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Pimmixx
Hallo liebe Gemeinschaft,

Ich habe mich vor kurzem hier angemeldet, da ich gesehen habe, es gibt noch zig Andere wie mich die ähnliche, oft auch gleiche Symptome haben.

Kurz zu meinem Leidensweg: Vor ca. 6 Wochen fing es an mit Völlegefühl, diesem ständigen Aufstoßen von Luft und leichtem Magendrücken. Erst nach der zweiten Blutabnahme wurde Helicobacter p. entdeckt. Nach 7-tägiger 3-fach Therapie (2 Antibiotika, 1 PPI Hemmer) ging das Aufstoßen jedoch weiter. Ich hab zudem gelb-braunen Stuhlgang mit weicher Konsistenz (sorry für die Details Leute) seit ca 4 Wochen. Ich tendiere eher sonst zur Verstopfung. Blähungen habe ich manchmal auch vermehrt mit Windabgang (diesmal hinten ). 2x Ultraschall vom Bauchraum wurde gemacht, alle Organge die man mit dem Sono sieht bzw darstellen kann, sehen i.0 aus (Leber, BSD, Galle, Milz usw). Blutwerte auch ok.

Dr. Google erzählt mir jetzt alles Mögliche. Gelber Stuhl könne BSD-Krebs sein oder aber auch Darmkrebs. Winde und Blähungen genauso DK. Aufstoßen kann alles Mögliche sein (nat. auch Magenkrebs). Das allergrößte Problem ist jedoch dieses welches ich habe: Ich bringe es einfach nicht fertig, eine Magen-Darm Spiegelung zu machen da ich extreme Ausmalungen über die Zukunft meiner beiden Kids und meiner tollen Frau habe. Objektiv, müsste ich es machen, aber ich weiß nicht ob mich jemand verstehen kann - die Ungewissheit ist im Moment erträglicher als eine mögliche verherrende Diagnose. Weiß echt nicht mehr weiter. Bin mental gefangen und komme nicht mehr raus aus meinen psychisch-organischen Leiden. Bin Ende 30 und m.

28.11.2022 09:14 • 10.01.2023 x 1 #1


17 Antworten ↓


Annii
Zitat von Pimmixx:
Hallo liebe Gemeinschaft, Ich habe mich vor kurzem hier angemeldet, da ich gesehen habe, es gibt noch zig Andere wie mich die ähnliche, oft auch ...

Dass es auch etwas harmloses in Form einer Unverträglichkeit sein kann, kommt uns nicht in den Sinn. Hast du das vielleicht mal testen lassen?

28.11.2022 09:16 • #2


A


Ständig aufstoßen / Blähungen - welche Erkrankung?

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-IchBins-
Zitat von Pimmixx:
2x Ultraschall vom Bauchraum wurde gemacht, alle Organge die man mit dem Sono sieht bzw darstellen kann, sehen i.0 aus (Leber, BSD, Galle, Milz usw). Blutwerte auch ok.

Warum vertraust du nicht deiner Untersuchung(en)?
Aus meiner Sicht würde ich mich untersuchen lassen, WENN überhaupt eine Diagnose gestellt würde, könnte man ja rechtzeitig etwas dafür tun, aber wenn man zu lang wartet...

Zitat von Pimmixx:
Ich hab zudem gelb-braunen Stuhlgang mit weicher Konsistenz

Hatte ich auch mal eine Weile, aber es haben sich Gallensteine herausgestellt.

Zitat von Pimmixx:
Nach 7-tägiger 3-fach Therapie (2 Antibiotika, 1 PPI Hemmer) ging das Aufstoßen jedoch weiter.

Vielleicht Nebenwirkungen? Es braucht auch immer ein bisschen Zeit, bis sich alles wieder reguliert hat.

Vielleicht kannst du deinen Magen-Darm Trakt mit gesunder Ernährung und etwas sanften unterstützen? Antibiotika tötet leider auch die guten Bakterien ab. Vielleicht kannst du deinen Darm wieder aufbauen in Form von einer Kur? Flohsamenschalen sind auch gut für den Darm. Es gibt so einiges...

28.11.2022 09:25 • #3


Pimmixx
Hi Annii,

Laktose ist gemacht worden. Ist positiv ausgefallen. Ich hab mein Leben lang Käse, und allerhand Milchprodukte gegessen und hatte nie eine L-Intolleranz. Ich nehme stark an, das es sich um eine sekundäre L-Intolleranz handelt, welche vom Magen-Darm-Trakt kommt, die dann, wenn die Hauptursache geheilt ist, wieder verschwindet. Ernährung habe ich seit Diagnosestellung vor 2 Tagen umgestellt. Denkst du dass der Stuhl noch Zeit benötigt bist das sich einpendelt?

