manitou

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Hallo,

ich verstehe mich selbst nicht mehr. Hatte bisher eigentlich keine Sorgen mehr mit Panikattacken und Herzphobie. War letzten Donnerstag joggen und urplötzlich aus dem kalten geht mein Puls auf 180, bleibt da eine Weile und sinkt dann wieder ab. Das selbe Phänomen habe ich die Tage darauf wieder beim Sport beobachtet. Aus Angst, dass wirklich was sein könnte bin ich dann zum Arzt. Heute ist die Untersuchung abgeschlossen: Laborwerte in Ordnung, Ruhe-EKG hat 2 harmlose Abweichungen, Belastungs-EKG in Ordnung und Ultraschall auch in Ordnung.

Nun war ich heute sehr erleichtert. Bin vorhin etwas spazieren gegangen und habe da schon gemerkt, dass ich die ganze Zeit gegen die Panik ankämpfen musste, konnte mir das alles nicht erklären. Um aktiv gegen die Panik anzugehen habe ich mich dann noch auf meinen Trainer gesetzt und etwas gestrampelt. Nach ca. 20 Minuten kam wieder so eine Attack, wo der Puls hochging. Habe dann etwas nachgelassen und nach Beruhigung weitergemacht.

Jetzt wo es abend geworden ist, wird es ganz verrückt. Ich habe ständig "kleinere Anfälle". Mir wird leicht schwindelig, die Hände kribbeln mal oder irgendwas ist taub, komisches Ziehen in der Brust oder Armen. Ich drehe hier fast durch und weiß nicht, was ich machen soll. Ich war doch erst beim Arzt und habe doch nichts - ich habe jeden Moment das Gefühl, dass ich abklappe. In die Notaufnahme möchte ich auch nicht unbedingt. Das wird ganz sicher wieder ein Lacher. Hier zu Hause kann ich mich absolut nicht beruhigen ... so krass war es ja irgendwo noch nie.

14.02.2012 23:02 • 17.02.2012 #1


23 Antworten ↓


Staicy


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Hallo,

Ich kann dich sehr gut verstehen. Habe das Problem mit detn Sport schon seit fast einem Jahr. Ich getraue mich garkeinen Sport zu machen. Mit allen anderem kam ich bis jetzt wieder gut zurecht. Aber vor 2 Tagen wachte ich in der Nacht auf und hatte aufeinmal wieder dieses Atemproblem und seitdem kommt bei mir auch zeitweise wieder dieser schwindel aber nicht für lange. Ich warte mit den Arzt gehen aber noch da es bei mir für die Angst immer ein Zeichen des sieges ist wenn ich gleich zum arzt gehe. Ich weis ja eigendlich das ich nichts körperliches habe.

Hmmm du brauchst eine Ablenkung aber welche?
Hast schon versucht ein Buch zu lesen? Oder einen Film zu schauen?
Bei mir hilft es manchmal.

Ansonsten kann ich dir nur die Daumen drücken das es schnell wieder aufhört. Wünsche dir Viel Glück und Kraft dafür

Lg Staicy

14.02.2012 23:10 • #2


manitou


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Habe mich einen Tick beruhigt, aber werde das Gefühl nicht los, dass da eine Logik hinter den Attacken ist: wenn ich aufstehe, den Arm hebe oder kurzum mein Herz belaste gehts mir komisch und die Hände fangen an zu schwitzen. Das kann ich ja selbst kaum glauben. Entweder meine Psyche hat sich hier was ganz ausgeklügeltes ausgedacht (was ich ihr durchaus zutraue) oder es ist besser rüber ins KH zu gehen, weil da wirklich was im argen liegt. Is schon klar ...

Habe heute ohne Probleme das Belastungs-EKG bis zum Schluss gemacht ohne einen Tropfen Schweiß auf der Stirn, fahre 6000km Rad im Jahr und nun sitze ich hier und glaube das mein Herz streikt. In solchen Situationen, wie auch generell, "kotzt" mich das Single-Dasein richtig gehend an. Niemand, der Dir mal die Hand hält oder einfach nur "da ist".

