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Ich schätze, viele von euch kennen das: man hat so viel Angst vor einer Krankheit, dass man schon gar nicht mehr weiß, ob man wirklich krank ist, oder sich das alles nur einbildet.
Was macht ihr da? Habt ihr irgendwelche Tricks & Tips, wie man sich selbst dazu bringt, alles einmal von einem vernünftigen Standpunkt aus zu beobachten?

Mein aktuelles Problem: Wurde im Herbst von einer streunenden Katze gebissen und musste dann gegen Tollwut geimpft werden. Seither hab ich furchtbare Angst vor dieser Krankheit, weil sie ja tödlich verläuft. Ich frage mich, ob der Impfschutz bei mir auch wirklich angeschlagen hat - auch wenn die Ärztin mir versicherte, dass es so ist...
Und dann ging ich noch letztens in einem Park spazieren und etwas Nasses tropfte mir auf den Mund. Es hatte vorher geregnet, aber ich hab trotzdem Angst, dass mich vielleicht eine tollwütige Fledermaus angepisst hat und ich die Krankheit jetzt habe. Es heißt nämlich, dass man trotz vorheriger Impfung die nochmals auffrischen lassen soll, wenn man Kontakt mit einem kranken Tier hatte...
Andererseits klingt meine Geschichte doch ziemlich unwahrscheinlich, oder? Ich will sowas nicht meinem Arzt erzählen, weil der mich sonst noch für total übergeschnappt hält. Aber was, wenn ich wirklich so viel Pech hatte, dass ich mit dem Virus infiziert wurde? Aber ich will auch nicht grad jeder Angst nachgeben, weil es dann noch schlimmer wird...

Was sagt ihr dazu?

10.01.2014 13:07 • 19.01.2014 #1


10 Antworten ↓


Hallo Rabbit Heart,

ja ich kenne das. Allerdings habe ich nicht vor tödlichen krankheiten so Angst. Ich kann mich richtig ängstigen wenn meine Übelkeit und Magenschmerzen nicht weg gehen und nach meinen Empfinden zu lange da sind. Da bekomme ich total Angst und denke ich hätte Magen-Darm. Viele sagen ja das ist nicht schlimm, aber mir würde das total Panik machen,wenn ich das hätte.
Wenn ich mich da schwer rausbekomme, dann versuche ich mich abzulenken. Und mich zu beruhigen. Irgendwas machen was ich normalerweise schön finde, z.b. dvd anschauen oder so was.
Ich kann es es dem Moment nicht so vernünftig betrachten. Außer der Satz:" wenn es wirklich das ist, bringt dich das nicht um, es wäre nur unangenehm und außerdem hast du es wahrscheinlich nicht". Dieser Satz oder ungefähr so, hilft dann jedenfalls ein wenig.
Aber halt mehr das Ablenken, über die Gedankliche Schiene klappt das schlechter alles bei mir.

Der Impfschutz hat bestimmt gewirkt! Oder hast du irgendwelche Symptome die dagegen sprechen?
Von Herbst bis jetzt ist ja auch schon zeit verstrichen, da wärst du bestimmt schon Tod, oder? Also weil ich denke mal die krankheit dann schnell ausbricht..

Hast du schon so Sätze oder beruhigende sachen für dich gefunden die du dann anwenden kannst? Was sagen Freunde oder familie dazu, können die dich dann beruhigen?

Mit lieben Grüßen,
Delphin2

10.01.2014 13:40 • #2



Krank od Angst vor Krankheit?

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Hi,

ich leide jetzt sicherlich schon seit gut 5 Jahren an Hypochondrie -
Es ist wirklich zum Problem geworden, ob ich nun wirklich was hab oder ichs mir nur "einbilde" -

Mein Hausarzt meinte: "Auch ein Hypochoner kann mal krank werden..."

Ich warte immer ein paar Tage ab, bevor ich zum Arzt renne...
Meist hat sich das "Problemchen" dann auch von alleine gelöst!
Falls ich wirklich hartnäckigere Beschwerden hab, geh ich zum Arzt -

Bei einer Grippe bekomm' ich meist Fieber - das konnt ich mir bisher nicht einbilden
Ansonsten geh' ich zu allen nötigen Vorsorgeterminen!