28.11.2022 09:30 • #4


Annii
Zitat von Pimmixx:
Hi Annii, Laktose ist gemacht worden. Ist positiv ausgefallen. Ich hab mein Leben lang Käse, und allerhand Milchprodukte gegessen und hatte nie eine ...

Mir bekamen Haferflocken in Milch oder Wasser mit einer Prise Salz aufgekocht immer sehr gut. Was ich weniger vertragen kann sind zB Brot und Brötchen. Da muss man sich ein bisschen ausprobieren.

28.11.2022 09:33 • x 1 #5


Pimmixx
@-IchBins- Bin im Moment auf der Haferschleim/Porridge Schiene - wenn die Psyche sich im Spiel dazugesellt, wirft man, wie ihr vmtl alle wisst, die Objektivität über Board.

28.11.2022 10:26 • #6


Pimmixx
@Annii bin auf Porridge in der Früh, jeden Tag, hoffe es hilft.

28.11.2022 10:26 • #7


-IchBins-
Zitat von Pimmixx:
@-IchBins- Bin im Moment auf der Haferschleim/Porridge Schiene - wenn die Psyche sich im Spiel dazugesellt, wirft man, wie ihr vmtl alle wisst, die Objektivität über Board.

Deshalb ist auch wichtig, jeden Tag daran zu arbeiten, dann wird es sicher besser werden. Immer ein bisschen Tag für Tag.
(Ich habe drei Jahre gebraucht, bin aber frei von Attacken und die Angst ist weit in den Hintergrund gerückt. Somit bessern sich auch manche Symptome aus meiner persönlichen Erfahrung heraus).

28.11.2022 10:31 • x 1 #8


marialola
Ich habe seit über drei Jahren ähnliche Symptome und kann dich sehr gut verstehen. Auch wenn ich mich damit hier unbeliebt mache, ich möchte ebenso kein Todesurteil erhalten, deswegen will ich auch keine weiteren Untersuchungen. Hätte ich die vor drei Jahren gemacht und ein schlimmes Urteil erhalten, hätte ich viele wunderschöne Erlebnisse nicht mehr genießen können. Denn wenn ich es schwarz auf weiß habe, was ich so tief fürchte, würde ich nichts mehr genießen können. Ich weiß, dass es Helden gibt, die das trotzdem können, ich kann es nicht.
Mir hat also genügt, dass mein Hausarzt damals zugehört hat, meine Ängste ernst genommen, er weiß genau, dass ich von Jugend an diese extreme Angst vor Diagnosen und tödlichen Krankheiten habe. Er hat mir auf Anhieb Stressgastritis diagnostiziert und weil ich noch immer Angst hatte, weitere Untersuchungen durchgeführt. Nur die Spiegelung habe ich verweigert, eben weil ich es nicht ertragen hätte. Er hat dann auch gesagt, anhand der guten Ergebnisse sei die auch nicht notwendig, man könnte sie aber veranlassen, um mir die Angst zu nehmen.
Das ist drei Jahre her und ich lebe noch immer.
Ich spüre extrem den Zusammenhang von Bauchbeschwerden und Stress / Angst.
Es sind keine Schmerzen, es ist eher dieses Angstgefühl, das man von Prüfungen kennt.
Bei großem Stress von außen spüre ich geradezu, wie sich der ganze Bauch verkrampft.
Im Urlaub verschwinden die Symptome völlig.
Das beruhigt mich etwas, denn so eine tödliche Erkrankung nimmt keinen Urlaub.
Natürlich kann die ständige Angst auch zu Entzündungen führen, da mehr Magensäure gebildet wird.
Alle Mittel haben bei mir null Wirkung.
Einzig Heilerde in (etwa Toxaprevent) scheint mir gut zu tun.
Flohsamenschalen bringen mich fast um, ich brauchte lange, um diesen Zusammenhang zu verstehen, mein Arzt hat sie mir extra empfohlen. Furchtbare Bauchschmerzen durch Luft waren die Folge.
Ich kann alles essen, auch Scharfes, Saures, Fettes, das hat alles keinen Einfluss.
Bewegung hilft sofort.
Ich kann dich also sehr sehr gut verstehen und wenn alles ausgeschlossen ist, ist man ziemlich alleine mit seinen Beschwerden und seiner Angst.
Versuche einmal, durch die Steuerung deiner Gedanken, den Einfluss zu spüren um das bewusst zu nutzen. Spüre, wie Angst und Sorgen deinen Bauch verkrampfen und Ablenkung der Gedanken zu ruhigen oder schönen Dingen, die Beschwerden sofort lindern.
Ich wünsche dir gute Besserung.

