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Marco-OP

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Hallo erstmal in die Runde,

ich bin Marco 48 & OP-Pfleger von Beruf.
Auf Arbeit wurde ich sexuell durch eine Ärztin belästigt. Dies hat sich über fast 5 Jahre hingezogen, von anfänglichen Schmeicheleien bis hin zum Hautkontakt(vermehrt) und streicheln meines Gesäßes.
Über die Jahre habe ich so ein Vermeidungsverhalten entwickelt

Symptome googeln, Arzt gehen, krankschreiben lassen um nicht arbeiten gehen zu müssen / um keine weiteren Anzüglichkeiten zu erfahren.

Der Psychologe in der Tagesklinik meinte ich hätte mir ein negatives Vermeidungsverhalten entwickelt.

Nun habe ich mich aus die Situation mit der Ärztin gebracht.

Aber meine Angststörungen vor Krankheiten haben sich seitdem verdoppelt.
Symptome werden zur Qual
Gespräche aus der Reha helfen nicht mehr
Die Leute in der Reha verstehen einen gefühlt besser, was jedoch nicht stimmt

Meine Frau ist stark, aber auch am Ende ihrer Kräfte.


Wie seid Ihr da so RAUS gekommen?

14.08.2023 #1


28 Antworten ↓
Azure

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Ich kann jetzt nur sagen, was ich persönlich, auf Grund dessen was ich von dir in diesem Thread gelesen habe, versuchen würde:

Bei Verhaltensweisen, die sich über Jahre gebildet haben, würde ich hoffen und versuchen, sie wieder abzutrainieren.

Ausgehend davon, dass bei guter ärztlicher Untersuchung ernsthafte Sachen mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen sind: Wenn Syptome oder Ängste auftreten, bewußt wahrnehmen und die Symptome ruhig erleben und aussitzen (Meditation, Körperbeobachtung) (ich habe das bereits häufiger z.B. bei Migräne und einmal bei starken Scheuerschmerzen auf einer Wanderung gemacht)

Panische Gedanken zum Thema dann zunächst so wertungslos wie möglich beobachten und langsam durch Fragen auf den Grund verfolgen um möglichst gelassen zu werden...
"Was wäre, wenn es sich wirkich um eine unheilbare krankheit handeln würde, was wäre wenn ich noch ein halbes Jahr zu leben hätte, was wäre wenn ich dabei noch schlimme schmerzen hätte, wie könnte ich in so einem Fall noch das beste herausholen."

Hierbei versuchen zunehmend ruhig zu werden....

Vermutlich würde ich auch noch versuchen, die Erlebnisse im OP aufzuarbeiten mit dem Ziel, die Verhaltensweisen der Ärztin zu verstehen und ihr im besten Fall vergeben zu können ( unter deiner Annahme, das es eine psychische Kopplung ist)

Die Basis für die hier aufgeführten Vorschläge stammt von meiner eigenen Erfahrung, dass ich mich in panikähnlichen Situationen und Schmerzen durch Atmung(Meditation) stark beruhigen kann um dann zu entscheiden, wie geht es weiter...

----
Die Idee, der Panik bezüglich Krankheiten durch Fragen auf den Grund ist angelehnt an "Introvision" und "Konstatierendes Aufmerksames Wahrnehmen" und stammt aus einem Buch von Erika Wagner(Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte), das für mich zwar schwer zu lesen war (langatmig und unnötig komplex geschrieben), ich aber den Kern sehr interessant finde: Ängste, Innere Konflikte oder irrationale Verhaltensweisen lassen sich oft auf ziemlich triviale Ängste oder Gefühle runterbrechen und somit leichter erklären und fassen.

* https://ethik-heute.org/introvision-ein...htsamkeit/ versucht
* https://www.introvision.de/was-ist-introvision/das-kaw/
(zufällig habe ich gesehen, dass Erika Wagner vor kurzem verstorben ist)

Da ich nicht weiß, wie "stabil" du bist, empfehle ich, bei Unsicherheit mit erfahrenen Therapeuten das Thema anzugehen...