10.01.2014 13:50 • #3


Zitat von Delphin2:
Hallo Rabbit Heart,

ja ich kenne das. Allerdings habe ich nicht vor tödlichen krankheiten so Angst. Ich kann mich richtig ängstigen wenn meine Übelkeit und Magenschmerzen nicht weg gehen und nach meinen Empfinden zu lange da sind. Da bekomme ich total Angst und denke ich hätte Magen-Darm. Viele sagen ja das ist nicht schlimm, aber mir würde das total Panik machen,wenn ich das hätte.
Wenn ich mich da schwer rausbekomme, dann versuche ich mich abzulenken. Und mich zu beruhigen. Irgendwas machen was ich normalerweise schön finde, z.b. dvd anschauen oder so was.
Ich kann es es dem Moment nicht so vernünftig betrachten. Außer der Satz:" wenn es wirklich das ist, bringt dich das nicht um, es wäre nur unangenehm und außerdem hast du es wahrscheinlich nicht". Dieser Satz oder ungefähr so, hilft dann jedenfalls ein wenig.
Aber halt mehr das Ablenken, über die Gedankliche Schiene klappt das schlechter alles bei mir.

Der Impfschutz hat bestimmt gewirkt! Oder hast du irgendwelche Symptome die dagegen sprechen?
Von Herbst bis jetzt ist ja auch schon zeit verstrichen, da wärst du bestimmt schon Tod, oder? Also weil ich denke mal die krankheit dann schnell ausbricht..

Hast du schon so Sätze oder beruhigende sachen für dich gefunden die du dann anwenden kannst? Was sagen Freunde oder familie dazu, können die dich dann beruhigen?

Mit lieben Grüßen,
Delphin2


Das Ablenken klappt bei mir zwar für kurze Zeit, aber dann kommt die Angst zurück und ich beginne wieder zu zweifeln ob ich jetzt krank bin oder nicht. Es ist ein Teufelskreis.

Ich würd mir ja gern sagen, dass es mich nicht umbringt, nur leider hab ich immer vor den tödlichen Krankheiten Angst... Und genau das ist das Problem mit der Tollwut: manchmal bricht sie erst nach Monaten aus, aber sie verläuft immer tödlich. Symptome hab ich keine, aber sobald die da sind gibt es auch keine wirksame Behandlung mehr...
Und wie gesagt, vielleicht hat die Impfung ja im Herbst gewirkt, aber was, wenn ich mich jetzt erneut infiziert habe?

Zitat von Franse:
ich leide jetzt sicherlich schon seit gut 5 Jahren an Hypochondrie -
Es ist wirklich zum Problem geworden, ob ich nun wirklich was hab oder ichs mir nur "einbilde" -

Mein Hausarzt meinte: "Auch ein Hypochoner kann mal krank werden..."


Ha, ja genau, das ist das Problem. Und mir ist es auch echt schon mal passiert, dass ich Angst vor einer Krankheit hatte und die dann einen Monat später auch wirklich bekam.

10.01.2014 15:02 • #4


Also vom Verstand her weißt du wahrscheinlich, wie irreal diese Angst ist. Tollwut ist in Deutschland ausgestorben. Und falls es dennoch Fledermäuse gibt, die den Erreger in sich tragen, dann hängen die nicht tagsüber im Baum, sondern sind in einer Höhle versteckt. Hier bei uns fliegen im Sommer bei Dunkelheit manchmal Fledermäuse rum.
Der Arzt würde dich auch nicht jetzt gegen Tollwut impfen lassen. Das ist ein Tropfen Wasser gewesen, wie er bei Regen üblicherweise von den Bäumen fällt.
Aber ich kann diese irrealen Ängste schon verstehen. Ich habe ab und zu auch total absurde Ängste. Es sind dann teilweise Dinge, die voller lebhafter Phantasie sind. Zum Beispiel aß mal eine Frau neben mir ein Brötchen mit Hering und ich hatte Angst, weil es windig war, dass ich eine Gräte von diesem Hering durch den Wind in den Mund geweht bekomme. Das sind alles Dinge, über die ich dann im Nachhinein herzhaft lachen muss, weil sie so absurd sind. Aber in der Situation selbst, kann man leider meistens nicht darüber lachen.

