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Auch wenn es zu diesem Thema schon etliche Threads gibt, habe ich mich entschlossen nun doch mal hier zu schreiben.

Im August 2018 (war Rückblickend davor auch eine stressige Zeit)hatte ich abends plötzlich ES, die einfach nicht mehr aufhörten ,auch am nächsten Tag wurde es nicht besser, also ging es abends in die Notaufnahme- dort waren auch die nicht enden wollenden ES zu sehen , gab Magnesium und der Spuk war am nächsten Tag vorbei. Untersuchungen waren o.B.
Im Mai hatte ich eine neue Arbeit angefangen, und hatte da anfangs auch so meine Schwierigkeiten mit der Einstellung zur Arbeit der anderen Kollegen klar zu kommen und außerdem war die Stelle anders ausgeschrieben, als die Arbeiten die ich nun hauptsächlich mache. Bin gelernter Tierpfleger und nun, außer wenn meine eine Kollegin im Urlaub oder krank ist, am Rechner.

Die Wochen und Monate danach waren für mich die Hölle, jeder Gednke drehte sich um die ES, jeden Abend wartete ich darauf, dass es wieder passiert - man fühlt sich da so hilflos.

Seitdem war es ein auf und ab, letztes Jahr im Sommer wurde es wieder schlimmer. Ich hatte für mich eigentlich entschieden, mir einen neuen Job zu suchen, es folgten mehrere Bewerbungenund auch mehrere Vorstellungsgespräche. Bei einem wr es mit den ES dann besonders schlimm, es ging schon auf der Autofahrt los, man fühlt sich in dem Moment so hilflos und einsam und ich musste wirklich mit mir selbst kämpfen, den Tag durchzustehen. Bin im November nochmal zum Kardiologen,im LZG Ekg wurden nur 10 ES festgestellt. Ansonsten herzgesund. Gefühlt waren es für mich vorher immer viel mehr.
Manche Tage komme ich gut klar mit diesen Dingern ,aber oft kommt man mit seinen Gedanken nicht davon los und es werden wieder mehr.
Wie momentan.
Es ist so schwer, wenn man zwischendurch wieder Gute Tage hatte, und dann kommen wieder diese fiesen.
Es ärgert mich auch, denn man weiß ja, dass man auch etwas selber Schuld ist, wenn man dauernd in sich horcht.

Ich habe die Arbeitsstelle nicht gewechselt und mich auch erstmal nicht weiter anderswo beworben, denke das hat letztes Jahr auch eine Rolle gespielt. Und ich weiß auch,dass ich auf Arbeit keinen Stress habe, den mache ich mir selbst. Und es gibt viele Aspekte die für diesen Arbeitsplatz sprechen, er bereitet mir nur eben nicht die Freude.

Ich danke euch fürs durchlesen und wünsche euch schöne Ostern

03.04.2021 17:12 • 04.04.2021 x 2 #1


21 Antworten ↓


veggicat
Zitat von pantherdragons:
Auch wenn es zu diesem Thema schon etliche Threads gibt, habe ich mich entschlossen nun doch mal hier zu schreiben. Im August 2018 (war Rückblickend ...
hallöle.....ich kann dich sooo gut verstehen..an manchen Tagen fast nix....man freut dich wie ein kleines Kind und dann am nächsten Tag ohne irgendwelche trigger geht wieder los...hatte auch bis zu einer bestimmten Sekunde vor 2,5 Jahre nix mit extrasystolen am Hut....in jungen Jahren hatte ich mal eine Zeit mir bigemini..ist aber bald wieder weggewesen....ohne viele Gedanken.....aber jetzt hat sich im Geiste etwas festgebissen dass nicht weggeht....versuche immer viel zum ablenken....sehr viel sport.....obwohl mich nach dem Sport die extrasystolen sehr quälen. ...schon eine fiese sache

03.04.2021 18:37 • x 2 #2



Mein Kampf mit den Extrasystolen

x 3


Vielen Dank für deine Antwort veggicat
Da ja nun auch mein Kardiologen Besuch noch nicht so lange her ist, weiß man ja vom Kopf her, dass alles in Ordnung ist, aber dieses Gefühl, wenn die ES da sind, kann einem eben keiner nehmen, gerade die heftigeren ...

Wenigstens habe ich das Glück, dass mich mein Lebensgefährte versteht und das ich mit ihm darüber kann, wenn es mal wieder extremer ist

03.04.2021 19:14 • x 1 #3


@ veggiecat darf ich fragen, wieviel du so hast?