06.08.2023 20:15 • #23


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A


Die Zeit drängt

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marialola

marialola
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Wenn ich ehrlich bin, kann ich es mir schwer vorstellen, dass ein Mann sexuell von einer Frau belästigt oder bedroht wird. Ich will nicht bestreiten, dass es vorkommen kann, aber der Mann ist nun einmal körperlich überlegen. Ich bin „nur“ eine Frau, aber wenn mir gegenüber ein Mann in diese Richtung lästig wurde, habe ich sofort ganz klar deutlich gemacht, wo bei mir der Hammer hängt. Sorry, wenn ich das so drastisch formuliere. Selbst die Rolle als Vorgesetzter gibt keinem das Recht, so etwas mit mir zu tun und wenn mich jemand an den Po fasst, bekommt er so schnell eine geknallt, dass er gar nicht kucken kann. Wie gesagt, mich macht das richtig böse, dass so etwas über Monate und Jahre geschieht und niemand sich zur Wehr setzt.
Ich wünsche dir natürlich von Herzen alles Gute, dass du da herauskommst. Ich bin nur gerade richtig wütend geworden bei der Vorstellung…

10.08.2023 16:08 • x 2 #25


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Azure
Wie hat sich das entwickelt? War es dir am Anfang egal oder angenehm?

#2


Marco-OP
Am Anfang war es halt so, dass ich mir schon einige Sachen erlauben durfte am OP-Tisch. War noch nicht so erfahren in der Trauma, hat sich aber schnell gelegt.

Aber auch nur weil ich von Anfang an ihr Typ wahr. Sie mochte es gern wenn ich immer am Tisch stand.
Zusätzlich hat sich das Op-Programm so gestaltet, dass ich gezwungenermaßen in Ihrem Op-Saal arbeiten musste.

Am Anfang hat sich die Belegschaft und ich darüber lustig gemacht.
Zum Ende sah es in mir ganz anders aus.
Habe nur noch mitgelacht.

Habe auch gesagt, dass ich glücklich verheiratet bin und Kinder habe, hat sie jedoch nicht interessiert.

#3


Icefalki
Ich denke, dass ist erlernte Hilflosigkeit. Vielleicht wurde das auch schon im Kindesalter "erlernt", was auch immer.

Manchmal reicht es, dass man sich eingesteht, dass man hier seine Probleme hat und man mit Übung eine deutliche Verbesserung erreichen kann.

Ich musste das alles auch erkennen, und lernen, dass man durchaus Nein sagen kann und für sich einstehen kann. Das ist so ein Gesamtkonzept, wie man sich selbst sieht.

Und was Hypochondrie anbelangt, nun, wir im med. Bereich sind da alle ein bisschen mit belastet. Aber davon abgesehen, im Prinzip fühlt man sich ausgeliefert und hilflos, was aber definitiv nie stimmt.

Hier muss man Gefühl und Realität deutlichst trennen.

#4


Azure
War das dann so, dass sich in dir wegen deiner Ehe ein Zwiespalt aufgebaut hat?

Ich kenne es von der Arbeit, dass ich mich früher recht schnell von Kolleginnen distanziert hatte, weil ich ja verheiratet bin. Es gab schon innerlich Konflikte zwischen a) eigentlich noch Kontakt weiter intensivieren, aber auf der andren Seite b) Angst vor irgendwelchen Vorwürfen von Seiten der Frauen oder eben auch c) halbunterbewusstes Bremsen wegen der Ehe.

Ich hatte nie das Problem, dass von weiblicher Seite jemand weitergemacht hätte, wo ich ihr aus dem Weg ging.

#5


Marco-OP
Sie hat halt nicht aufgehört, über die Jahre. Habe es dann im Krankenhaus zur Anzeige gebracht über den Gleichstellungsbeauftragten.

Aber meine übertriebene Angst vor Krankheiten ist geblieben.
Meine Ärztin sagt ich bin der best untersuchste Patient Deutschlands.

3 MRT
7-8 CT Becken, Abdomen und Kopf
3 Gastroskopien
3 Koloskopien
Röntgen, EKG, Blutentnahmen usw.

Habe einfach keine Lust mehr, dass mich die negativ Gedanken bestimmen und mein Leben kontrollieren.

#6


Azure
Siehst du einen direkten Zusammenhang zwischen Angst vor Krankheiten und den Erlebnissen mit der Ärztin?

#7


Marco-OP
Es hat sich daraus entwickelt.
Bin ich der Überzeugung. Aus einem Vermeidungsverhalten hat sich erst eine Somatisierungstörung entwickelt und daraus die Hypochondrie. So haben es mir die Ärztin und der Psychologe in der Reha Klinik erklärt.

#8


MaKaZen
Zitat von Marco-OP:
Sie hat halt nicht aufgehört, über die Jahre. Habe es dann im Krankenhaus zur Anzeige gebracht über den Gleichstellungsbeauftragten.

