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Yisrael
http://www.christophervogt.de/fileadmin ... atisch.pdf

Ich find den text sehr intressant und treffend formuliert (:

28.05.2013 13:22 • 01.06.2013 #1


27 Antworten ↓


Ja, es trifft den Nagel auf den Kopf was viele psychich Kranke und nicht psychisch Kranken oft und lange mitmachen musste und machen.
Aber Zeit ist Geld und Untersuchungen sind teuer.... Tjaja.

28.05.2013 13:35 • #2



Das ist wohl psychosomatisch

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Dieser Journalist sieht die Welt durch die Brille des Betroffenen. Aber er ist genau von dem Gegenteil dessen betroffen, was die meisten hier betrifft. Psychosomatik ist keine Verlegenheitsdiagnose, es ist alltägliche Erfahrung in den Arztpraxen, und genau deswegen kommt es in Einzelfällen vor, dass sich dann doch mal was handfestes hinter den Beschwerden verbirgt. Ich kenne persönlich einige Fälle, wo Menschen mit ihrer psychosomatischen Anfälligkeit alt werden und im Alter viel weniger Beschwerden haben, teils auch ohne echte Behandlung. Ich kenne keinen einzigen Fall, wo jemand zu Schaden kam, weil der Arzt falsch auf Psychosomatik diagnostizierte.

28.05.2013 16:26 • #3


Also da kenn ich schonmal mich. Und viele andere. Es ist ein unding, wenn man Jahrelang wie ich mit einer Li rumläuft, was den Darm nachweißlich langfristig schädigen kann nur weil alle meinen es wäre psychosomatisch. Vor über 10 Jahren war das nunmal noch nicht so verbreitet mit den Nahrungsmittelunverträglichkeiten, weshalb da keiner nach geschaut hat. Blutwerde und Ultraschall etc. waren immer unauffällig also hat man sich die Mühe erspart weitere Untersuchungen zu machen.
Oder wie bei einer Freundin, bei nach Jahrzehnte erst die Schilddrüsenunterfunnktion jezt behandelt wird, die die hälfte auch ihrer psychischen Beschwerden ausgelöst hat. Ich kann dir dutzende von solche Beispielen bringen und die Liste endlos fortführen. Selbst ich hab noch eine Reihe von Ungereimtheiten um sich kein Arzt kümmern will sondern lieber Ads verschreiben will. Zb gegen falsche Hormonwerte und eine möglicherweiße fehlende Niere. WTf. Ich habs nur einfach aufgebenen mit denen rumzudiskutieren zumal man die Untersuchungen doch nicht bekommt. Die Ärzte sehen meine Arme, also müssen alle Beschwerden zwangsläufig psychisch sein. Das kotzt echt an.
Wenn die Ärzte auch nur ein Indiz für die Psyche haben, schauen sie schlichtweg nicht weiter nach. Und das ist ein Unding. Man wird einfach nicht mehr für voll genommen.

28.05.2013 16:33 • #4


Omg. Bitte entschuldigt die Schreibfehler und vergessenen Buchstaben

Zu der Nierengeschichte im übrigen: Ich hab nahe zu alle Symptome einer chronisch Schwachen Niere! Und man sagte mir damals beim Arzt, solange ich keine Beschwerden habe, ist das allein kein Ding, aber ich hab die Beschwerden seit Jahren und sie nehmen zu. Ist schon doof, dass keiner die Nieren untersuchen will, nur weil man alles auf die Psyche schiebt. Ist ja auch einfacher und billiger. Schilddrüsen, Nierenerkankungen, Darmerkrankungen, etc die unerkannt bleiben sind sehr wohl alle äußerst schädigend auf die Dauer und da gibt es wie gesagt noch eine ganze Reihe weiterer Erkrankungen.

