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Hallo ihr! Oktober 2015 wurde ich mit Atemnot in die Klinik eingeliefert und stationär aufgenommen. Dort wurde alles Mögliche durchgecheckt und danach wurde ich ohne Befund entlassen. Ich war natürlich heilfroh, dass nichts festgestellt wurde. Außer eine latente Schilddrüsenunterfunktion aufgrund von Hashimoto und ein chronisch erhöhter Trop-T Wert.
Im Krankenhaus ging es mir auch schlagartig besser, ich fühlte mich wieder fitter. Danach hab ich versucht wieder ganz normal zu leben und mich abzulenken, weil ja alles ok war.
Lange hielt das Gefühl nicht an, ich bekam wieder Beklemmungsgefühle und Atemnot. Es war die pure Hölle. Ich hatte definitiv keine Panikattacken, weil das Gefühl wirklich TAGELANG anhielt und ich ja auch nicht hyperventilierte.
Kam wieder ins Krankenhaus – wurde erneut stationär aufgenommen. Ich bekam ein 24-Stunden EKG umgehängt und auch das verlief ohne Befund.
Zwischendurch wurden unzählige EKG’s geschrieben, unzählige Lungenröntgen oder Herzultraschalls. Es war immer o.B. Es konnte mir noch nie jemand sagen WOHER das kommt.
Beim Kardiologen war ich auch bereits, alles schön und o.B. Hab dem Kardiologen auch gesagt, dass mein Papa einen Herzklappenfehler hat und eine vergrößerte Aorta. Dadurch bin ich ja vorbelastet. Er war sehr verständnisvoll und hat gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen müsse, es ist alles in bester Ordnung. Sport darf ich machen und der erhöhte Trop-T Wert wird noch abgeklärt (weil es ja einen Auslöser dafür gegeben haben muss), dafür bekomme ich noch einen Termin.
Mittlerweile ist ja einiges an Zeit vergangen, es ging mir zwischendurch ziemlich gut. Nun hat es mich aber wieder eingeholt.
Folgende Symptome hab ich derzeit:
- Herzstolpern, Druck der sich im Brustraum aufbaut und bis hin zum Kopf „drückt“, so als würde das Herz einen Schlag aussetzen und dann danach einen Schlag doppelt machen

- Atemnot (subjektiv, ich hechle also nicht, aber meiner Empfindung nach habe ich definitiv zu wenig Luft)

- Beklommenheitsgefühl

- Leere im Kopf, Gefühl weit weg zu sein, als wäre alles so unecht

- Schwindel bzw. Gangunsicherheit, Ohnmachtsangst

- Kloß im Hals, so als würde mir was drinnen stecken bzw. als würde ich total verschleimt sein oder mein Hals geschwollen

- ständiges Aufstoßen (geruchslos, auch keine Verdauungsbeschwerden)

War natürlich auch schon wieder im KH, diesmal nicht stationär, aber es war natürlich – wie immer – alles o.B.
Was bei mir festgestellt wurde:
- niedriger (bzw. eigentlich optimaler) Blutdruck, könnte aber auch den Schwindel erklären (meist so 100/61 Puls zwischen 70-80)

- erhöhter Trop-T Wert (chronisch, über 2 Jahre)

- Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto) – nehme derzeit Euthyrox 50

- verkrümmte Wirbelsäule inkl. falscher Haltung

Zu meiner Person: weiblich, 19, Nichtraucherin – nehme nicht die Pille. Ich bin sportlich und ernähre mich vegetarisch und eigentlich auch recht gesund. Arbeite Vollzeit im Büro in überwiegend sitzender Tätigkeit.
Ich weiß, dass sowas auch psychisch sein kann, aber ich fühle mich psychisch richtig stabil. Ich hab eigentlich alles im Leben, einen guten Job, nette Freunde, die beste Familie und meinen Freund, der sehr verständnisvoll ist. Ich sehe nichts, was mich psychisch belasten könnte. Zumindest jetzt, derzeit, absolut nicht, mein Leben war noch nie besser.
Als Kind hatte ich zwar Angst vor dem Sterben bzw. dass meine Eltern sterben, aber das hat doch jedes Kind oder? Hab mich auch damals schon mit Krankheiten beschäftigt und das hat mich einfach schon immer interessiert, ich hab das direkt aufgesogen.
Ansonsten wurde ich in der Grund- bzw. Hauptschulzeit oft gemobbt wegen meinem Gewicht, was mich damals schon sehr belastet hat, aber das hab ich sehr gut verarbeitet.
Im Endeffekt weiß ich ja nun, dass ich kerngesund bin – aber mit diesen Symptomen würde ja früher oder später jeder durchdrehen, oder?
Jedenfalls glaube ich mittlerweile, dass da wirklich meine Schilddrüse noch immer komplett am Durchdrehen ist und mir einfach keine Ruhe lassen will. Denn eine Angststörung kann ich mir nicht vorstellen..
Ich muss dazu sagen, dass ich schon Angst hab, krank zu sein oder zu sterben, aber bei solchen Symptomen halte ich das für eine normale Reaktion?..
Allerdings hab ich wirklich nur Angst vor Krankheiten, die mich sofort umbringen können, dh. Stunden bzw. Tage nach Diagnose bzw. dass ich gleich das Bewusstsein verliere, die Kontrolle verliere oder eine sofortige Not-OP überstehen muss.
Oder hat jemand von euch eine andere Idee? Ich bin mit meinem Latein am Ende.


