Pfeil rechts

Nayla
Hallo ihr Lieben,

ich habe ja schon eine lange Angstgeschichte hinter mir, leide an einer Angst und Panikstörung, mit etlichen Symptomen, nun ist etwas Neues dazu gekommen und ich bin sehr beunruhigt. Ich habe schon seit Tagen diesen elenden Schwindel, eigentlich habe ich ihn immer mal wieder, seit 4 Jahren, aber zur Zeit fast dauerhaft, es ist dieser typische Benommenheitschwindel aber sehr heftig und dabei bekomme ich Krämpfe, insbesondere im Kiefer und in der Zunge, manchmal habe ich das Gefühl den Kopf nicht aufrecht halten zu können. Heute Morgen bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht und habe zur Mittagszeit ausgesehen wie eine Kalkleiste, schlimmer Schwindel und Augenflimmern inklusive, also Schmerztablette genommen. Der Schmerz war ratzfatz weg, aber seither habe ich ständig Verkrampfungen, die Hände die Zunge, der Hals, die Beine ich habe echt Angst das es was Schlimmes ist, kann kaum stehen, Beine sind ganz zittrig und weich. Kennt das einer von euch oder hat Tipps wie ich damit umgehen kann. Manchmal wünschte ich mir würde MS diagnostiziert werden, dann hätte ich wenigstens einen handfesten Beweis, aber so weiß ich nicht was mit mir los ist und ich kann mir es so schlecht vorstellen das die Angst daran Schuld sein soll. Och Manno.

lg
Nadine

02.02.2011 17:14 • 11.02.2011 #1


4 Antworten ↓


MisterIch
Hallo,

Beweis? Nein, dann auch nicht wirklich. Ich habe MS. Ich habe auch immer so blöde Symptome, wie du sie aufzählst. Zittrige weiche Knie, Schwindel, Benommenheit, Keine Kraft, Verspannungen, komplettes K.O. Gefühl usw.

Ich war in den letzten 3 Jahren sicherlich an die 20 mal in der Notfallambulanz, weil es mir so schlecht ging. Auch jetzt geht es mir nicht gut, während ich das hier tippe.

Dort wurde das übliche Untersuchungsprogramm mit Blutproben, EKG, und auch neurologischem Test vorgenommen.

Und sie sagten dann 1,5 Stunden später: Sie sind kerngesund. Neurologisch unauffällig. Es ist sicher nicht von der MS. Sie haben wahrscheinlich somatische Störungen.

Also auf Deutsch: Psychosomatisch.

Die MS verläuft bei mir sehr mild. Also das was reinpassen würde in die Sparte, ist aber garnicht bei mir von der MS.

Du siehst also: Selbst mit der Diagnose, die ich ja habe, heisst das noch lange nicht, dass man alles auf MS schieben könnte.

Wie du selbst schreibst, leidest du schon seit langem an einer Angst- und Panikstörung. Und da ist man leider immer wieder verspannt und verkrampft sich. Das ist ein Kreislauf. Das spürst du dann erst recht, wenn die Schmerztablette gewirkt hat. Denn der Kopfschmerz ist weg, die Verspannungen hingegen nimmst du dann gezielt war. Du solltest versuchen dich zu entspannen. Aber mit Angst im Hintergrund ist das immer ziemlich schwierig. Ich nehme oft Wärmekissen, die man sich in der Mikrowelle warm machen kann und lege sie mir in den Nacken oder dort wo man eben verspannt ist. Solltest du auch versuchen.

02.02.2011 18:04 • #2


A


Muskelkrämpfe und Unbeweglichkeit, kann das Angst sein?

x 3


Nayla
Hallo,
oh Mann, na ja man redet es sich wohl nur ein, dass es dann besser wäre, ist es aber nicht, du erlebst es ja selbst. Nachdem ich das gestern geschrieben habe bin ich noch abends mit meinem Mann nach Hamburg gefahren und im Auto ging es mir immer schlechter, ich verkrampfte stetig mehr, konnte meinen Kopf kaum halten und hatte das Gefühl mein Kopf fällt runter, jetzt auch. Dann kam ein Moment in dem ich wieder so weg dämmerte und dann kam gleich darauf die Panik mit Fluchtgedanken, ich wäre am Liebsten aus dem Auto gesprungen und musste immer wieder ganz feste durchatmen. Zuhause angekommen wollte ich am Liebsten ins Krankenhaus, aber ich habe es nicht getan, die lachen mich doch aus, auch wenn ich mich schwer krank fühle. Die Nacht war einigermaßen ruhig, aber heute am Tag ist es wieder schlimm, mein Herz stolpert ständig, ich bekomme kaum Luft, zittere, habe Herzschmerzen und friere, mein Nacken ist ganz steif und ich bin entsetzlich kraftlos, so als ob ich kaum laufen kann. Mich macht das wirklich fertig, ich bin ja nicht einmal mehr so richtig allein lebensfähig. Das gibt es doch gar nicht. Durch diesen ganz Psychokram habe ich sogar einen hohen Blutdruck bekommen und nachweisbare Herzrythmusstörung. Ich soll jetzt Antidepressiva nehmen, aber ich traue mich nicht und Sport soll ich treiben, aber selbst wenn ich stramm spazieren gehe wird mir so schwindelig und ich habe Angst vor zu starker, körperlicher Belastung weil ich davon schlimmes Herzrasen bekomme, und überhaupt pocht mein Herz immer wie ein Paukenschlag, ich spüre es oft durch den ganzen Körper und wippe unwillkürlich mit dem Herzschlag mit. Ich habe so große Angst das es doch eine Krankheit sein könnte und mein Herz einfach nicht mehr mitmacht. Ich weiß auch nicht wie ich da raus kommen soll. Für eine Therapie muss ich mindestens ein halbes Jahr warten. Und dieser Schwindel bringt mich um den Verstand, ebenso die Kurzatmigkeit. Ich komme mir vor als wäre ich schwer krank, könnte nur heulen.