28.05.2013 16:47 • #5


Hallöchen! Ich kann allein aus meinen eigenen Erfahrungen berichten... vielleicht hatte ich ja auch nur Pech. Mit 14 hatte ich 4 Jahre lang starke Schmerzen in der rechten Leiste. Ich war bei unzähligen Ärzten welche von Blinddarm, über Eierstockentzündungen bis hin zu psychosomatischen Beschwerden alles diagnostizierten. Mir wurde sogar gesagt das mein Eierstock so geschädigt sei, dass er funktionsunfähig wurde. Wenn ich das heute meinen Frauenarzt erzähle kann er nur mit dem Kopf schütteln. Meine Eltern verboten mir damals dann weitere Ärzte aufzusuchen, da sie sich schon wegen mir schämten... ich konnte teilweise kaum noch aufrecht gehen vor schmerzen.... nach 4 Jahren hatte ich dann einen verklemmten riesigen Leistenbruch und mußte Notoperiert werden. 1997 bekam ich Schmerzen in der rechten Hand. Ich hatte auch wieder eine Emense Ärzteodyssee hinter mir. Ich konnte meine Hand nachts nur noch auf einen Kissen höher als meinen Körper legen da die Schmerzen sonst unaushaltbar waren. Die Hand wurde innerhalb eines Jahres immer dicker... die Aussage der Ärzte.... die linke Hand ist halt nicht wie die rechte... Röntgen erfolgte, zahllose Untersuchungen bei verschiedenen Handchirurgen und Spezialisten.... mir wurde empfohlen einen Psychologen aufzusuchen.... ein Jahr später wurde meine Hand auf einmal lila... Es hatte sich ein 2 cm großer Tumor (gutartig aber so häufig wie eine Sechslingsgeburt wie der Chefarzt meinte) an der Versorgungsader von Zeigefinger und Daumen gebildet und in dem Tumor eine Thrombose..... Die OP dauerte 4 Stunden. 1999 bekam ich ein Rezidiv und es mußte die gesamte Handinnenfläche von Handgelenk bis zum Zeigefinger aufgeschnitten werden. Ich habe durch dieses und noch andere einige andere Geschichten, die ich Euch hier ersparen möchte, kein Vertrauen mehr in irgendwelchen Arzt. Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich dann eine Angststörung bekommen..... wer hätte das nicht. Ich bin jetzt seit einem Jahr zuhause aufgrund von schlimmen körperlichen Beschwerden. In jedem Krankenhaus wird es als psychisch abgetan. Meine Psychologin, die ich mir dann selbst gesucht habe rät mir... suchen sie sich einen guten Arzt, ihre Beschwerden sind nicht psychosomatisch. Leider machen es sich die Ärzte oft einfach und die Patienten werden einfach mit AD ruhig gestellt. Niemand weiß was los ist und ich führe kein Leben im Moment. Ich bin fast Bettlägerisch und Angst macht mir kein Herzrasen oder so, sondern dass ich einfach keine Hilfe bei meinen Beschwerden bekomme. Ich kann nur Raten, sich trotz psychosomatischer Beschwerden immer auch Differentialdiagnostisch untersuchen zu lassen! Ich möchte hiermit aber auch auf keinen Fall Leugnen, dass es ein großes Beschwerdebild auf der psychosomatischen Ebene gibt! LG Sandra!

28.05.2013 17:04 • #6


Toller und treffender Artikel!

28.05.2013 19:32 • #7


Zufälligerweise die passende Doku zum Artikel gefunden, am Anfang beginnt die Geschichte einer Frau die an vermeindlichen Panikattacken litt (Rest der Doku ist für Krankheitsphobiker nicht geeignet)

!

28.05.2013 23:29 • #8


Wir sind hier aber im Krankheitsphobiker-Forum. Wenn ein Kind abends nicht einschlafen kann, weil es Angst vor Einbrechern hat, sollte man ihm dann den aktuellen Polizeibericht vorlesen?
Ärzte sind keine Götter - Journalisten aber auch nicht. Die Realität in den Praxen ist: Psychosomatik ist häufig, irgendwelche Bagatellen auch, und auch Leute wie wir, die einfach Angst haben. Sonst würde es diese Psycho-Diagnose nicht geben, wenn in Wirklichkeit häufig was echtes dahinter stecken würde. Ärzte denken zuerst an das, was häufig ist - vor allem auch bezogen auf Alter, Vorgeschichte, Lebenssituation. An der Psycho-Diagnose verdienen sie übrigens am wenigsten.

