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Hallo zsammen,

es ist schön, dass es dieses Forum gibt. Wie die Überschrift schon sagt, leide ich an einer Herzneurose. Vor einigen Jahren hatte ich mal eine Erkältung leicht verschleppt. Diese hat sich dann auf den Herzbeutel "gelegt". Im Ultraschall war allerdings nichts zu sehen, auch ein Herz-Mrt blieb zum Glück ohne negativen Befund. Bin damals gründlich untersucht worden.

Dieses Ereignis hat sich jedoch in mein Gehirn gebrannt: Früher habe ich mal Leistungssport gemacht. Auch heute mache ich noch ziemlich viel, allerdings horche ich ständig in mich hinein.
Es gibt Phasen, da komme ich ziemlich gut damit klar. Seit einigen Wochen habe ich nun aber wieder Extrasystolen. Habe diesbezüglich schon wieder 2 Langzeit-EKG`s und Herzultrachall gemacht.
Laut Ärzten handelt es sich um harmlose VES. Die letzten Jahre war ich diverse Male bei Kardiologen und anderen Ärzten.

Privat läuft es auch eher durchwachsen. Meine Freundin kommt aus Asien und kann aus Visagründen erst in etwa 2 Monaten zu mir kommen. Die Distanz zerrt ziemlich an meinen Nerven und macht mich traurig.
Im Grunde bin ich ein lustiger und sportlicher Typ.
In den letzten Wochen habe ich mich allerdings stark zurückgezogen. Komme mit der ganzen Situation nicht so gut klar. Die Herzneurose hilft mir natürlich auch nicht gerade.
Bin übrigens seit knapp einem Jahr in Therapie. Irgendwie kann ich mich zur Zeit an wenig Sachen erfreuen. Bei der Arbeit weiss keiner von meinen Problemen. Kann sich wohl auch keiner vorstellen, dass ich unter so etwas leide.

Hat von euch jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen oder vielleicht Tipps für mich? Es würde mich freuen.

Wünsche noch einen schönen Abend.

06.01.2013 21:10 • 15.01.2013 #1


11 Antworten ↓


xXYumeXx
Hallo flores7,

ich kann dich nur allzu gut verstehen.
Bei mir leutet die Diagnose auch Herzneurose.
Bin eigentlich auch regelmäßige Läuferin und nehme (oder eher nahm) ab und an an kleineren Rennen teil.
Ich habe ebend Angst vor einer Herzmuskelentzündung (war es das jetzt bei dir gewesen oder nannte sich das anders?)
Ich hatte noch nie eine,aber die ganzen Berichte darüber haben mich mit den Jahren total verunsichert.
Wirst hier auch ein paar Einträge von mir darüber finden...

Gut ist es,das du schon in Therapie bist. Hilft sie dir denn in Hinsicht auf deine Herzneurose?
Also was ich immer wieder versuche,wenn mich diese Angst überkommt ist das,was wir beide scheinbar gerne tun: Sport.
Es fällt schwer. Mir momentan total schwer. Aber wenn man es dann gemacht hat,geht es direkt besser.
Anfang 2011 war meine Angsterkrankung zwar noch nicht so ausgereift,aber schon vorhanden. Und ich bin trotzdem ins Flugzeug gestiegen und hab mir meinen Kindheitstraum Japan erfüllt.
Im selben Jahr im Sommer habe ich am Women's Run mitgemacht trotz der Angst, Tod umzufallen.
Letztes Jahr im Spätsommer habe ich eine Radtour von über 40 Kilometern hinter mich gebracht,trotz der da sehr akuten Angst vor Herzmuskelentzündung.
Mir hat es auch geholfen, das gute Freunde erfahren haben,was mit mir los ist. Dadurch wird man auch manchmal einfach ''gezwungen'' etwas zu unternehmen,ob man sich jetzt kacke fühlt oder nicht.
Bisher habe ich auch noch kein Treffen abgesagt,egal wie blöde es mir ging.
Weiß es irgendwer bei dir?Eltern?Freunde?