03.04.2021 19:15 • #4


veggicat
Zitat von pantherdragons:
@ veggiecat darf ich fragen, wieviel du so hast?

Beim ersten holter ekg waren es knapp 1000....im Gegensatz zu manche anderen also wenig.....momentan so gefühlt 50 ( guter tag) bis 200....am meisten nach dem Sport im cool down...am Vormittag die wenigsten .....am fiesesten sind die aufeinander folgenden.....aber ich sag mir immer wieder dass mein herz top ist....habe alles untersucht.....mach noch eine spiro Ergometer untersuchu g....und dann ist vorbei mit herzdocs..zumindest für ein paar jahre

03.04.2021 20:06 • x 1 #5


Calima
Zitat von pantherdragons:
dass mich mein Lebensgefährte versteht und das ich mit ihm darüber kann, wenn es mal wieder extremer ist

Der arme Kerl.

Wir neigen dazu, gerade die liebsten Menschen ständig zu benutzen, unsere Ängste samt dazugehörigem Gelaber ertragen zu müssen. Auf Dauer eine ganz schöne Zumutung.

Und das nur, weil wir nicht die Bereitschaft aufbringen, unseren ureigenen Mist mit uns selbst auszumachen.

03.04.2021 20:14 • x 1 #6


Zitat von Calima:
Der arme Kerl. Wir neigen dazu, gerade die liebsten Menschen ständig zu benutzen, unsere Ängste samt dazugehörigem Gelaber ertragen zu müssen. Auf Dauer eine ganz schöne Zumutung. Und das nur, weil wir nicht die Bereitschaft aufbringen, unseren ureigenen Mist mit uns selbst auszumachen.


Er muss weder meine Ängste noch mein Gelaber ertragen!
Und ich mache zu 99,9 % meinen Mist mit mir aus!
Es tut mir nur gut zu wissen, dass wenn man mal wieder Wochen alles mit sich selbst ausgemacht hat, man einfach zu seinem Lebensgefährten sagen kann - ich hatte einen S*****Tag.

Und ganz ehrlich fand ich deine Antwort nicht gerade passend

03.04.2021 20:32 • x 3 #7


Zitat von veggicat:
Beim ersten holter ekg waren es knapp 1000....im Gegensatz zu manche anderen also wenig.....momentan so gefühlt 50 ( guter tag) bis 200....am meisten nach dem ...


Da bin ich mit dem letzten Ekg ja weit entfernt von ...

Ich danke dir für deine netten Worte, gerade wenn es einen momentan runter zieht, tut es gut sich mit jemandem auszutauschen , der weiß wie man sich fühlt

03.04.2021 20:35 • x 1 #8


@pantherdragons: ich kann dich so gut verstehen, dass es einfach gut tut, sich mit jemandem auszutauschen. Wenn dein Partner da ist und dich auffängt, weil er empathisch ist, ist es ja auch das, was eine gute Partnerschaft ausmacht. Und trotzdem wissen wir, dass wir ja das Meiste allein schaffen müssen. Indem wir uns mitteilen, fühlen wir uns weniger allein. Alles Liebe für dich!

03.04.2021 20:43 • x 1 #9


veggicat
Zitat von pantherdragons:
Da bin ich mit dem letzten Ekg ja weit entfernt von ... Ich danke dir für deine netten Worte, gerade wenn es einen momentan runter zieht, tut es gut sich mit jemandem auszutauschen , der weiß wie man sich fühlt

wieviele hattest du im ekg?

03.04.2021 20:44 • #10


Birke84
Ja deshalb bin ich auch hier, weil es eben vor Allem in schlimmen Zeiten gut tut, sich mit Menschen auszutauschen, die wissen, wie es sich anfühlt!

Und dass du mit deinem LG darüber sprechen kannst, ist absolut wertvoll, es heißt ja auch nicht umsonst in guten wie in schlechten Zeiten und du würdest genau für ihn da sein, wenn es ihm schlecht geht u. ihm zuhören.

Es werden auch wieder bessere Zeiten mit dem Herzstolpern kommen, das ist gewiss.

03.04.2021 20:47 • x 3 #11


Zitat von veggicat:
wieviele hattest du im ekg?


Gerade einmal 10 und ein paar tachykarde Episoden.
Das Ekg war aber auch erst im November, da hatte es sich schon wieder etwas beruhigt

04.04.2021 05:32 • x 1 #12


moo
Hi Ihr
Bei mir sind eher Aussetzer, vor allem kurz vor'm Einschlafen.
Vielleicht beruhigt es Euch: Mein Schwiegervater in spe hat seit einer gefühlten Ewigkeit ES und spielt heute immer noch Mannschaftstennis, macht Intervalltraining etc.