03.02.2011 12:40 • #3


MisterIch
Hallo,

hey das ist ja unglaublich. Ich dachte immer, ich wäre der einzige mit diesem Zeug. Ich denke auch immer, dass ich etwas tödliches hätte. Aber es wurde zig mal bewiesen, dass es nicht so ist. Die MS nehmen die bei mir nicht ernst, weil eben keine neurologischen Zeichen dafür zurzeit vorliegen. Verläuft sehr milde. Also davon kommt es bei mir sicher nicht. Aber die Psyche kann einem ganz schön was vorgaukeln. Das Problem ist nur, wie man daraus kommen soll. Selbst nach so oftmaliger Bestätigung mit Bluttests und dem ganzen rundherum, bin ich immer noch nicht beruhigt. Ich denke auch immer, dass ich alleine nicht mehr lebensfähig wäre. Wenn man bedenkt, was man eigentlich alles so am Tag zu tun hat. Ich habe nur den Vorteil, dass ich selbstständig bin und somit nicht jeden Tag in der Früh bei einem Arbeitgeber sein muss. Das wäre für mich unmöglich. Wenn das der Fall wäre, wäre ich wahrscheinlich schon als arbeitsunfähig eingestuft worden. Ich hasse die Schwäche, die ich immer habe. Und den Schwindel. Ich bin auch immer nach einer Kleinigkeit sofort komplett erschöpft. Fällt eigentlich alles unter dieses Burn-Out. Im Krankenhaus sagte mir man nur jedesmal, dass ich unter Neurasthenie leide. Also eben diese psychosomatische Erschöpfung und den anderen somatischen Störungen, sowie Unfähigkeit sich zu Entspannen. Herzstolpern kenne ich auch. Beunruhigt mich aber jetzt nur mehr selten.

Du bist also nicht allein. Ich denke, dass es bei dir auch psychosomatisch ist. Zumindest nach deinen Symptomen würde ich das so sagen.

03.02.2011 14:41 • #4


P
Hallo @ Nayla und MisterIch, ich bin neu hier, 42, weibl, alleinerziehend, ein Sohn.

An MisterIch hätte ich die Frage, ob die MS damals über lange Umwege festgestellt wurde.
in etwa, weil dir auch bei zig Arztbesuchen Hypochondrie vorgeworfen wurde? Oder war es gleich eine klare Sache durch Blutuntersuchung und ganz eindeutige Symptome?

Und Nayla, ich habe seit Dezember 2010 genau die gleichen Symptome, bei mir fing es mit Krämpfen in Zungen- Hals- Bereich an, es kamen Krämpfe in Armen und Beinen, Parästhesien in den Händen und eine abartige Muskelschwäche in Armen und Beinen, sowie Restless- Legs sehr stark dazu. War mit kleinen Unterbrechungen 4 Wochen krankgeschrieben. War bei 3 Allgemeinärzten, Orthopäde,
HNO, Neurologe, 1x Notaufnahme. Mir wurde gleich von vorneherein Psychosomatik unterstellt, warum auch immer, es gibt auch schwierige zu diagnostizierende Krankheiten, wo ein intaktes Blutbild, EKG und MRT Kopf nicht alles aussagt.
Als ich den niedergelassenen Neurologen um Ausschlußdiagnostik bat (dieser hatte mir ohne jede Untersuchung nur Antidepressiva verschrieben) lachte er sich kaputt. Im Ernst, ich bin im Moment ziemlich am Ende und habe starke Angstzustände, mir aber geschworen, deswegen nicht mehr auf der Arbeit zu fehlen.
Ich tendiere momentan mehr zu ALS, weil ich keine Sehstörung, dafür aber diese Krämpfe im Zungen- Hals Bereich habe. Und ich wäre froh, nur die Diagnose MS zu bekommen.

PS: von manche Krankheiten sind Depressionen auch die Folge.

lg und würde mich freuen, von euch zu hören..psydo

11.02.2011 20:36 • #5






Prof. Dr. Heuser-Collier