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Miiu Miau
Mir ist da was aufgefallen...bei meiner Angst. Was mich stutzig macht. Nämlich, wenn es mir gut geht, wenn ich Angstfrei bin, wenn ich richtige Entspannung erlebe, dann beginnt mein Körper direkt neue Symptome zu produzieren und Angst und Verspannung kommt zurück. So als dürfe es mir nicht gut gehen, als würde irgendwas in mir sich nicht erlauben, dass es mir gut geht.

Ich warte schon etwas länger auf nen ambulanten tiefenpsychologischen Therapieplatz, da ich feststellen durfte, dass die Verhaltenstherapie bei mir eher zu seiner Symptomverschiebung führt. Daher möchte ich verstehen, warum ich die Angst nicht los werde.

Z.B. im Moment. Am Sonntag waren wir spazieren. 6 km bergauf, bergab...im Schwarzwald. Wunderschön, aber sehr sehr anstrengend. Zwischendrin hab ich mich etwas überanstrengt und mir wurde etwas schwindelig. Aber danach gings mir gut.
Gestern war ich dann in der Sauna. Das erste Mal ohne Herzneuroseängste. Und hatte auch ne schöne Hotstone-Massage (herrlich). Ich war super entspannt, mir gings super gut. Bis dann Abends plötzlich Druck auf der Brust auftrat und ich anfing zu denken, ich könnte mein Herz total überansprucht haben...und nun ist es aus mit mir. Die Nacht war furchtbar...ich hab dauernd Angst vor einen Herzinfarkt gehabt. Hatte merkwürdige Träume, in denen meine Mutter genervt von meiner Angst mit mir zur Notambulanz gefahren ist. Ich bin dauernd aufgewacht. Heute fühle ich mich schwindelig, verspannt (Entspannung von gestern natürlich weg ). Und innerlich stark angespannt, ängstlich.

Ich frag mich nur...warum? Warum jetzt? Ich habe gerade Urlaub, hab nach sehr langer Stressphase (Jobsuche, nachdem meine alte Arbeitsstelle aufgrund meines Krankheitsausfalls im Frühjahr nicht verängert wurde), viel Frust (nur schlecht bezahlte PIA-Stellen gefunden gehabt - PIA = Psychologe in Ausbildung, also ohne abgeschlossene Psychotherapeutenausbildung), und Ängste arbeitslos zu werden, viel Verarscherei an meinem letzten Arbeitsplatz von Seiten meiner Vorgesetzten...usw., nun endlich eine neue Arbeitsstelle ab dem 01.12. gefunden.

Also eigentlich sollte ich entspannt und zufrieden sein. Aber stattdessen spinnt mein Kopf rum und sucht sich wieder etwas, was Angst macht (mein Herz...das Lieblingsobjekt meines Kopfes...).
Als ob ich nicht entspannt und zufrieden sein darf. Nur ich verstehe es nicht...verstehe mich nicht.

Ich hatte im September ne Abklärung auf der Kardiologie im KH. Herzultraschall, Blutwerte, Belastungs-EKG, Ruhe-EKG, Röntgenbild...alles okay. Ausser dass ich keine Kondition beim Belastungs-EKG hatte. Was ja nichts schlimmes ist...nur ärgerlich.
Ich vermeide auch nichts, lebe mein Leben relativ normal, nehme keine Medikamente (ausser Lasea).

Ich würde einfach nur gerne verstehen, wieso ich so merkwürdig reagiere.

28.10.2014 15:30 • 01.11.2014 #1


19 Antworten ↓


Hallo !

Wahnsinn ! Heute wollte ich einen Thread zu GENAU diesem Thema eröffnen.
Ich habe gerade keine Zeit, muss gleich weg.

Aber morgen werde ich ausführlicher antworten.

Nur eines kurz vorweg: wir können uns die Hände reichen. Mir ergeht es exakt genau wie dir.
Kaum geht es mir besser oder sogar gut -> bumm ! schlägt die Angst wieder zu.
Der Zustand "entspannt-und angstfrei" macht mir ganz offensichtlich große Angst.

Ich kann daher sooo gut nachvollziehen, was du schreibst.
Du bist damit also keineswegs alleine !

Wie schon geschrieben, ich melde mich morgen ausführlicher.

Liebe Grüße, Tanilein

28.10.2014 17:31 • #2



Darf Entspannung und Wohlgefühl nicht sein?

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Hotin
Hallo Miiu Miau,
was verstehst Du denn nicht?
Für mich hört sich das, was ich gelesen habe so an, als wenn Du ein äußerst aktiver Mensch bist.
Kann das sein, das Du immer Vollgas fährst. Standige Uberbelastung verstärkt die Angstgefühle.
Ansonsten weißt Du ja sicher, das die Angst (D)ein Steuer-mechanismus ist. Angst ist oft sehr
hilfreich und eigentlich immer da. Nur die Stärke der Empfindung must Du regeln (dies kannst
und must Du beeinflussen). Übrigens, wie entspannst Du denn. Der Zeitraum bei einer Mass.
ist zur Entspannung natürlich viel zu kurz.

Darüber gibt es noch viel mehr zu sagen. Aber ich weiß ja kaum etwas von Dir.