29.05.2013 08:05 • #9


@dieJule

ich habe expizit darauf hingewiesen, dass der Rest des Videos für Krankheitsphobiker nicht geeignet ist (wobei die Doku harmlos ist). Verstehe jetzt den Vergleich nicht ganz.
Einem Kind kann man die Angst in erster Linie durch Vermittlung von Schutz und Geborgenheit nehmen, ein weiterer wichtiger Faktor ist, die Fragen des Kindes nie unbeantwortet zu lassen. In deinem Beispiel wäre es, dass Einbrüche im Vergleich zu keinen Einbrüchen sehr sehr selten vorkommen, das Haus geschützt ist etc.

Das selbe gilt für Krankheiten. Der Urzustand des Menschen, mit all seinen körperlichen Fähigkeiten, ist Gesund zu sein. Krankheit ist kein Dauerzustand und kommt im Vergleich ebenso selten vor.

Außerdem halte ich die These falsch, dass an der Psycho-Diagnose Ärzte nichts verdienen sollen. Es ist inzwischen eine sehr schnelle und fast auf jede Befindlichkeit treffende Diagnosestellung möglich. Siehe dazu die Statistiken über psychosomatische Erkrankungen in den letzten 10 Jahren und die Verordnungen an AD's. Finde das stinkt gewaltig nach Fließbanduntersuchungen Profit.

29.05.2013 08:58 • #10


Psychische Erkrankungen nehmen zu, weil die Leute mehr Stress und Druck haben, weil sie allein sind, weil man offener damit umgeht - nicht weil es sich die Ärzte leicht machen. Die Diagnostik wird immer leichter, ausgefeilter und schneller, so dass es (im Gegenteil) viel länger dauert, bis man wirklich sagt: Psyche. Oder hat vor zwanzig Jahren jeder Hypochonder sein CT,MRT oder so zur beruhigung gekriegt?
Wenn ein Antidepressivum die Symptome nach paar Wochen verschwinden lässt, dann war die Verschreibung richtig. Der Streit um die Menge der Verschreibung ist ein Widerstreit zwischen medikamentöser vs. Gesprächstherapie - mit Diagnostikmüdigkeit hat das wenig zu tun. Wenn es jemanden gäbe, der Interesse daran hätte, die Leute mit ihren Problemen allein zu lassen, dann wären es die Kassen.

29.05.2013 09:23 • #11


Dann erkläre doch ma bitte, wieso ein Arzt interesse daran haben sollte, langwirige und teure Untersuchungen zu machen, vorallem wenn das standart kleine Blutbild nicht total verschoben ist?
Erkläre mir auch bitte, wieso auch ganz offensichtliche leichte Verschiebungen aber mit Symtomen keiner weiteren Abklärung bedürfen laut der Ärzte?
Und Erkläre mich bitte auch, in wie fern die Pharmaindustrie ein Interesse an gesunden Menschen hat?
Nur um mal einige sehr oberflächliche Fragen zu stellen. Ich mein, dir ist schon klar, dass dem Arzt nur eine bestimmte Zeit (Punkte) von den Kassen bezahlt bekommt. Alles was an Behandlung darüber hinaus geht, arbeitet der Arzt mal salopp gesagt umsonst. Die meisten Ärzte sind darauf nicht sonderlich erpicht bei zich Patienten ihr Kontingent zu übersteigen und für umme zu arbeiten.
Welches Interesse sollten die Kassen haben, Untersuchen zu zahlen, die einen Wert von mehreren hundert bis tausend Euro haben? Ich weiß nicht, ob dir klar ist, wie teuer manche Untersuchungen sind. Schon ganz simple das große Blutbild oder Hormonuntersuchungen etc. das geht schnell mal in die Hunderte. Stell dir vor nur jeder zweite will solche nur minimal größeren Untersuchungen? Wer selber dazu zahlt oder die Untersuchungen komplett selber zahlt, bekommt die natürlich auch eher.
Man muss sich doch ganz einfach nur mal mit dem System auseinander setzten. Und wenn du schon von früher anfängst, dann vergleich es doch richtig.
Das sind Sachen die nicht auf persönlicher Erfahrung beruhen sondern die man überall nach lesen kann, wozu es unzählige Dokus, Reportagen, Ärzteproteste, Rechtsskandale, etc. gibt.