10.01.2014 15:07 • #5


Hallo Rabbitheart,
Schön, dass nicht nur ich denke, dass eine Fledermaus einen angepisst haben könnte und man jetzt Tollwut hat.so was unwahrscheinliches.dass man auch immer so katastrophisieren muss?

10.01.2014 17:07 • #6


hallo Rabbit Heart,


ja so teufelskreise sind blöde. Bist du eigentlich auch in Therapie wegen deinen Ängsten vor krankheiten oder versuchst du es selbst in den Griff zu bekommen?
Du hast dich ganz sicherlich jetzt angesteckt! Du musst da keine Angst haben! ich weiß, das ist blöde gesagt, wenn man es hat....aber ich würde dir da so gerne die Angst abnehmen oder sie leichter machen

Die krankheit,die du damals bekammst, da hattest du aber keine Angst vor einer die tödlich verlaufen kann, oder? das heißt du bist wieder gesund geworden, obwohl du so Angst vor der krankheit hattest?!

Mit lieben Grüßen,
Delphin

10.01.2014 20:43 • #7


Zitat von islandfan:
Also vom Verstand her weißt du wahrscheinlich, wie irreal diese Angst ist. Tollwut ist in Deutschland ausgestorben. Und falls es dennoch Fledermäuse gibt, die den Erreger in sich tragen, dann hängen die nicht tagsüber im Baum, sondern sind in einer Höhle versteckt. Hier bei uns fliegen im Sommer bei Dunkelheit manchmal Fledermäuse rum.
Der Arzt würde dich auch nicht jetzt gegen Tollwut impfen lassen. Das ist ein Tropfen Wasser gewesen, wie er bei Regen üblicherweise von den Bäumen fällt.
Aber ich kann diese irrealen Ängste schon verstehen. Ich habe ab und zu auch total absurde Ängste. Es sind dann teilweise Dinge, die voller lebhafter Phantasie sind. Zum Beispiel aß mal eine Frau neben mir ein Brötchen mit Hering und ich hatte Angst, weil es windig war, dass ich eine Gräte von diesem Hering durch den Wind in den Mund geweht bekomme. Das sind alles Dinge, über die ich dann im Nachhinein herzhaft lachen muss, weil sie so absurd sind. Aber in der Situation selbst, kann man leider meistens nicht darüber lachen.


Ja, das ist das Problem. Und in den letzten Monaten konnte ich mich einfach nie genug erholen, um mal ganz vernünfig über solche Dinge nachzudenken.


Zitat von Sprotte_aus_Kiel:
Hallo Rabbitheart,
Schön, dass nicht nur ich denke, dass eine Fledermaus einen angepisst haben könnte und man jetzt Tollwut hat.so was unwahrscheinliches.dass man auch immer so katastrophisieren muss?


Ach, du auch? Und ich dachte schon, dass diese Angst so kreativ ist, dass niemand sonst sie hat

Zitat von Delphin2:
hallo Rabbit Heart,


ja so teufelskreise sind blöde. Bist du eigentlich auch in Therapie wegen deinen Ängsten vor krankheiten oder versuchst du es selbst in den Griff zu bekommen?
Du hast dich ganz sicherlich jetzt angesteckt! Du musst da keine Angst haben! ich weiß, das ist blöde gesagt, wenn man es hat....aber ich würde dir da so gerne die Angst abnehmen oder sie leichter machen

Die krankheit,die du damals bekammst, da hattest du aber keine Angst vor einer die tödlich verlaufen kann, oder? das heißt du bist wieder gesund geworden, obwohl du so Angst vor der krankheit hattest?!