Gibts gute Notfall-Medikamente, die man sich bei solchen Akutfällen einwerfen und verschreiben lassen kann? Dann lasse ich mir das mal vom Psychologen geben!

14.02.2012 23:41 • #3


manitou


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Bin gerade mal wieder selbst schockiert, das 2 Stunden Panikattacken einfach extrem echt wirken können und ein Pils die Sache (vielleicht auch nur symbolisch) beendet hat. Wir gern hätte ich Diabetes oder son Murks ...

15.02.2012 00:39 • #4


sprinty

sprinty


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Generell gibt es schnell beruhigende Medikamente. Aber, die sollten wirklich was für den Extremstfall sein.

Erste Wahl: Tavor Expedit. Wirkt arg schnell, da es über die Schleimhaut unter der Zunger rasant aufgenommen wird. Bereits nach wenigen Sekunden solltest Du Linderung verspüren.

Der Nachteil: Der Gewöhnungseffekt an diese Tabletten ist mindestens genauso rasant. Dosissteigerung folgt. Mal von dem Abhängigkeitseffekt ganz zu schweigen.

Tipp: Versuch das erstmal irgendwie anders in den Griff zu bekommen, wirklich.
Ich habe auch eine Schachtel oder eher gesagt, ein kleines Behältnis mit lauter Tavor Tabs á 1mg. Genutzt habe ich sie bisher nicht, weil ich schlussendlich immer selbst noch die Kurve kratzen konnte.

Du siehst, an deinen 6.000km Radfahren im Jahr, wie leistungsfähig dein Herz und auch dein Körper ist. Wenn auch nach Abklärung aller Symptome, weiterhin alles mit deinem Körper im Lot ist, würde ich mir keinen Kopf machen. Das Urvertrauen in deinen Körper zu verlieren, wenn Du sowas aktuell noch kannst bzw. Dir zutraust, wär verdammt traurig. Vielmehr würde es helfen, wenn Du nach der Ursache suchst. Und ich denke, das ist bei Dir der Punkt "Einsamkeit", den Du vorhin bereits angesprochen hast.

15.02.2012 00:54 • #5


sprinty

sprinty


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Zitat von manitou:
Wir gern hätte ich Diabetes oder son Murks ...


P.S.: Das willst Du nicht, glaub mir

15.02.2012 00:58 • #6


manitou


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Ich kapier bloß nicht, dass ich 4 Jahre absolut ohne Anfälle leben konnte und nun sowas passiert. Es hat mich eiskalt beim Sport erwischt. Immer nach ca. 20 Minuten gehts los - habe das jetzt schon 3 Mal erlebt. Dieser zeitgenaue Eintritt macht mir Angst. Auf der andere Seite sage ich mir, dass eine ernsthafte Herzkrankheit ja auch bei der ersten Belastung zu Tage tritt und sich nicht erst 20 Minuten Zeit lässt.

Ich werde mich zunächst nur aufs Spaziergehen beschränken und generell mal vom Sport 1-2 Wochen Abstand nehmen. Vielleicht ist das mal gut. Ich weiß es nicht.

Der lange Panikanfall gestern war schon beängstigend. Auch schockierend, dass das so echt sein und wirken kann. Man kann für sich ja gar nicht mehr entscheiden, was nun los ist - ist echt oder nur die reine Panik. Diese Unwissenheit kippt irgendwie noch mehr Öl ins Feuer. Da ich heute noch lebe, war es sicher kein Herzinfarkt. Und ich meine bei ne Herzmuskelentzündung beispielsweise hätte es dann doch irgendwann mal Atemnot oder ein richtiges Ziehen gegeben - auf dem Trainer oder dem Belastungs-EKG. Nein, alles nur so diffus und "gewollt" wahrgenommen und im Kreis gedacht und verstärkt. Da hat selbst die beste Atemtechnik nur bedingt geholfen.

Hat jemand noch kleine Tricks, wie man sich in solchen Situationen wieder runterfahren kann?