Also vllt zusammenfassend: man muss denke ich versuchen über sich hinauszuwachsen,um den Mist hinter sich zu bekommen und gute Freunde haben, die einem auf dem Weg unterstützen!
Ich hoffe,deine Freundin wird dir da eine Stütze sein,wenn sie bald wieder da ist

Ganz liebe Grüße,
xXYumeXx

06.01.2013 21:34 • #2



Herzneurose / VES und sozialer Rückzug

x 3


Hallo xXYumeXx,

danke für deine Antwort. Bei mir sprach man "nur" von einem Verdacht auf Herzbeutelentzündung. Es konnte nie richtig nachgewisen werden. Ultraschall, Herzkatheter und MRT waren ohne Befund. Lediglich ein EKG und ein Blutwert waren nicht ganz im Normalbereich.
Habe auch jahrelang Leichtathletik, Fussball und Schwimmen gemacht. Ich finde es super, dass du trotzdem bzw. gerade aufgrund deiner Herzneurose Sport machst. Bei mir ist es genauso.
Gerade Ausdauersport hilft da finde ich sehr gut.
Die Therapie ist soweit ok. Ich bin einfach mir der ganzen Situation zur Zeit nicht zufrieden. Dadurch schlafe ich dann auch nicht immer so gut und das hat wiederum Folgen für den nächsten Tag.

Ja, ich denke auch, man muss dagegen angehen. Im letzten Jahr habe ich auch zwei lange Reisen unternommen. Super, dass du nach Japan geflogen bist.

Wie kam es denn bei dir zur Herzneurose? Hatte das einen Grund oder ist es einfach so passiert? Meine Eltern wissen schon davon. Freunden habe ich nicht darüber erzählt. Fällt mir nicht leicht und vermutlich würde es niemand glauben. Habe mich in den letzten Wochen wie gesagt auch mehr zurückgezogen.

Viele Grüße

06.01.2013 21:51 • #3


xXYumeXx
Hey flores7!

Ich finde es ebenfalls toll,das du trotz Herzneurose (und vor allem trotz vorgänglicher (Vielleicht-)Diagnose) auch weiterhin versuchst Sport zu betreiben.
Ist es bei dir auch so, das du das Gefühl und das Vertrauen in deinen Körper verloren hast? Mittlerweile macht mir mein eigener starker Herzschlag beim Sport Angst,obwohl das ja mal mehr als normal ist.
Hast du erst seit der Sache die Herzneurose oder gab/gibt es noch andere Faktoren?

Es ist immer blöd,wenn die Gesamtsituation nicht stimmt. Dann kann ich mir gut vorstellen, das auch die Therapie nicht immer alles auffangen kann.
Ich kenne dich und deine Freunde natürlich gar nicht,aber hast du nicht eine beste Freundin/bester Freund?
Bei meinen Leuten konnte sich das auch keiner vorstellen,das ich an sowas leide.
Aber es war für mich eine totale Entlastung es ihnen zu sagen. Weil ich wie gesagt dadurch ebend nicht mehr das Gefühl hatte,mich zurückziehen zu müssen.
Ich gebe zu, Gott sei Dank, ist es so schlimm bisher nie gewesen. Also PAs schon,aber nicht das ''sich zurückziehen''.
Aber ich habe gemerkt, dass sich sowas bei mir angeschlichen hat unddeswegen habe ich es meinen besten Freunden erzählt. Und es ist wirklich das beste,was ich machen konnte.
Sie bringen mich runter,wenn ich mal wieder durchdrehe.
Wie gesagt,ich kenne deine Leute nicht, aber wenn du weißt du hast jemanden dem du vertrauen kannst,würde ich diese Möglichkeit wirklich in Betracht ziehen.

Also ich muss sagen,da meine Therapie immer noch nicht angefangen hat, kann ich selber schlecht nen Zeitpunkt feststellen,wann das mit der Herzneurose angefangen hat.
Richtig extrem REGELMÄßIG angefangen hat es Ende 2011/Anfang 2012.
Da war ich an einem Bahnhof und wollte grade in die Bahn,als ich urplötzlich einen heftigen Schmerz in der Brust und direkt folgenden Schwindel verspürte. Bin aus der Bahn, Krankenwagen, Krankenhaus, Untersuchungen, nichts.
Konnte ich aber natürlich nicht glauben, weil die Ärztin auch super unfreundlich war und ich dann eh nicht grade DAS Vertrauen aufbringen konnte.