Es bestreitet niemand, dass es psychische Krankheiten gibt, bei denen ein AD wunderbar wirkt und das beste Medi ist, aber es ist einfach nicht alles psychisch und die Ärzte haben guten Grund sich nicht lange mit ihren Patienten zu beschäftigen.
Und nun zu dem persönlichen Teil, wie erklärst du, dass man zb bei mir Jahrelang sagte meine Beschwerden seien psychich und sich dann schlussendlich doch eine Li raustellte?
Oder das man Lianda mit einem Tumor! in diese Kathegorie einordnen wollte? Zum Thema Turmor und Ärzte haben keine Lust kenn ich noch eine viel horrormäßigeren Geschichte falls du die höhren möchtest?

Und ich für meinen Teil bin kein Krankheitsphobiker. So ganz und gar nicht. Nur weil das hier in dem Thread steht, heißt ja nicht, dass jeder der dazu einen Beitrag schreibt und auch das Problem hat. Ich bin fast nie beim Arzt anzutreffen. Nichtmal mit einer Erkältung oder ähnlichem. Nur wenn wirklich länger etwas nicht stimmt. Ich hab mich bisher 3! mal in meinem Leben dazu hinreißen lassen mit den Ärzten um Untersuchungen zu Kämpfen bei denen meinte es wäre nicht nötig. 1 hab ich bekommen, da wurde die Li entdeckt. Eine hab ich nur halb bekommen, da wurd es mir zu blöd. Raus kam das meine Hormone verschoben sind (steht schwarz auf weiß auf dem Laborbericht) und die Ärztin lügte mir eiskalt ins Gesicht und meinte alles sei wie im Bilderbuch. Ich sollte ADs nehmen. Äh bitte was?! Und eine Untersuchung bekam ich bis heute nicht weil die etwas aufwändig und wohl teuer ist. Ist schon bischen seltsam wenn man im Ultaschall keine zweite Niere findet, dass man nicht nach der Sucht!
Das war bisher alles. Da kann man echt nicht von Krankheitsphobiker bei mir reden, nur ums mal gleich klar zu stellen.

29.05.2013 13:21 • #12


Dieses Forum heißt Angst vor Krankheiten und nicht Angst vor dem Gesundheitssystem - mit Verlaub, unser Gesundheitssystem ist immerhin eins der besten auf der ganzen Welt, bei allen bekannten Schwächen.

29.05.2013 14:42 • #13


Das ist wirklich eine gute Erklärung auf meine Fragen - not. Warum erklärst du deine Meinung nicht argumentativ? Ichhab nichts dagegen wenn du mir mit sinnige Argumente anführst und eine andere Sichtweiße aufzeigen kannst oder gar mich überzeugen zu lassen.
Aber auch wenn das hier das Forum für Angst vor Krankheiten ist, heißt das wie oben geschrieben nicht, dass alle Leute die einen Beitrag zu der Thematik schreiben auch Krankheitsphobiker sind.
Ich hab nie behauptet, dass unser System besonder Schlecht wäre oder so und auch nicht das andere Systeme besser oder schlechter wären als unseres. Aber ich kann auch nicht drüber Urteilen wie Ärzte in anderen Systemen Diagnostizieren oder Untersuchungen anordnen, weil ich dort nie behandelt wurde, also kann ich nur Bezug auf das hiesige System nehmen.