15.02.2012 11:23 • #7


sprinty

sprinty


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Der einzige und beste Trick, ist selbst sich davon zu überzeugen, dass der Körper in einem 1A Zustand ist. Das geht meiner Ansicht nach nur mit der richtigen Abklärungsdiagnostik und mit der Fortführung von Sport. Beides beruhigt und schafft Vertrauen in den Körper.

Wenn dann immernoch ein Zweifelsansatz da ist, würde ich Dir vorschlagen, den Schritt zu einem Psychologen / Psychiater anzusteuern. Der kann Dich enorm unterstützen.

15.02.2012 14:47 • #8


manitou


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Bin ja bereits in Therapie - das ist es nicht.

Habe eben noch mal mit einem Herz-Spezialisten aus der Chartie geredet.
Er hat mich da super aufgeklärt. Bei vielen leichten Formen einer Herzmuskelentzündung sind EKG & Co. unauffällig. Diese heilen aber auch nach gewisser Zeit der Schonung folgenlos aus. Er kann natürlich keine Diagnose machen, aber die ist sowieso extrem schwierig und in so leichten Fällen muss auch keine Biopsie gemacht werden - warum auch. Wenn's dann klar ist, kann sowieso nichts gemacht werden. Man muss warten, bis es von allein geht.

Eine HME beschreibt die Symptome am besten - zB. dass das Schwindelgefühl auf dem Trainer mit zunehmender Belastung zunimmt bzw. auch abnimmt, wenn ich damit runtergehe. Das ist mir ehrlich gesagt zu systematisch für eine bloße Panikwelle. Immer wenn ich ruhig irgendwo sitze passiert nichts, nur unter Belastung.

Das komische ist, dass mich das Wissen, dass es wahrscheinlich eine leichte HME ist ruhiger werden lässt. Man weiß, wo das Ziehen herkommt und das Herzklopfen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das in wenigen Woche abgeheilt ist und damit auch diese komischen Symptome verschwinden. Ein Lichtblick ist besser, als sich jeden Tag auszumalen, was es alles (mit Wahrscheinlich nicht) sein könnte.

15.02.2012 14:58 • #9


sprinty

sprinty


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Zitat von manitou:
Bin ja bereits in Therapie - das ist es nicht.
Eine HME beschreibt die Symptome am besten - zB. dass das Schwindelgefühl auf dem Trainer mit zunehmender Belastung zunimmt bzw. auch abnimmt, wenn ich damit runtergehe. Das ist mir ehrlich gesagt zu systematisch für eine bloße Panikwelle. Immer wenn ich ruhig irgendwo sitze passiert nichts, nur unter Belastung.

Mani, diese Symptomatik passt auch auf die Tatsache, dass Du während des Sports einen erhöhten Blutdruck hast, der ebenso exakt das gleiche auslöst. Es muss keine HME sein. Außerdem kann man in der Regel eine HME anhand der Entzündungswerte im großen Blutbild nachweisen. Nur mit bildgebenden Verfahren ist es bei einer sehr leichten HME eher schwierig. Auf einem EKG kann man - wenn man bereits ein EKG aus gesunden Zeiten hat - nachvollziehen, dass es kleine Abweichungen gibt. Also, ja: Man kann es nachweisen, wenn man bereits Unterlagen hat.

Zitat von manitou:
Das komische ist, dass mich das Wissen, dass es wahrscheinlich eine leichte HME ist ruhiger werden lässt. Man weiß, wo das Ziehen herkommt und das Herzklopfen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das in wenigen Woche abgeheilt ist und damit auch diese komischen Symptome verschwinden. Ein Lichtblick ist besser, als sich jeden Tag auszumalen, was es alles (mit Wahrscheinlich nicht) sein könnte.


Eine HME klingt - wenn leicht - nach spätestens drei Wochen ab. Wenn danach die Symptome bleiben, würde ich Dich bitten, nicht erneut zu denken, dass es sich dabei um eine HME handelt. Deshalb sage ich ja: Diagnostik bringt in dem Falle schon etwas. Bei einer HME würdest Du vorallem WÄHREND der Belastung unter plötzlichem Leistungsverlust klagen.