28.11.2022 11:04 • x 1 #9


Pimmixx
@marialola Hi Maria, ...danke für deine Story. Ich könnt mir gut vorstellen, mich mit Psychopharmaka vollzustopfen und diese Spiegelung durchzuführen - irgendein heavy Zeug, dass mich psychisch weghaut und mir es in dem Moment egal ist. Ich hoffe für alle Leidgeplagten, dass wirs packen.

28.11.2022 11:14 • #10


Pimmixx
Hat jemand Erfahrung ob die Gabe von Psychopharmaka oder Therapien in dieser Hinsicht helfen können dieses Gedankenkarussel zu durchbrechen?

29.11.2022 08:53 • #11


Annii
Zitat von Pimmixx:
Hat jemand Erfahrung ob die Gabe von Psychopharmaka oder Therapien in dieser Hinsicht helfen können dieses Gedankenkarussel zu durchbrechen?

Das wird es mit Sicherheit. Ich denke mir allerdings, dass die Tabletten vielleicht vieles unterdrücken. Die Ursache der Ängste ist damit ja nicht behoben. Eine begleitende Therapie macht dann vielleicht Sinn. Ich kam trotz massiver Krankheits- und Herzängste bis jetzt immer gut ohne aus. Aber da ist jeder anders gestrickt.

29.11.2022 09:11 • x 2 #12


-IchBins-
Beides kann unterstützend sein, dein Gedankenkarussel zu unterbrechen, aber die Hauptarbeit liegt bei dir. Wenn es ein/e gute/r Therapeut/in ist, wird sie/er dir das auch sagen (Mitarbeit).
Du bist verantwortlich für deine Entscheidungen, denn du bist du und niemand kann dir mit Sicherheit sagen, ob dies oder das hilft. Das liegt in deiner Hand und nur du machst deine eigenen Erfahrungen.
Wichtig ist auch, die richtige Form einer Therapie zu finden, eine auf dich abgestimmte. Nicht jede Therapieform ist gleich die richtige für jeden. Da sollte schon genau hingehört werden, was genau das Problem eigentlich ist (meine Erfahrung war leider nicht so gut aufgrund falscher Formen, was aber nicht wirklich hinterfragt wurde, sondern wurde einfach nur abgearbeitet quasi - aber das muss nicht so sein, es kann auch in eine ganz andere gute erfolgreiche Richtung verlaufen - das war nur meine persönliche Erfahrung)

29.11.2022 09:28 • x 1 #13


marialola
Ich habe Medikamente dieser Art immer abgelehnt und ich lebe noch. Natürlich gibt es Menschen in Situationen, wo es nicht anders geht, gerade wenn nicht auszuschließen ist, dass sie sich in ihrer Not etwas antun.
Aber sonst - das sind keine Bonbons, was wirkt hat Nebenwirkungen und vor allem möchte ich bewusst verstehen, was mit mir passiert, ich möchte meine Probleme nicht unterdrücken sondern selbst in die Hand nehmen. So konnte ich aus eigener Arbeit an mir meine unüberwindliche Zahnarztangst besiegen. Da wurde mir auch Behandlung unter Medis oder Hypnose oder gar Vollnarkose angeboten, nein, ich wollte mich lieber der Angst stellen und stärker sein. Aber da ist jeder anders und muss seinen Weg finden. Wobei Betäuben kein Problem lösen kann. Meine bescheidene Meinung. Aber mitunter kommt man wohl anders gar nicht mehr heraus….

29.11.2022 11:40 • x 3 #14


Pimmixx
Zunächst will ich meinen Dank an euch 3 richten, den Ihr sprecht mir echt Mut zu. Ich sehe jedoch auch, dass Ihr gedanklich und mental viel weiter als ich seid - wennauch Ihr selber mit euren persönlichen Wehwechen zu kämpfen habt. Heute geht es mir etwas besser und ich hoffe es geht mir gedanklich dann auch so gut, dass ich den nächsten kleinen Schritt Richtung seelische Gesundheit erreiche. Mit den Psychopharmaka will ich eigentlich nur diese Krise bewältigen bevor ich dann das eig. Problem angehen muss. Halte euch auf dem Laufenden.