29.05.2013 14:50 • #14


Hallo, wie kann es sein das ein normaler Hausarzt der in seiner Ausbildung keine psychischen Erkrankungen studiert hat Psychopharmaka verscheiben kann? Ich finde sowas fahrlässig ohne Ende. Meine Psychologin ist sehr verwundert das ihr seit einigen Jahren immer mehr Leute überwiesen werden, die im nachhinein eine körperliche Erkrankung aufweisen die für ihre Beschwerden zuständig waren. Wie soll sie denen helfen? Mit einer Entspannungstechnick nach Jacobsen? Nur weil das Blutbild OK ist wird dem nicht weiter nachgegangen und die Menschen leiden weiter. Na klar bekommt man daraufhin irgendwann Depressionen. Wer will schon dauerhaft schwere Beschwerden haben? Und es werden immer wieder neue psychische Krankheiten definiert die dann wieder mit Psychopharmaka behandelt werden. Die Pharmaindustie freut sich und verdient sich dumm und dämlich!

http://kulturstudio.wordpress.com/2013/ ... akonzerne/

Psychische Erkrankungen werden immer mehr zu einem lukratives Geschäft, und dass zum Leidtragen der Menschen. Wenn du ne Erkältung hast oder eine sofort messbare Erkrankung dann wird dir auch geholfen, wird es komplexer bekommt der Arzt Angst um sein Budget und bekommt eine Psychotherapie empfohlen. Schildert man seinem Hausarzt mehr als 3 Symptome wird einem gesagt dass man aber ganz schön in sich reinhorcht und es geht in Richtung psychosomatik.

29.05.2013 14:58 • #15


Wir Hypochonder leiden unter einer Wahrnehmungsstörung, was den Körper und mögliche Krankheiten angeht. Wenn der Arzt sagt: Alles ok, dann gibt uns das irgendwie keine Ruhe. Und warum? Weil uns unter anderem diese ganzen Arztgeschichten im Kopf rumgeistern, wo mal was seltenes nicht gleich gesehen wurde.
Und dann wird hier - wo es darum geht, sich gegenseitig zu beruhigen - gesagt: Hey Leute, die faulen Ärzte übersehen immer alles, glaubt ihnen nicht, dass das alles psychisch ist.
Kein Arzt denkt zuerst an Krebs oder sowas, wenn ein junger Mensch mit irgendwelchen unspezifischen Beschwerden kommt. Er denkt zuerst daran, dass er Angst, Stress oder sowas hat - und das denkt er nicht aus Faulheit, sondern aus tagtäglicher Erfahrung und er muss gähnen - und genau deswegen passiert dann auch mal ein Fehler.

29.05.2013 15:27 • #16


Wir Hypochonder... Danke auch. Hab ja schonmal gesagt das nicht alle die hier schreiben, da dazu gehören. Aber schön wenn das Argument konsequent übergangen wird. Hat langsam etwas von einer dreisten Unterstellung.

Jaja nicht alle jungen Menschen haben ernste Krankheiten... Und weil viele so stereotypisch denken passierts dann das man animmt Schlaganfall,Herzinfarkt, Alzheimer, Parkinson, Niereninsuffizienz etc. wären Dinge die nur alte Menschen erleiden können etc.

Nun ich kenne einen der mit 21 zum erstenmal an Krebs erkrankt war. Als er mit 28 dann mit einer vermeindlichen Bronchitis zum Arzt ist und diese 3 Monate später immer noch da war, kam der Arzt doch mal auf Drängen hin auf die die Idee ein paar Parameter mehr zu erheben. Nichts desto trotz viel zu spät. Der Tumor in der Lunge (Tennisball groß) wurde dann in der Notaufnahme entdecket als der junge Mensch mit akuter Atemnot eingeliefert wurde. Ein Jahr später ist er übrigens gestorben, nachdem der ganze Körper vom Krebs zerfressen war.