04.04.2021 06:12 • x 1 #13


Ich denke, dass trotzdem der Stress den man hat bzw den man sich selbst macht auch dazu seinen Teil beiträgt. Wenn ich da an letztes Jahr denke, ich war mehr oder minder damit beschäftigt, mich irgendwo zu bewerben, nach dem Vorstellungsgespräch ein gutes Gefühl zu haben um dann doch wieder eine Absage zu erhalten, dass hat schon alles sehr an den Nerven gezehrt.
Dann waren wir im Herbst im Urlaub, als sich mein LG(hat auch COPD) eine schwere Lungenentzündung eingefangen hat, wo ich echt manche Tage dachte er wacht frühs nicht mehr auf, er wollte aber auch den Urlaub nicht abbrechen, danach folgten viele Wochen Krankenhaus und Reha, in dieser Zeit ging es bei mir einigermaßen, ich wollte ja für ihn stark sein.
Jetzt hatte ich im März 4 Wochen Zwangs-resturlaub und man wird ja nur noch mit einem Thema bombardiert, dann wurden meine beiden Omas geimpft,da macht man sich Sorgen und meine Mutter und mein LG haben ihre Impfe mit Astra bekommen und auch da kann der Kopf einfach nicht abschalten ...
Ich weiß auch das dieses vermehrte Auftreten der ES viel mit mir selbst zusammenhängt, aber leider kann ich momentan nicht den Schalter umlegen und sagen Sie sind mir egal

04.04.2021 07:51 • x 1 #14


Abendschein
Zitat von Calima:
Der arme Kerl. Wir neigen dazu, gerade die liebsten Menschen ständig zu benutzen, unsere Ängste samt dazugehörigem Gelaber ertragen zu müssen. Auf Dauer eine ganz schöne Zumutung. Und das nur, weil wir nicht die Bereitschaft aufbringen, unseren ureigenen Mist mit uns selbst auszumachen.

Ne die Antwort war nicht so schön, @Calima ...Ich weiß, als ich Damals diese schrecklichen Ängste hatte, gefolgt von Todesangst, habe ich meinem Mann auch alles erzählt. Klar, kann es nervig werden, aber ich habe in diesen Momenten wo es mir so schlecht ging, nicht darüber nachgedacht, das ich ihn nerven könnte. Ich war froh, ihn an meine Seite zu haben und habe nicht gefühlt, ihn zu benutzen., Ich glaube das ist eine andere Art, des Austauschen. In guten wie in schlechten Zeiten zusammen halten und zusammen stehen., Da wächst man miteinander zusammen, steht zueinander. Ich glaube mein Mann hätte es nicht für gut empfunden, wenn ich jemanden anderen alles anvertraut hätte. Natürlich habe ich nicht den ganzen Tag von meinen Ängsten erzählt und habe manchmal auch einer Freundin was gesagt. Damals konnte ich den eigenen Mist noch gar nicht verarbeiten und da war es schon hilfreich das Menschen an meine Seite waren, die mich unterstützt haben und mit mir meinen Weg gegangen sind. Auch Heute muß man mein Gelaber noch ab und zu ertragen Aber ich glaube das nimmt mir keiner Krumm, weil andersherum ertrage ich ja auch einiges. Alles ist gut wie es ist.

04.04.2021 08:02 • x 2 #15


moo
@pantherdragons

Ganz klar, derlei Stress spielt immer auch eine Rolle.
Ich glaube aber, dass wir trotz unserer übersteigerten Achtsamkeit auf das Organ Herz nicht wirklich Kontakt mit ihm aufnehmen.
Wir sind nicht eins mit ihm. Wir fühlen uns von ihm isoliert und gleichzeitig ihm ausgeliefert. Hier kann eine Herzkontemplation zur Wiedervereinigung führen.

04.04.2021 08:10 • #16


Abendschein
Zitat von moo:
@pantherdragons Ganz klar, derlei Stress spielt immer auch eine Rolle. Ich glaube aber, dass wir trotz unserer übersteigerten Achtsamkeit auf das Organ Herz nicht wirklich ...


Körper, Geist und Seele sind immer zusammen.

