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Eric1986

Eric1986

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Hallo liebe Community,

Ich bin 28 Jahre alt und neu hier im Forum. Kurz zur Vorgeschichte. Ich leide seit meinen 14 Lebensjahr an Zwangsstörungen. Damals haben alle das als kleine "Macke" empfunden. Bis zu mein 24 Lebensjahr war ich diesbezüglich auch nie in psychiatrischer Behandlung. Mit 18 Jahren wurde bei mir erstmals ein WPW Syndrom diagnostiziert, bemerkbar durch plötzliches Herzrasen mit über 200 Puls. Dies wurde durch eine EPU mit Ablation bei der Bundeswehr therapiert, hatte auch danach 4 Jahre Ruhe, wobei es immer mal wieder aufgetreten ist, ich mir Anfangs jedoch keine Gedanken gemacht habe. Jedoch war dieses Herzrasen einmal so stark, das ich keine Luft mehr bekommen habe, ich dachte ich muss sterben. Seit dem Tag fing alles an. Ich konnte meiner Arbeit nicht mehr nachgehen, bin mind. dreimal in der Woche in die Notaufnahme gefahren, nach langen hin und her wurde dann eine Panikstörung und Zwangsstörung diagnostiziert. Um das körperliche abzuklären, würde ich nochmals in einer Spezialklinik am Herzen einer EPU unterzogen, der Arzt sagte mir damals, das WPW Syndrom wurde geheilt. Dann folgte eine psychiatrische Tagesklink von neun Wochen und eine Psychosomatische Reha von 6 Wochen, seit dem nehme ich täglich 40 mg Fluoxcetin und 95 mg Metroprolol, es wurden viele Medis probiert, z.B. Seroquel, Citalopram usw. Als "Notfallmedizin" nehme ich 1 mg Lorazepam. Nun war ich seid 3 Jahren wieder arbeiten und ich hatte die Ängste und Zwänge gut im Griff.

Nun bin ich seid juli diesen Jahres wieder krank geschrieben, erst wegen burn out, nun hat sich mittlerweile wieder die Angst manifestiert. Vor allem höre ich wieder sehr genau auf meinen Körper, so hätte ich zum Beispiel über mehrere Wochen Schmerzen im rechten Unterleib, natürlich habe ich immer an den Blinddarm gedacht, obwohl mir zig Ärzte gesagt haben das es der Blinddarm nicht ist. Zwischenzeitlich war ich auch wieder in der Tagesklinik, leider wurde die Behandlung pausiert, da mein Psychologe der Meinung ist, wenn ich mir immer Absicherung von Ärzten hole, eine Verhaltenstherapie gegen meine Ängste wenig Sinn macht. Ich solle mich nochmals körperlich durch checken lassen und wenn auch ICH der Überzeugung bin, das meine Körperlichen Beschwerden psychosomatisch sind, wieder kommen.

Also war ich schon zur Magenspiegelung, bis auf übermäßig viel Magensäure alles okay, beim Orthopäden wurde BWS Syndrom diagnostiziert, bekomme manuelle Therapie und habe auch Beschwerden vom Rücken. Nächste Woche geht es noch zum Lungenfacharzt und dann Internist. Vor zwei Wochen musste ich wieder zu Lorazepam greifen da mich mein Höher Blutdruck in Panik versetzt hat. Ich habe seid dem jeden Tag mehrmals meinen Blutsruck kontrolliert. Jetzt hätte ich ein Langzeitblutdruck und der Arzt sagt ist alles okay. Nun zermürben mich diese Herzstolperer, immer wenn diese auftreten, verfalle ich sofort in Panik, Google über die Symptome usw. Ich denke ihr kennt das Prozedere. Laut EKG ist aber alles i.O. Aber ich bilde mir doch die Rhytmusstörungen nicht ein. Ich verfalle richtig in eine Deprission. Ich muss noch 2 Wochen warten bis ich den Termin beim Internisten habe, ich habe Angst vor jeden Tag und warte auf das Herzstolpern. Manchmal sehe ich mich schon im Sarg liegen, einfach schrecklich.

Was habt ihr für Tipps für mich, wie ich mich wieder ein bisschen runter fahren kann? Ich kann und will auch nicht jeden Tag Lorazepam schlucken und auch nicht wider jeden Tag in die Notaufnahme, ich schäme mich ja schon dafür.

Sorry das ich so viel geschrieben habe, aber vielleicht hilft das mich zu verstehen.

LG

08.11.2014 21:21 • 10.11.2014 #1


2 Antworten ↓


Gerd49


Hallo Eric,

ich möchte dich recht herzlich bei uns im Forum begrüßen.
Hier kannst du dich mit eine Menge Leute austauschen, am besten du schnupperst einmal hier hinein:

mitgliedervorstellungen-f58/extremes-herzstolpern-und-angst-t60995.html

LG

Gerd

08.11.2014 21:45 • x 1 #2


Pienimusta

Pienimusta


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Hallo Eric,

ich hab mal gelesen, dass diese Stolperer nach erfolgreicher Ablation vorkommen können. Das heißt ja nicht, dass das Herzrasen davon wieder losgeht, denn durch die OP wurden die zusätzlichen Leiterbahnen im Herzen ja verödet. Außerdem haben die meisten Menschen Herzstolpern, viele merken es nur einfach nicht. Meins stolpert auch dauernd, allerdings messe ich dem nicht mehr so viel Bedeutung zu, darum könnte ich dir spontan auch gar nicht mehr sagen, wann es das letzte Mal gestolpert hat. Es stolpert halt, das ist für den Moment unangenehm, aber es geht ja auch schnell wieder vorbei. Du hörst durch deine Erlebnisse nun ganz besonders auf dein Herz und bekommst seine Regungen dadurch vermutlich auch stärker mit. Das Herz ist nun mal keine Maschine oder Uhrwerk, das macht eben auch einfach mal einen Stolperer. Die sind aber nicht gefährlich, wenn man organisch gesund ist. Mein Kardiologe meinte, das Herz ist wie eine Katze, die kann man ja auch nicht erziehen, die macht eben auch, was sie will. Das was man tun kann, ist lernen, langsam wieder zu vertrauen. Schau mal, du bist bis jetzt nicht tot umgefallen und auch das WPW-Syndrom hat dich nicht umgebracht, du bist sogar inzwischen davon geheilt!

Ständig Blutdruck messen bringt übrigens gar keine Punkte, außer dass man sich verrückt macht. Der Blutdruck schwankt nun mal über den Tag, das ist ganz normal. Wenn man sich sehr anstrengt oder sehr aufregt, geht er auch mal ganz schön hoch. Auch das ist nicht schlimm - sofern er dann wieder runtergeht, wenn man sich körperlich und seelisch beruhigt hat. Und das ist ja offensichtlich bei dir der Fall.

Liebe Grüße
Pieni

10.11.2014 13:37 • x 1 #3



Dr. Matthias Nagel