Oder was ist mit den Jungen Menschen die ich kenne, die Schilddrüsenunterfunktionen und chronische Niereninsuffizienz haben und täglich Tabletten nehmen müssen. Dürfen die auch nicht haben, weil junge Menschen ja nicht krank werden sondern nur stressbedingt eine Hypochondrie entwickeln?

Der Gedanke, das junge Menschen nicht ernsthaft krank sein können oder manches Alterskrankheiten wäre ist sowas von überhohlt eigentlich! und absolut fahrlässig.

29.05.2013 15:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von dieJule:
Die Diagnostik wird immer leichter, ausgefeilter und schneller, so dass es (im Gegenteil) viel länger dauert, bis man wirklich sagt: Psyche.


@dieJule

Kennst du den aktuellen Diagnosekatalog eigentlich?
Ärzte dürfen jetzt eine Depression diagnostizieren, wenn die Trauer um einen nahen Angehörigen über einen Zeitraum von 2 Wochen geht. Kannst du allen ernstes solch einer Diagnostik als ausgefeilt betrachten?

Die von dir geschilderte Realität, Ärzte würde abwarten und als allerletzte Möglichkeit die Psyche in betracht ziehen, habe ich bisher so noch nie erlebt, sondern vielmehr das Gegenteil.

Ich kenne sogar einige Fälle, wo verschiedene Orthopäden aufgrund von Rückenschmerzen/Bandscheibenproblemen zur Schmerzlinderung Lyrika oder Diazepam an unterschiedliche Menschen verschrieben haben, ohne jegliche Hinweise auf Nebenwirkungen etc sondern nur mit einem Nebensatz:man hätte gute Erfahrungen damit gemacht na toll..

Verstehe natürlich, dass du als Hypochonder durch solche Threads wie diesen Angst bekommst, aber hier wird nicht über lebensbedrohliche Krankheiten sondern um Grundsätzliches zum Thema Angst geschrieben und ein wenig kritisch reflektiert.

29.05.2013 16:00 • #18


Chihuahua Love
Zitat von dieJule:
Dieses Forum heißt Angst vor Krankheiten und nicht Angst vor dem Gesundheitssystem - mit Verlaub, unser Gesundheitssystem ist immerhin eins der besten auf der ganzen Welt, bei allen bekannten Schwächen.


Ich dachte, es heißt Angstforum.....dann wäre ich ja total falsch hier
Wo hast Du her, das unser Gesundheitssystem eines der Besten ist?
Sorry, wer Probleme hat, sich gewisse Dinge hier durchzulesen....der muß es nicht! Ich meide auch gewisse Themen, prangere aber niemanden an, wenn er darüber schreiben möchte!

Ich finde den Bericht, als auch die Doku sehr interessant, eigentlich mein Denken, das viel zuviel heutzutage gleich psychisch krank dargestellt wird. Ich wäre froh, es gäbe bei mir eine organische Ursache....dann hätte ich wenigstens etwas.....

