Pfeil rechts

Hallo,

ich bin 24 Jahre alt, männlich, Student und möchte kurz mein Problem darstellen und um Rat fragen.
Ich leide seit Oktober 2018 Mal mehr, mal weniger an unerklärlichen Symptomatiken, eigentlich noch länger, aber da ging es richtig los. Immer wenn ich Symptome habe, denke ich, dass ich eine schwere und unheilbare Krankheit habe.
Meine Symptome kurz geschildert:

2015- 2017 Schlafstörungen (zu früh aufwachen, Abizeit, Angst nie eine Freundin zu finden etc.)

2018 Okt: Tinnitus (bis heute, aber zu meist gut kompensiert)

2019 März: Missempfindungen in beiden Beinen, teilweise heftige Schmerzen, Angst vor Polyneuropathie, MS etc.

Ich war so verzweifelt, dass ich einen Schmerztherapeuten konsultiert habe, der natürlich auch nichts gefunden hat.

Derzeit: Rippenschmerzen und Stechen , Benommenheit, Angst vor Herzkrankheiten

Atemnot (abgeklärt vom Lungenfacharzt, alles sehr gut)

Bin aus Eigeninitiative im Januar 2020 zu einer Tiefenpsychologin gegangen. Diagnose: Somatoforme Störung
Die Therapie hat aber leider bis jetzt nichts gebracht. Ich war bei allen möglichen Ärzten (Neurologe, Orthopäde, Rheumatologe etc. ohne Befund).

Ärzten kann ich leider immer noch nicht vertrauen, da im Jahr 2015 eine Blinddarmentzündung übersehen wurde. Eine Eigeneinweisung ins KH hat mir vermutlich das Leben gerettet lt. Chirurg.

Daher habe ich immer noch panisch Angst, dass eine Multisystem Erkrankung oder neurologische Erkrankung übersehen wird.

Meine Mutter hatte in meinem Alter auch zahlreiche Symptome ohne Befund.

Die Symptome quälen mich teilweise sehr, meine Angehörigen sind schon angenervt von mir. Ich hasse mich schon selbst dafür.

Hat jemand Erfahrungen mit diesem Krankheitsbild. Wird es irgendwann Mal besser? Soll ich zum Verhaltenstherapeuten?
Ich brauche ein Licht am Ende des Tunnels.
Ich habe Angst, dass ich durch die Erkrankung erwerbslos werde und meine Träume nicht verwirklichen kann.
Kann man somatoforme Störungen in den Griff bekommen und gut mit ihnen leben?
Ich möchte das Leben wieder genießen.

Danke fürs Lesen

26.08.2020 20:01 • 26.08.2020 #1


9 Antworten ↓


Ja,ich habe ähnliche Symptome gehabt zu Beginn meiner Fibromyalgie.

26.08.2020 20:05 • #2



Belastende Symptome ohne Befund, Angst vor Krankheiten

x 3


Ich habe die Symptome auch schon Jahre lang mal besser mal schlechter aufgrund Meiner Angst

26.08.2020 20:07 • #3


Zitat von coco88:
Ich habe die Symptome auch schon Jahre lang mal besser mal schlechter aufgrund Meiner Angst


Wie gehst du damit um? Wie sehr schränkt es deinen Alltag ein?

26.08.2020 20:09 • #4


Zudem verbringe ich stundenlang Zeit im Internet, um Krankheiten zu googlen.

Wenn ein neues Symptom Auftritt, wird das "alte" plötzlich verdrängt oder stark abgeschwächt. Meistens ist immer nur ein Problem präsent

26.08.2020 20:11 • #5


Zitat von Philipp9:
Wie gehst du damit um? Wie sehr schränkt es deinen Alltag ein? [/quot
Am Anfang und in schlimmen Phasen ist es schrecklich
Aber ich versuche trotzdem alles zu machen

26.08.2020 20:14 • #6


Zitat von coco88:
Wie gehst du damit um? Wie sehr schränkt es deinen Alltag ein? [/quotAm Anfang und in schlimmen Phasen ist es schrecklich Aber ich versuche trotzdem alles zu machen


Sehr gut, ich kann auch alles machen zum Glück, aber manchmal fällt es mir schwer, dies unbeschwert zu tun.

Bist du in Therapie?

26.08.2020 20:20 • #7


Calima
Zitat von Philipp9:
Kann man somatoforme Störungen in den Griff bekommen und gut mit ihnen leben?
Ich möchte das Leben wieder genießen.

Man kann sie auch los werden. Zumindest so weit, dass sie das Leben nicht mehr beeinträchtigen.

Wenn du jemand bist, der anpacken kann und will, wirst du mit einer Verhaltenstherapie mit hoher Wahrscheinlichkeit Erfolg haben. Wenn du schnell aufgibst und dich entmutigen lässt, eher nicht.

Bei mir hat die VT einen guten Grundstock gelegt. Rausgearbeitet habe ich mich schließlich selbst.

26.08.2020 20:24 • #8


Zitat von Calima:
Man kann sie auch los werden. Zumindest so weit, dass sie das Leben nicht mehr beeinträchtigen.Wenn du jemand bist, der anpacken kann und will, wirst du mit einer Verhaltenstherapie mit hoher Wahrscheinlichkeit Erfolg haben. Wenn du schnell aufgibst und dich entmutigen lässt, eher nicht.Bei mir hat die VT einen guten Grundstock gelegt. Rausgearbeitet habe ich mich schließlich selbst.


Vielen Dank!
Vielleicht ist ne Verhaltenstherapie das richtige für mich und keine Tiefenpsychologische

26.08.2020 21:20 • #9


Hallo,

die Angst kann einem manchmal wirklich zu schaffen machen!

Eventuell solltest du fürs erste aufhören deine Symptome zu googeln, das macht alles nur noch schlimmer!
Wenn du schon googelst, dann google dich was man gegen somatoforme Störungen tun kann und wahrscheinlich wirst du auf Entspannungsübungen stoßen. Die helfen nicht sofort, aber wenn du sie in deinen Alltag integrierst, kann es eine gute Selbsthilfe sein

Liebe Grüße

26.08.2020 21:26 • #10



x 4





Dr. Matthias Nagel