Wenn Ihr Infos von mir bzgl. ALS oder Creutzfeldt Jakob benötigt, dann kann ich auch helfen. Diese Angst habe ich bereits durch :). Es ging bei mir soweit, dass ich Zuckungen selber provozieren konnte. LG.

30.11.2022 10:59 • x 1 #15


Annii
Zitat von Pimmixx:
Zunächst will ich meinen Dank an euch 3 richten, den Ihr sprecht mir echt Mut zu. Ich sehe jedoch auch, dass Ihr gedanklich und mental viel weiter ...

Du, ich hab auch schon diverse Ängste in Bezug auf Krankheiten gehabt. Bin wirklich tausend Tode gestorben. Als ich dann zur Reha war und Abstand von meinem persönlichen Umfeld hatte, legten sich die Symptome. Zuvor hatte ich auch mit starken Bauchbeschwerden zu kämpfen. In der Reha wurde mir bewusst, wo das eigentliche Problem lag. Seitdem das aus der Welt ist, geht’s mir besser. Die Symptome sind zwar nicht komplett weg, händeln kann ich sie aber besser.

30.11.2022 11:08 • x 2 #16


-IchBins-
Krankheitsängste habe ich auch durch und war öfter bei mehreren Ärzten, bis ich begriff, dass ich gesund bin, keine ernsthafte schlimme Erkrankung habe und meine Seele Hilfe brauchte.
Zitat von Pimmixx:
Wenn Ihr Infos von mir bzgl. ALS oder Creutzfeldt Jakob benötigt, dann kann ich auch helfen. Diese Angst habe ich bereits durch . Es ging bei mir soweit, dass ich Zuckungen selber provozieren konnte. LG.

Um Gottes Willen, ich würde niemals irgendetwas mehr über Krankheiten wissen wollen, es sei denn, ein Facharzt diagnostiziert mir eine. Es ist die Hölle, wenn man denkt, dass irgendetwas nicht stimmt und nach etlichen Untersuchungen nichts gefunden wird und man denkt immer noch, dass vielleicht etwas übersehen wurde und hat Angst oder Panik wegen irgendwelchen Symptomen, die tatsächlich ja da sind. Aber meine Erfahrung war, je mehr ich an dem Hauptproblem arbeitete, umso weniger wurden diese und schwächten sich ab.

30.11.2022 13:53 • x 1 #17

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Pimmixx
Nachtrag: Ich wollte zunächst meinen 3 psychologischen Stützen und für andere Interessierte nochmals kurz schreiben, wie es weitergegangen ist. Oft sieht man Themenstarter auch ein für sich persönlich interessantes Thema eröffnen und liest dann nichts mehr wenn sich die Sache erledigt hat. Das ist sehr schade, da oft die Story nicht zu Ende erzählt wird. Also ein etwas längerer Monolog wen es interessiert, soll weiterlesen:

Das ich auch ein psychisches Problem habe in Verbindung mit einem Organischen war mir vor der Diagnose schon klar. Ich habe versucht mein organisches Leiden zuerst in den Griff zu bekommen, bevor ich meine seelische Qual zurechtbiege. Meine Symptome ließen sich jedoch nicht kurieren sodass ich diverse Foren, diverse Erfahrungsberichte und dgl. durchstöberte um etwas Erleichterung darin zu finden, dass es auch andere Menschen wie mich gab und dass es hoffentlich nichts Gröberes sein mag. Ich stand vor der Entscheidung nun entweder die Sache damit abzuhaken und so weiterzumachen wie gewohnt, oder aber mich meinen größten Ängsten (Magenkrebs - Darmkrebs) zu stellen und Gewissheit darüber zu haben was ich habe und was mit mir passiert. Auch wenn der Termin zur Magen- und Darmspiegelung schon längst feststand, innerlich hatte ich mich längst noch nicht dazu enschieden gehabt es dann tatsächlich auch durchzuführen. Letzten Endes war es diese eine Überlegung, die mich dann dazu bewogen hat, endlich Gewissheit zu erlangen: Ich habe zwei kleine Kinder im Alter von 11 Jahren und 8 Jahren und eine wundervolle Frau. Angenommen, ich habe Krebs und stelle mich dieser Diagnose nicht. Damit verzögere oder besser gesagt verhindere ich, eine kleine Chance auf eine Heilung. Wenn ich dann mich persönlich vor Gericht stelle, dann würde ich mich fragen warum ich nicht die kleine Chance ergriffen hätte, den Weg des Heilungsversuchs eingeschlagen zu haben und stattdessen meinen Sch.... eingezogen habe. Dies konnte ich meiner Familie gegenüber nicht verantworten, sodass ich meine Dämonen sodann hervorrief. Und die Dämonen waren mächtig. Die letzten 3 Tage vor der Untersuchung habe ich in Summe ca. 4-5 Stunden geschlafen (nie mehr als 30 min. am Stück). Ich habe einen Erfahrungsbericht eines Krebspatienten gelesen, und sein Hauptsymptom war Aufstoßen - sehr gut, dasselbe wie ich. Ich habe weitere Bericht auf Reddit gelesen, und immer wieder kam das Hauptsymptom Aufstoßen. Ich war eig. überzeugt, ich habe die Krankheit. Drauf geschissen, mental habe ich mich schon auf die Diagnose eingestellt, habe meine Frau zum Weinen gebracht und meine Kinder die letzten Tage komplett aus meinem Sinn gehabt als wären Sie gar nicht da. Am Tag der Untersuchung, liege ich in der Tagesklinik, die Kanüle ist bereits gesetzt und ich warte darauf, abgeholt zu werden. Mein letzter Dämon erscheint, redet mir ein, ich soll jetzt und sofort aufstehen, das Ganze abbrechen und einen Rückzieher machen. Ich setze eine Fuß ab, um aufzustehen sehe ein letztes Mal aus dem Fenster zum Himmel hinauf und eine Träne kullert mir die Wange herunter. In diesem Moment finde ich mich damit ab, mich dem Schicksal meines Schöpfers zu ergeben und vollstes Vertrauen zu Gott zu haben, egal was kommen mag. Ich nehmen meinen Fuß wieder hoch aufs Bett und werde just 1 Minute später von den Schwester abgeholt, ins Untersuchungszimmer gefahren, Propofol gespritzt und bin weg. Mein letzter Dämon ist besiegt, egal was kommt.

Wache im Aufwachraum auf und muss ständig husten. Dauert 45 Minuten bis ich wieder vollkommen bei Sinnen bin. Der Arzt kommt und berichtet. Nichts aufregendes, Antrumgastritits, ein paar Läsionen aber im Moment keine Anzeichen von Krebs weder im Magen noch im Darm. Ich komme wieder zu mentalen Kräften, bin wieder der Alte als wäre nichts gewesen, bin motiviert und will Bäume ausreißen, ziehe mich an und gehe raus um auf meine Frau und meinen Kindern Ausschau zu halten, die mich jeden Moment abholen.

Ist etwas ausführlich geworden, aber ich hoffe ihr konntet die Leidengeschichte etwas nachempfinden. Ich will jeder und jedem von Herzen empfehlen: Bitte lasst das Googeln, wenn ihr ängstlich seid. Bitte gebt keine Symptome und das Wort Krebs ein, denn es findet sich zu jedem Symptom eine Verbindung zu der Krankheit. Bitte lasst euch von euren Ärzten führen und habt Vertrauen in euch, auch wenn es manchmal schwer fällt. Da ihr in diesem Forum eingeschrieben seid, könnt Ihr davon ausgehen, dass ihr auch ein psychisches Problem mit all den möglichen Symptomen habt oder haben könntet. Denkt an Wahrscheinlichkeiten, bspw. Magenkrebs mit 25 ohne Vorgeschichte zu haben ist schon extrem selten, selbst mit 40 ist es selten.

Den Krieg habe ich (noch) nicht gewonnen, da ich öfters solche Schlachten hatte (Verdacht auf ALS, Verdacht auf Hirntumor, Verdacht auf Creutzfeld-Jakob, ....). Ins Gras beißen wir Alle mal, also genießt die Zeit die Ihr hier auf Erden habt. Eine Garantie gibts leider keine, selbst Kinder müssen sich mit schrecklichen Krankheiten durchschlagen. Seid demütig und dankbar für jeden Tag. Ich begrüße euch und bleibe diesem Forum treu und helft wo ihr helfen könnt - so wie meine 3 selbstlosen Online-Helfer hier im Forum und meine Helfer im realen Leben. Liebe Grüße. Danke.

10.01.2023 15:31 • x 3 #18


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Dr. Matthias Nagel