15.02.2012 15:02 • #10


manitou


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Zitat:
Bei einer HME würdest Du vorallem WÄHREND der Belastung unter plötzlichem Leistungsverlust klagen.


Sage ich doch. Da habe ich ja ständig die Einbrüche. Sonst passiert ja nirgends etwas.
Wie erwähnt, habe mit einem Herzspezialisten aus der Charite gesprochen, die das jeden Tag behandeln. In vielen Fällen gibt es keine Diagnostik über EKG & Co. - wir haben doch alles gemacht und alles war ohne Befund. Im Ruhe-EKG gabs 2 Dinge, die sollen aber alut Arzt harmlos sein.

Ich sitze hier aktuell am Rechner, habe absolut keine Angst, aber es drückt leicht in der linken Brustgegend. Da habe ich seit Tage so ein ganz leichtes, komische Gefühl. Unabhängig ob Panik oder nicht. Aber klar, ich beobachte das jetzt eine Weile und werde mich schonen - da ist das oberste Programm. Vielleicht wars auch Übertraining. Ich weiß nur, dass mein Herz akutell nach Ruhe verlangt - wieso halt auch immer.

15.02.2012 15:20 • #11


sprinty

sprinty


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mani, Schwindel ist kein Leistungseinbruch. Ohnmacht, Atemnot und Kraftlosigkeit ist ein Leistungseinbruch.

Aber klar, vielleicht war es Dir generell etwas zu viel. Kannst Du ja in drei Wochen nochmal probieren. Bei einer Herzmuskelentzündung ist in den meisten Fällen ein Entzündungsherd im großen Blutbild zu erkennen. Wie bei jeder anderen Entzündung auch.

Und ich denke doch mal stark, dass man Dir Blut abgenommen hat.

Hast Du geschwollene Beine? Mit geschwollenen Beinen ist auch gemeint, beispielsweise, wenn Du am oberen Knöchel ca. 10-15 Sekunden lang drauf drückst, ob eine bleibendes Druckggebiet bleibt. Im MRT ist grundsätzlich ein entzündetes von einem gesunden Herz unterscheidbar. Beim Röntgen hingegen, "können sie erkennbar" sein. Betonung liegt auf können.

Ist der Herzspezi der Charité dein behandelnder Kardiologe?

P.S.: Verspannungen und Rippenbogenneuralgien können dieses "Druckgefühl" auslösen, was bei einer Myokarditis normalerweise nicht der Fall ist.

Eher sind Schmerzen, besonders Gliederschmerzen, rasche Ermüdbarkeit und Gewichtsverlust zu beobachten.

15.02.2012 15:30 • #12


sprinty

sprinty


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* Disclaimer *
Bevor jemand in Panik gerät, will ich lieber nochmal das Thema "Druckgebiet" erklären.
Damit ist gemeint, dass sich eine bleibende Drucktiefe nach Einstellung des Drückens nur extrem langsam bzw. verzögert zurückbildet. Und bitte nicht mit voller Kraft drücken, das ist nicht sinnvoll

15.02.2012 15:36 • #13


Gina68


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Ist deine Wirbelsäule ok? Bei mir wird im BWS-Bereich der Nerv fürs Herz manchmal eingeklemmt... Dann jagt der Puls hoch, Herz rast und Brustkorb sticht, oder tut weh, wird kalt am Hals, der sich zuschnuert ...

15.02.2012 15:51 • #14


manitou


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Die Wirbelsäule ist OK, war gerade erst beim Othopäden. Habe da nur eine Blockierung gehabt, die wir mittels manueller Therapie und Übungen ganz gut in den Griff bekommen haben.

Natürlich weiß ich, dass das Drücken, etc. auch von etwas ganz anderem sein kann und darauf stütze ich mich nicht. Die Aussagen, dass eine HME mit den besagten Methoden gut zu diagnostizieren ist, stimmen halt so nicht und stammen von Dr.Google & Co. - ich habe mal wieder gesehen, dass das in der Praxis anders ausschaut. Er meinte, dass meistens eben diese Verfahren ohne Befund bleiben, was sich auch mit div. Berichten deckt. Sicherheit würde nur eine Biopsie schaffen. Die macht aber nur Sinn, wenn die HME chronisch oder sehr akut ist.

