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Hallo zusammen,

nach langen Recherchen und einigen schlaflosen Nächten hab ich mich entschlossen hier Rat zu suchen.

Zu meiner Geschichte ich bin 35 Jahre alt und männlich. Im letzten Jahr hatte ich einen Hirnabzess, der sich dadurch zeigte, dass ich zunächst benommen war dann unkontrollierte Zuckungen bekam und zuletzt einen Grand Mal Anfall im RTW. Da ich Selbst etwas von Rettungsmedizin verstehe habe ich zunächst auf einen Schlaganfall getippt.

In der Neurologie wurde ich komplett auf links gedreht wobei ich einen weiteren GM- Anfall bekam. Später erhielt ich Medikamente die weitere Anfälle verhinderten. Der Abzess wurde eine Woche später punktiert und ist seitdem gut verheilt. Der Neurochirug sagte zuletzt, dass ich nach seiner Ansicht wieder alles tun könnte wie vorher und ich lediglich ein leicht erhöhtes Risiko habe einen Anfall zu erleiden.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus besuchte ich einen Neurologen, der ein EEG machte das unauffällig war, wie alle anderen EEGs auch, dort erfuhr ich das erste mal das sich aus so einer Erkrankung eine Epilepsie entwickeln kann. Das hat mich damals sehr getroffen und ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Gleichzeitg sagte er mir wir sollten die Dosierung des Levet. schon mal von 3000mg auf 2000mg runterfahren. 500mg pro Woche.

5 Tage Später war ich bei Freunden und fühlte mich gegen Mittag etwas komisch eine Art Unruhe und leichte Übelkeit. Gegen 12 Uhr überlegten wir etwas essenzugehen, worauf ich eigentlich keine Lust hatte da ich auch keinen Appetit hatte. Bis wir losgingen wurde mir noch komischer und nach ca. 5 Min Fussweg hatte ich schlagartig das Gefühl neben mir zu gehen. Mir wurde speiübel mein Herz raste und mir trat kalter Schweis auf die Stirn. Dann ein Gefühl wie ein Schlag der durch den Körper geht und ein extremes Kribbeln in den Oberschenkeln ein Gefühl als würden sie schreien " lauf". Dazu kam dann die panische Angst " Das ist ein Anfall, du fällst gleich um und krampfst"

Diese akute Situation hielt an bis wir im Restaurant waren und dort noch ca. 10 Min also mit Hinweg etwa 20. Min. Im Restaurant hatte ich den Drang mich zu bewegen irgendetwas zu tun nur weg aus dem Lokal verbunden mit starker Übelkeit und Angst.

Bis ich wieder auf normalem Stand war vergingen einige Stunden.

Exakt eine Woche später, nach der nächsten Reduzierung, passierte das gleiche. Ich war wieder bei diesen Freunden und wieder wollte man zu diesem Lokal zum Essen. Da ich mich zunächst besser fühlte ging ich mit, obwohl im Hinterkopf das Ereignis der Woche vorher sofort präsent war.

Diesmal fing es erst kurz vor dem Restaurant an, aber mit gleicher Intensität, ich verliess sofort das Lokal und ging einige Schritte nach ca. 30 Min war es wieder soweit ok das ich mich besser fühlte. Der Rest des Tages war aber ebenso gelaufen wie beim ersten mal.

Ich schob diese Ereignisse auf die Reduzierung des Medikamentes und machte mir weiter keine Sorgen. Auch die immer wieder auftretenden Ängste vor allen Arten von Krankheiten schob ich auf das Medikament. Muskelzuckungen und Herzrasen daran musste das Medikament Schuld sein.

Ähnliches passiertes öfter Nachts. Genau in der Phase in der man langsam weggedämmert, die Gedanken sich verlieren, kommt plötzlich eine Art Schlag der mich zurückholt und mein Herz wie verrückt pochen lässt. Dazu die Angst jetzt bekommst du einen Anfall. Diese Anfälle sind aber meist nach ca 30 Min komplett ausgestanden, so das ich wenn es gut läuft nach 1 Std bis 1 1/2 Std wieder einschlafe.

Einige Monate passierte nichts dann wollte ich eines Mittags zum Friseur. Auch an diesem Tag fühlte ich eine gewisse Unruhe, was mich aber nicht besonders wunderte da es mittlerweile für mich normal ist immer unter " Strom " zu stehen. Auf dem Friseurstuhl auch wieder Schlagartig ein Gefuhl von Panik der Gedanke jetzt bekommst du einen Anfall die gleichen Symptome wie bei den ersten Malen.

