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Y
Hey bin 36 Jahre alt, gelernter Informatiker und schneie hier jetz auch mal rein hab schon einige Beiträge gelesen und finde es klasse wie man sich hier gegenseitig hilft ! Ich leide anscheinend schon seit der Kindheit an einer Angststörung die mal mehr mal weniger ausgeprägt war, ich aber immer gut mit umgehen konnte! Nervig sind natürlich die körperlichen Symptome und denke ich hab da bald alles durch, von Bauch- über Magenschmerzen, Rückenschmerzen bis hin zur Seufzeratmung und nun das berühmte Herzstolpern. Sämtliche Symptome sind irgendwie sonst vom einen auf den anderen tag verschwunden, letztere blieben jetzt aber schon bisschen, wird aber schon wieder . Trotzdem finde ich ganz Interessant was meine Psyche so alles kann oder auch nicht kann.

Beispiel : Ganzen Tag immer mal dieses stolpern - rein in die Therme alles weg - raus und wieder da. Komisch wah? Jetzt hab ich noch was spannendes und frage mich obs nur ich so habe. Und zwar kann sich mein Kopf nur auf eine Sache konzentrieren also gibts nur ein entweder oder ! Hab ich das mit dem atmen ist das mit dem herz vergessen, hab ich Schwindel ist der Rest wieder Geschichte und so weiter. Ist wohl was dran mit dem Fokus oder ich bin langsamer als andere kinder. Geht das denn sonst noch jemandem so? Liebe Grüße und schönen Abend allen.

30.09.2022 20:23 • 01.10.2022 x 2 #1


3 Antworten ↓


Angstmaschine
Genau darüber habe ich heute auch wieder mal nachgedacht. Praktisch nie treten bei mir mehrere Hauptsymptome gleichzeitig auf. Oder anders ausgedrückt: es wird nur immer an einer Baustelle gebaut, denn manche Symptome gehören für mich durchaus zusammen.
So habe ich zwar Schwindel meist in Verbindung mit Benommenheit. Wenn ich aber mal wieder meine, ich könnte schlecht Luft holen, habe ich nie Schwindel / Benommenheit und auch kein Herzstolpern und keinen Tinnitus.

Oder ich nehme es schlicht und einfach nicht wahr, weil das andere Problem in dem Moment wichtiger ist.

01.10.2022 00:30 • x 1 #2


A


Körperliche Symptome nur Kopfsache?

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Y
Schon allein die Tatsache sollte uns ja rational den Einfluss der Psyche auf diese Symptome bewusst werden lassen aber ja klingt ganz nach mir wobei ich jetzt nicht davon reden würde, dass irgendwelche Symptome praktisch zusammen gehören. Wenn dann sucht sich das der Kopf aus .

01.10.2022 00:36 • #3


Angstmaschine
Zitat von ylite:
wobei ich jetzt nicht davon reden würde, dass irgendwelche Symptome praktisch zusammen gehören

Naja, bei mir schon, weil: die meisten Symptome haben durchaus körperliche Ursachen bzw. Auslöser, nur a) nicht in der Dramatik, die ich ihnen mit meiner Angststörung zumesse, und b) werden die Symptome durch meine Angststörung ja noch verstärkt. Entweder wirklich verstärkt, weil ich mich z. B. bei etwas höherem Puls aufrege und dann gleich Herzrasen bekomme. Oder scheinbar verstärkt, weil ich mich zu sehr darauf konzentriere.

Eine handfeste Angst vor einer schlimmen Krankheit kann sich durchaus aus einer klitzekleinen, ganz normalen aber vielleicht ungewöhnlichen körperlichen Empfindung entwickeln, wenn ich nur in der rechten Stimmung bin. Kann man auch gut provozieren: achte mal 5 Minuten intensiv auf deinen linken Fuß - da kann man Sachen spüren die man vorher nie wirklich bemerkt hat ...

Zitat von ylite:
Schon allein die Tatsache sollte uns ja rational den Einfluss der Psyche auf diese Symptome bewusst werden lassen

Das ist ja grade der Irrsinn: ich sterbe seit Jahren regelmässig an Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und diversen anderen Krankheiten und zwar immer mit denselben Symptomen. Ich bin noch nie auch nur in Ohnmacht gefallen, aber jedesmal stellt sich die Frage: was ist, wenn es jetzt ... ist? bis hin zu diesmal ist es ganz bestimmt ....

Wie soll ich das auch auseinanderhalten, ich hatte ja noch nie einen Herzinfarkt, Schlaganfall usw.

Und mit dem Alter wird ja durchaus die Chance größer, dass wirklich mal was ist. Aber statt mir dann darüber Gedanken zu machen wenn es soweit ist, breche ich lieber jetzt schon mal vorsichtshalber in Panik aus

Ich weiss aber, dass Du das natürlich etwas anders meinst, denn es geht bei dir ja nicht primär um Angst vor Krankheiten, sondern die körperlichen Symptome deiner Angsterkrankung. Das ist interessant, denn bei mir hat es vor 15 Jahren mit einer Panikattacke und sich daraus entwickelter generalisierten Angststörung mit Depression angefangen.
Seinerzeit natürlich auch mit den ganzen körperlichen Symptomen, die aber nicht sooo ins Gewicht gefallen sind, weil die eigentliche Angst im Vordergrund stand.
Ich konnte damals - abgesehen von den Panikattacken bei denen ich anfangs immer dachte ich sterbe - das schon gut zuordnen, also die körperlichen Symptome der Angst zuschreiben und damit abhaken. Ich hatte da sehr wenig Angst vor Krankheiten, die *beep* Angst (ohne bestimmten Grund) stand im Vordergrund.
Meine eigentliche Angsterkrankung habe ich gut in den Griff bekommen, geblieben sind aber die körperlichen Beschwerden die bei mir nun Angst vor Krankheiten auslösen.

Sorry wegen dem vielen Text, aber das Nachdenken über das Thema hat bei mir was ausgelöst..

01.10.2022 01:33 • #4





Dr. Matthias Nagel