Wie gesagt: ich möchte mir hier keinesfalls eine HME einreden. Das liegt mir absolut fern. Aber wenn ich keine hätte, wäre mein Sport die erste Adresse, um die Panik in den Griff zu bekommen. Habe das vor 4 Jahren genauso gemacht. Als ich aber genau das gestern versucht habe, ist systematisch an der selben Stelle wieder der Leistungseinsbruch mit hochschnellendem Puls, Schwindel und diesem komisch Ohnmachtsgefühl, kaltes Gefühl in der Brust eingetreten. Heute auf dem Trainer sogar schon nach 6 Minuten.

Wie schon so oft erwähnt: Für mich ist das zu systematisch. Panik kenne ich anders und eher unberechenbar. Oder hat jemand von Euch schon mal ähnliches erlebt? Schonung kann so oder so jetzt nicht schlecht sein!

15.02.2012 16:50 • #15


sprinty

sprinty


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mani, Panik ist nicht gleich mit unterschwelliger bzw. unbewusster Angst gleichzusetzen.
Bei unterbewusster Sorgemacherrei, was nunmal so ist, kommt es zu einem eigenen Limitationsgefühl, was sich auf psychosomatische Ursachen ausbreitet.

Verstehe das bitte. Der Körper ist keine Maschine - und wenn der Kopf sowieso ein Pseudo-Indiz auf eine Krankheit hat, lässt es uns unterbewusst vermuten, dass dem so ist und somit auch Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Du vermutest stets eine HME. Du weißt es aber nicht. Es gibt auch, bis auf die drei körperlichen Symptome, die Du hast, keine medizinische Grundlage zur Annahme.

Verstehe das bitte. Du lehnst eine psychische Ursache kategorisch ab, klagst aber über deine Ängste bzw. über deine Panik. Panik und Angst ist etwas, was vom Kopf gesteuert wird und in der Regel zur Flucht bzw. dem Kampf oder einer innerorganischen lebensbedrohlichen Situation zur Verfügung stehen soll, das ist richtig. Aber manchmal gibt es hier eine Überbewertung. Und weil Du Angst und Panik nur als etwas "Unberechenbares" kennst, lehnst Du auch die Tatsache ab, dass man Angst und Panik vorkonditionieren kann, indem man nur auch nur einen Hauch eines Gedankens an etwas "Bedrohliches" schenkt.

Schon dich, wie Du schon schön gesagt hast, gerne drei Wochen. Aber ich kann Dir jetzt schon mit 90%er Sicherheit sagen, dass es mit den drei Wochen nicht getan sein wird.

15.02.2012 17:11 • #16


manitou


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Naja, aber ich sehe es momentan auch so: Ich renne ja nicht davon oder flüchte mich in etwas. Vorher hatte Angst vor einer HME, was mich völlig hibbelig gemacht hat, nun habe ich damit abgefunden, dass ich eventuell eine habe. Ich konfrontiere mich also direkt mit dem, was die Panik ausgelöst hast. Zumindest wo es gestern so krass war. Damit fahre ich heute absolut gut, ich bin ruhig und schön gelassen.

Was Panik und Angst angeht, bin ich selbst ein "alter Hase". Bei Anfällen wie gestern bin ich sonst in der Notaufnahme gelandet, aber ich habs mir gestern unter Schweißperlen verdrückt, eben weil ich auch wusste, dass es diesmal die Panik ist. Die andere Geschichte tritt aber davon gelöst auf - wenn das passiert bin ich gar nicht panisch. Das ist ja das komische - ist sitze völlig gelassen da und mir ist mulmig, als wenn einem jemand kurzzeitig den Boden unter den Füßen wegzieht. Habe vorhin am Trainer ja probiert. Nach 6 Minuten ging der Puls hoch, habe dann versucht mich zusätzlich durch Atmung runterzufahren, aber da ist nichts passiert. Wenn ich dann die Wattzahl runtergenommen habe ist auch der Puls runter - also ein richtiges Wechselspiel.