04.04.2021 08:19 • x 2 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von moo:
@pantherdragons Ganz klar, derlei Stress spielt immer auch eine Rolle. Ich glaube aber, dass wir trotz unserer übersteigerten Achtsamkeit auf das Organ Herz nicht wirklich ...


Da hast du wohl recht ...
und mir tut es wirklich gut sich mit Menschen auszutauschen, die wissen wie sich auch schlechte Tage mal anfühlen und das man nicht der/die Einzige mit solchen 'Problemen 'ist

04.04.2021 08:22 • x 1 #18


Calima
Zitat von Abendschein:
Ich weiß, als ich Damals diese schrecklichen Ängste hatte, gefolgt von Todesangst, habe ich meinem Mann auch alles erzählt


Das habe ich auch. Bis mir eines Tages meine beste Freundin deswegen die Freundschaft gekündigt und mir damit die Augen geöffnet hat. Die meisten psychisch Kranken nehmen es als selbstverständlich, dass ihre Umgebung - besonders der Partner - verständnis- und liebevoll als Auffangstation dient.

Schließlich gehört sich das für einen guten Partner, so ist man überzeugt. Und behauptet von sich selber, dass man umgekehrt jederzeit ebenso reagieren würde. Aber auch wenn man das glaubt: Da fängt die Selbstbelügerei schon an, weil man nämlich überhaupt keine echten Reserven mehr für die Bedürfnisse anderer hat. Man kreist nur ums eigene Universum und die eigenen Befindlichkeiten.

Als mit das klar wurde, habe ich mich in Grund und Boden geschämt. Gleichzeitig war es ein wesentlicher Schritt raus aus der Angst. Indem man endlich aufhört, drüber zu reden und sich zwingt, sich wieder mehr um die Bedürfnisse des Partners zu kümmern, verliert sich auch der Fokus auf die Angst.

Zitat von Abendschein:
aber ich habe in diesen Momenten wo es mir so schlecht ging, nicht darüber nachgedacht, das ich ihn nerven könnte

Genau das ist das Problem. Wir sind nur mit uns beschäftigt- und das dauerhaft.

Dass in schlechten Zeiten einer für den anderen da ist, gehört tatsächlich zu einer guten Partnerschaft. Wenn aber diese Zeiten nicht mehr enden und es immer nur derselbe ist, der den anderen mit seiner Angst belastet und belästigt, IST das eine Zumutung, die mit Liebe auch nichts mehr zu tun hat. Nur mit Egoismus und Selbstmitleid.

Es gibt weit sinnvollere Dinge zur Angstbewältigung, als die Anzahl von Extrasystolen zu zählen und zu vergleichen. Damit bedient man die Angst immer nur mehr und mehr. Raus gehen, Sport treiben, arbeiten und aufhören, sich leid zu tun, weil man eine Klatsche in Sachen Bewertung normaler Körperfunktionen hat, ist weit wirksamer.

04.04.2021 08:27 • #19


Abendschein
Zitat von Calima:
Das habe ich auch. Bis mir eines Tages meine beste Freundin deswegen die Freundschaft gekündigt und mir damit die Augen geöffnet hat. Die meisten psychisch Kranken nehmen es als selbstverständlich, dass ihre Umgebung - besonders der Partner - verständnis- und liebevoll als Auffangstation dient. ...


Ich weiß schon was Du meinst, @Calima meine beste Freundin hat Damals auch zu mir gesagt, ich gehe ihr auf die
Nerven und sie muß eine Auszeit von mir haben. Diese Auszeit dauerte 1 Jahr.

Wenn man sich ständig widerholt und immer vom gleichen spricht, dann kann das nervig sein, aber nicht zu vergessen, wir sind oder waren krank. Meine HP hat Damals gesagt, ich solle mit meiner Freundin, sowie mit meinem Mann nicht immer über die Ängste reden. Wir würden uns gegenseitig runter ziehen,. Hat sie Recht gehabt. Wenn man mitten drin steckt, ist man um jeden Strohalm der gereicht wird dankbar. Aber man sollte nicht nur davon reden, habe ich auch gemacht. Meine Therapeutin heát meinen Mann Damals verboten, mit mir über Krankheiten zu sprechen. Das empfand ich als sehr hart, aber letztendlich hat es mir gut getan, im Nachhinein,.

Danke für Deine Sichtweise, die mir auch meistens im Nachhinein gut tut. manches empfinde ich als hart, aber Damals war es auch hart, als die Therapeutin mir das um die Ohren knallte. Hat aber geholfen.

04.04.2021 10:43 • x 1 #20



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