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Hallo Ihr alle,

ich habe seit geraumer Zeit Panikattacken, ausgelöst durch eine verpfuschte OP (Knoten in der Achsel) vor 7 Jahren. Ich war nachher xmal im Krankenhaus, durch OP Lagerung Bandscheibenvorfall in der HWS. Man sagte wenn ich mich nicht operieren lasse bin ich bald im Rollstuhl. Na was solls ich gehe immer noch aufrecht. Soviel zu meinem Vertrauen in Ärzte.

Ich hatte vor 5 Jahren schon mal massive Angststörungen, und war deswegen in psychatrischer Behandlung. Geholfen hat es nichts, da die Ursache ein Progesteron-Hormonmangel war. Den habe ich behoben und bis vor Kurzem ging es gut. Leider haben sich die Hormone wieder gedreht (vorzeitige Wechseljahre) und im Moment kann ich nichts dagegen tun außer abwarten. Nur ist eine ganz schlimme Panikstörung dazugekommen. Ich befürchte jetzt bricht gerade wieder mein OP Trauma aus.

Soviel zu mir. Nun zu meiner Frage: Aufgrund der hormonellen Situation habe ich immer diverse Probleme. Leider kann ich damit garnicht umgehen, jedesmal wenn ich zb. schwindelig bin, bekomme ich Angst. Gestern nacht musste ich auf die Toilette, stand auf, mir wurde schwummerig und ich bekam Herzklopfen. Mit normal schnellem Puls (bis 120) kann ich noch umgehen (die mit den klassischen Hitzewallungen einhergehen), aber gestern stieg er plötzlich auf ca. 160. Ich konnte mich garnicht beruhigen. Dann kam ein starkes Schlagen im Ohr dazu. Richtig laut, nur rechts. Blutdruckmessen habe ich mich nicht getraut, vor lauter Angst dass er zu hoch ist. Während es so im Ohr geschlagen hat, dachte ich nur die ganze Zeit: Ohgott, Hirnschlag, gleich. Meine Hände haben total gebrannt und vibriert. Nach 1 Minute ging das Schlagen im Ohr zurück, Puls blieb aber noch oben. Nach 10 Min. endlich den Nerv gefunden BD zu messen: 120/75, Puls 110. Glaubt Ihr muß ich in so einer Situation den Notarzt rufen? Ich bin heute fix und fertig. Man liest ja immer von gefährlichen Bluthochdruckkrisen. Noch dazu hat mein Vater letztes Jahr zwei Schlaganfälle erlitten. Habe mir gestern meine erste Xanor eingeworfen, was zur Folge hatte dass ich wieder Angst vor den Nebenwirkungen hatte.

Ein Langzeit EKG wurde wegen Extrasystolen gemacht (900 in 24 Stunden), Herz gesund. Zumehr konnte ich mich nicht aufraffen, weil ich eine regelrechte Arztphobie entwickelt habe. Sogar die Vorstellung zu einem Therapeuten zu gehen macht mir Unbehagen. Ich weiß aber dass es ein muß...

Bitte sagt mir jemand ob er auch dieses Schlagen im Ohr hat und ob das BD sein könnte?

Liebe Grüße
Doris

03.08.2012 12:08 • 03.08.2012 #1


4 Antworten ↓


Hallo Doris,

so wie Du es schilderst, ist Dir beim nächtlichen Aufstehen der Kreislauf in die Knie gegangen, der Puls ging hoch und Du hast mit Angst reagiert, was den Blutdruck und den Puls noch weiter in die Höhe getrieben hat.

So eine Situation kenne ich, auch bei nächtlichem Aufstehen. Bei mir wurde LZ EKG und Blutdruckmessung gemacht und es war alles unauffällig.

Dieses Klopfen im Ohr, ist das wie ein schneller Trommelwirbel? Das habe ich auch unabhängig von Agnstzuständen. Ein Forenmitglied, das aber leider abgemeldet ist, hat mal ein ähnliches Klopfen beschrieben. Aber ich glaube, da wurde eher ein Zusammenhang mit Verspannungen vermutet. Aber ist ja auch nicht verwunderlich, verspannen tut man sich in solchen Situationen ha auch.