Wenn die Panik auch so ausgeklügelt funktioniert: Schön, sehr beachtlich.
Dann werde ich mich trotzdem in nächster Zeit nicht diesem Reiz aussetzen und das systematisch angehen. Alle paar Tage kann man ja mal auf dem Trainer gegentesten, was passiert.

Wenn Ihr hilfreiche Tipps habt: Her damit! Die Panik und Angst ist ja nicht komplett weg. Das wäre gelogen und wie gesagt, möchte ich mich nicht flüchten. Eigentlich habe ich Krebsangst. Herzphobie war schon lange kein Thema mehr, abgehakt - der Sport hat diesen Teufel ausgetrieben und das wirklich mehrfach. Deswegen ist es für mich ja noch mal einen Tick mehr unglaubwürdiger, dass das so einfach aus dem Kalten wieder da ist: "Hoho, lange nicht gesehen mein Freund, aber da bin ich wieder - größer und stärker, als je zuvor".

Aber schaue Dir mal die Infos zu HME an. Oft wird das gar nicht erkannt. Wenn ich kein Sport machen würde, hätte ich es absolut nicht bemerkt - vielleicht bis auf das Drücken im linken Brustbereich und die diffusen Gliederschmerzen. Aber das kann ja auch alles sein. Viele denke sich ja eben dabei nix, machen weiter und dann wirds gefährlich.

15.02.2012 17:56 • #17


sprinty

sprinty


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Dann müsste man es dennoch im Belastungsultraschall oder Belastungs-EKG und im großen Blutbild eine Veränderung feststellen. Dies ist nicht der Fall.

Deine Symptomatik ist nicht fassbar und sollte daher vorrangig nicht mit einer HME in Verbindung gebracht werden, bis sich das Gegenteil beweist.

Deine Befürchtung "es könnte sein" holt ein "Meidungsverhalten" hoch.
Nicht gut. Aber, solange Du es nicht selbst einsiehst, wird sich daran auch nichts ändern.

Tipp: Bei einer HME geht der Puls Belastung nicht hoch, sondern runter. Gleichzusetzen mit "Leistungsverlust". Die Leistungsfähigkeit deines Bewegungsapparates würde erheblich eingeschränkt werden, weil zwangsweise nicht mehr ausreichend Sauerstoff verteilt werden kann. Und nein, bei einer HME drückt es nicht in der Brust, sondern es schmerzt. Und wenn es schmerzt, würde man bereits eine Diagnose stellen können.

"Viele denke sich ja eben dabei nix, machen weiter und dann wirds gefährlich."

Das sagt alles.

15.02.2012 18:09 • #18


manitou


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Der Puls geht runter? Sicher?
Habe das aber anders gelesen und der Doktor aus der Charite empfand das jetzt auch nicht als falsch. Nagut, will mich da nicht festbinden. Aber für mich scheint logisch, dass das Herz nicht so leistungsfähig ist und mit steigender Belastun schneller schlagen muss, um diese Lesitung zu erbringen. Puls geht runter, wenn man zB einen Infarkt hat, weil der Sauerstoff fehlt. Bin aber kein Kardiologe.

Hattest Du mal eine HME? Klingt ja fast so?

Und ich wiederhole es gern nochmal: In einige Fällen, insbesondere leichten und frühen Fällen ist in sämtlichen Diagnostika nichts zu sehen. Selbst die MRT muss da nichts ausspucken. Das geht nur per Biopsie, weil da der Erreger nachweisbar ist. Alles andere muss keine Befunde ergeben, das stimmt so nicht. Die Aussage: keine Befunde = keine HME ist falsch.

Was wäre denn deine Entscheidung in diesem Moment?

15.02.2012 18:21 • #19


sprinty

sprinty


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Zitat von manitou:
Der Puls geht runter? Sicher?
Habe das aber anders gelesen und der Doktor aus der Charite empfand das jetzt auch nicht als falsch. Nagut, will mich da nicht festbinden. Aber für mich scheint logisch, dass das Herz nicht so leistungsfähig ist und mit steigender Belastun schneller schlagen muss, um diese Lesitung zu erbringen. Puls geht runter, wenn man zB einen Infarkt hat, weil der Sauerstoff fehlt. Bin aber kein Kardiologe.