Viel Grüße
Hotin

28.10.2014 17:33 • #3


Miiu Miau
Liebe Tanilein,

es ist echt zum verrückt werden. Eigentlich sollte man es doch geniessen, dass es einem gut geht, statt es sich wieder mit Angst zu vermiesen. Ich weiss auch, dass da irgendwie was faul ist, aber ich komm nicht dahinter was. Deswegen will ich ja auch eine tiefenpsychologische Therapie machen, aber die Wartezeiten sind wie überall echt übel.

Freu mich schon auf deinen Beitrag.


Lieber Hotin,

leider ist das nicht das Problem. Die Überanstrengung der letzten 2 Tage waren eher Zufall. Ich achte seit meiner Reha sehr auf mich, gönne mir auch viel Ruhe, versuche mit immer mehr Erfolg ein achtsames Leben zu leben, tue mir Gutes...etc.

Zitat:
Für mich hört sich das, was ich gelesen habe so an, als wenn Du ein äußerst aktiver Mensch bist.
Kann das sein, das Du immer Vollgas fährst.


Nein...so jemand bin ich nicht. Selbst in der totalen Streßsituation mit Jobsuche hab ich darauf geachtet, dass ich mir immer wieder Auszeiten nehme, schöne Dinge für mich tue, mich Abends verwöhne, auch bei der Arbeit ausreichend Pausen mache, pünktlich Feierabend mache...etc.
Ich kenne mich mit allen Verhaltenstherapeutischen Ansätzen hinsichtlich Angsttherapie in- und auswendig aus. Nur komm ich eben damit nicht mehr weiter, da irgendwas in mir blockiert. Wende ich die VT-Techniken an, führt das zu einer Symptomverschiebung...was nicht so dolle ist. Daher will ich ja nun dahintersteigen, was da irgendwie in mir falsch tickt. Irgendwas unbewusstes ist da am Werk. Und was das genau ist, das verstehe ich (noch) nicht.

Zitat:
Übrigens, wie entspannst Du denn. Der Zeitraum bei einer Mass.
ist zur Entspannung natürlich viel zu kurz.


Na ja...40 Minuten heiß Stone Mass. und davor 2 Saunagänge und danach 2 Saunagänge inklusive einem leichten Mittagessen, Ruhephasen mit guter Lektüre...finde ich schon recht ausreichend Zeit für Entspannung.

Ansonsten entspanne ich mit Spaziergängen, Lesen, positiven Aktivitäten wie Fotografieren und Nähen, Kuschelln mit Schatz, Achtsamkeitsübungen, bei der Arbeit mit Pläuschchen mit Kollegen, guten Gesprächen...etc., ich achte recht viel auf Psychohygiene und Selbstfürsorge.

28.10.2014 19:14 • #4


Hallo und guten Morgen Miiu Miau,

so, da bin ich nun.

Also zu deinem Beitrag kann ich aus meiner Erfahrung das gleiche berichten.

Ich hatte in den letzten 3-4 Jahren eine unruhige und insgesamt recht stressige Zeit. Teilweise beruflich (aber mehr im zwischenmenschlichen Bereich), teilweise privat.
Jedenfalls hatte ich keine echte Ruhe und irgendwas war immer, worüber ich mir Sorgen machte.
Das ganze gipfelte dann letztes Jahr, als ich zwei Tumoren in der Lunge hatte. Einer davon gutartig, einer bösartig. Der bösartige war noch auf die Schleimhaut begrenzt und konnte vollständig entfernt werden. Bei den bisherigen Nachkontrollen war alles gut und meint Arzt meint, so wird es auch bleiben.
Ich bin also köperlich wieder hergestellt, was mir aber geblieben ist, ist eine ausgewachsene Angststörung, vor allem was Gesundheitsängste betrifft.

Sehr sehr langsam berappele ich mich zwar einigermaßen, aber was mir wirklich stinkt, ist, dass ich nun bemerke, dass ich angstfreie Zeiten kaum "aushalten" kann.
Obwohl das mein großes Ziel ist, angstfrei zu sein, macht mir genau das immer wieder große Angst.

Wenn also beruflich, privat alles bestens ist, die Bude ist geputzt, die Finanzen sind in Ordnung, die Kollegen sind nett, das Wetter auch, dann passiert es : ich bekomme Angst.

Meine Psychotherapeutin hat mir erklärt, dass das davon kommt, dass mir der Zustand, Angst zu haben, eben total vertraut ist.
Wenn ich nun also einmal relativ angstfrei bin, dann ist das ein Zustand, der mir fremd ist.
Und dieses fremde Gefühl macht mir dann wieder Angst. Also versuche ich unbewusst, diesen vetrauten Zustand wieder herzustellen und "suche" mir wieder die nächste Angst.
Die Angst als Selbstzweck quasi, so skuril das auch klingt.
Außerdem habe ich beobachtet, dass ich glaube, es könnte "fahrlässig" sein, wenn ich keine Angst habe.
D.h., ich bilde mir ein, ich wäre durch die Angst "vorbereitet", um Schlimmeres zu verhindern. Was natürlich völliger Quatsch ist.
Was passieren soll, wird passieren, egal, ob ich mir vorher das Hirn zermartert habe oder nicht.