Es fühlt sich an als würde sich der Geist schlagartig auf eine Situation fixieren. Als wenn man in Gedanken versunken plötzlich in die Realität zurückkommt. Dieser Anfall dauerte ca 20 Min auf dem Rückweg war wieder alles in Ordnung und ich fühlte mich sogar entspannt und erleichtert.

Ich berichtete meinem Neurologen davon der dann sagte es können epileptische Anfälle sein, die Dauer dieser Anfälle sei aber sehr untypisch. Auch ein weiteres EEG war unauffällig.

Vor einigen Wochen nun wieder so eine Situation. Diesmal jedoch abends aber wieder inmitten von Leuten bei einer Sitzung gleicher Ablauf auch hier kam schlagartig eine Art Fixierung und der Gedanke jetzt kommt ein Anfall. Herzrasen blanke Panik und der Gedanke bitte nicht hier nicht jetzt. Starkes Kribbeln in den Beinen der dringende Wunsch die Beine zu bewegen starke Übelkeit und der Wunsch zu gehen. Ich bin aufgestanden war etwas benommen und hab den Raum verlassen. Nach etwa 15 Min. war dieser akute Zustand vorbei aber die Übelkeit und Unruhe blieb den restlichen Abend.

Zunächst dachte ich nicht an Panikattacken sondern schob es auf Nebenwirkungen der Medikamente erst eine Freundin brachte mich darauf, da sie selbst unter schlimmen Panikattacken leidet.

Ich bin sehr verunsichert, da fokale, epileptische Anfälle ähnliche Symptome aufweisen wie Panikattacken.

Allerdings hatte ich keine Wahnvorstellungen oder Lichterscheinung auch keinerlei Verkrampfen oder Bewusstlosigkeit.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

Viele Grüße
Nestor

31.03.2015 22:55 • 26.01.2020 #1


2 Antworten ↓


porzellan
Hallo.

Ich verstehe dich. Die Situationen die du beschreibst waren bei mir die ähnlichen.
De-Realisation, starkes Bewusstseinsgefühl, dieses Kribbeln in den Beinen - das Gefühl zu "Flüchten" (Das ist ein Adrenalinschub)
Natürlich bin ich kein Arzt, aber für mich ließt sich dass wie eine PA die getriggert wird durch eine Angststörung.

Diese Sache mit dem Schlaf habe 1:1 in der Gleichen weise. Es ist sehr unangenehm aber hey, so blöd das klingt du lebst noch und wäre es etwas schlimmeres würdest du nicht zuhause sein. (Wie gesagt ich weiß das klingt doof aber es ist nun mal so.)

PA haben sehr viele symptome - Sie sind ähnlich wie Herzanfälle, Schlaganfälle und Epilespie jedoch sind sie im vergleich dazu echt Harmlos.
PA - oder besser wie ich es nenne BS - Body Sensations ruhen allein von der Psyche her.

01.04.2015 15:53 • #2


Hallo Nestor,

ich, weiblich 22, habe das selbe Problem wie du vor ein paar Jahren. Bin gerade auf deinen Beitrag gestoßen, als ich nach Panikattacke oder Epilepsie schauen wollte.. Ich hatte im Urlaub nach einer durchzechten Nacht 2 Krampfanfälle, die damals durch Keppra verhindert werden sollten. Sämtliche EEGs in der Heimat waren unauffällig, mein MRT aber zeigte eine millimetergroße Hippocampussklerose rechts.. daraufhin habe ich natürlich total Panik geschoben. Mein Neurologe versicherte mir, dass das nichts heißen muss und meine Symptome, die ich ihm beschrieb (urplötzliches Panikgefühl, der Drang nach Davonrennen und Benommenheitsgefühl, schlagartiges Gefühl im ganzen Körper und eine enorme Angst vor einem erneuten Krampfanfall, das alles über Minuten oder teilweise Stunden hinweg) nur psychisch sind. Er riet mir, zu einem Arzt für Psychosomatik zu gehen zu gehen. Der sagte mir auch, es wundere ihn nicht, warum ich bei ihm sitze, Meine Diagnose und die Symptome lassen auf eine psychosomatisch bedingte Angststörung mit Panikattacken schließen.
Mir persönlich ist mittlerweile über die 3 Jahre aufgefallen, dass diese Attacken oder was auch immer vermehrt im Winter auftreten, im Sommer kommt das alles weniger oft vor...
Hast du bereits weitere Erkenntnisse gewonnen? Ich wäre dir sehr dankbar!

LG

26.01.2020 12:21 • #3




Dr. Matthias Nagel