Die Annahme, dass der Puls bei einer HME hochgeht, ist schlichtweg falsch. Bei einer HME geht dieser in der Regel runter - und zwar ruckartig. Anders bei einem Herzinfarkt. Hier registriert der Herzmuskel an sich selbst einen Sauerstoffmangel, weshalb er versuchen wird - um dem Untergehen der Herzmuskelzellen entgegenzuwirken - weitaus schneller zu schlagen (deshalb haben auch viele Herzinfarktpatienten eine erhebliche Tachykardie im betreffenden Moment), gepaart mit "brustzerreißenden" Schmerzen in der Brust und gelegentlich Kopfschmerzen. Zu einer HME würde eine plötzliche, kurzanhaltende Bradykardie, besser passen. Da fehlt es nämlich nicht an Sauerstoff.

Um es kurz zu machen: Bei einem Herzinfarkt wird dein Herz sich bis zum letzten Moment auspowern. Bei einer HME wird das Herz sich maßregeln, weil es mit der Belastung nicht mehr klarkommt.

Zitat von manitou:
Hattest Du mal eine HME? Klingt ja fast so?

Nein, das hat was mit meiner Arbeit zu tun.

Zitat von manitou:
Und ich wiederhole es gern nochmal: In einige Fällen, insbesondere leichten und frühen Fällen ist in sämtlichen Diagnostika nichts zu sehen. Selbst die MRT muss da nichts ausspucken. Das geht nur per Biopsie, weil da der Erreger nachweisbar ist. Alles andere muss keine Befunde ergeben, das stimmt so nicht. Die Aussage: keine Befunde = keine HME ist falsch.


Ein MRT erkennt in 85% der Fälle eine Herzmuseklentzündung in frühen Stadium. Das hat was mit der morphologischen Größe des Herzens zu tun. Wenn nicht jemand bereits eine kardiologische Vorerkankung inne hat, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine HME handelt. Kein positiver Befund auf HME ist daher vollkommen gerechtfertigt.

Beispiel: Ich habe seit meinem 17. Lebensjahr eine erhebliche ST-Streckenhebung. Wenn ich mich in irgendeinem fremden Krankenhaus untersuchen lasse, werden die Leute automatisch denken, ich hätte einen Herzinfarkt. Aber es hat im Wachstum meines Herzens nur eine amorphe Strukturveränderung gegeben, die weder als Herzfehler zu werten ist, noch in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt. Jetzt könnte ich natürlich bereits 8 Jahre darüber spekulieren, ob ich nicht doch ein Herzinfarkt habe? Erkennst Du die logische Message?

Zitat von manitou:
Was wäre denn deine Entscheidung in diesem Moment?

Meine Entscheidung lautet, an deiner Stelle, dass Du einen Termin zur kardiologischen Untersuchung im Krankenhaus machst. Dich von Oben bis Unten abchecken lässt, was das Herz betrifft. Ich wiederhole mich nochmal: Bei einer HME ist im großen Blutbild definitiv eine Veränderung erkennbar, es sei denn, sie ist sooooooooooooo winzig, dass man sie nicht einmal mittels der Erkennung eines Entzündungsherdes feststellen könnte. Aber, dann muss ich Dir auch sagen, würdest Du gar keine Symptome parat haben.

Wenn Du dort bist, sag klipp und klar, dass Du ein Belastungsultraschall, ein Belastungs-EKG, ein Herz-MRT wünschst. Vielleicht kannst Du dies ja von deinem Hausarzt noch zusätzlich bekräftigen lassen.

Ich verwette einen Kasten Sekt darauf, dass Du generell herzgesund bist. Deine Zweifel jedoch hindern Dich daran, es zu akzeptieren.

15.02.2012 18:40 • #20




Prof. Dr. Heuser-Collier

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