Mit lieben Grüßen,
Delphin


Nein, ich bin nicht in Therapie. Meine Antidepressiva helfen eigentlich ganz gut, die Angst selbst in den Griff zu bekommen, nur manchmal habe ich Phasen, in denen die Panik einfach richtig schlimm wird und seit ca einem Jahr hab ich einfach das Gefühl dass immer wieder etwas schlimmes passiert und ich nur vom Regen in die Traufe komme...
Danke, das ist lieb von dir

Ja, das stimmt. Die Angst, die ich damals hatte und die eingetreten ist (Netzhautriss) wurde mit einer einfachen Laser OP behoben. Naja, die Krankheit wurde behoben. Aber ich war damals noch ziemlich lange ein nervliches Wrack deswegen und bekam dann auch zum ersten Mal Psychopharmaka.

18.01.2014 21:08 • #8


Hallo Rabbit Heart,

das ist ja nicht gut, das du dich nicht genug erholen konntest, um darüber nachzudenken. War denn immer so viel bei dir los oder warst du immer stark mit deinen Ängsten beschäftigt, so das du in diesen Momenten einfach nicht verstandsmäßig daran gehen konntest?

Das ist doch gut, das dir die Antidepressiva sonst gut helfen, ich finde das ist schon mal ganz viel wert!
Ja, so Phasen kann ein Antidepressivum auch nicht ganz weg machen. Und das die Angst in diesen Phasen mal wieder mehr ist, ist auch normal..
Das heißt, du bist jetzt seid cirka einen Jahr in dieser Phase drin? Das wäre aber ne längere Phase schon....hast du das schon mal mit deinem Arzt besprochen? Weil sonst wäre es ja ne möglichkeit doch mal ein anderes Medikament zu nehmen...gerade wenn so ne Phase schon so lange dauert. Oder zusätzlich noch etwas.

Okay, kann ich aber verstehen das dir das bestimmt damals Angst gemacht hat. Weil so eine Op ist ja auch nicht das schönste auf der Welt

Mit lieben Grüßen,
Delphin2

18.01.2014 21:33 • #9


@ Delphin2

Ja, ich hab diese Phase ca seit einem Jahr und leider ist in dieser Zeitspanne immer etwas gewesen (Krankheit, Probleme mit der Familie ect) das meine Nerven neu strapaziert hat. Seit Dezember habe ich auch noch dazu Zahnprobleme, da sich ausgerechnet jetzt gleich 4 Zähne dazu entschlossen haben kaputt zu gehn und die Behandlung ist ziemlich langwierig, da mein Zahnarzt alles probiert, um sie doch noch zu erhalten und nicht rausreissen zu müssen.
Es kommt einfach immer alles zusammen *seufz*

Die jetzigen Antidepressiva nehm ich seit ca 2 Monaten und hab bei denen zum ersten Mal das Gefühl, dass sie wirklich etwas helfen. Nicht 100%, aber meine Ärztin meint, wir müssen dem Ganzen noch mehr Zeit geben.
Aber ja, du hast recht, es ist schon mal gut, wenn man Medikamente hat, bei denen man eine positive Wirkung spürt.

lg, Rabbit Heart

19.01.2014 22:01 • #10


hallo Rabbit Heart,

och Mensch, das hört sich auch so an, das du da immer etwas hattest, was deine Nerven neu strapaziert hat! ich hoffe für dich, das es jetzt mal dann ruhiger wird!

Zahnärzte mag ich nicht besonders, habe da sehr Angst vor. Und deine Zähne meinen es dann ja nicht so gut zu sein zu dir. Ich hoffe das der zahnarzt da dir bald helfen kann und weiß was er machen möchte um dir da zu helfen. ist aber doch gut, das er dir deine Zähne erhalten möchte, oder?!
das stimmt, es kommt meistens alles auf einmal !

Okay, das ist ja auch noch nicht ganz so lange, also 2 Monate. das muss dann ja erst einmal wirken. ich brauchte damals auch länger bis sie gewirkt haben. Und sie wirken auch jetzt nicht bestimmt 100 % aber so das ich viel, viel, viel besser mit leben kann.

Mit lieben Grüßen,
Delphin2

19.01.2014 22:21 • x 1 #11



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