29.05.2013 16:53 • #19


Hallo,
ich habe die Diskussion zu diesem Thema sehr interessiert verfolgt. Doch nun möchte ich auch mal was dazu schreiben.
Es mag ja sein, daß manche vermeintlich psychische Erkrankungen dann letztendlich doch eine mehr oder weniger ernsthafte organische Ursache haben. Der größere Anteil der Psychosomatisch Kranken ist wohl auch wirklich psychisch krank. Fehlerhafte Diagnosen gibt es immer. Diagnosen stellen Menschen und Menschen machen eben Fehler.
Ich möchte mal anhand meiner Person erzählen wie lange es dauerte bis endlich die Diagnose Angst- und Panikstörung sowie Depression gestellt wurden.
Es begann alles vor ca. 8 Jahren. Davor war ich 30 Jahre lang so gut wie nie beim Arzt. Warum auch. Ich war topfit.
Zuerst kam meine Tochter mit einer leichten körperlichen Fehlbildung zur Welt. Bumm, erster Stressfaktor. Dadurch Stress mit der Frau, weil sie während der Schwangerschaft noch rauchte. Bumm, zweiter Stressfaktor.
Danach Hausbau, dritter Stressfaktor. Dazu kommt dann noch der Schichtdienst als Lokführer und zwei Unfälle an Bahnübergängen mit Fahrzeugen. Stressfaktor Nummer drei und vier.
Plötzlich begannen die körperlichen Probleme. Ich konnte Nachts nicht mehr schlafen und das über mehrere Monate. Wenn ich mal einschlief dann wachte ich schweißgebadet irgendwann auf.
Tagsüber war mir total schwindlig und ich stand völlig neben mir. War nur noch mies gelaunt.
Im Internet recherchierte ich dann über die Symptome bei Dr. Google. Ein schwerer Fehler. Viele Symptome deuteten auf Lymphdrüsenkrebs hin. Ich machte mich dementsprechend verrückt und es begann eine Ärzteodysee.
Nach einiger Zeit kamen weitere Symptome hinzu. Ich bekam Durchfall und nahm über 10kg in wenigen Wochen ab.
Dr. Google sagte Darmkrebs. Und weiter ging die Angstspirale.
Weitere Arztbesuche und mehrtägige Aufenthalte in Krankenhäusern folgten. Mittlerweile spielte auch das Herz eine wichtige Rolle. Dies gipfelte in einer Stadtrundfahrt mit dem Rettungswagen in die nächstgelegene Klinik wegen Herzinfarktsymptomen. Bei dem einwöchigen Klinikaufenthalt inklusive eingehender Herzuntersuchung kam nichts raus. Alles in Ordnung.
Das einzige was in den vergangenen Jahren an gesicherten Sachen rauskam war eine Schilddrüsenunterfunktion mit Knoten in der Schilddrüse. Meine Werte sind unter L-Thyroxin Gabe aber super eingestellt. Soll heißen, daß die Unterfunktion quasi nicht vorhanden ist.
Seit ungefähr einem Jahr habe ich für die Nacht ein Atemgerät, da eine Schlafapnoe diagnostiziert wurde. Aber auch nach diesem Jahr unter regelmäßiger Nutzung und Überprüfung der Funktion und Verträglichkeit im Schlaflabor besserte sich nichts an meinen Symptomen. Somit scheidet die Schlafapnoe auch aus.
Von diversen Untersuchungen bei Orthopäden und Heilpraktikern wegen der teils heftigen Rücken-/Nackenprobleme möchte ich nicht zu viel schreiben, sonst sprengt es den Rahmen.
Demnächst beginne ich eine Psychotherapie in der Uni Marburg. Mittlerweile glaube ich nicht mehr an organische Ursachen, sondern bin überzeugt davon, daß es einfach die Masse der Ereignisse war, die psychisch bedingt, die körperlichen Symptome ausgelöst haben.
Für mich selbst habe ich akzeptiert, daß es nichts organisches ist und habe begonnen das Ganze zu akzeptieren. Ich habe damit angefangen Muskelentspannung nach Jacobsen zu machen, gönne mir öfter mal meine Auszeiten und gehe vieles mit mehr Ruhe an. Ich habe gemerkt, daß es hilft.
Leider ist es so, daß in unserer heutigen Gesellschaft der Leistungsdruck immer mehr steigt. Werte wie Familie und die Zeit dafür verfallen leider immer mehr. Heutzutage werden, zum Glück, psychische Erkrankungen besser diagnostiziert und behandelt. Nicht umsonst ist die Zahl der Suizide seit Jahren rückläufig.
Puuh, das ist jetzt sehr lang geworden, aber ich musste das mal los werden.

Grüße euer Lukas1974

29.05.2013 19:59 • #20



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