Aber soviel ich auch theoretisch über Ursprung und Struktur meiner Angst weiß, so wenig ist es mir praktisch möglich, sie abzustellen oder wenigstens einzudämmen.
Das ist ein echter Teufelskreis und bisher habe ich keine Strategie gefunden, um dem zu entkommen.

Du siehst:ich habe bestes Veständnis für das, was du schilderst.

Du schreibst in deinem Beitrag, die Psychotherapie habe bei dir zu einer "Symptomverschiebung" geführt ...
Kannst du mir das mal genauer erläutern ?
Das interessiert mich.

Vielleicht finden wir zusammen einen Weg, diesen Teufelskreis Wohlbefinden->Angst->Angstbewältigung->Wohlbefinden->Angst zu durchbrechen ?

Ich wünsche dir und uns dafür jedenfalls alles Gute.

Tanilein

P.S. Übrigens: ich versuche auch seit geraumer Zeit, wieder abzuspecken. Mein derzeit negatives Körpergefühl befeuert meine Angst nur noch mehr.
Andererseits habe ich nur die Kraft, mich um mein Gewicht zu kümmern, wenn es mir psychisch einigermaßen gut geht.
Womit ich dann im nächsten Teufelskreis stecke ....

29.10.2014 10:24 • x 1 #5


Celestine
Angst als Gewohnheit? Da habe ich mich lange gegen gesträubt. Wie krank ist das denn, dass man sich an sowas Fieses gewöhnen und es sich sogar durch Gedanken herbeizaubert?
Heute weiß ich, dass es so ist. Habe dies lange und intensiv in der Therapie bearbeitet. Dabei gibt es nicht nur einen Aspekt, es ist vielschichtiger!
1. Es darf mir nicht gutgehen (hat mit Erlebtem und Erlerntem aus der Vergangenheit zu tun)
2. Bei der Angst weiß ich, was ich habe und wie es funktioniert ( gibt Sicherheit, so paradox wie es klingen mag)
3. Die Neuronen in meinem Kopf kennen die Wege der Angst sehr gut, ist wie eine Autobahn, Und es kostet natürlich Überwindung diese zu verlassen und neue, unbekannte und schlecht befahrbare Wege zu nutzen
Dies sind so meine Erkenntnisse, an denen ich arbeite. Und es bedeutet wirklich ARBEIT, jeden Tag und immer wieder aufs neue. Bis irgendwann eine neue, angstarme Gewohnheit da ist...
Diesen Zustand wünsche ich uns allen!

29.10.2014 10:38 • x 2 #6


Zitat von Celestine:
Angst als Gewohnheit? Da habe ich mich lange gegen gesträubt. Wie krank ist das denn, dass man sich an sowas Fieses gewöhnen und es sich sogar durch Gedanken herbeizaubert?
Heute weiß ich, dass es so ist. Habe dies lange und intensiv in der Therapie bearbeitet. Dabei gibt es nicht nur einen Aspekt, es ist vielschichtiger!
1. Es darf mir nicht gutgehen (hat mit Erlebtem und Erlerntem aus der Vergangenheit zu tun)
2. Bei der Angst weiß ich, was ich habe und wie es funktioniert ( gibt Sicherheit, so paradox wie es klingen mag)
3. Die Neuronen in meinem Kopf kennen die Wege der Angst sehr gut, ist wie eine Autobahn, Und es kostet natürlich Überwindung diese zu verlassen und neue, unbekannte und schlecht befahrbare Wege zu nutzen
Dies sind so meine Erkenntnisse, an denen ich arbeite. Und es bedeutet wirklich ARBEIT, jeden Tag und immer wieder aufs neue. Bis irgendwann eine neue, angstarme Gewohnheit da ist...
Diesen Zustand wünsche ich uns allen!


Sehr schön hast du das auf den Punkt gebracht.
Genau so ist es nämlich !

29.10.2014 11:42 • #7


Miiu Miau
Guten Morgen tanilein,

vielen lieben Dank für Deine Antwort. Es tut verdammt gut, verstanden zu werden.

Du hast ja auch ordentlich was durchgemacht.

Mir gings wie Dir. Ich habe seit Ende 2009 eine ziemlich heftige Zeit hinter mir. Ende 2011 dann meine allererste Panikattacke. Die hab ich noch gut in den Griff bekommen und war bis Ende 2012 recht Panikfrei. Dann kam dieser lange schneereiche Winter und ich hab beim Fahren bei Glatteis wieder eine Panikattacke bekommen. Ab da an gings dann nur noch bergab. Zumal die Arbeit mich zeitweise völlig überforderte.

Zitat von tanilein:

Sehr sehr langsam berappele ich mich zwar einigermaßen, aber was mir wirklich stinkt, ist, dass ich nun bemerke, dass ich angstfreie Zeiten kaum "aushalten" kann.
Obwohl das mein großes Ziel ist, angstfrei zu sein, macht mir genau das immer wieder große Angst.