Aber generell bin ich schon der Überzeugung, dass sich das mit den Jahren alles angesammelt hat. Bereits als Kind hatte ich schon Angst vor Krankheit und Tod. Ich glaub einer von vielen Auslösern war mal eine heftige allergische Reaktion von Heuschnupfen. Ich hab zuhause plötzlich sogut wie keine Luft mehr bekommen und war im Krankenhaus.
Ich bin mir nicht sooo sicher, aber ich glaube ich hab da schon angefangen,öfters in mich zu horchen.
Wenn wir meine Großeltern besucht haben, hat meine Oma ständig von Krankheiten geredet,und ich durfte mir das anhören x___X
Irgendwann hat sich dann die Situation etwas gebessert, ich habe mit Ausdauersport angefangen, super abgenommen und ich war total happy.
Dann kam das Jahr,wo sowohl meine Mutter als auch mein Vater ins KH kamen, beide wären fast gestorben (Mutter schweren Unfall, Vater mit Lungenembolie).
Da hat es krass mit Panikattacken angefangen. In der Nacht,als meine Mutter den Unfall hatte, hatte ich schon so ein komisches Gefühl,ich kann es nicht beschreiben. Und erfahren habe ich es erst am Mittag des nächsten Tages, weil die Polizei sowie das Krankenhaus es verschlampt haben,mir Bescheid zu geben.
Als meine Mutter nach Reha etc. dann wieder zuhause war und irgendwann wieder abends weg war,habe ich gemerkt,das etwas mit mir nicht stimmt.
Ich konnte nicht schlafen,hatte Herzrasen,mir war schwindelig. Bin dann zu Nachbarn gerannt weil ich dachte,ich sterbe. Wenn ich die Sirene von Krankenwagen gehört habe, kam direkt wieder Angst.
Noch heute kann ich die Sirenen von KW nicht ab.

Dann kommt dazu, das mein Vater nicht immer so das Feingefühl hat.
Der weiß und wusste immer ganz genau,das ich bei Krankheiten ausflippe.
Und er erzählt mir von nem Kumpel, der nach dem Joggen sich in sein Bett gelegt hat und nie wieder aufgewacht ist.
Sowas und etliche Berichte aus Fernsehen und irgendwann auch Google haben mich zur Herzneurose geführt.
Bestimmt auch noch vieles mehr, aber ich muss jetzt mal Japanisch pauken gehen und ich wollte dich echt nicht so vollsabbeln.!

Wie geht es dir denn momentan?Kannst du Kontakt zu deiner Freundin halten?

Liebe Grüße!

08.01.2013 22:11 • #4


Hi xXYumeXx,

ja, ich verliere stellenweise schon mein Vertrauen. Allerdings mache ich soviel Sport, dass ich mir denke, wenn wirklich etwas wäre, dann könnte ich das gar nicht alles machen.
Mich beunruhigen eher die Extrasystolen. Ein schneller Puls beim Sport ist für mich bislang nicht beängstigend. Mein Blutdruck ist erstaunlicherweise selbst in "stressigen Situationen" fast immer normal oder niedrig. Nur beim Arzt..da geht er schön um 20-30 Werte höher.
Vor der "Diagnose evtl Herzbeutelentzündung" habe ich Leistungssport gemacht. Habe mich zwar schon immer für Trainingslehre und Herz-Kreislauf Zusammenhänge beim Sport interessiert, aber nie ängstlich in mich hineingehört. Im Gegenteil: Ich war mir sicher, dass mich bis auf gelegentliche orthopädische Sachen nichts aus der Bahn werfen kann.

Ich finde es gut, dass du es deinen Freunden erzählt hast. Leider tue ich mich mit solchen Sachern etwas schwer. Aber ich merke auch, dass es guttut, wenn man sich jemandem anvetrauen kann. Danke für den Tipp, werde ich umsetzen.

Es tut mir leid, was deinen Eltern passiert ist. Ich hoffe, dass es Ihnen besser geht.

Das mit den Rettungswagen kenne ich auch. Habe auch immer ein ungutes Gefühl und verspüre dann oft eine oder mehrere Extrsystolen. Habe mir überlegt, ob es bei mir evtl. auch mit der Schildrüse zusammenhängen kann. Ultraschall war jedoch ohne Befund und die Werte fast immer im Normalbereich. Gehst du oft zu Ärzten? Ich zwinge mich mittlerweile dazu, nicht bei jeder Kleinigkeit zum Internisten oder Kardiologen zu laufen.