Ich danke euch schon mal für eure Beiträge.
Liebe Grüße,
eure K.

02.02.2017 09:44 • 06.02.2017 x 1 #1


10 Antworten ↓


smartiiie
Hey
Ich glaube, kein Thema hier war bisher so identisch wie deiner! Bei mir fing es letztes Jahr mit den Schwindelanfällen an. Kloß im Hals ab und an Herzstolpern und und und. Ich kann bis heute nicht so recht glauben, dass es eine Angststörung ist, da es kommt und geht wann es will.. also habe, genau wie du, Phasen wo es mir super geht. Mein Papa hatte einen Herzinfarkt und natürlich mache ich mir dann auch Gedanken, dass das bei mir so eine Art Vorwarnung ist. Aber genau wie du, denke ich, dass das ja auch irgendwo normal ist, das man sich sorgen macht. EKG War bisher auch immer unauffällig. Herzultraschall steht bei mir noch aus.. hab erst in ein paar Wochen den Termin.
Aber nun zur Schildi.. Seit Anfang Januar habe ich extremes Herzstolpern.. und meine Endokrinologin stellte fest, dass meine Werte mal wieder total im Keller waren.. Nun musste ich Thyroxin erhöhen.. dauert aber eine weile.. Die Diagnose Hashimoto habe ich erst vor ca. 4 Wochen bekommen.. Und seitdem viel darüber gelesen.. Viele Hashis haben damit zutun, genau wie mit Panikattacken, Angststörung und und und.. Ich kann mir also gut vorstellen, dass das damit zusammen hängen kann. Zumal alle Untersuchungen o. B. waren.. Vielleicht konnte ich dich etwas beruhigen damit Liebe Grüße

02.02.2017 10:39 • #2



Angststörung oder Schilddrüse?

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Hey!
Schön dass du dich meldest und schön, dass ich nicht allein bin (wobei irgendwie auch schrecklich )
Verständlich, dass du da jetzt Angst hast.. hoffe dass es deinem Papa geht's soweit gut?
Ich muss dazusagen, dass mein Papa knapp 30 Jahre lang geraucht und immer sehr hart gearbeitet hat. Außerdem war sein Herzklappenfehler vermutlich angeboren und einfach unentdeckt, weil man früher ja so gut wie keine Vorsorgeuntersuchungen gemacht hat und mein Papa auch nie zum Arzt geht ( ). Jetzt muss er allerdings 1x im Jahr zum Kardiologen. Medikamente braucht er diesbezüglich aber keine und er erfreut sich demnach noch an bester Gesundheit und macht auch sehr viel Sport.
Was witzig ist: meine Mama hat auch Hashi und hat seitdem "psychisch" bedingten Bluthochdruck.
Generell ist meine Familie (Mamaseite) extrem ängstlich. Meine Tante hat schon seit Jahren Kopfdruck und Magenprobleme ohne Befund. Ansonsten (Aussehen und Charakter) bin ich aber eher meine Papa ähnlich. Hab wirklich original alles von ihm, Statur, verkrümmte Wirbelsäule und schiefe Hände Ich weiß auch nicht..
Jedenfalls ist es bei mir halt komisch, dass als es mir gut ging, anscheinend auch die SD im Lot war und jetzt scheint sie wieder auszurasten..
Danke jedenfalls für deinen Beitrag, hoffentlich kriegt sich die Schilddrüse bald wieder ein