Das war auch ein Gedanke, den ich mir gestellt hab. Ich hab im letzten Sommer versucht meine Angst "auszusetzen". Mein Freund nennt sie immer mein kleiner Teufel im Kopf, der mir schlimme Dinge einflüstert. Also hab ich im Urlaub, als ich so gefrustet war, weil ich wieder die ganze Nacht Todesängste ausgestanden hatte, gedacht...so ich setzt das blöde Vieh (Teufelchen) jetzt am Straßenrand aus. Imaginationsmethoden sollen ja gut funktionieren. Hat sie auch...nur leider nicht so wie geplant. Ich hab das Vieh gedanklich an den Straßenrand gesetzt. Und keine 5 Minuten später wieder eingesammelt, weil ich es nicht ertragen konnte, dass ich es da sitzen lasse. Da kam mir auch der Gedanke, dass irgendwas in mir diese Angststörung festhält. Dass sie noch ne tiefere Funktion hat, als ich bisher dachte.

Zitat von tanilein:
Meine Psychotherapeutin hat mir erklärt, dass das davon kommt, dass mir der Zustand, Angst zu haben, eben total vertraut ist.
Wenn ich nun also einmal relativ angstfrei bin, dann ist das ein Zustand, der mir fremd ist.
Und dieses fremde Gefühl macht mir dann wieder Angst. Also versuche ich unbewusst, diesen vetrauten Zustand wieder herzustellen und "suche" mir wieder die nächste Angst.
Die Angst als Selbstzweck quasi, so skuril das auch klingt.


Nein...klingt irgendwie, wenn man drüber nachdenkt, total logisch.

Zitat von tanilein:
Aber soviel ich auch theoretisch über Ursprung und Struktur meiner Angst weiß, so wenig ist es mir praktisch möglich, sie abzustellen oder wenigstens einzudämmen.
Das ist ein echter Teufelskreis und bisher habe ich keine Strategie gefunden, um dem zu entkommen.


Leider hört da bei mir auch meine Fachkenntnis auf. Deswegen renne ich ja immer noch mit meiner Angst rum. Obwohl ich ja eigentlich wissen müsste, wie sie wegzubekommen ist...


Zitat von tanilein:
Du schreibst in deinem Beitrag, die Psychotherapie habe bei dir zu einer "Symptomverschiebung" geführt ...
Kannst du mir das mal genauer erläutern ? Das interessiert mich.


Ich hatte anfänglich typische Panikattacken. Ich hab das einfach ignoriert, mich mit den Ängsten konfrontiert, Angst ausgehalten...etc. Also typisches Verhaltenstherapeutische Vorgehen. Die Panikattacken gingen dann auch zurück. Und stattdessen kamen dann diverse körperliche Beschwerden. Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden (bzw. was sich danach anfühlte), extreme Verspannungen, Wahrnehmungstörungen, Schwindelgefühle. Was dann wieder anfing starke Angst auszulösen. So bekam ich meine Herzneurose. Wenn ich konkrete Sachen habe, vor denen ich Angst habe (wie z.b. die letzten Monate keinen Job zu finden), dann sind die körperlichen Beschwerden eher im Hintergrund. Wenn ich dann meine Angst ignoriere, oder wenn ich davor flüchte (essen, fernsehen, Ablenkung), dann kommen sofort die Körpersymptome zurück...oder wenn ich halt die Krise überstanden hab (wie jetzt mit der neuen Stelle).


Zitat von tanilein:
Vielleicht finden wir zusammen einen Weg, diesen Teufelskreis Wohlbefinden->Angst->Angstbewältigung->Wohlbefinden->Angst zu durchbrechen ?


Das wäre wirklich schön . Ich versuche ja gerade zu vermeiden, meine Gefühle zu vermeiden. Auch hinsichtlich dem Fluchtverhalten Essen, dass ich habe. Hab da von ner Kollegin ein Buch empfohlen bekommen, in dem darauf eingegangen wird, dass Essen als Betäubung dient, wenn man dazu neigt ständig zu viel zu essen. Um eben die ganzen unguten Gefühle zu betäuben. Und dass es hilft, sich den Gefühlen zuzuwenden, statt zu essen. Und damit man es auch schafft auf Dauer normal und gesund zu essen.
Da die Achtsamkeit auch sagt, man soll seine Gefühle annehmen und sich ihnen zu wenden, ohne sie zu bewerten, arbeite ich derzeit daran. Aber scheitere noch oft daran, dass ich nicht klar fühle, was ich fühle...sondern mehr Körper spüre dann. Manches kann ich inzwischen übersetzen. Wut spüre ich zum Beispiel oft als starke Verspannung im Nacken, statt als Gefühl.

Zitat von tanilein:
Ich wünsche dir und uns dafür jedenfalls alles Gute.


Das wünsche ich dir und mir ebenfalls


Zitat von tanilein:
P.S. Übrigens: ich versuche auch seit geraumer Zeit, wieder abzuspecken. Mein derzeit negatives Körpergefühl befeuert meine Angst nur noch mehr.


Kenne ich auch. Hab durch die letzten 2 Jahre 30 Kilo zugenommen und versuche gerade mein Essen zu normalisieren. Hab ich weiter oben schon geschrieben .
Wenn es dich interessiert, kann ich dir den Namen des Buches gerne geben .

