmal auch, dass wir das Leben zu ernst nehmen. Und dieses Schwarz-Weiss-Denken. Entweder man ist 100% gesund oder todkrank und man kann sich am besten sofort abschreiben. Das Leben muss optimalerweise perfekt ablaufen, ansonsten ist es halb soviel wert. Genauso wie die Einstellung zum Körper. Das ist wirklich absurd, aber man kommt von diesen Gedanken einfach nicht weg. Ich würde gerne daran arbeiten (wie Du auch schreibst), dass ich mich darauf einstelle, dass ich einfach nichts kontrollieren kann und alles jeden Tag passieren kann. Aber ich will vertrauen, dass ich mit jeder Situation umgehen kann, egal was und wie schlimm mir widerfährt. Das geht schon so in die Richtung, die Du erwähnt hast: sich das Schlimmste vorstellen, aushalten usw. Ich sollte es am lebendigen Beispiel meiner Mutter sehen, welche vor 7 Jahren einen schlimmen und sehr fortgeschrittenen Krebs hatte, alles Mögliche im Bauchraum entfernt wurde und obwohl alle Statistiken anders behaupteten, sie lebt schon das siebte Jahr und soweit stabil. Wie mir solche Sachen keinen Mut machen... ich verstehe auch nicht wieso. Sie ist auch ein ganz anderer Typ als ich. Auch etwas esoterisch angehaucht

und sagt immer, dass man so sagt, dass jedem im Leben nur soviel aufgetischt wird, wieviel er handeln kann. Also den Stärksten das Schlimmste usw. Na ja, klar könnte man stundenlang darüber diskutieren, ich finde es etwas komisch.
Was mir hilft ist sicher Ablenkung. Basteln, Filme, Kochen. Mein Mann machte schon Witze, dass er mir gewisse Stichworte in Google sperren wird

(keine Ahnung,wie das geht und ob das überhaupt geht). Dann hilft mir sicher auch, bei jedem neuen Symptom, der mich verunsichert, sicher 1 Mal abklären zu lassen. Einfach dass dies gemacht ist und ich nicht grübeln muss. Schon dieser Schritt ist etrem schwierig und ich sterbe tausende Tode bis zum Termin, da ich natürlich das Schlimmste behaupte. Dann nach dem Termin wird es auch schwierig, nicht zu googeln oder weitere Meinungen einzuholen. Einfach sein lassen. Es war auch alles einfacher, als ich gearbeitet habe. Immer, wenn ich längere Zeit zu Hause bleibe (jetzt gerade kleine Kinder und Baby), wird es sehr schwierig. Ich hatte schon jahrelange Phasen, wo dies überhaupt kein Thema war. Ich bin wahrscheinlich immer unterfordert, wenn ich mich damit befassen muss. Und klar: Vorfälle in der Familie oder im Freudeskreis sind auch nicht förderlich für uns: hatten wir auch das letzte Jahr mit Hautkrebs, den sogar der Fachmann nicht erkennen konnte und erst bei der Biopsie das Schlimme rauskam. Solche Sachen bereiten mir extreme Mühe. Ich müsste mich mehr davon distanzieren.