Ich bekam von meinem Arzt noch Betablocker verschrieben. In solchen Notfällen nehme ich sie in kleinen Mengen. Das ist mit Deiner Arztphobie natürlich schlecht, aber vielleicht wäre das eine Option für Dich für den Notfall.

Ich habe bei den ersten Attacken dieser Art den Notarzt gerufen. Im Nachhinein war mir das saupeinlich...

Wenn aktuell so etwas auftritt, versuche ich ruhig zu bleiben und wenns nicht weggeht, gehe ich auch mal hier ins Forum, das lenkt mich ab, oder nehme dann Betablocker.

Wenn Du nicht ständig unter Bluthochdruck leidest, solltest Du Dir keine Sorgen machen, dass Du einen Schlaganfall bekommst durch solche einzelnen Blutdruck"entgleisungen". Die Natur will uns in Gefahrensituationen ja nicht durch die Mechnismen der Fluchtreaktion an sich um die Ecke bringen. Meistens stelle ich fest, dass mir der Blutdruck auch viel höher vorkommt, als er beim Messen tatsächlich ist.

03.08.2012 12:46 • #2



Heftiges Klopfen im Ohr bei Panikattacke

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Hallo Seitanschnitzel,

vielen lieben Dank für deine Antwort!

Das Klopfen hört sich an als ob jemand auf ein Rohr schlagen würde, ich glaube in Pulsfrequenz, ganz seltsam. Ich würde nur gerne wissen was das ist, dann könnte ich ev. damit umgehen. Ev. sollte ich wärend so einer Attacke tatsächlich BD messen, dann weiß ich wenigstens, aber wenn er hoch ist, herrje...

Blutdruck ist gottseidank nie zu hoch (und ich messe echt häufig, auch eines der Probleme)

Kennst du einen Notfallakkupressurpunkt den man drücken kann damit Puls und Bd wieder runtergeht? ich fühl mich so hilflos in dieser Phase. Ich muß jetzt echt einen Therapeuten kontaktieren...

Liebe Grüße
Doris

03.08.2012 13:25 • #3


hallo muehlbach

wenn du zu einem therapeuten gehst, such dir
am besten nen Verhaltenstherapeut

da lernst du auch, wie du in solchen situation damit umgehen kannst

03.08.2012 13:52 • #4


Zitat von muehlbach:
Das Klopfen hört sich an als ob jemand auf ein Rohr schlagen würde, ich glaube in Pulsfrequenz, ganz seltsam. Ich würde nur gerne wissen was das ist, dann könnte ich ev. damit umgehen. Ev. sollte ich wärend so einer Attacke tatsächlich BD messen, dann weiß ich wenigstens, aber wenn er hoch ist, herrje...

Blutdruck ist gottseidank nie zu hoch (und ich messe echt häufig, auch eines der Probleme)

Kennst du einen Notfallakkupressurpunkt den man drücken kann damit Puls und Bd wieder runtergeht? ich fühl mich so hilflos in dieser Phase. Ich muß jetzt echt einen Therapeuten kontaktieren...

Liebe Grüße
Doris


Hallo Doris,

jaa... das häufige Blutdruckmessen... kenne ich auch.

Aber mit Akupressur und diesen Bereichen kenne ich mich leider gar nicht aus, tut mir leid. Ich erledige das mit einer winzigen Menge Betablocker, wobei ich mir noch nicht einmal sicher bin, ob die Dosis überhaupt wirksam ist oder ob es mich einfach so beruhigt, zu glauben, etwas getan zu haben. Und je mehr dieser Attacken ich "überlebe" desto weniger Angst habe ich dann in solchen Momenten, zwar nur peu à peu, aber immerhin.

Du solltest Dir wirklich einen Verhaltenstherapeuten suchen. Das ist ja was anderes wie ein Arzt. Der untersucht Dich und sagt Dir, was Sache ist. Aber bei einer Therapie bist Du ja der maßgebliche Gestalter. Ohne Dich geht da nichts. Der Therapeut begleitet Dich und gibt Dir das Werkzeug in die Hand.

03.08.2012 22:10 • #5





Prof. Dr. Heuser-Collier