Liebe Grüße
Miiu Miau



Guten Morgen Celestine


Zitat von Celestine:
Angst als Gewohnheit? Da habe ich mich lange gegen gesträubt. Wie krank ist das denn, dass man sich an sowas Fieses gewöhnen und es sich sogar durch Gedanken herbeizaubert?
Heute weiß ich, dass es so ist. Habe dies lange und intensiv in der Therapie bearbeitet. Dabei gibt es nicht nur einen Aspekt, es ist vielschichtiger!
1. Es darf mir nicht gutgehen (hat mit Erlebtem und Erlerntem aus der Vergangenheit zu tun)
2. Bei der Angst weiß ich, was ich habe und wie es funktioniert ( gibt Sicherheit, so paradox wie es klingen mag)
3. Die Neuronen in meinem Kopf kennen die Wege der Angst sehr gut, ist wie eine Autobahn, Und es kostet natürlich Überwindung diese zu verlassen und neue, unbekannte und schlecht befahrbare Wege zu nutzen
Dies sind so meine Erkenntnisse, an denen ich arbeite. Und es bedeutet wirklich ARBEIT, jeden Tag und immer wieder aufs neue. Bis irgendwann eine neue, angstarme Gewohnheit da ist...
Diesen Zustand wünsche ich uns allen!


vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich habe ja auch stark die Vermutung, dass es sehr vielschichtiger ist, als ich bisher (bei mir) vermutet habe.
Interessant finde ich Deinen Aspekt: Es darf mir nicht gut gehen!
Ich hab mich auch schon gefragt, ob das bei mir irgendwo dahinter steckt. Wobei ich eigentlich davon überzeugt bin, dass es mir auf jeden Fall gut gehen darf...
Aber ich hab in der Reha feststellen müssen, dass mein Selbstbild hinter meiner eigenen Fassade doch ziemlich mies aussieht. Und ziemlich verdreht. Seit dem frage ich mich, ob das nicht doch auch ein Grund mit sein könnte. Dass ich denke, dass ich es nicht verdient habe zufrieden und glücklich zu sein...

Hast Du schon Erfolg bei Deiner Arbeit an deinem Ziel? Wie machst Du das? Hast Du Strategien dafür? Ich bin da sehr neugierig, weil mir bisher, bei all der Fachkenntnis, die ich habe, keine für mich einfallen. Klingt total blöd...ist aber leider so

Liebe Grüße
Miiu Miau

29.10.2014 11:57 • x 1 #8


Celestine
Hallo Miiu Miau,

der Erfolg stellt sich ein, sobald man erkannt hat, dass die Verantwortung bei einem selbst liegt und nicht bei dem Therapeuten, Lebenspartner etc. Und was ich Dir noch sagen kann ist, dass die Gefahr besteht, dass man sich zu sehr in der Ursachenforschung verhaspelt und dabei das tatsächliche Leben im Hier und Jetzt vergißt. Aufarbeiten ist gut, sich falsche Gedankengänge aunschauen auch-aber darüber sollte man darauf achten, dass man selbst in den Händen hat, was sich wann wie ändert. In diesem Lernprozess stecke ich gerade mittendrin und es ist nicht gerade einfach

29.10.2014 16:08 • #9


Hallo Ihr alle,

das hier ist mein Thema, ausgerechnet heute! Da bin ich heute früh aufgewacht und hatte ein richtig gutes Gefühl für diesen Tag und mein Befinden. Und wie jedes Mal, wirklich jedes Mal, wenn es mir gut geht, frage ich mich: Na, dann wollen wir mal abwarten, wie lange sich das hält...

Es ist wie bei Euch: Ich denke mir dann, ha, so gut kann es mir doch gar nicht gehen. Dann gehe ich fürsorglich mit mir um, sage mir, dass alles seine Richtigkeit hat, dass es mir gutgehen darf, versuche achtsam zu sein, mich auf das zu konzentrieren, was der Tag bringt.

Und zwei Stunden später geht es munter los: Heute ist es mal wieder die Übelkeit mit Unmengen von Luft im Bauch. Ich kann das kaum noch einsortieren, weil sich sofort Panik darüberlegt.

Und ja, für mich habe ich den verhaltenstherapeutischen Ansatz auch verworfen. Ich habe viele Techniken durch, die auch kurzfristig helfen (z.B. dabei, einen Termin nicht abzubrechen oder auf der Autobahn nicht auf den Standstreifen zu fahren). Aber ich hatte irgendwann gegen Ende des letzten Jahres den Eindruck, dass ich tiefer schürfen muss und habe mich für eine tiefenpsychologische Therapie entschieden. Seit Jahresbeginn bin ich nun dabei und es gibt da tatsächlich so etwas wie einen Ansatz. Dem kann ich aber noch nicht trauen: Ständig sagt das Teufelchen auf meiner Schulter: Komm, das ist doch albern, von diesen Kindheitsgeschichten kann doch heute dein Körper nicht mehr so verrückt spielen, da muss was anderes dahinter stecken...