Gegoogelt habe ich auch recht viel. Mittlerweile habe ich es aber größtenteils eingestellt. Hat mich alles komplett verunsichert...also versuche ich es lieber nicht zu tun.

Ja, ich habe viel Kontakt mit meiner Freundin. Wir skypen, chatten, Facebook, telefonieren oder schreiben SMS. Ich bin mir sehr sicher, dass es mir deutlich besser gehen würde, wenn sie hier wäre.
Die Situation ist zur Zeit also nicht so ganz optimal. Ich stehe irgendwie oft neben mir. Bin aber sehr froh, dass ich mit so gut mit meinen Eltern verstehe und Ihnen alles erzählen kann. Das ist wichtig für mich.

Du lernst Japanisch? Hast du wieder Pläne dorthin zu fliegen? Du sabbelst mich nicht voll. Ist schön von dir zu lesen.

Also, wünsche noch einen schönen Abend.

Bis dann

09.01.2013 21:25 • #5


Kleiner Test : Was heißt es auf deutsch :

Karate ni sente nashi

Mae Geri

Tori

Heian

Sensei

Oi-Tsuki

Do

Spaß muss sein und viel Erfolg beim pauken

lg

09.01.2013 21:35 • #6


Beitrag gelöscht, da er gegen das Urheberrecht verstösst. Bitte achtet auf unsere Hinweise hierzu, die in jedem Unterforum unter "Bekanntmachungen" zu finden sind! Ihr könnt jederzeit einen Link zu einer Site setzen, auf der Ihr einen solchen Text gefunden habt!

14.01.2013 13:15 • #7


Hallo Bommel, sehr guter Beitrag! Müsste für jeden verständlich sein. Hast du vielleicht auch so eine einfache Erklärung bei Herzschmerzen? Also ich habe immer unterschiedliche Herzschmerzen, mal Stechen, mal wie wund, dann wieder wie eine Druck oder wie ein Stein. Das löst bei mir dann immer Angst und Panik aus. Kardiologisch ist alles abgeklärt worden. Außer ein etwas hoher Ruhepuls und ein Mistralklappenprolaps ist alles o.B. Würde mich freuen was von dir zu lesen. Liebe Grüße

15.01.2013 00:20 • #8


@ bommel

[size=150]D A N K E


endlich habe ich den Herzaufbau mal verstanden und kann mir die Leitungswege merken!

15.01.2013 02:00 • #9


wandelbar...das herz sticht nicht...das kommt alles vom rücken...lass dir malpaar Mass. verschreiben....und wärme den rücken mal täglich....wenn du duschen gehst,halte die duschen aufm rücken und versuche so warm zu machen wie du aushälst.
wie hoch ist denn dein ruhepuls??
der Mistralklappenprolaps hat fast jeder und keine relevant.

15.01.2013 12:08 • #10


Hallo Bommel, der Kardiologe hat auch auf Verspannungen im oberen Rücken getippt. Find aber mal einen guten Orthopäden, ist wie ein 6 er im Lotto. Mein Ruhepuls liegt zwischen 80 und 90, mein Blutdruck in der Regel 120/80. Also alles im grünen Bereich. Werde ab jetzt mal mehr gegen die Verspannungen tun. Vielleicht sogar den inneren Schweinehund überwinden und etwas Sport treiben. Danke dir für deine prompte Antwort. Liebe Grüße

15.01.2013 16:42 • #11


Danke dir auch noch mal Bommel 1981 für deine Antwort.

Momentan machen mich die Extrasystolen echt fertig. Ist einfach nur nervig. Kann mich kaum auf andere Sachen konzentrieren. Sport hilft mir immer ganz gut dabei. Muss aber nun 2-3 Tage pausieren..hatte einen Magen-Darm Infekt.

Über ein Jahr hatte ich fast keine Extrasystolen und bin dabei noch durch die halbe Welt gereist..und nun liege ich auf dem Sofa zuhause und spüre sie immer mal wieder..mehr noch bei der Arbeit...

Schönen Gruss

15.01.2013 21:22 • #12



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