02.02.2017 11:27 • #3


smartiiie
Huhu
Naja meinem Papa geht's soweit ganz gut.. Er nimmt seine Media und macht auch regelmäßig die Kontrolluntersuchungen, aber er ist null einsichtig.. raucht fleißig weiter, macht kein sport, ernährt sich nicht gerade gut und das macht einem schon zu schaffen.. aber er wird sich auch nicht mehr ändern.. klar belastet mich das, aber das tat es schon vor den ganzen symptomen.. Komischerweise habe ich gelesen, dass hashimoto vererbt sei, aber nicht unbedingt ausbrechen muss.. Auslöser können Stress usw sein.. passt bei mir.. meine Mama und meine Schwester haben es auch.. meine Schwester kämpft viel mit herzrasen anstatt mit stolpern, meine Mutter ist eher leicht Depressiv angehaucht und ich hab eben das
Das lustige ist ja, ich merke sofort wenn was mit der Schilddrüse was nicht stimmt.. meistens fängt es irgendwie komisch an zu knistern im hals.. als wenn da Kohlensäure drinsteckt.. ich denke mal, die Symptome lassen jetzt nun auch langsam nach.. lässt du deine Werte denn oft überprüfen? Meine endo meinte ich soll in 6 Monaten wiederkommen.. das kann sie knicken^^ finde man sollte schon öfter kontrollieren solange die werte immer so arg schwanken..
Schrecklich ist es schon, das wir beide uns rumquälen damit, aber es beruhigt auch ein wenig, dass man nicht alleine damit ist

02.02.2017 11:44 • #4


Das ist schön dass es ihm soweit ganz gut geht, das mit dem "nichts sagen lassen" ist wohl ein Männerleiden xD
Ja, ich glaube auch dass Hashi vererbbar ist, meiner Mama gehts ja auch nicht so gut wenn die Schilddrüse wieder spinnt..
Ich geh eigentlich konsequent alle 3 Monate Kontrolle, ein halbes Jahr ist echt viel zu lang, für mich jedenfalls, zumal mal bei mir hashi ja auch nicht sofort diagnostiziert hat, musste ja förmlich um den Test betteln :/ mein HA ist sowieso wenig einsichtig, er schiebt es auf die Psyche.

03.02.2017 12:11 • x 1 #5


Hallo Katiesmmer,

bei den von dir beschriebenen Symptomen kann solange an deiner Schilddrüse nichts festgestellt werden kann, nur von einer psychischen Erkrankung, a.e. von einer (generalisierten) Angststörung ausgegangen werden.

Das Problem ist ja eben gerade, dass man nicht genau weiß, wovor man Angst hat bzw. was die körperlichen Symptome genau hervorruft. Bei spezifischen Phobien (z.B. Arachnophobie) ist es ja in der Regel immer mit einem konkreten Auslöser verbunden, in deinem (und auch meinem) Fall nicht.

Trotz deines aus deiner Sicht gesunden Umfelds scheint es - vielleicht tatsächlich in deiner Vergangenheit liegend - Probleme zu geben, die nicht anders zu Tage treten können...

Eine potentielle Möglichkeit das rauszufinden wäre z.B. eine kognitive Verhaltenstherapie.

Viele Grüße

Michael

03.02.2017 13:19 • #6


Hallo,
ich habe ja eine Schilddrüseunterfunktion aufgrund von Hashimoto. Hab ich auch im Eingangspost geschrieben Liebe Grüße

03.02.2017 17:12 • #7


Nataraja
Ich habe nicht alle Antworten gelesen, also entschuldige, falls ich etwas doppelt schreibe.

Ich kenne diesen T Wert nicht, aber sonst hatte ich schon oft exakt deine Beschwerden und zu der Zeit nur eine Tendenz zur Unterfunktion. Viele hier haben aber Hashimoto. Das ist auf jeden Fall ein Auslöser.

Deine Vorgeschichte führt schon zu einer anderen Denkweise. Jedem kann es mal passieren, dass er unerklärliche Beschwerden hat. Ist man aber ein Typ, der sich schnell drüber Gedanken macht, steigert man sich rein und es entsteht eine Angstspirale, die eigenständige weiter läuft. Das heißt, es kann sein, dass sonst alles gut läuft in deinem Leben, aber deine Angst vor der Krankheit ist allein schon ein psychisches Leiden.