Heute ist es mal wieder ganz schwer. Aber es ist großartig, hier von Euch zu lesen. Mir kommt es manchmal so vor, als hätte ich auf der Panikleiter eine Stufe erklommen und sei nun so was wie eine fortgeschrittene Panikerin. Auf diese Expertise könnte ich gut verzichten...

Euch und uns jedenfalls weiterhin schönes Lernen! Ich lese gern von Euch!

30.10.2014 13:03 • x 1 #10


Hallo Venta,

einen ganz tollen Beitrag hast du da geschrieben. Danke dafür.

Wie du ja sicher schon gelesen hast, können wir deine Schilderungen hier bestens nachvollziehen.

Manchmal erschrecke ich mich regelrecht, wenn ich erkenne, dass ich mal für eine Zeit "vergessen" habe, Angst zu haben.
Dann macht sich eine Art schlechtes Gewissen breit und ich frage mich, ob ich vielleicht verpasst habe, ausreichend auf der Hut gewesen zu sein durch meine Sorglosigkeit.
Und welche Folgen das haben könnte...
Und dann fasse ich eine Art Entschluss, der alles ad absurdum führt, was ich eigentlich erreichen will. Ich nehme mir vor (natürlich nicht bewusst), wieder "vorsichtiger", d.h. ängstlicher zu sein.
Völlig aberwitzig.
Du siehst: ich traue ebenfalls dem Braten nicht, wenn es mir gut geht.
Vielleicht denke ich mir auch " Wenn du ständig in Angst und Sorge lebst, vielleicht ist der Fall dann nicht so tief, wenn es wirklich mal wieder einen echten Grund gibt, sich Sorgen zu machen"
Ach Mensch, ich weiß es doch auch nicht.

Was ich aber weiß ist, dass es mir ebenfalls ungeheuer hilft, hier von Leuten zu lesen, die EXAKT die gleichen Probleme haben und bei denen sich genau die gleichen Muster zeigen wie bei mir.
Das macht mir immer wieder bewusst, dass es die Krankheit ist, die mich so stresst und keine "begründeten" gesundheitlichen Probleme.

Deshalb hoffe ich, dass der Austausch hier am Leben bleibt.

Es grüßt euch lieb
Eure Tanilein

30.10.2014 13:23 • #11


Venta, ich habe mir jetzt mal auch andere deiner Beiträge zu Gemüte geführt.

Ich will dir sagen, ich finde deine Beiträge extrem toll. So ehrlich, so intelligent, so reflektiert !

Und ich erkenne mich sooo sehr in dem, was du scheibst (mal abgesehen vom Alter ) wieder.

Ich hoffe, wir können hier noch viel von dir lesen.

Gruß von der anderen Krebsängstlichen

30.10.2014 13:34 • #12


Ach Tanilein, das ist ja nett von Dir. Und mir nachgerade peinlich, denn ich komme mir in meinen schlechten Zeiten alles andere als reflektiert und intelligent vor...

Eine Sache beschäftigt mich im Augenblick: Ich meine manchmal, dass es vielleicht zu vermessen ist, zu wollen, dass die Ängste einfach aufhören oder weggehen. Sicher, das wäre das Allerschönste, was ich mir denken kann, aber ist es auch realistisch? Wäre es nicht viel sinnvoller und auch besser zu erreichen, wenn ich diese Zustände einfach anders annehmen könnte, schneller wieder zurück könnte? Damit meine ich nicht dieses verhaltenstherapeutische Annehmen im Sinne von "Hallo Angst da bist du ja wieder", sondern ein tieferes im Sinne von: "Das bin ich, das ist so, ich werte das nicht. Es ist nicht meine Schuld. Es macht nichts besser und nichts schlechter." Noch etwas: Ich kann Eure Gedanken hinsichtlich des vorsorglichen Sorgens so gut verstehen: Mir gefällt die Formulierung, dass man glaubt, die Fallhöhe im Ernstfall geringer halten zu können (was natürlich Unsinn ist). Kennt Ihr folgende Situation: Jemand erzählt von einem schlimmen Erlebnis, der Erkrankung einer anderen Person, einem Unfall o.ä. So einer Erzählung folgt gern mal abschließend ein "Ja, wer rechnet denn schon mit sooo was?" Ihr wisst genau, was ich dann denke, oder? Nämlich: "Hä? Wie bitte? Selbstverständlich denke ich an so etwas, und zwar immer und ständig! Wie kann man bitteschön nicht an so etwas denken?"

Es gibt noch viel zu tun... Ich grüße in die Runde und hüpfe jetzt von dannen, leicht beschwingt ein "ehrlich-intelligent-reflektiert-ehrlich-intelligent-reflektiert" vor mich hinsummend...

30.10.2014 17:59 • #13


Guten Morgen Venta und die anderen,

dein Ansatz, einfach an-und letztlich hinzunehmen, dass man nunmal eine Angst-Persönlichkeit ist", das wäre schon ein erster Schritt.
Das Problem ist halt einfach, dass die Angst, insbesondere wenn sie akut auftritt, bei mir alles dominiert.
Klar denken ist dann in dem Moment Fehlanzeige.
Die Sypmtome der Angst beherrschen dann alles und leider insbesondere das wichtigste, nämlich meinen Verstand
Ich bin in diesen Situationen so überrollt von der Angst, dass alle meine Strategien, die ich erlernt habe, versagen. Da ist dann einfach nur noch diese blöde Angst.