Hallo Marco-OP
Was hat es mit dir gemacht, wenn die Ärztin deine Grenzen überschritten hat? War da so etwas wie Ohnmacht, Scham, Blockade, Angst, etc.?

x 1 #9


Marco-OP
Von Allem ein bisschen, aber das habe ich denke überwunden.

Was jetzt schlimm bzw unerträglich ist, dass ich aus dem Strudel der Angst nicht mehr hinaus komme. Gerate immer mehr in die „Hypochondrie, was man ja tunlichst vermeiden sollte.

Dafür bräuchte ich Tipps und Lösungsansätze bzw. Ratschläge von ebenfalls Betroffenen.

#10


MaKaZen
Zitat von Marco-OP:
Was jetzt schlimm bzw unerträglich ist, dass ich aus dem Strudel der Angst nicht mehr hinaus komme.

Vor was genau hast du Angst in Sachen körperliche Symptome?

#11


Isabella0305
@Marco-OP
Hallöchen! Ich habe phasenweise auch starke Hypochondrie.
Hast du vor bestimmten Erkrankungen Angst bzw. tauchen immer wieder die selben Dinge auf?
Ich gerate zB „immer wieder gerne“ in den Angststrudel bzgl. Lungen/Luftnot/Ersticken oder Herzerkrankungen.

Hast du in der Tagesklinik bzw. in der Arbeit mit dem Psychologen schon Strategien erarbeitet, die dir helfen bzw. überhaupt nicht helfen?

Liebe Grüße!

#12


boomerine
Ich stell mir nur die eine Frage auf deinen Thread :

Warum jetzt nach 5 Jahren drängt die Zeit ?

x 1 #13


MaKaZen
Zitat von boomerine:
Warum jetzt nach 5 Jahren drängt die Zeit ?

Lass mich es beantworten, weil jetzt mehr Aufmerksamkeit gefragt ist. Der liebe Marco hat Profis in Sachen Ärzte und Therapeuten in seinem direkten Umfeld. Warum also beim Psychic-Forum antanzen?

#14


B
Zitat von MaKaZen:
Lass mich es beantworten, weil jetzt mehr Aufmerksamkeit gefragt ist. Der liebe Marco hat Profis in Sachen Ärzte und Therapeuten in seinem direkten Umfeld. Warum also beim Psychic-Forum antanzen?

Mieser Kommentar!

Das Forum ist doch dazu da, sich mit ebenfalls Betroffenen auszutauschen. Und das ist noch mal ganz was anderes als mit Profis, die die Dinge selbst aber nie erlebt haben.

#15


MaKaZen
Zitat von Bunbury:
Und das ist noch mal ganz was anderes als mit Profis, die die Dinge selbst aber nie erlebt haben.

Wie kommst du auf diese Behauptung?

#16


D
Bitte streitet euch doch nicht hier.

Ich verstehe noch immer nicht den Zusammenhang zwischen den Geschehnissen und der wie du sagst daraus resultierenden Hypochondrie?
Und wenn beides Hand in Hand ging, warum ist letzteres noch da, wenn ersteres verarbeitet ist, wie du sagst?

Das passt für mich nicht zusammen.

x 1 #17

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MaKaZen
Zitat von Dunkelbunte:
Das passt für mich nicht zusammen.

Für mich auch nicht. Da wurde ich zum ersten Mal stutzig. Erst dachte ich, der arme Kerl will es allen Recht machen und dann stelle ich fest, dass Marco alles unter Kontrolle hat und haargenau weiss, was er will. Ist bloss meine bescheidene Vermutung, dass Marco hier einen Raum vermutet, wo er dringend benötigte Aufmerksamkeit kriegt. Ich will das nicht bewerten, einfach mal so als Tatsache in den Raum stellen.

x 1 #18


Marco-OP
@Dunkelbunte die Ärztin ist nun seit 1 1/2 Jahren ja nicht mehr in meinem näheren Umfeld tätig.
Jedoch habe ich die Verhaltensweisen über 5Jahre erlernt.

Symptome googeln
Zum Arzt gehen und soweiter
Und aus den Verhaltensweisen hat sich die Hypochondrie entwickelt und da stecke ich nun fest

x 1 #19


Marco-OP
@Marco-OP und einer der Psychologen meinte das was man erlernt, braucht doppelt solange um wieder zu verschwinden

#20


A


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