Ursächlich kann Hashimoto verantwortlich sein, oder eine kurze Störung im Elektrolythaushalt, zu viel Histamin, eine kurzzeitige hormonelle Störung.. deine Gedanken haben dann dazu geführt, dass es jetzt nicht mehr weg geht.

Auch ich war als Kind Außenseiter, habe mich früh mit Krankheit beschäftigt, weil meine Mutter herzkrank war, hatte von Geburt eine Skoliose und ziemliche Probleme mit Verspannung, mein Blutdruck ist immer niedrig.. wenn ich aus irgend einem Grund Stress habe, bekomme ich das Gefühl kein Sauerstoff kommt an. Auch die Extrasystolen habe ich und alles was du sonst beschreibst.

Es wäre möglich, dass du auch ein Zähneknirscher bist, wie ich.. Davon kommt auch viel. Schau mal nach Craniomandibuläre Dysfunktion.

03.02.2017 17:58 • #8


smartiiie
Zitat von Katiesmmer:
Das ist schön dass es ihm soweit ganz gut geht, das mit dem "nichts sagen lassen" ist wohl ein Männerleiden xD
Ja, ich glaube auch dass Hashi vererbbar ist, meiner Mama gehts ja auch nicht so gut wenn die Schilddrüse wieder spinnt..
Ich geh eigentlich konsequent alle 3 Monate Kontrolle, ein halbes Jahr ist echt viel zu lang, für mich jedenfalls, zumal mal bei mir hashi ja auch nicht sofort diagnostiziert hat, musste ja förmlich um den Test betteln :/ mein HA ist sowieso wenig einsichtig, er schiebt es auf die Psyche.


Mein HA ist genauso.. Da sagte er Anfang des Monats zu mir, mein TSH sei in Ordnung.. (4,88) Die Symptome würden nur von der Psyche kommen.. Komischerweise sollte ich nun erhöhen und siehe da.. es ist nicht mehr ganz so schlimm.. Der TSH und auch dir anderen Werte normalisieren sich nun langsam.. Natürlich.. ich weiß auch, man soll nicht alles auf die Schildi schieben, aber es ist eben eigenartig wenn das in Schüben kommt und es sonst gut geht.. Es ist nunmal so, dass die Schilddrüse Panikattacken usw auslösen kann.

04.02.2017 00:09 • #9


Der Troponin T Wert ist ein Wert vom Herzen, der bei beispielsweise einem Herzinfarkt erhöht ist, bei mir ist dieser chronisch erhöht, aufgrund von Absterben meiner Herzmuskelzellen (nicht schlimm, weil wir ja viele haben), nur muss ich nochmals in die Uniklinik, um zu überprüfen, warum das der Fall war (ich mein ich bin 19 und eigentlich kerngesund, mein Herz ist top) aber mein Kardiologe sagt, dass auch die Schilddrüse den Wert leicht chronisch erhöhen kann (Überraschung - was kann die Schilddrüse eigentlich NICHT?! )

Naja, ich steigere mich schon rein, aber ich hab echt komische Symptome und mir ist es ein Rätsel, dass man dafür keine Erklärung hat. Außer mein HA hat es Gott sei Dank noch niemand an die Psyche gedacht.
Mein Kardiologe sagt immer, es ist ein Unterschied, ob man psychisch krank ist oder sich einfach ein bisschen in wirklich vorhandene Symptome reinsteigert, er glaubt tatsächlich an die Schilddrüse und Hashi.

Zähneknirscher bin ich definitiv, tags- und nachtsüber. Ich beiße mir in stressigen Situationen immer auf die Zähne, nachts trag ich aber eine Schiene... mein Schwindel kann schon davon kommen, eventuell.. Danke jedenfalls für deine Antwort.

06.02.2017 09:38 • x 1 #10


Nataraja
Ich hab auch eine Schiene. Die hilft aber nur, dass die Zähne sich frei hin und her bewegen. Wenn du sie aber auch zusammen presst, kann die Schiene nicht helfen. Der Druck ist vorhanden und dadurch viele Verspannungen. Ich hab dadurch auch vermehrt Beschwerden mit den Ohren, was wiederum auf den Gleichgewichtssinn geht und das ist nicht alles, was dadurch entstehen kann. Es ist auch nicht der einzige Auslöser. Es gibt viele Erklärungen für die Beschwerden. Oft liegt die Ursache in der Psyche. Die Schilddrüse kann aber auch Schuld daran sein, dass die Psyche so schnell angekratzt ist.

06.02.2017 10:27 • x 1 #11



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