Was mir ein wenig hilft, ist die Methode, dass ich mir sage: " Um 14.00 Uhr wird es besser, bis dahin hälst du einfach durch".
So ist es nämlich bei mir: die Angst ist morgens beim Aufstehen noch nicht da; offenbar pennt die weiter, wenn ich armes Ding schon aufstehen muss
Aber dann, so gegen 9.00 Uhr spätestens, kommt sie gekrochen.
Der Gipfel liegt dann meistens so um 11.00-12.00 Uhr und dann, ab 14.00 Uhr wird es schlagartig besser. Abends bin ich oft völlig angstfrei.
Und da ich das weiß, fällt es mir in letzter Zeit oft leichter, die Angst auszuhalten, weil ich weiß, es WIRD dann besser und bis dahin halte ich es schon noch aus.
Diese Strategie hilft mir ganz gut, muss ich sagen.
Bei großen und akuten Ängsten versagt sie allerdings auch

Und klar, das kenne ich, dass andere - gesunde - Menschen gerne mal diese "Aha-Erlebnisse" haben, wenn man von einem Krankheitsfall oder ähnlichem hört.
Die sind dann echt vom Donner gerührt, während ich mir denke "Ja, wieso denn nicht" ?
Überhaupt gehen die meisten Leute ja mit dem Bewusstsein durch´s Leben "Mich wird es schon nicht treffen".
Während wir Angsterkrankten eher davon ausgehen "Warum soll es mich nicht treffen; ich ziehe das ständig und täglich in Erwägung " ?
Eine gesunde Mischung zwischen Sorglosigkeit und Entspannung und auf der anderen Seite Verantwortungsbewusstsein für seinen Körper - das wär´s .

Aber ich gebe dir recht: Das ist noch ein hartes Stück Arbeit !
Aber hey, arbeiten können wir doch, oder

In diesem Sinne ein sorgenarmes Wochenende ( "sorgenfrei" wäre utopisch, deswegen wünsche ich das erst gar nicht )

31.10.2014 08:56 • #14


Celestine
Guten Morgen Tanilein,

es ist interessant, dass Deine Ängste oft mit der Uhrzeit kommen und gehen. Bei mir ist es meist der Abend und die Nacht, die ganz oft angstbesetzt sind. Tagsüber habe ich dann meine Ruhe, was natürlich gut ist, zum Bewältigen des Alltags
Ich frage mich, ob diese unterschiedlichen Zeiten etwas mit dem Ursprung der Angst zu tun haben. Dunkelheit, also der Abend und die Nacht bringe ich bei mir mit dem offensichtlichen Auslöser der Angststörung in meiner Kindheit in Verbindung. Kannst Du das mit Deinen Angst-Zeiten auch?

31.10.2014 09:18 • #15


Hallo Celestine,

nein, einen solchen Zusammenhang konnte ich bisher nicht feststellen.
Ich erkläre mir das eher so, dass ich morgens, wenn ich noch müde bin, einfach gedanklich noch keinen Raum für die Angst habe.
Man sagt ja auch : Müdigkeit ist der Feind der Angst.
Sobald ich richtig wach bin und der Tag mit seinen unvorhergesehenen Ereignissen und Anforderungen vor mir liegt, kommt dann die Angst.
Vielleicht, weil ich ängstlich bin, vor dem, was der Tag alles bringen könnte.

Um ca. 14. 00 Uhr ebbt das dann dramatisch ab.
Warum und aus welchem Grunde - keine Ahnung.

Allerdings gilt dieses Zeitmuster nur für meine übliche, alltägliche Angst.

Wenn ich z.B. nach Feierabend noch einen Arzttermin o.ä. habe, dann habe ich auch abends noch wahnsinnige Ängste zum Teil.

Ach, alles nicht so leicht !

31.10.2014 09:25 • #16


Celestine
Das mit der Müdigkeit und Angst funktioniert bei mir leider nur ganz selten. Oft bin ich so müde, dass mir fast die Augen zufallen und dennoch schrecke ich dann immer wieder in Panik hoch...

Aber die Unterscheidung zwischen der üblichen Angst und Angst vor bestimmten Situationen habe ich auch.

Du hast recht, echt kompliziert das ganze!

31.10.2014 09:35 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Miiu Miau
Zitat von Celestine:
Hallo Miiu Miau,

der Erfolg stellt sich ein, sobald man erkannt hat, dass die Verantwortung bei einem selbst liegt und nicht bei dem Therapeuten, Lebenspartner etc. Und was ich Dir noch sagen kann ist, dass die Gefahr besteht, dass man sich zu sehr in der Ursachenforschung verhaspelt und dabei das tatsächliche Leben im Hier und Jetzt vergißt. Aufarbeiten ist gut, sich falsche Gedankengänge aunschauen auch-aber darüber sollte man darauf achten, dass man selbst in den Händen hat, was sich wann wie ändert. In diesem Lernprozess stecke ich gerade mittendrin und es ist nicht gerade einfach


Hallo Celestine,

die Verantwortung liegt immer bei einem selbst. Auch wenn ich denke, dass einiges aus der Kindheit stammt, so bin ich heute erwachsen und kann nicht mehr meine Eltern dafür verantwortlich machen.
Ursachenforschung ist für deswegen wichtig, weil ich verstehen möchte, warum ich so denke/handle/reagiere, wie ich es tue. Ich möchte mich selbst verstehen. Um mein jetziges Leben im Hier und Jetzt zu verstehen. Warum kommen mir z.B. die Tränen, sobald ich den Eindruck habe etwas falsch gemacht zu haben? Warum bleib ich viel viel viel zu lange in für mich schädlichen Verbindungen (Beziehungen), statt diese zu kappen? Warum wehre ich mich nicht, sondern ziehe mich zurück? Warum neige ich so dazu mich selbst zu verdammen?
Ich denke, um neue, gesündere Wege einzuschlagen, braucht es das Verständnis, warum man bisher es nicht geschafft hat, diese einzuschlagen.

Ich glaube, dass es nicht einfach ist/wird. Aber ich glaube auch, dass es sich die Arbeit lohnt.



Zitat von Celestine:
... Bei mir ist es meist der Abend und die Nacht, die ganz oft angstbesetzt sind. Tagsüber habe ich dann meine Ruhe, was natürlich gut ist, zum Bewältigen des Alltags
Ich frage mich, ob diese unterschiedlichen Zeiten etwas mit dem Ursprung der Angst zu tun haben. Dunkelheit, also der Abend und die Nacht bringe ich bei mir mit dem offensichtlichen Auslöser der Angststörung in meiner Kindheit in Verbindung. Kannst Du das mit Deinen Angst-Zeiten auch?


Das ist echt interessant . Teilweise kenne ich das auch wie ihr. Bzw. es gibt bestimmte Situationen, die ich ganz klar mit nem Auslöser in zusammenbringen. Z.b. immer ca. 15 Minuten nach Sport/Anstrengung. Das liegt wohl daran, dass ich meine erste Panikattacke nach dem Joggen hatte. Und zwar ca. 15 Minuten nachdem ich aufgehört hatte zu joggen und gemächlich auf dem Heimweg war.

Aber ich habe auch Abends oft die größten Angstzustände. Wobei ich das immer eher so interpretiert habe, dass dann genug Ruhe da ist, dass es mir bewusst wird, ich meinen Körper und meine Gefühle mehr spüre...den Stress vom Tag...etc. Also nicht genug Ablenkung mehr da ist.

01.11.2014 14:39 • #18


Miiu Miau
Zitat von tanilein:
Überhaupt gehen die meisten Leute ja mit dem Bewusstsein durch´s Leben "Mich wird es schon nicht treffen".
Während wir Angsterkrankten eher davon ausgehen "Warum soll es mich nicht treffen; ich ziehe das ständig und täglich in Erwägung " ?
Eine gesunde Mischung zwischen Sorglosigkeit und Entspannung und auf der anderen Seite Verantwortungsbewusstsein für seinen Körper - das wär´s .

Aber ich gebe dir recht: Das ist noch ein hartes Stück Arbeit !
Aber hey, arbeiten können wir doch, oder

In diesem Sinne ein sorgenarmes Wochenende ( "sorgenfrei" wäre utopisch, deswegen wünsche ich das erst gar nicht )



Hallo tanilein,

ja so ein bisschen mehr Sorglosigkeit fände ich auch net schlecht. Oder tatsächlich endlich komplett zu kapieren, dass man das Leben genießen, leben soll. Und zwar mit dem Gedanken: sche.... auf Morgen, denn heute leb ich!
Aber ich bekomm das auch net hin. Wenn ich wieder denke: Warum sollte bei mir alles gut gehen? und Angst bekomme, dass etwas Schlimmes passiert, mein Herz stehenbleibt...etc., dann dreht sich mein Kopf nur noch um das, statt in dem Moment das Leben voll und ganz in mich aufzusaugen.

Irvin Yalom nennt es den Weckruf, den man hat, wenn man feststellt, dass man nicht ewig lebt. Nur irgendwie wach ich nicht auf. Obwohl ich es doch weiss, wie wichtig es ist aufzuwachen...

Miiu Miau

01.11.2014 14:55 • #19


Celestine
Hallo Miiu Miau,

Du hast absolut recht, man kann nicht seine Eltern und seine Kindheit für alles und jedes verantwortlich machen. Ich glaube, es sollte auch nicht um die Schuldfrage gehen. Wenn es eine "Schuld" in diesem Zusammenhang überhaupt gibt. Für mich ist es wichtig, mein heutiges Erleben und Fühlen zu verstehen. Und da gibt es bei mir ganz viele Kausalitäten zu dem, was mir in der Kindheit widerfahren ist.

Deine Idee mit der Sorglosigkeit finde ich genial! So ganz manchmal blitzt sowas bei mir durch, etwas in der Art wie "Ich lebe und kann das Leben genießen, tun und lassen was ich will..." aber die Gewohnheit der Angst, der Automatismus ist (noch) zu stark. Aber man kann daran arbeiten....

01.11.2014 16:33 • #20



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